Yediʿot shel Irgun ʿOle Breslau be-Yiśraʾel
- Journal
- Yediʿot shel Irgun ʿOle Breslau be-Yiśraʾel
- Volume
- 2005
- Issue
- No. 78 (2005)
- Date
- 2005-01-01
- Page
- Seite 9 (sequence 9)
- Language
- German
- Belongs to
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9 (Fortsetzung von Seite 8) bei einem Freund wohnt. Gilt er seinen Anhängern in der Schweiz als aufrechter Radikaler - noch die 'Appenzellischen Jahrbücher1 von 1908 nennen Hundt einen "von hartem Schicksale verfolgten, ernsten, edelgesinnten und aussergewöhnlichen Mann und Gelehrten" -, sehen einige Einheimische wegen seiner Polemik gegen die "orthodoxe" Geistlichkeit aller Konfessionen in ihm geradezu den Leibhaftigen. Weil ihn Beamte und Seelsorger der Gottlosigkeit und Gotteslästerei beschuldigen, wird Hundt im Dezember 1828 vom Großen Rat des Kantons aus Appenzell-Außerrhoden ausgewiesen. Von aufgebrachten Gläubigen bedroht, muss er schleunigst das Weite suchen. Ein Versuch, sich in Liestal bei Basel niederzulassen, scheitert, auch dort ist Hundt bald unerwünscht. Im Herbst 1831 gelingt es ihm, sich einen in Stuttgart ausgestellten Pass zu besorgen, mit dem er im Januar 1832 nach Straßburg reist. Hier gibt er die antilegitimistische Zeitschrift 'Die Geissel' heraus, die aber mit dem zweiten Heft eingestellt wird. Im April 1833 muss er die Stadt verlassen und wendet sich nach Nancy, wo er bis zum Frühjahr 1834 bleibt. Anschließend geht er zurück in die Schweiz. Aus Liestal wiederum ausgewiesen, wird sein letzter Zufluchtsort Burgdorf im Kanton Bern. Vereinsamt, "zum Bettler herabgesunken und sehr elend", wie es in den Polizeiakten heißt, haust er am Ende "fortwährend zu Burgdorf in einer ärmlichen Kneipe", wo er nicht zuletzt "durch den übermäßigen Genuß geistiger Getränke in die krasseste Gemeinheit" verfallen sei. "In seiner geistigen Produktivität gänzlich gelähmt, auch körperlich herabgewürdigt", stirbt er am 15. August 1835. Auf dem neuen Kirchhof in Burgdorf wird er zwei Tage später beigesetzt. Das Grab existiert längst nicht mehr. Doch während Hundt in Vergessenheit geriet (nicht einmal ein Porträt von ihm hat sich bewahrt), keimten und wucherten seine Hassfantasien weiter - eine höllische Saat, die hundert Jahre später blutig aufgehen sollte. Mit Recht lässt sich sagen, dass hier der Weg nach Auschwitz seinen Anfang nahm. Der Autor dieses Artikels ist Historiker und lebt in Würzburg. Suchanzeigen Das hier abgebildete Foto, das im Jüdischen Krankenhaus in Breslau aufgenommen wurde, zeigt den Urologen und Mohel Dr. Boss im Kreise der Lehrschwestern. Vielleicht erinnert sich der eine oder andere 'alte1 Breslauer an die Abgebildeten. Nach Breslau kam meine Mutter aus Halle. Dort besaß mein Großvater ein Schuhgeschäft. Meine Mutter heiratete 1927 und zog nach Hannover. obwohl traditionell religiös, der Sohn eines Kantors. Mein Vater, Hermann Kreuzer, war Frontsoldat im 1. Weltkrieg. Nach seiner Verwundung wurde er nach Breslau in ein katholisches Krankenhaus gebracht und von einer Nonne gesund gepflegt. Ich habe auch eine Fotoaufnahme aus diesem Lazarett. Wäre das für sie interessant? Gerda Steinfeld, Rechov Haschnajim 10, Givatajim *** -du: Israelitische Kranken -Verpilegungs - Anstalt 2 5. April i9 59 Breslau 18, den HohenzotlernstraQv 96 Pcrniprcther Nr. 83t I I / PutUchcdtkonlo Nr 3501 BRESLAU .. ■ -■i' Präulein Rose & o 1 d b e r g, jetzt Tereheliohte Kreuzer, geb.26.4-. 1904-, war Tom 1. September 1924- bis 18. NoTember 1926 in unserem KrankenhauBe als Lehrschwester tätig. Naab Beendigung der Ausbildungszeit bat die Lehrschwester Rose Goldberg die staatliche Prüfung für Krankenpflegepersonen bestanden. DerVorstand i.A. Wie mir meine Mutter erzählte, wurden die Lehrschwestern der Jahrgänge 1924-1926 im jüdischen Krankenhaus in Breslau u.a. in der Behandlung von Tropenkrankheiten ausgebildet. Die gesamte Gruppe sollte in das Hadassah-Krankenhaus in Jerusalem gehen. Die anderen fertig ausgebildeten Krankenschwestern sind dann auch nach Jerusalem gegangen, nur meine Mutter 'durfte' es nicht. Ihr Vater war Antizionist, Wer hat Informationen zu Paul Ernst Jaraslawski (oder Jaroslawski), Schuldiener in Breslau um 1880-1890? Antworten bitte an: Dr. Heidemarie Wawrzyn, Rh. Usia 15, 93143 Jerusalem, Tel.: 02-5 634 624 Email: hwaw@h2.hum.huji.ac.il