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Yediʿot shel Irgun ʿOle Breslau be-Yiśraʾel · 1962-01-01 · No. 6-7 (1962) · p. Seite 7

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Journal
Yediʿot shel Irgun ʿOle Breslau be-Yiśraʾel
Volume
1962
Issue
No. 6-7 (1962)
Date
1962-01-01
Page
Seite 7 (sequence 3168)
Language
German
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Elieser Pinczower als Pädagoge Wie es in der Kunst und in der Musik G’tt begnadete Menschen gibt, die aussergewöhnliche Talente aufweisen, so kann man auch im Lehrer-Berufe von Pädagogen sprechen, die ganz besondere Anlagen für diesen Beruf besitzen. Doch sind in allen Kreisen also auch bei den Lehrern aussergewöhnliche Talente sehr dünn gesät und in den letzten Jahrzehnten nur auf einzelne Persönlichkeiten beschränkt geblieben. Zu diesen Ausnahmeerscheinungen gehörte auch Elieser Pinczower. Er hatte nicht die moderne Schulung, die die heutige Lehrergeneration besitzt, und keine speziellen Kurse für Psychologie besucht und trotzdem verstand er die Seele des Kindes weit besser als mancher Lehrer der heutigen Generation und es gelang ihm stets das Interesse seiner Schü ler an seinem Unterricht wachzuhalten. Der Lehrstoff, den er brachte, war nie trocken, er war stets interessant und lebendig gehalten, um das Interesse der Kinder zu wecken. Für die Kleinsten hatte er stets eine Büchse von Bonbons bereit, und wenn die Ergebnisse befriedigend waren, so erfolgte eine entspre chende Belohnung in Form von Süssigkeiten. War der Lehrstoff schwierig, so wurde er Sein Lebensweg (Schluss) im heiligen Land beteiligt zu sein, eine heilige Pflicht. Für sich selbst anspruchlos und in sehr bescheidenen Verhältnissen lebend, verband er mit einer rührenden Opferfreudigkeit die Fähigkeit, auch andere zum Geben zu veranlassen. Aber seine grösste Leistung war es, eine Zahl von Schülern heranzubilden und die Liebe zur Thora in deren Herzen zu pflanzen, mit dem Erfolge, dass der grösste Teil von ihnen dem traditionellen Judentum bis ins späte Alter die Treue gehalten hat. Nach langem mit grosser Geduld ertragenen Leiden starb er kurz nach Vollendung seines 70. Lebensjahres. Seine Beerdigung gestaltete sich zu einer imposanten Kundgebung. In der Leichenhalle sprach sein 'Schwager Markus Pinczower und Gemeinde-Rabbiner Dr. Rosenthal gab am Grabe in ergreifenden Worten dem Schmerz über den grossen Verlust für die trauernde Gemeinde zum Ausdruck. Sein Todestag fiel mit der Jahrzeit nach seinem Vater Daniel P. zusammen. Eine weit verbreitete Ansicht besagt, dass ein derartiges Zusammentreffen nur bei aussergewönlichen Persönlichkeiten einzutreten pflegt. Diese Ansicht stützt sich auf das Wort unserer Weisen dp1? opa o’pm 'tw arpnuw K^aai atpp rrpn .oniri^ amnai „Der Heilige, gelobt sei er, sitzt und füllt aus die Jahre der Gerechten von Tag zu Tag und von Monat zu Monat (Kiduschin 38a) >n '2 'S 'i 'n Ich möchte bei dieser Gelegenheit allen danken, die mir bei Abfassung dieser Lebensbeschreibung helfend zu Seite standen. Es war nach Verlauf von 50 Jahren nicht einfach, den Lebenslauf des Dahingeschiedenen zu rekonstruieren. Mein besonderer Dank gebührt seinen ehemaligen Schülern in erster Reihe den Herren Dr. W. Freyhan, Salo Perle, der leider in diesen Tagen von uns gegangen ist, ferner den Herren J. Pagel, Gluskenus, Max Blasse, Dr. Boss und seinen Schülerinnen Frau Lucie Möller und Frau Lotte Pinczower beide geb. Kober. Felix Daniel Pinczower, Tel-Aviv. durch eine Erzählung, einen Midrasch etwas „aufgelockert”. Einmal im Monat brauchten •seine Schüler überhaupt nicht zu lernen. Das war an jedem Rosch Chodesch. Da füllte Elieser P. die Zeit damit aus, nur Midraschim zu erzählen, die mit grossem Interesse aufgenommen wurden. Er hatte seine eigenen Methoden, um zu prüfen, ob seine Schüler dem Unterricht folgen konnten und so berichtet einer seiner Zöglinge folgende Episode : Man lernte mm den Abschnitt von dem Traum Pharaos mit den 7 fetten und mageren Kühen. Wie üblich gab es zu dem biblischen Text noch einige Midraschim zu hören und dann fügte Elieser P. hinzu „Noch heute wäre ein Horn von der fetten Kuh in einem Museum in Kairo zu sehen”. Darauf kam dann die prompte Antwort, wie denn das möglich sei. Es handelt sich doch um einen Traum. Der Lehrer war von diesem Einwand natürlich sehr befriedigt, ersah er doch daraus, dass der Schüler dem Unterricht aufmerksam gefolgt war. Die Tatsache, dass ein Lehrer bei seinen Schülern beliebt ist, ist meistens ein Zeichen dafür, dass seine Lehrmethoden die richtigen waren. Und wenn seine Schüler heute nach 50 Jahren von ihrem Lehrer in höchster Ehrerbietung sprechen, so ist das das beste Zeichen, dass er sein Werk richtig vollbracht hat. Zur Geschichte der In einem aus der Bibliothek von Elieser Pinczower stammenden hebräischen Buche ISO» steht folgende familiengeschichtliche Eintragung: „Elieser, Sohn des Gelehrten Daniel, Sohn des Rabbiner Israel Chajim Sohn des Mordechai, Sohn des Shalom, Enkel des Verfassers mpiay n'ria. Wir haben hier einen interessanten Stammbaum, der zwar schon aus verschiedenen anderen Quellen bekannt ist, aber dokumentarisch heute wohl die einzige noch vorhandene schriftliche Quelle darstellt. Der „Megale Amukoth” genannt nach seinem diesen Namen führenden kabbalistischen Werk war der Rabbiner Nathan Note Ben Shlomo Schapira, geboren in Grodno 1585 und entstammte einer berühmten Rabbiner Familie. Im Jahre 1617 erhielt er eine Berufung als Rabbiner nach Krakau, wo er auch Leiter der dortigen Jeschivah war. Man berichtet von ihm, dass er das Amt ausübte, ohne ein Gehalt dafür anzunehmen. Er war mit einem aussergewöhnlichen Gedächtnis begabt und beschäftigte sich neben seinen talmudischen Studien auch mit Philosophie. Es erschienen von ihm eine Reihe wissenschaftlicher Werke. Doch sein Hauptstudium lag in der Kabbalah. Die Bevölkerung von Krakau sah in ihm einen Heiligen. Er starb bereits im Alter von 48 Jahren. Sein Grabstein trug folgende Inschrift: „Hier ruht ein göttlicher Mensch, ein Heiliger von den „Kadmonim”. Er enthüllte verborgene und geheime Schätze. Von ihm sagt man, dass er mit dem Propheten Elijahu von Angesicht zu Angesicht gesprochen habe” (Margalioth, Encyclopaedia of Great Men in Israel IV, 1183). Rabbiner Shapira hatte 2 Söhne Moshe und Schlomo. Der Letztere war Rabbiner in Stanov und wurde von den Chmelnizki-Kosaken Nicht immer wird der Lehrerberuf von „Berufenen” ausgeübt. Anders war es mit Elieser Pinczower. Er sah in seiner Tätigkeit als Lehrer keinen Beruf sondern eine Berufung, zu der er sich hingezogen fühlte. Gewiss musste er leben und seinen Lebensunterhalt verdienen, um sich und seine Familie zu ernähren. Er war in seinen letzten Lebensjahren schwer zuckerleidend und besuchte mehrfach einen Kurort auf. Man sollte annehmen, dass er diese Zeit ausschliesslich seiner Erholung und seiner Gesundung widmen würde. Aber da kannte man Elieser Pinczower nicht, wenn man annahm, er wurde mehrere Wochen still sitzen und seine Lehrtätigkeit auch nur vorübergehend aufgeben. Sobald er in dem jüdischen Hotel eine Reihe von jungen Leuten entdeckte so „schleppte” er sie in wahrem Sinne des Wortes zusammen, um mit ihnen zu lernen. Es ist interesant in diesem Zusammenhang festzustellen, dass der Lehrer-Beruf in der Familie Pinczower weiter fortgesetzt wurde. Seine Nichte Vera Amita Pinczower war bereits vor dem ersten Weltkriege im Jahre 1909 Lehrerin an der Lämmel Schule in Jerusalem. Eine Enkelin Frau Mira Rubinek übt den Lehrer-Beruf in Tel-Aviv aus. Sie war auch im Ghetto Warschau in der Untergrundbewegung als Lehrerin tätig. Eine Urenkelin, Pe. nina Leissner, ist ebenfalls Lehrerin in Tel- Aviv. Der Grossneffe, Elieser Pinczower, ist Director im Lehrerseminar in Jerusalem und dessen Bruder Professor am Hebrew Union College in Cincinatti. ■ Familie Pinczower im Jahre 1648 erschlagen. Näheres über ihn und seine Familie bringt Wachstein, Inschriften des alten Judenfriedhofes in Wien 1, 219. Ca 70 Jahre lang besteht mm eine Lücke, doch müssen in dieser Zeit bereits die Nachkommen des „Megale Amukoth” in Pinczow (Russisch Polen) gelebt haben. Genauere Angaben liegen bei dem nächsten Glied der Familie vor und zwar Mordechai, der aus Pinczow stammte und seinen Wohnsitz in Kempen nahm. Er hatte einen Sohn Israel Chajim, der 1768 in Kempen geboren wurde. Er besuchte die Jeschivah in Berlin und heiratete Mirjam Schwerin, wohnte zuerst bei seinem Schwiegervater in Tirschtiegel, ging dann als Lehrer nach Luck (Polen), kehrte jedoch später wieder nach Kempen zurück. Im Jahre 1815 erhielt er dann eine Berufung als Rabbiner in Langendorf (Oberschlesien) wo er 1850 starb. Er hatte 6 Kinder sein ältester Sohn war Daniel, der Vater von Elieser Pinczower. Die Familie Pinczower hatte sich inzwischen in Oberschlesien bereits stark ausgebreitet und kann der Kürze halber jetzt nur noch die gradlinige Abstammung besprochen werden. Elieser P. heiratete im Jahre 1869 seine Cousine. Der Ehe entsprossen 6 Kinder 2 Söhne und 4 Töchter. Der älteste Sohn, 1870 geboren, war Jehuda Louis ein achtbarer Kaufmann verh. mit Judith geb. Freimann, lebte in Berlin und wurde zusammen m. seiner Frau im Jahre 1942 nach dem Osten deportiert. Er hatte 5 Kinder 3 Söhne und 2 Töchter. Der älteste Sohn Max fiel 1918 im I. Weltkriege. Sein 2. Sohn Felix Daniel lebt heute in Tel-Aviv verheiratet mit Dr. Hilda geb. Kamerling, hat eine Tochter Schoschannah verh. mit Aron Langerman. Der 3. Sohn Jakob verheiratet mit Käthe geb. Leopold lebt heute in New York und hat einen Sohn, der den Namen seines Grossvaters 7

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