Yediʿot shel Irgun ʿOle Breslau be-Yiśraʾel
- Journal
- Yediʿot shel Irgun ʿOle Breslau be-Yiśraʾel
- Volume
- 1966
- Issue
- No. 19 (Mai 1966)
- Date
- 1966-05-01
- Page
- [Seite] (sequence 1)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
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Gegründet von Dr. Wilhelm (Seew) Freyhan Vt l J Hv| \\|A JUiMK A Bitte bewahren Sie die „Mitteilungen" und denken Sie immer wieder an die „Suchanzeigen". 'iHbVIJ >N21> 11A1N MITTEILUNGEN DES VERBANDES EHEMALIGER BRESLAUER IN ISRAEL E. V. my>i> K/Ä iO rawn mynv/ No. ly Mai 1966 UND SCHLESIER Actions-Comite: Dr. Lilli Berg-Platau, Dr. William Boss, Benno Cohn, M. d. K. Heinrich H. Cohn, A. Dombrowski, Dr. Julie Freund, N. Heimann, Erich Lewin, Paula Lewy, L. Löwenberg, W. Neuländer, Dr. Prager, M. Pick, Rosenfeld (Maro), J. Sachs, M. Schmerel-Hofstein. Briefadresse: Erich Lewin Tel Aviv, Karl Netter 7. Vorsitzender: Emst Tauber. Dr. WILHELM FREYHAN vr Nach einigen Tagen des Krankseins ist am 3. Dezember 1965 Herr Dr. WILHELM FREY¬ HAN von dieser Welt abberufen worden. Mit ihm hat der VERBAND EHEMALIGER BRESLAUER IN ISRAEL nicht nur seinen Senior und Gründer verloren; denn eine ungeheuere Arbeit für diesen Verband lastete seit vielen Jahren auf Dr. Freyhan, der hingebungsvoll, vital und mit glänzendem Organisationstalent neben anderen sozialen Zielen dem edlen, humanen Gedanken diente, ehemaligen alten und alleinstehenden Breslauern ein Heim für den Lebensabend zu schaffen. Bei der Beschäftigung mit dem VERBAND vergas er alle Altersbeschwerden und fühlte sich gesund. Hier war er unermüdlich tätig. Dr. Freyhan war ein frommer Jude. Er verband jüdische Tradition mit moderner Lebensanschauung. Er hatte grosse Kenntnisse auf religiösem Gebiet und übertrug Gebete, Bibelworte, Prophetengedanken in aktive Betätigung für seine Mitmenschen. Der erhabene geistige Inhalt der Heiligen Schrift inspirierte ihn zu Werken der Nächstenliebe. Sein Eindringen in den wahren Geist jüdischer Gesetze und Gebete liessen ihn die Gebote edelster Humanität in höchster Aktivität erfüllen. Mit aller Liebe und mit dem ganzen Herzen betete er zu dem Allmächtigen. Guete, Hilfsbereitschaft und Toleranz waren Kennzeichen seiner vorbildlichen Frömmigkeit. Echtes Judentum strahlte von seiner bedeutenden Persönlichkeit aus. Beispielgebend war sein ganzes Leben. Erwähnt sei, wie ihm zur Zeit der Pogrome in Kishinew das Elend der durchwandernden Flüchtlinge nahe ging und er damals in Breslau den “Verein zur Speisung armer Israeliten" gründete, wo ihnen warme Mahlzeiten geboten wurden. 20 Jahre später schuf er in Breslau die “Jüdische Mittelstands- Dr. HURWITZ LTD. TRAVEL & TOURIST AGENCY NEUE ADRESSE: TEL-AVIV, Yehuda Halevi Str. 43 Neue Telephon-Nummern 614025 621351 Individuelle Beratung für Ihre Reise ins Ausland. küche”. Auch die Jüdische Schule (Grundschule und Reformgymnasium) in Breslau war sein Werk. Er war der letzte Vorsitzende der einst berühmten Breslauer Synagogengemeinde. Aber auch künstlerisch war er interessiert und man sah ihn in Breslau am 1. Pult, Kammermusik pflegend, wie auch als Konzertmeister in namhaften Amateur-Orchestern seiner damaligen Heimatstadt. Liebe zur Musik erfüllte ihn von jeher, er ererbte sie von seinem VON DER GTTLICHKEIT DER SEELE Die Menschenseele hat ihren absoluten Wert, der unabhängig ist von Raum und Zeit. Daher muss sie ewig existieren — also unsterblich sein. Mit der Vorstellung der Ewigkeit ist aber bei uns Menschen die Vorstellung eines göttlichen Wesensverbunden : Also ist die Seele etwas Gttliches, vielleicht uns von Gtt geliehen oder ein Geschenk Gttes, das unser Ureignes geworden, dessen Ausdruck sich in unserer Individualität manifestiert. Oder sie ist gar ein Teil jener Gttlichkeit, ein Hauch Gttes, den wir zuweilen verspüren, wenn ausserordentliche Gemütsbewegungen uns erfassen, für deren Vorgang wir keine bestimmten Erklärungen haben. Pythagoras von Samos sagt: “Sei überzeugt, nichts ist dein Eigen ausser deiner Seele”, und Vater, Theodor Freyhan, dem Begründer des ersten Breslauer Amateurvereins für Klassische Musik (1862). Er ist der Verfasser des Buches “DER WEG ZUM JUDENTUM”. WILHELM FREYHAN wird fortleben in uns und in unseren Herzen als köstlicher Inhalt. Der Hauch göttlichen Odems der von ihm ausging, wird bleiben und wirken bis in unsere letzten Lebenstage. J. S. BEISETZUNG UND ASKARA ZUM "JOM SCHLOSCHIM” An der Beisetzung von Dr. Wilhelm Freyhan sA.. nahmen Hunderte aus allen Teilen des Landes teil. Am Ichilow Krankenhaus sprachen Raw Auerbach und Raw Dr. Ochs. Ein grosser Zug bewegte sich in die Moschawah Magdiel, wo der Verewigte an der Seite seines im Befreiungskriege gefallenem Sohnes zur letzten Ruhe gebettet wurde. Dort hielten Nachrufe Raw Anbacher von der Gemeinde “Ichud Schiwat Zion” und Erich Lewin im Namen des “Verbandes Ehemaliger Breslauer". Letzterer sprach auch die Trauergebete. Auch am “Jom Schloschim” fand in der Synagoge Ichud Schiwath Zion in Tel Aviv eine grosse Trauerfeier statt, wo wiederum Verwandte, Freunde und ehemalige Breslauer aus ganz Israel zugegen waren. Zu Herzen gehende Ansprachen hielten Raw Ansbacher, Lektor der Universität Feuchtwanger und der Schwiegersohn des Heimgegangenen Lutz Arie Gradenwitz. Erich Lewin verlas eine Resolution des Vorstandes, die besagt, dass eine Dr. Wilhelm Freyhan Stiftung gegründet worden ist, die das Ziel hat, wieder einen Flügel eines Altersheims zu errichten, der seinen Namen tragen soll. Jehuda Strauss umrahmte die würdige Gedächtnisfeier mit den traditionellen Gesängen. E. L. die jüdischen Weisen ergänzen diesen Ausspruch im täglichen Morgen-Gebet, indem sie sagen; “Maude Ani Lefonecho, Melech Chaj Wekajam, Ich danke Dir, Allmächtiger, der Du mir meine Seele zurückgegeben. Sie ist rein. Du hast sie gebildet, Du hast sie mir als Leben eingehaucht. Mit solchen Gedanken beginnt der jüdische Mensch sein Tagewerk und mit den Worten: "Dir vertraue ich Geist und Seele an, zur Zeit, da ich mich niederlege — ist Gtt. bei mir, so fürchte ich nichts" schliesst er es. Dr. Wilhelm Seew Freyhan. ^»r