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Yediʿot shel Irgun ʿOle Breslau be-Yiśraʾel · 1965-07-01 · No. 16 (Juli 1965) · p. Seite 4

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Journal
Yediʿot shel Irgun ʿOle Breslau be-Yiśraʾel
Volume
1965
Issue
No. 16 (Juli 1965)
Date
1965-07-01
Page
Seite 4 (sequence 3067)
Language
German
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Die bekannte Tel-Aviver Tageszeitung “Yedioth Chadaschoth“ schreibt: sky’s erinnern, der als Studienrat am Breslauer Jüd. Realgymnasium tätig war, bevor er 1929 als Studiendirektor an die “Jawne” in Köln berufen wurde, über ihn heisst es in einer sehr ausführlichen Lebensbeschreibung: “...Es kam die Zeit, da sich die Katastrophe für die Juden in Deutschland ankündigte. Erich Klibansky fasste den kühnen Plan, das von ihm mühsam aufgebaute Schulwerk nach England zu retten. Auf Grund der durch Vermittlung des damaligen Bonner Rabbiners Dr. Rudolf Seligsohn mit Sir Herbert Samuel angeknüpften Verbindung gelang es Klibansky die englische Judenheit für seinen Plan zu interesieren. Mehrere Male reiste er mit Erlaubnis der Gestapo nach England, gefolgt von einer Anzahl Schüler und Lehrer. Vor seiner letzten Rückfahrt schrieb er an seinen Freund Dr. Joseph Prager, Haifa: “Jetzt werde ich wohl auch für mich und meine Familie die Ausreise betreiben.” Indes es war zu spät; die Nationalsocialisten zerrten ihn, seine Frau und die vier Kinder aus ihrem Heim zur bitteren Fahrt in eines der Todeslager im Osten. Weiterhin finden wir sehr herzliche Worte dem Andenken Martin Brasch gewidmet. 1906 geboren, besuchte er das Johanneum, studierte Rechtswissenschaften und wurde in den Allgemeinen Studentenausschuss der Universität gewählt. Auch während seiner Referendarzeit bewahrte er sein Interesse an jüdischen und allgemeinpolitischen Fragen. Noch 1933 bestand er sein Assessorexamen, heiratete Brigitte Remak aus Glogau und siedelte nach Berlin über, wo er einen Posten bei der jüdischen Gemeinde annahm. Er erkannte seit längerer Zeit die kleinen Schergen der Geheimen Staatspolizei, die es darauf abgesehen hatten, die Juden selbst dazu zu benutzen, ihre Menschen auszuliefern. Gegenüber diesem Spiel war es schwierig, Widerstand zu leisten. Brasch glaubte an das Gute im Menschen und leistete Widerstand. Das hatte zur Folge, dass die Gestapo ihn im Herbst 1939 verhaftete und in ein Lager verbrachte. Er starb als Gefangener nach einigen Wochen an “Blutvergiftung”. Später begingen Braschs Frau und deren Mutter Selbstmord, als sie von der ihnen vorstehenden Deportation Kenntnis erhalten.” Erwähnt sei ferner Dr. Josef Bach, der seit 1895 Arzt in Breslau war, lange Zeit Vorstandsmitglied der Synagogengemeinde, später Gemeindeältester. Er starb am 3. Januar 1943 in Theresienstadt. Auch Herbert Bileski ist erwähnt. Er war Absolvent des Seminars I 1934, seit etwa 1939 Rabbiner in Beuthen und vermutlich 1942 deportiert. In kurzen Worten ist Fritz Goldschmidts gedacht. Er war lange Jahre Vorstand der Synagogengemeinde und des Jüd. Krankenhauses, wurde am 6. Juni 1943 nach Theresienstadt transportiert und kam von dort im November 1944 mit dem letzten Transport nach Auschwitz, wo er sein Leben verlor. Der beschränkte Raum hierselbst lässt es nicht zu, auf andere Biographien einzugehen, für die sicherlich viele Interessenten im Kreise der Schlesier und Breslauer vorhanden sind. Und gar die Vielzahl der bedeutenden Personen zu erwähnen, die im sozialen-, verwaltungstechnischen-, oder geistigen Leben der jüdischen Gemeinden Deutschlands an prominenter Stelle tätig waren und denen ein Märtyrertod beschieden war, ist nur im Umfang eines Buches, wie dem des vorliegenden, möglich. Ich habe es oft in die Hand genommen und bedrückten Herzens, aber auch voll Stolz auf diese Frauen und Männer, die ihr Leben hingaben, dass unsere Kinder und Kindeskinder ein neues Dasein aufbauen konnten, wieder beiseitegelegt. Ein Dokument der Zeit? Nein, der Ewigkeit! S. Jonas, Denver USA. “In anderthalb Jahren werden zwei Wolkenkratzer in Ramat Aviv bei Tel-Aviv 500 alte Leute aufnehmen. Ein 10- und ein 12 stockiges Gebäude werden neben einander das modernste Altersheim bilden, das Israel je gesehen hat. Israel hat gegenwärtig etwa 133 000 “theoretische Anwärter" auf Altersheime.” Hierzu bemerken wir : Wenn auch nicht alle der oben erwähnten theoretischen Anwärter als Reflektanten in Frage kommen, so kann man wohl sagen, dass mindestens 10% davon auf eine Aufnahme in einem Altersheim warten. Hierzu treten noch, wie die “Yedioth Chadashot” schreiben, eine erhebliche Anzahl Anwärter der in den letzten Jahren aus USA und Canada in Israel Eingewanderten. Die in Israel in Altersheimen vorhandenen etwa 7400 Betten sind sämtlich besetzt. Wenn die oben erwähnten 500 Betten und die im Bau befindlichen von privater Seite zu erwartenden Heime mit 50 bis 100 Betten aufnahmebereit sein werden, so kann man sich vergegenwärtigen, welcher katastrophale Mangel hier immer noch besteht. Dass dieser Mangel an Altersheimen eine unabsehbare Wartezeit für jeden Einzelnen zur Folge hat, kann man sich leicht vorstellen. Der “Verband ehemaliger Breslauer E. V.” hat es sich daher zur Aufgabe gemacht, für seine Mitglieder, soweit sie auf Plätze in Altersheimen reflektieren, zu sorgen. Er hat bereits vor einigen Jahren eine “Breslauer Ecke” im Altersheim des Women’s Social Service erworben und will nunmehr, da auch diese voll besetzt ist, ein eigenes Altersheim an ein bereits bestehendes anschliessend errichten. Dafür hat er bis jetzt bereits einen Teil des benötigten Kapitals aufgebracht. Sind Sie bereit, sich an der Aufbringung der noch fehlenden Gelder zu beteiligen? Ein ehemaliger Breslauer hat den Anfang für diese Sammlung gemacht und uns 1 0 0 0 Dollar übersandt. Würden Sie die Spendenliste fortsetzen und uns helfen, so schnell wie möglich die Unterkünfte für unsere älteren Breslauer zu beschaffen? Jede Spende ist willkommen! Jeder gebe nach seinem Ermessen und Gewissen! RA5SC0 EIN FAKTOR IN ISRAELS WIRTSCHAFT Und!a“ Ä?EH ORKRUNgvon INDUSTRIE UND Handwerk INVESTITIONEN WERTPAPIERE RA5SC0 Haben Sie schon darüber nachgedacht, ob Sie unsere Arbeit Ihren Verhältnissen entsprechend gewürdigt und unterstützt haben? Wenn wir das vom Wohlfahrtsministerium uns empfohlene Altersheim projekt dessen Bauplan bereits von der Regierung genehmigt ist, ausführen wollen, so müssen wir noch wenigstens IL. 150.000 aufbringen. Wollen Sie uns helfen? Die ehemaligen Breslauer warten auf ihre Unterkunft! Wir nehmen schon jetzt Verpflichtungen für Zimmer — und Bettstiftungen auf den Namen Ihrer teuren Dahingeschiedenen an. (Eine namentliche Bettstiftung $ 1000.— eine namentliche Zimmerstiftung $ 2500.—) WIR STARTEN AUCH IN DIESEM JAHRE WIEDER EINE NEUJAHRS-AKTION. FALLS SIE IHREN FREUNDEN IN ISRAEL UND DER GANZEN WELT IHRE NEUJAHRS¬ WÜNSCHE RECHTZEITIG ÜBERMITTELN WOLLEN, DANN SENDEN SIE UNS UNGE- HEND MIT LUFTPOST IHRE GENAUE AN¬ SCHRIFT UNTER BEIFÜGUNG EINER IH¬ NEN ANNEHMBAR ERSCHEINENDEN SPEN¬ DE, DIE DEM ALTERSHEIMFOND ZU GUTE KOMMT. Eine Anzahl unserer Mitglieder teilte uns mit, dass sie bei Abfassung ihres Testaments unseren Altersheimfond bedacht haben. Damit haben sie ihre gleichzeitige Eintragung in in das „Goldene Buch” des Verbandes bewirkt und ihre Andenken für alle Zeiten in unseren Kreisen sicher gestellt. Wir danken ihnen an dieser Stelle und empfehlen Nachahmung. Max Tockus, 90 Jahre alt Am dreisigsten Juli Js. feiert Max Tockus, im Altersheim der Jüdischen Gemeinde in Frankfurt seinen neunzigsten Geburtstag. Der Jubilar war in seiner Jugendzeit Angestellter der sozialdemokratischen Tageszeitung „Volkswacht” und gleichzeitig Vorsitzender des Zentral verbandes der Handlungsgehilfen und Gehilfinnen für Schlesien. Er stand in vorderster Linie im Kampf gegen den Deutschnationalen Handlungshilfenverband, eine der ersten antisemitischen Organisationen, die den Arienparagraphen in ihren Aufnahmebedingungen eingeführt hatte, Max Tockus arbeitete sich in jahrzehntelanger Arbeit zum Direktor des Verlages der „Volkswacht” auf und spielte im politischen Leben Breslaus als Stadtverordneter und Vorstandsmitglied des Konsumverbandes eine führende Rolle. Zur Flucht vor den Nazis gewungen, gab er in der Tschechoslowakei den „Vorwärts” heraus, der den Kampfgegen Hitler weiter führte. Nach der Besetzung der Tschechoslowakei kam Tockus nach Israel, betätigte sich anfangs in einem Meschek und später in Tel Aviv als ehrenamtlicher Mitarbeiter des Merkas Europa. Bis zu seinem 82. Jahr berufstätig, zeitweilig in der U.S.A. lebt Max Tockus von seinen zahlreichen Freunden aus aller Welt verehrt als Privatier. Alle die den hilfreichen gütigen und bescheidenen Jubilar kennen, wünschen ihm noch viele Jahre eines glücklichen Alters. Dombrowski. MÖbel-SIMON Sheinkinstr. 16 TEL AVIV Tel. 62857 Sonderverkauf zu den Feiertagen zu aussergewöhnlich billigen Preisen Ess-Tische Fauteuilles Einzelmöbel Stühle Sofas Beste Qualität. Gute Bedienung. 4

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