Yediʿot shel Irgun ʿOle Breslau be-Yiśraʾel
- Journal
- Yediʿot shel Irgun ʿOle Breslau be-Yiśraʾel
- Volume
- 1965
- Issue
- No. 14-15 (März 1965)
- Date
- 1965-03-01
- Page
- Seite 10 (sequence 10)
- Language
- German
- Belongs to
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WIR LESEN in der „Frankfurter Allgemeinen Zeitung”: TIEREN LEID ERSPAREN Herr Dr. Teufel hat mit seinem Brief (F.A.Z. vom 20. November) insofern recht, als es für den Tierschützer ein unübersehbares Betätigungsfeld gibt, dessen eine Möglichkeit er aufzeigt. Seiner Ansicht allerdings, dass gegenüber der nicht bekannten Zahl von weidwund geschossenen und qualvoll verendeten Jagdtieren die Zahl von wöchentlich fünfzig geschachteten Schlachttieren keine Rolle spiele, muss ich widersprechen. Leiden kann man nicht gegen anderes Leiden aufrechnen. Jedes Geschöpf, ob Tier oder Mensch, stirbt seinen eigenen einsamen Tod, der dadurch, dass auch andere leiden, nicht leichter wird. Das Schächten, mehr ein grausamer Ritualmord als eine Schlachtmethode, war in Deutschland gesetzlich verboten. Dies Verbot ist von den Alliierten 1947 aufgehoben worden. Seither werden nicht nur in München, sondern in der gesamten Bundesrepublik wöchentlich weit mehr als fünfzig Stück, vorwiegend Kälber und Hammel, geschachtet. Das Argument, dem Widerstand gegen das Schächten lägen, getarnt durch das Mäntelchen der Tierliebe, antisemitische Tendenzen zugrunde, ist völlig falsch. Abnehmer für das geschächtete Vieh sind ausser jüdischen auch mohammedanische Gruppen. Wenn es gelingt, nur einen Tod zu verhindern, nur ein Leiden zu lindern, dann hat sich auch die grösste Anstrengung gelohnt. Senta Lamprecht, Offenbach WIR SCHRIEBEN: Tel Aviv, 12. Januar 1965. An die Redaktion der „Frankfurter Allgemeinen Zeitung” Frankfurt/Main Postfach 3463. Sehr geehrte Herren, In Ihrer geschätzten Zeitung No. 277 rom 28. November 1964 lesen wir unter der Rubrik „Briefe an die Herausgeber” einen von Ihnen veröffentlichten Brief von Senta Lamprecht, Offenbach, mit der Überschrift „TIEREN LEID ERSPAREN". Wir fühlen uns sowohl als Juden wie auch als ehemalige deutsche Staatsbürger verpflichtet, hierauf zu erwidern, und bitten Sie, diesen unseren Brief in der gleichen Rubrik zu veröffentlichen. Wir wissen nicht, woher die Briefschreiberin ihre Kenntnis über das vom jüdischen Religionsgesetz vorgeschriebene Schächten bezogen hat, sicherlich nicht aus wissenschaftlicher Quelle oder eigener Kenntnis, sondern vielleicht aus antisemitischen nationalsozialistischen Schriften oder dem berüchtigten Pamphlet „Die Weisen von Zion”. — Die objektiv urteüenden Geht dein Fuss nicht, wie er soll, Geh sofort zu DR. SCHOLL. Alles zur Pflege Ihrer Füsse Dr. SCHOLL R. Rotholz Medizinische Pedicure Einlagen — Gummistrümpfe Behandlung eingewachsener Nägel sowie alle weltbekannten Dr. SCHOLL, Original-Erzeugnisse Tel. 615337 Nur Allenbystr. 37 (Ecke Bialikstr.) T.A. Wissenschaftler und Tierärzte sind sich darüber einig, dass das Schächten eine der humansten Schlachtmethoden ist. Infolge des Schächtschnittes werden die Hauptschlagadern in kürzester Zeit durchschnitten, sodass ein schnelles und vollständiges Ausbluten erfolgt, wodurch das Tier in wenigen Sekunden das Bewusstsein verliert. Der Unterzeichnete hat als ehemaliger Dezernent für das Schächtwesen der Synagogengemeinde Breslau wiederholt den Schächtungen auf dem Städt. Schlachthof in Breslau beigewohnt, in Gegenwart des christlichen Schlachthofdirektors, der sich ebenfalls belobigend über die Schächtmethode ausgesprochen hat. Es wird auch vielleicht nicht allgemein bekannt sein, dass die meisten Fleischkonserven für das Deutsche Heer im ersten Weltkriege /aus geschächtetem Fleisch hergesellt wurden, weil dieses infolge der vollständigen Ausblutungnahrhafter ist. Es wäre jedenfalls sehr angebracht, wenn die Briefschreiberin ihre Tierliebe gegen die Unzahl von „waidwund geschossenen und qualvoll verendeten Jagdtieren”, wie sie richtig schreibt, betätigen würde, anstatt sich gegen eine Schlachtmethode zu wenden, die von den ersten hierfür massgebenden Kapazitäten als human und für eine der besten Schlachtmethoden bezeichnet wird. Mit vorzüglicher Hochachtung Verband ehemaliger Breslauer E. V. Dr. WILHELM FREYHAN Unsere sicherlich noch vielen alten Breslauern in bester Erinnerung stehende Oberschwester unseres Krankenhauses in der Hohenzollerstrasse JUDITH (Sternberg-Neumann) hat ein Buch herausgegeben "The Hell of Auschwitz”, in welchem sie ihre Memoiren aus der Auschwitzer Hölle erzählt. Jeder, der objektiv über die tatsächlichen Vorkommisse in Auschwitz, an die nicht einmal die Schilderungen der Danteschen Hölle heranreichen, informiert sein will, greife zu diesem Buche. Insbesondere sollte die jetztige Generation das Buch lesen, damit sie eine Vorstellung von der hohen Kultursrufe erhält, auf welcher die dahin gegangene Generation der Juden im Gegensatz zu der abgrundtiefen ihrer Peiniger stand. Das Buch ist vorläufig nur in englischer Sprache erschienen bei Exposition Press, New York und kostet $ 4— Es wäre sehr zu wünschen, dass recht bald eine deutsche Ausgabe erscheint, damit auch die jungen Deutschen die dokumentarischen Aufzeichnungen lesen können. früher BEUTHEN o/s. 1 Sämtl. SCHILDER und REKLAMEN I TEL AVIV SHEINKINSTR. 4. 1 Tel. 6 1 5 8 8 6 | Für die mit Namen gezeichneten Aufsätze übernehmen die Verfasser die Verantwortung, für alle übrigen Mitteilungen die Redaktion der „Mitteilungen” des Verbandes ehemaliger Breslauer. MniWtfWWWWWWVWWWWVWWWW Wer weiss, was aus dem Geschäft von Aufrichtig, Breslau, Schweidnitzer Str. 51, neben Hainauer nach 1933 geworden ist? (Spandau). JUIMftlWMWWWWWWWWWWWWVWV Aus dem Schatz der jüdischen Midraschim. PURIMBETRACHTUNG Am 14. Adar lesen wir die Megillah und feiern das Purimfest. Wir preisen G’tt für die Errettung aus der Hand HAMANS. Wir feiern das Fest durch gutschmeckende Speisen und Getränke; besonders wird zur Feier des Tages Wein getrunken. Der Inhalt der Ereignisse, die in der Ester- Rolle erwähnt - werden, ist allgemein bekannt und deshalb soll darauf nicht näher eingegangen werden. Ich werde nur einige Punkte erwähnen sowie einige Midraschim anführen. Die Juden im persischen Reich und besonders der Hauptstadt SUSAS hatten sich infolge ihrer Angleichung an die andersgläubigen Mitbürger weitgehend der Religion ihrer Väter entfremdet. Nach dem Midrasch sagte HAMAN : „In allen Wissenschaften sind die Juden bewandert, nur die Torah- Lehrstätten sind verwaist, deshalb sind sie reif zur Vernichtung” Haman, der Frevler erkannte, dass nur die Religion Israels Stütze sei, und dass ohne Torah ISRAEL dem Untergang geweiht und seinen Drängern erliegen müsse. So mögen auch wir das G’ttesgesetz studieren und ausüben, denn es ist unser Leben und die Dauer unserer Tage. Kamen ja die Verfolgungen zur Zeit HAMANS deshalb, weil nach der Überlieferung viel Juden beim Festmahl, welches der König ACHASCHVE- ROSCH veranstaltete, verbotene Speisen assen. Der Talmud fragt, wo ESTER in der Schrift der Torah erwähnt sei und antwortete: “In dem Verse “Ich werde mein Angesicht verbergen (ASTIR PONAI”) an jenem Tage”. Rabbiner HILDESHEIMER erklärt den Vers folgendermassen, dass es nicht auf den Gleichklang von ESTER und ASTIR ankomme, dass unsere Weisen nur sagen wollen, wenn gleich der Name G’ttes in der Megilla nicht erwähnt wurde, und die Errettung ohne sichtbares Eingreifen G’ttes durch scheinbar natürliche Ereignisse erfolgt sei, so sei die Errettung durch ESTER den Wundern gleichzustellen, die zur Zeit in früheren Zeiten durch unmittelbares Eingreifen G’ttes erfolgt seien. Mir sei es jedoch gestattet, eine andere Deutung der Talmudstelle zu geben: es heisst, ich werde mein Angesicht verbergen, (ASTIR PONAJ) an jenem Tage”. Der Heilige, gelobt sei Er, spricht: Als die Kinder Israels mich durch ihren Abfall erzürnten, wandte ich mein Angesicht von ihnen, überliess sie ihrem Schicksal, und ich liess es zu, dass HAMAN wider meine Kinder aufstand und sie zu vernichten trachtete. Aber um des Verdienstes der frommen ESTER willen, machte ich meinen Beschluss wieder rückgängig und stand den Juden bei. Wenn Ich auch zeitweise Meinen Blick von Meinem Volk abwende und zulasse, dass die Feinde Gewalt über dasselbe erlangen, so wird Mein Erbarmen doch rege um des Verdienstes der Frommen, die gleich ESTER für Besserung und Umkehr sorgen.” Gabriel Buttenwieser Tivon. Möbel SIMON TEL AVIV Sheinkinstr. 16 Tel. 612857 Sonderverkauf zu den Pessach-Feiertagen zu aussergewöhnlich billigen Preisen Ess-Tische Fauteuilles Einzelmöbel Stühle Sofas Beste Qualität. Gute Bedienung. 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