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Yediʿot shel Irgun ʿOle Breslau be-Yiśraʾel · 1964-01-01 · No. 12-13 (1964) · p. [Seite]

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Journal
Yediʿot shel Irgun ʿOle Breslau be-Yiśraʾel
Volume
1964
Issue
No. 12-13 (1964)
Date
1964-01-01
Page
[Seite] (sequence 1)
Language
German
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Bitte bewahren Sie die „Mitteilungen” und denken Sie immer wieder an die „Suchanzeigen’ *7 HTW* 2 INbPll >NS1> HAIN iw my>-r> MITTEILUNGEN No. 12-13 DES VERBANDES EHEMALIGER BRESLAUER IN ISRAEL E. V. Und Schlesien — Gegruendet 1958 (rr»wn) in Tel-Aviv Aktions-Comite: Dr. William (Seev) Boss, Heinrich H. Cohn, Arthur Dombrowski, Dr. Wilhelm Freyhan (Tel Aviv, Lord Byron St. 4) Dr. Julie Freund, Dr. B. Grzebinasch, N. Heimann, Erich Lewin, M. Pick, M. Rosenfeld, Dr. S. Schmerei, J. Sachs, E. Tauber A. Neuländer. The new generation in Israel Im Verlage von Weidenfeld und Nicolsen in London ist jüngst ein Buch erschienen, das den Titel trägt: “New Generation”. David Pryce-Jones behandelt darin die neue Generation im Staate Israel und schildert junge Israelis, welche er dort kennen lernte. Man erwartet bei diesem Zusammentreffen Jugendliche zu finden, welche — wie die ersten Siedler — die “Bilu” oder die "Watikim” der 20 er und 30 er Jahre begeistert den Aufbau Israels als Lebensaufgabe ansehen, die sie ausfüllt und ihnen einen ungeahnten Lebensauftrieb giebt. — Aber weit gefehlt! — Die junge in Israel aufgewachsene national orientierte Generation scheint leider wenig Verständnis für die bisherigen Leistungen der zionistischen Aufbauarbeit zu besitzen. Sie erblickt in derEntwicklung und in dem Aufbau des Staates Israel durchaus nicht das Lebens-füllende Ideal, welches wir von den zukünftigen Erbauern des Staates erwartet hätten. Und gar von Hingebung für die religiösen Belange des Judentums und des jüdischen Volkes und von religiösem Bedürfnis spüren wir wenig. Es ist überraschend, wie schnell sich bei einem grossen Teil der zionistischen Jugend das Nationalbewusstsein und die Befriedigung darüber, dass sie an dem Aufbau des jungen Staatswesens teil hat, verloren hat. Noch lebt die alte Generation, die den neuen Staat Israel errichtet hat und um seine Entwicklung bemüht ist — und die in ihm die Verwirklichung eines uralten Traumes sieht, von dem ihr ganzes Leben erfüllt war. Aber schon sind die Ideale, von welchen sie ihr Leben lang zehrten, bei den Kindern verblasst. Schon weiss die neue Generation nichts mehr mit sich, mit der Gemeinschaft in Stadt und Land, in Moschaw und Kibbuz anzufangen und fragt sich: Könnte ich nicht anderswo ein glücklicheres Leben, wo ich nicht so angestrengt arbeiten muss, führen? —■ Luxus und Wohlleben ist ihr Traum, Film und spannende, flache Lektüre ihre Unterhaltung. Wo ist der geistige Inhalt geblieben, den ihre Väter dem neu erweckten Nationalgefühl, dem Volksbewusstsein zu geben suchten? Hätten wir nicht die Erfahrung einer 2000 jährigen Geschichte des jüdischen Volkes in der Diaspora hinter uns, so könnten wir ob dieser Situation überrascht, wenn nicht gar verzweifelt sein. Seit Jahren haben wir gewarnt — man hat die Stimme des Rufers in der Wüste nicht gehört. Man brauchte keine besondere prophetische Begabung zu besitzen, um zu wissen, dass ein säkularisiertes Judentum, dessen Ewigkeitswerte ausgemerzt sind, auf die Dauer keinen Bestand haben werde. Und dies allein sind seine Ewigkeitswerte, wie wir immer wieder betont haben: “Anhängen deinem Gtte, Israel, sich emporentwicöeln zu höchster Gtteserkenntnis, soweit der Mensch hierzu fähig ist.” Und wenn die Ausdrucksformen, die Symbole der jüdischen Religion und jüdisch-religiöser Erkenntnis dem einzelnen Individuum nicht die Befriedigung bieten, die es seiner persönlichen Eigenart nach erwartet, und wenn der einzelne glaubt, dass sich die äussere Ausdrucksweise religiösen Glaubens den jeweligen Welt —und Lebensanschauungen anpassen müsse, so darf nicht übersehen werden, dass sich die jüdische wie jede andere Religion nicht an den Intellekt des Menschen, nicht an seine logische Denkfähigkeit sondern an Seele und Gemüt wendet. Es mag sein, dass das Jahrhundert der Technik, dass das Atomzeitalter wenig geneigt ist, die seelischen Funktionen im Menschen anzuerkennen, aber mit dieser Nicht-Anerkennung sind sie nicht aus der Welt geschafft. Das Bestehen, das Vorhandensein einer Seele kann nicht geleugnet werden, wenn sie auch nicht sichtbar ist. Will man das Vorhandensein der vielen kosmischen Erscheinungen verneinen, weil sie selbst mit den feinsten wissenschaftlichen Instrummenten für das menschliche Auge nicht sichtbar sind? Wenn der junge Israeli, wahrscheinlich ein grosser Teil der jüdischen Jugend der ganzen Welt angesichts der grossen technischen Errungenschaften unserer Zeit den religiösen Formen einer Jahrtausende lang nicht abgerissenen Kette jüdischer Überlieferung keinen Inhalt abzugewinnen vermag und nach neuen Formen ruft, so liegt dies nicht an den angeblich veralteten (?) For- | Dr. HURWITZ LTD. j! TRAVEL & TOURIST AGENCY NEUE ADRESSE: jj TEL-AVIV, Yehuda Halevi Str. 43 jj Neue Telephon-Nummer j! 6 13 5 1 New York zur Weltaustellung für Reisen nach U.S.A. Special-Arrangements men, welchen die Bibel Ausdruck verliehen, sondern an der Unfähigkeit der Menschen unserer Zeit, den Inhalt und Geist unserer Religionsgesetze zu erfassen. Es ist auch gar nicht die Jugend, die nach anderen Formen ruft. Sie ist meist nicht einmal hieran interessiert. Es sind vornehmlich die Älteren, welche glauben, die Jugend durch neue moderne (!) Äusserlichkeiten für das Judentum zurück gewinnen, sie auf diese Weise dem Judentum erhalten zu können. Wenn sogar in Israel, wo der junge Nationalstaat glaubte, dem Judentum und dem jüdischen Volke mit neuen Inhalten ein neues Leben einhauchen zu müssen, diese Inhalte so schnell verblasst sind, dass schon die zweite Generation nichts mehr mit ihnen anzufangen weiss, so dürfen wir getrost das Ergebnis ziehen: Der nationale Gedanke, der sich von der religiösen Verbindung frei zu machen sucht, hat versagt. Wir werden nicht ruhen, immer wieder von Neuem darauf hinzuweisen: Der Staat Israel als solcher hat eine grosse Aufgabe, nämlich der Welt zu zeigen, dass die Lebensaufgabe des Menschen nicht davon erfüllt sein kann, irdische Güter zu sammeln, dass sein höchstes Glück nicht in der Befriedigung von Wohlleben, Behaglichkeit, höchstem Lebensstandart bestehen kann — sondern darin, dass das Seelische im Menschen zu seinem Recht gelangt, dass der gttliche Funke, der uns im religiösen Glauben verliehen, der das jüdische Volk Jahrtausende hindurch am Leben erhalten hat, zur Flamme angeblasen werden muss; dass — abgesehen von einem beispielgebenden, hohen Standart der Sittlichkeit der Menschheit gegenüber — die Beziehung zur jüdischen Diaspora nur dann in gegenseitiger fruchtbarer Wechselwirkung entfaltet werden können, wenn das die gesamte Judeheit der Welt umschliessende religiöse Band wiederum — wie ehedem — bewusst und vorbildlich erneut geknüpft wird. Es steht ausser Zweifel, dass mit der Bildung des eigenen Staates der reinnationale Geist, da er sein Ziel erreichte, seine Aufgabe erfüllt hat. Nun gilt es an seine Stelle wieder den alten, bewährten religiösnationalen zu setzen, unter Betonung der religiössittlichen Aufgabe des nicht von den Völkern sondern für eine Aufgabe auserwählten Volkes. Hierzu bedarf es keiner neuen Formen. Hierzu brauchen nur die alten Formen mit dem wieder — erwachten neuen Geist erfüllt werden. Mögen die kommenden Herbstfeiertage uns Gelegenheit geben über die mit der Erfüllung unserer Aufgabe zusammen hängenden Probleme nachzudenken und ihrer Lösung näher zu kommen. Dr. Wilhelm Freyhan.

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