Mannheim
Compact Memory

Yediʿot shel Irgun ʿOle Breslau be-Yiśraʾel · 1962-01-01 · No. 3 (1962) · p. [Seite]

Scan of the page
Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Yediʿot shel Irgun ʿOle Breslau be-Yiśraʾel
Volume
1962
Issue
No. 3 (1962)
Date
1962-01-01
Page
[Seite] (sequence 9)
Language
German
Belongs to
journal issue
OCR quality
94% known words query
IRI
…/7411685-7413041-7497111--0026-7413050
Visual Library
page viewer of the UB Frankfurt

Mentioned entities

OCR text

4 entity mentions

AUS DER GERICHTS-PRAXIS IN DEUTSCHLAND Ein Antrag auf „Goodwill-Entschädigung” wurde jüngst, wie uns ein Frankfurter Anwalt mitteilte vom Gericht mit der Begründung abgelehnt, weil die Gebiete, aus denen die Deutschen 1945 vertrieben wurden, kein goodwill erhalten, und der Antragsteller ein Hitleropfer, der 1938 auswanderte, gemeinsam mit den Anderen spätestens 1945 aus Breslau herausgegangen wäre. Der Schaden wäre also auch ohne Verfolgung durch Hitler entstanden. Der betreffende Anwalt schreibt hierzu: Das ist die anerkannte Praxis. Aus der Praxis einer deutschen jüdischen Gemeinde: Eine deutsche Kultusgemeinde sollte jüngst für ihre Bibliothek einige Bücher jüdischen Inhalts im Werte von 10—20 Mark anschaffen. Der Antrag wurde abgelehnt mit der Begründung, dass z.Z. keine Möglichkeit zur Anschaffung der Bücher bestände, da durch „ein grosses Bauvorhaben” sehr grosse Ausgaben entstanden seien. Aus einem Brief eines ehemaligen christlichen Schlesiers an den Vorsitzenden des Verbandes : „ ... Eine der segensreichsten Taten unseres Bundeskanzlers ist wohl, dass er das, was Adolf Hitler dem Judentum angetan hat, nach Kräften zu sühnen bereit ist. In unserem Kirchenblatt las ich etwas über den Aufbau von Israel nach den Grundlagen der Bibel. Am Schluss heisst es: Das weit gesteckte Ziel, das Dr. Weitz vorschwebt, ist die Anpflanzung von insgesamt 200 Millionen Bäumen. Doch unter Anstrengungen und mit der Bibel als Ratgeber hoffen die Israeliten, dass zumindest ihre Kinder erleben werden, dass Hesekiels prophetische Worte wahr geworden sein werden: Dieses Land war verheert und jetzt ist’s wie ein Garten Eden. Betrachtet man das alles, so muss man dem modernen Schriftsteller Reinhold Schneider rechtgeben, wenn er schreibt: Im Gewände des Unheils schreitet die Gnade sicheren Schrittes durch die Zeiten. Hinter allen Bildern des Grauens harrt die Vollendung der Seele. Nur G’tt weiss, welcher Leiden sie bedarf und Er sendet es ihr in heiliger, unerbittlicher Barmherzigkeit.” LUDWIG MARCOWICZ-FEIER Zu einer eindrucksvollen Feier gestaltete sich der Festabend zu dem die Kinder unseres verehrten Mitgliedes Ludwig Marcowicz anlässlich seines 90. Geburtstages eingeladen hatten. Aus ganz Israel fanden sich die ehemaligen Führer der Breslauer Synagogengemeinde und die Freunde und Verwandten des Jubilars ein. Festspruch reihte sich an Festspruch und Lied and Lied. Dr. Freyhan sprach als letzter noch am Leben I befindlicher ehemaliger Vorsitzender des Triumvirats Less-Lux-Freyhan im Namen des ehemaligen Gemeindevorstandes und des Verbandes ehemaliger Breslauer, Dr. Grzebinasch als ehemaliger Repräsentant und im Namen des Curatoriums der Jüdischen Schule, Herr Gluskinos j als Schatzmeister der Jüdischen Schule und | ehemaliger Fachkoilege, Frau Dr. Else Rabin im jj Namen der ehemaligen Freunde des Breslauer I Rabbiner-Seminars, ein Vertreter des Kibbuz Hasorea, und noch viele andere mehr. Man fühlte sich noch einmal in die alte Breslauer Gemeinde versetzt — doch fehlten leider nur schon allzu viele, deren man gedachte. Der Jubilar selbst nanm in bekannter i rische und mit AuimerKsamKeit alle die Huldigungen Ireuaig entgegen, die in dem emen Wunsch — bis 120 •— aus Klangen. Siegbert Marcowicz, der Sohn, > dankte m sehr launigen, gut gelungenen Versen ® im Namen der Familie. ZUM GEDENKEN AN LEO SLEZAK Noch einmal möge sich der Vorhang im lieben alten Breslauer Sladllhealer heben. Erstehen möge die Zeit vor 60 Jahren, unter der Ära Loewe und die an künstlerischen Taten so erfolgreichen Spielzeiten, da Leo Slezak als Heldentenor im Breslauer Opernhaus wirkte. Voriges Jahr wäre der 85. Geburtstag dieses vortrefflichen Sängers gewesen. Wer erinnert sich wohl noch seiner edlen Kunst, deren Vorzüge in der Prachtstimme, in seiner aussergewöhnlichen Art des Phrasierens und seiner vorbildlichen Atemtechnik, verbunden mit immenser Musikalität, bestanden, welche künstlerischen Eigenschaften aber auch konform mit höchster darstellerischer Begabung gingen. Slezak sang nicht blos seine Partien, er erlebte sie im wahrsten Sinn des Wortes, sein „Othello” war eben ein Othello, sein „Radames” ein Radames u.s.f. Dr. Loewe, der damalige Direktor der Breslauer Oper, hatte schon das richtige Fingerspitzengefühl. Die Künstler, die er' in dieser Blütezeit der Breslauer Oper um sich scharte, hatten sehr wohl jene innere Beziehung zur Oper, die allein die vollendeten Aufführungen gewährleisteten. So hat auch mehrere Spielzeiten hindurch unser Leo Slezak dem Breslauer Opernpublikum Höchstleistungen zu bieten gewusst — stimmlich und darstellerisch auf höchster Stufe. Slezak hat in mehreren Erinnerungsbüchern von sich und seinen Theatererlebnissen berichtet. Seiner Breslauer Tätigkeit widmet er in seinen „Sämtlichen Werken” ein ganzes, ausführliches Kapitel. Beglückt und gleichzeitig voller Humor schildert er die Breslauer Zeit, seine Heirat — Elsa Wertheim, die Sentimentale der Breslauer Bühne, also Hero, Julia, Gretchen, Johanna, war seine Auserwählte —, die Geburt des ersten Kindes und das ganze Breslauer Leben voller Freude und voller Liebe, wie er sie der Stadt und die Stadt sie ihm entgegen brachte. Er hebt immer wieder hervor, wie die bedeutenden damaligen Operndirigenten Alfred Hertz (später Metropolitan Opera) und Julius Prüwer auf seine Entwicklung wertvollen Einfluss hatten. Slezak war längst in Breslau berühmt, als er es in Wien unter Mahler, New-York, London und in der übrigen Welt in solchem Masse wurde, dass die Behauptung, Leo Slezak wurde zur legendären Gestalt der Oper, auf keinen Fall übertrieben ist. J. Sachs Wir bitten schon heut mnsere Leser und Mitglieder uns so bald als möglich mitzuteilen, wer wieder in der Rosch Ha-Schanah erscheinenden Ausgabe unserer „Mitteilungen" seinen Freunden und Verwandten im In- und Auslande Grüsse und Glückwünsche übersenden will. Der Preis beträgt pro Anzeige IL. 2.50 in Israel und 1 $ oder dessen Gegenwert im Ausland.— Da uns schon jetzt reichliches Material u. verschiedene Manuscriple tür die Rosch-ha-Schanah Ausgabe vorliegen, so können wir nur bei möglichst frühzeitiger Bekanntgabe der Adressen für Aufnahme garantieren. Mit Bekanntgabe der genauen Adresse bitten wir den obigen Betrag einzusenden. Unsere verehrten Mitarbeiter, deren Beiträge in dieser Nummer aus Raummangel nicht veröffentlicht wurden, bitten wir um Entschuldigung und Geduld bis zur nächsten Ausgabe. Wer kennt die Adresse von Wwe. Dr. Herbert Hirsch, früher Jerusalem- Romema. Wer kannte und weiss etwas über die wirtschaftlichen Verhältnisse von Biegfried Russ, Textiivertreter, früher Breslau, Göthestr. 14. und Amalie geb. Tichauer. (Kennwort: David Ben Yschai), AUS BRIEFEN AN DIE REDAKTION: Von unserem Mitglied Ludwig Stossei, 959 North Dohcny Drive, Los Angeles 69, California, erhalten wir folgende Zuschrift: Meine lieben Breslauer: Vielleicht befinden sich unter Ihnen noch ein paar alte Freunde, die sich der schönen Zeiten in Breslau erinnern, als ich damals noch im Schauspielhaus in der Operette „Die Czardasfürstin” als junger Tenorbuffo sang: „Ganz ohne Weiber geht die Chose nicht...”, oder „Geh, Alte schau...” im „Dreimäderlhaus”. — Lang ist es her. — Mein langer Weg führte mich damals über Berlin, von wo aus ich später unter M. Reinhardt auch in Wien spielte u. dann bei d. Salzburger Festspielen den Teufel in „Jederman” und den Wagner in „Faust” auch wieder unter Max Reinhardt’s Regie. — Ein langer Weg von dem Breslauer Komiker bis zum Charakterspieler in Berlin, Wien, Salzburg und Hollywood. 1933 verliess ich Berlin und 1938 verliess ich Wien (nach einer längeren „Schutzhaft”.) — Ich hatte die alte Heimat mit Mark 10.— in der Tasche verlassen. — Aber Gott war gut zu mir und ich fand eine neue Heimat in Amerika, — wo ich in 1944 Staatsbürger wurde. — Aber trotz all der Jahre will ich niemals die glücklichen Zeiten vergessen, die ich in Breslau verlebt habe. — Abgesehen von meinen Erfolgen unter Dr. Loewe im „Schauspielhaus”, gründete ich ja die „Bonboniere” im damaligen Friebeberg und später war ich zusammen mit meinem verewigten Freund, Paul Barnay, dem Leiter des Breslauer „Thaliatheaters”. — Ich weiss nicht, ob sich in Israel noch ein paar Menschen an jene Zeiten erinnern werden, aber eines möchte ich Ihnen sagen: Trotz so vieler Erfolge am Theater, im Film und in Television, war meine glücklichste Zeit in Breslau. Mit herzlichsten Grüssen an alle Breslauer, Ihr alter Ludwig Slössel P.S. Die beiden Punkte auf dem „O” hatte ich nebst anderen Dingen seinerzeit bei meiner Auswanderung verloren. FORTSETZUNG DER SUCHANZEIGEN mit welchem Transport er verschick wurde. (Kennwort: Alma Scheibe, Bronx). Wer kann Namen angeben von ehemaligen Breslauern, die etwa in den Jahren 1941—42 im Paula Ollendorf Heim, Schweidnitzer Stadtgraben 28 gewohnt haben und von dort nach Grüssau deportiert wurden? (Kennwort: Brotzen), und wer Auskunft darüber, wann und wohin die erste Deportation vom Schweidnitzer Stadtgraben 28 kam, mit der Frau Gertrud Brofzen fortgekommen ist? Wer weiss etwas über Rechtsanwalt Lippmann, früher Breslau, Ohlauerstr. 1., und über Dr. Julius Weisseberg? (Kennwort Charlotte Weissenberg). Die Adresse unserer Ortsgruppen in England an welche die für uns bestimmten Beiträge gezahlt werden können sind: Birmingham 15, Gough Rd. 92, Chairman: Mr. Joseph Falk London N. W. 2 Wendower Cf. 22, Finchley Rd. Mrs. M. Moss, Chairman, Ortsgruppe New-York: (Society of friends from Breslau) 598 W 191 Street New-York 40. NY Tel: Wa 7- 3291 Dr. Fred Singer, Chairman.

Text as recognised by OCR (ABBYY FineReader), without corrections. Entity mentions: TagMe (2021); their positions were matched to this text again.