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Yediʿot shel Irgun ʿOle Breslau be-Yiśraʾel · 1962-01-01 · No. 3 (1962) · p. [Seite]

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Journal
Yediʿot shel Irgun ʿOle Breslau be-Yiśraʾel
Volume
1962
Issue
No. 3 (1962)
Date
1962-01-01
Page
[Seite] (sequence 2)
Language
German
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UNSER ALTERSHEIM Was wir selbst noch vor Jahresfrist kaum zu hoffen wagten: Es ist zur Wirklichkeit geworden: Die ersten Wohneinheiten unseres Altersheims sind vollendet und wir können dank des allgemeinen Interesses aller Breslauer in Israel wie in der ganzen Welt, wo immer sie das Schicksal auch eine neue Heimat hat finden lassen, und dank ihrer finanziellen Beteiligung unsere ersten Pensionäre zum 1. Mai dJ. s.G.w. auf nehmen. Natürlich ist erst ein kleinerAnfang gemacht. Aber dank des Entgegenkommens des Women’s Social Service werden wir — wenn unsere Breslauer uns auch fernerhin bei jeder sich bietenden Gelegenheit ihren Obulus entrichten — weiter arbeiten können und weitere Wohneinheiten in dem Breslauer Trakt des Altersheims des W.S.S. übernehmen können. Aus hunderten und aberhunderten von kleinen Sipenden und sehr wenig grösseren setzt sich die Summe zusammen, die wir an den VfJSJS. für Bauzuschüsse gezahlt haben und wir haben noch grosse Zahlungen zu leisten. Aber wir sind überzeugt, dass unsere lieben Breslauer uns nicht im Stich lassen werden. Unermüdlich häufen wir Stein auf Stein. Wir wissen, dass jede Spende mit Freude und freiwillig gegeben wird und dass ein Werk entstanden ist, welches mvG.H. noch unsere Kinder und Enkel bewundern werden. Schon am 30. April soll eine Gesellschaft von ehemaligen Breslauern aus New York in Tel Aviv zu einem mehrwöchentlichen Aufenthalt hier eintreffen, dem wir das Altersheim hoffentlich bereits zeigen können. Alle auswärtigen ehemaligen Breslauer sind zu einem Besuch in Israel eingeladen, damit sie sich von unserer Arbeit ein Bild machen können. Ein Bild des Heims wird in Kürze jedem Mitglied zugehen. Haben Sie schon Ihren Jahresbeitrag für 1962 bezahlt? Alle Spenden und Beiträge sind zu adressieren an die Bank Leumi Lejisrael in Tel-Aviv, Branch Trumpeldor, Ben Yehuda Rd. 17 (Konto Verband ehemaliger Breslauer Dr. Wilhelm Freyhan) oder per Scheck an dessen Adresse: Tel- Aviv, (Israel), Lord Byron St. 4. Der Mindestjahresbeitrag beträgt für Israel IL. 10.—, für das Ausland 10$ oder deren Gegenwert. Das Zeitungsabonnement beträgt IL. 1.— für Israel, 1.—$ oder dessen Gegenwert für das Ausland. Wir haben bisher allen in unserer Kariei aufgeführien ehemaligen Breslauern unsere „Mitteilungen" zugehen lassen. Infolge der starken Dr. Paul Wieder haben wir den Verlust eines unserer besten und beliebtesten Mitglieder zu beklagen, Dr. Paul Berg. Er stammte aus Sammotschin i/P., aus einem Hause, das in wirtschaftlicher und geistiger Beziehung führend war und, was in diesen kleinen Posner Gemeinden nicht selten war, auch in religiöser Beziehung die Tradition wahrte. Als Junge musste er bereits die Geburtsstadt, an der er Zeit seines Lebens mit Stolz und Liebe hing, verlassen, um im Gymnasium in Bromberg die Grundlage für sein späteres Studium der Medizin zu legen, dem er an den Universitäten Freiburg i/Br., München und zuletzt in Breslau als fleissiger und strebsamer Student oblag. Nachdem er seine Pflicht als Militärarzt im 1. Weltkrieg erfüllt hatte, kam er in seine spätere Wirkungsstätte in Breslau, zunächst als Assistent an der Frauenabteilung des Israel. Krankenhauses. Hier knüpften sich auch die Bände zu seiner späteren Ehe mit Lilly Platau, die hier als Oberärztin der Abteilung tätig war. Er erwarb sich eine grosse Erfahrung als Geburtshelfer und Operateur, er hatte sich aber auch sein vom Elternhaus überkommenes menschliches Fühlen bewahrt, so dass er nach seiner Niederlassung ein stets hilfsbereiter und zuverlässiger Berater und Helfer seiner Kranken wurde und dabei ein ausgezeichneter Mitarbeiter und Assistent seiner vielbeschäftigten Frau. Trotz des grossen Umfanges der Praxis wurde dts Haus Berg bald ein gesellschaftliches Zentrum, das entsprechend der Tradition des Elternhauses auch für jüdische Angelegenheiten, wie z.B. dem Keren Hajessod die gastlichen Pforten öffnete. Kein Wunder, dass Berg’s im Laufe der Jahre den allmählich einsetzenden Gesinnungswandel der Rabbiner Dr. N. Wahrmann Mit Rabbiner Dr. N. Wahrmann ist eine Persönlichkeit heimgegangen, deren Leben ausschliesslich dem heiligen Dienste am Judentum gewidmet war. Rabbiner Dr. Nachum Wahrmann wurde am 7. Mai 1895 in Podhajce (Polen) geboren, und widmete sich bis zum 17. Lebensjahr grösstenteils dem Studium des Talmuds und der rabbinischen Literatur. 1913 reiste er nach Deutschland (Frankfurt a/ivl), wo er 1918 in der bacnsennäuser Oberrealschule das Abitur machte. Gleich nacnher rucüte er /.um osterreiemscnen Ivuiitar ein und studierte nach seiner lyi9 erfolgten Ruckkenr nach iianafurt a/ivi. an den Universitäten Frankfurt und Giessen semitische Philologie, aites Testament and alte Gescmchte. Warnend seines Studiums in r rankiurt leitete er die dortige Hebraiscae bpracnsenute. Nach bestandenem Doktor- Examen in Giessen studierte er am Judischi neoiogiscnen Seminar zu sresiau und erteute gieicnzeiug rveiigionsunterncnt an der Jttengionsscnuie i der bynaeogengememue Jbresiau. Am 1. iviarz 19Z9 trat er sein Amt als Bezirasrabbiner von Niederschlesien mit dem Sitz in Oels i/Schles. an, das er 1939 infolge der nationalsozialistischen Massnahmen verlor, ebenso wie seine Tätigkeit als Dozent für Talmud und jüdische Geschichte am Jüdisch-Theologischen Seminar zu Breslau. Im Frühjahr 1939 wanderte er in Palästina ein und war Lehrer für Bibel, Talmud, jüdische Geschichte und Hebräisch an der Volksschule und an der Höheren Schule in Kirjath Motzkin bis zu seiner Erkrankung im Jahre 1953. Er starb in Haifa am 9. August 1961. Er hat sich selbst durch sein Wirken sowie seine wissenschaftlichen Arbeiten ein Denkmai gesetzt. Seme Deoensaroeit war zum Segen und sein Andenken wird in unseren Reihen ein gesegnetes bleiben! Die wissenschaftlichen Veröffentlichungen Dr. Wanrmanns umfassen in deutscher Sprache 30 Nummern, die heoraischen Scnriften und die Übersetzungen weitere 10 Nummern, von weichen nie letzte Veroiientiicnung „Die weitkuiturene Bedeutung der Bibel insbesondere inre sociaien Gesetze" (Jerusalem lyoui hervorgenoben werden soll. Intressenten steht die gesamte Bibliographie zur Verfügung. Nachfrage nach diesen und unserer grossen Ausgaben für unser Allersheim können wir in Zukunft nur noch denjenigen Breslauern die „Mitteilungen" übersenden, welche sie abonnieren. Wir bitten daher um baldige Übersendung des vorstehenden Abonnementsbeilrages, falls Sie die „Mitteilungen" auch fernerhin zu erhalten wünschen. Die Mitglieder in Amerika und England können die Beträge auch an den Vorstand der Ortsgruppen in New-York und London zahlen. Berg s.A. deutschen Umgebung, zu der sie gleichfalls gute Beziehungen unterhielten, fühlten, und als der Umbruch kam, war Dr. Berg einer der Ersten, der bereits im Frühjahr 1933 ins Land der Väter ging, um hier die Lebens- und Praxismöglichkeiten zu studieren. Er erkannte bald, dass eine moderne Privatklinik für eine chirurgisch-gynäkologische Praxis nicht vorhanden war. Meist fanden sich hier nur in Privathäusern eingebaute Institute, deren Belegungsmögglichkeit ausserdem beschränkt war. Und als er kurz darauf mit seiner Frau und seinen beiden Töchtern ins Land kam, hat er den Gedanken der Errichteung einer modernen Privatklinik nicht aus dem Auge verloren. Mit Schreiber dieser Zeilen, fasste er zusammen mit Prof. Chajes und Frau s.A. den Plan, eine solche Klinik zu gründen. Man fand in Dr. Hirschowitz (Harel) den geeigneten Mann, der für die Pläne und später die Weiterentwicklung der „Assutah” in erster Linie sorgte. Wenn sich die ursprünglich für nur 40 Betten gedachte Privatklinik zu einer zentralen Pflegestätte nicht nur in Tel- Aviv, sondern im ganzen Lande, ja sogar bis für das umgebende Ausland enwickelte, ist es das Mitverdienst Dr. Bergs, der mehrere Jahre in der Direktion seine wirtschaftliche Erfahrung und ärztliche Fähigkeiten in die Praxis umzusetzen verstand. Auch in seiner neuen Arbeitsstätte verstand er bald, durch seine liebenswürdige und doch, wenn erforderlich bestimmte Art das Vertrauen seiner Kranken und beim Personal der Klinik Verständnis und hilfreiche Mittarbeit zu gewinnen. In seinem auch hier gastfreien Hause, das für frühere Breslauer, auch bei Besuchen von anderen Ländern her, stets Mittelpunkt war, feierte er im engen Freundeskreis noch vor wenigen Monaten seinen 70. Geburtstag. Betroffen hörten wir nach der Rückkehr von seiner letzten Auslandsreise, die ihn, seinem sehnlichsten Wunsch entsprechend, auch an das Grab der Eltern geführt hatte, dass er ernstlich erkrankt sei, was man bereits im Hause seiner in England als Ärztin tätigen Tochter feststellen musste. Und nach einem mit Geduld und Würde ertragenen Leiden, das auch ein Operationsversuch nicht mehr beheben konnte, wie es einmal schon vor Jahren der geschickten Hand des Chirurgen gelungen war, ging er von uns. Die grosse Schar derer, die ihm die letzte Ehre erwiesen, und die später regelmässig zum Gebet im Trauerhause erschienen, liess deutlich erkennen, welch lieber Mensch von uns gegangen war. Und mit der Totenklage Davids möchten wir sagen: Es ist mir leid um Dich, mein Bruder Jonathan, wie hold war mir Deine Liebe. — Dr. S. B. MISSADAH JAHARY1&H" Tel-Aviv. Reh. Geulah 44, Eck« Allonby

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