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Yediʿot shel Irgun ʿOle Breslau be-Yiśraʾel · 1961-01-01 · No. 1 (1961) · p. [Seite]

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Journal
Yediʿot shel Irgun ʿOle Breslau be-Yiśraʾel
Volume
1961
Issue
No. 1 (1961)
Date
1961-01-01
Page
[Seite] (sequence 4)
Language
German
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Reise-Bericht aus Breslau ' (Schluss von Seite 3) nach polnisch jüdischer Art. Der Haupteingang mit den grossen Holztüren war geschlossen, man benutzt den weiter vorn gelegenen Eingang zum Männerraum. Die Gemeinde soll 5000 Mitglieder haben, macht aber den Eindruck, als ob sie sich auflösen wird. Alle wollen auswandem, und die Gemeindeverwaltung hilft ihnen dazu. 8 neue Lifts standen im Hofeingang und auf den Treppen des Verwaltungsgebäudes bereit. Man darf nur nach Israel und wie ich glaube nach Canada auswandem, nach der USA jedenfalls nicht. Daraus erklärt sich die Weiterwanderung von Israel nach USA. Denn die meisten benutzen zwangsweise Israel nur als Durchgangsland, ihr Ziel ist von Anfang an USA wo sie meistens ihre Angehörigen haben. Wovon die Gemeinde sich erhält, konnte ich nicht erfahren. Einer der Vorsteher antwortete auf meine diesbezgl. Frage „ja, das kann ich Ihnen selbst nicht sagen, wir haben ein koscheres Speisehaus und eine koschere Fleischerei, aus der wir Einnahmen haben”. Ich glaube, sie erheben keine Steuern. Nun zu den Friedhöfen. Sie sind beide, Cosel- und Lohestr. in besserem Zustande, als ich es mir vorgestellt habe, das heisst aber nicht, dass man die Gräber, die man sucht, finden kann. In Cosel ist das Verwaltungsgebäude zerschossen, die Wände stehen nur noch da. Es ist kein Büro dort, und es sind keine Verzeichnisse dort. Später hörte ich dass im Büro in der Wallstr. Verzeichnisse vorhanden sind, was man mir, als ich dort war, nicht gesagt hatte. In einem rückwertigen kleinen Teil des Verwaltungsgebäudes wohnt ein christlicher, einfacher Mann, der kein Wort deutsch versteht und der Totengräber ist. Dieser Mann führte uns u. wenn man ihm die Grab¬ oder Feldnummer oder das Sterbejahr sagen kann, dann kann er ein Grab finden, aber auch das dauert noch sehr lange. Der Friedhof ist, wie man schon immer gehört hat, sehr überwachsen. Das muss man sich so vorstellen, dass der Efeu alles überdeckt, man kann keine Grabhügel und keine Felder erkennen, es ist wie ein grosser Efeu Teppich, man stampft leider über die Gräber ohne Wege, durch den tiefen Efeu. Die Grabsteine stehen ordentlich da, die Inschriften sind gut erhalten, nur stehen die Steine durch die vielen Sträucher, Bäume und herabhängende Zweige ganz im Dunkel, es wirkt wie ein dunkler, tiefer Wald. Der Ehrenfriedhof für die Gefallenen ist wohl vorhanden, das allgemeine Ehrendenkmal ist gut erhalten, aber die einzelnen Grabsteine, die ich als halbkreisförmig engelegt in Erinnerung hatte, waren nicht zu finden. Der christliche Mann zuckte die Achseln und wusste nichts von den Gräbern. Ich wollte aber nicht unverrichteter Sache Weggehen und fand nach weiterem langen Suchen plötzlich ganz von Zweigen, Sträuchem und Unkraut überdeckt, einen Grabstein und dann die anderen. An dieser Stelle ist das Gesträuch und PELZE ALT TEL-AVIV, ALLENBY RD. 35 ★ ANFERTIGUNGEN ★ UMÄNDERUNGEN * REPARATUREN das Gebüsch ganz besonders dicht mit Domen durchwachsen und mit Brennessel gemischt. Ohne Hilfe wäre ich hier gamicht durchgekommen. Während unseres Suchens kam ein junger Mensch an uns heran und stellte sich als der jüdische Steinmetz vor. Er macht einen allgemein sehr guten Eindruck. Die ganz neuen von ihm gefertigten Grabsteine sehen sehr gut aus. Es sind sehr viele neue Gräber mit polnischen jüdischen Namen dort, ich sah auch das Grab von Herrn Jacob Cohn dort in dem neuen Teil. Die Gräber pflegen zu lassen wie wir es von früher her gewohnt waren, ist gamicht möglich, da die einzelnen Grabhügel nicht vorhanden sind, aber jeder, der seine Angehörigen dort ruhen hat, kann beruhigt sein, denn die Gräber selbst sind unberührt. Der ganze Friedhof macht trotz der Verwilderung und Überwucherung einen würdigen und friedvollen Eindruck. — Der Friedhof Lohestr. ist mehr beschädigt, aber keineswegs wie es in manchen Berichten geheissen hat ganz verwüstet. Es sind vielleicht 20% der Gräber beschädigt das heisst die Marmorplatten und Steine sind gestohlen oder gebrochen, zum T. bekritzelt vereinzelt auch mit Hakenkreuzen. Viele Steine sind umgeworfen, aber nur ganz wenige Grabstätten waren geöffnet. Und dass die Hügel unberührt geblieben und die Ruhe der Toten nicht gestört worden ist, das ist doch die Hauptsache. Die Wege schienen auf dem Friedhof Lohestr. nicht so überwachsen wie in Cosel zu sein. Die Leichenhalle ist zerbombt, die leeren Wände stehen da nud der Rest der Decke hängt, als ob er jedem Moment herunterstürzen würde. Die goldenen Inschriften auf fast allen Steinen sind auffallend gut erhalten. Das Lassalle Grab ist in Ordnung gebracht und ein Gedenkstein der polnischen Sozialdemokratischen Partei ist über dem Grabhügel errichtet worden. Der ▼ordere Teil des Friedhofes ist so dicht bewachsen, dass man nicht durchkann Auf diesem Friedhof ist kein Wächter oder Totengräber und niemand der einen führen kann. Am Eingang hängt ein Schild in polnischer Sprache, sagend dass der Friedhof geschlossen ist und nicht mehr benutzt werden darf. Ich kam an den Gräbern von R.-A. Siegbert Kober und Ismar Baron vorbei, die beide in sehr gutem Zustande waren. Für diejenigen, die Häuser in Breslau hatten möchte ich noch folgendes erwähnen. Grundbücher existieren nicht mehr. Man sagt die Deutschen haben sie weggeschaft. Alle Häuser sind enteignet, so dass auch die von den Nazis willkürlich eingesetzten Besitzer nicht mehr die Eigentümer sind. Ausländer konnten bis 1957 ihr Besitzrecht anmelden. Mann kann eventuell noch jetzt bei dem Wirtschaftsministerium in Warschau durch einen polnischen R. A. die Anmeldung versuchen, aber das Ergebnis ist zweifelhaft. Aber selbst wenn man sein Haus zugesprochen bekäme, nützt es einem nichts, da man keine Miete bekommt und kein Haus an einen Privatmann verkaufen kann. Ob der Staat einem Ausländer ein Haus abkaufen würde, konnte ich nicht erfahren. Darüber müsste ein R. A. in Warschau oder sonst in Polen befragt werden. Eine Konsultation kostet wie man mir sagte 100 Zloty — 4$. Zusammenfassend möchte ich sagen, dass der Besuch in Breslau mir ein grosses Erlebnis war, dass aber Breslau uns heute eine vollständig fremde Stadt ist, mit der uns nichts verbindet ausser dass es der Boden ist, auf dem wir alle einen grossen Teil unseres Lebens gelebt und frohe und schwere Stunden erlebt haben. Gesuckt werden (Schluss von Seite 2) von Liselotte Teschendorf-Ohlscher Weissenberg, Heinr. Dipl. Ing. und Lotte geb. Rosenthal, Breslau, von Frieda Josephy, Berlin-Reinickendorf Wiener, Edith, Tochter von Harry und Johanna geb. Heimann, Breslau, von Juan Krieg, Kibbuz Amir (Israel) Windmüller, Schwestern, von Channa Erika Cohn-Tworoger, Jerusalem Wolff, Erich, Auditor, Gleiwitz von M. Wolff, Sde Warburg (Israel) Wclfsohn, Jacob und Irene, Pharmazeutisches Geschäft, Breslau, N. Schweidnitzerstr, waren nach Cuba ausgewandert von Konsul Dr. König, Nicosia (Cyprus) Zöllner, Rudi, Breslau, Schmiedebrücke, von Werner Propp, Hallingen/Ruhr Werner Schönewald, Breslau, Guttenbergdtr. 12, Musiker zwischen 1933 und 1936 Klavierspieler im Erfrischungsraum bei Wertheim Breslau. Was hat er nach 1933 gemacht? Wann hat er Breslau verlassen? von seiner Tochter Ruth Siv, Ramat-Aviv 161. Wer etwas über das Schicksal oder den Aufenthalt der oben Gesuchten weiss, wird gebeten sich alsbald mit der Gechäftsstelle des Verbandes, Tel Aviv, Lord Byron St. 4 in Verbindung zu setzen. Portckosten werden vergütet. EHEMALIGE RHEDIGERSCHÜLER Von verschiedenen Seiten sind wir gebeten worden ein Treffen ehemaliger Rhedigerschüler (und Lehrer) zu veranstalten. Wer an einem solchen Treffen interessiert ist, gebe sobald als möglich seine Adresse schriftlich an Lotte Bar-Or (Lotte Schneller), c/o Staatsanwalt Dr. Jacob Bar-Or, Tel-Aviv, Ben Yehuda 97. J ahr zeit Stiftungen In unser „Goldenes Buch” sind bis jetzt folgende Stiftungen eingetragen worden von: Mosche Meir Eliesri, auf den Namen seiner Eltern Hermann Freudenthal, Haifa, auf den Namen seiner Eltern Alfred und Else Freudenthal1. Vera Herrmann, Tel Aviv, auf den Namen ihrer Mutter Marianne Grete Lissner geb. Rüben. Helene Mautner, Buenos Aires, auf den Namen ihrer Eltern Emanuel Falk und Frau geb. Kalischer. Elisheva Szephazy, Natanya, auf den Namen ihrer Eltern Dr. Elchanan-Aron Szephazy und Frau Berta Breindel geb. Böhm. Therese Zuckermann, London. N.W.ll. Die uns auf gegebenen Jahrzeiten werden pünktlich eingehalten und das Kaddischgebet wird beim Gottesdienst verrichtet. Alle Beträge werden restlos dem „Altersheimfond” zugeführt. SECHER ZADIK LIBRACHAI

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