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Yediʿot shel Irgun ʿOle Breslau be-Yiśraʾel · 1970-09-01 · No. 28 (September 1970) · p. Seite 20

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Journal
Yediʿot shel Irgun ʿOle Breslau be-Yiśraʾel
Volume
1970
Issue
No. 28 (September 1970)
Date
1970-09-01
Page
Seite 20 (sequence 2805)
Language
German
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Ernst Unger (Sde Warburg) s.A. Vor einigen Wochen haben wir Ernst Unger, Sde Warburg den zu den ersten Siedlern gehörigen, zu Grabe getragen. Aus einer Wüste, Sand über Sand, hat er mit all den Neuen einen blühenden Garten, schöne Pardessim (Orangenpflanzungen) in schwerer, mühevoller Arbeit geschaffen. Er ist in Gross Strehlitz O/S. geboren und hatte in seiner Geburtsstadt eine grosses Getreide, Sämereien und Düngemittelgeschäft. Seine Ausbildung empfing er als Eleve auf einem grossen Gräflichen Gut und kannte die Landwirtschaft von Grund auf. Er war Zionist und kannte keine Kompromisse. Als auf einer Zionistischen Bezirkstagung in Rosenberg O/S im Jahre 1934 sehr viel geredet wurde und viel zionistische Ideologie in langatmigen Diskussionen gebracht wurde, erhob er sich spontan und fragte: „Wer geht mit nach Palästina“ aus diesem Redegewirr kommen wir nicht heraus. Das hat er auch wahrgemacht und selbst schon 43 Jahre alt fing er von neuem an, siedelte in Sde Warburg und arbeitete im Schweiss seines Angesichtes Tag und Nacht buchstäblich. Ackerbau, Pardess, Kuhwirtschaft, Pferde, all das besorgte er und seine Gattin Helene, geb. Wittner aus Kattowitz half ihm dabei. Ein stämmiger Mann, der von sich und anderen viel forderte. So erzog er auch seinen Sohn Erich Unger, der heute im Flughafen Lod eine geachtete Stellung im Zoll bekleidet. An seiner Bestattung sprachen Felix Tauber für den Ortsrat Sde Warburg und Erich Lewin vom Verband ehemaliger Breslauer und Schlesier, der den Verstorbenen fast 40 Jahre kannte und schätzte. Ernst Unger war trotz seines Alters ein wirklicher Chaluz. Möge ihm die Erde Israels, die er so liebte, leicht sein. E—L. Dr. Mordechai Ernst Grünthal s.A. NATANJA Vor einigen Wochen verstarb in Natanja (Israel) Dr. Grünthal, der zwar in Gleiwitz O/S 1892 geboren wurde aber in Breslau, studierte, sein Spezialausbildung als Hals, Nasen, Ohrenarzt bei dem bekannten Dr. Görke, Breslau genoss, im Allerheiligen Hospital viele Jahre arbeitete und sich dann auf der Reuschenstr. eine bekannte und beliebte Praxis aufbaute. Diese verlegte er 1933 nach Natanja, wo er dasselbe grosse Vertrauen seiner Patienten sich erwarb, die ihn mit grosser Liebe umgaben . Sie trauern mit der Gattin und der weiteren Familie um diesen guten Arzt und edlen Menschen. Auch wir vom Verband wissen, das wir einen guten Freund unserer Bestrebungen verloren haben. Wir werden ihn nicht vergessen. ZUR BEACHTUNG! Wir weisen darauf hin, dass eine Antologie aus den hier erwähnten Dichtungen von PAUL MUEHSAM unter dem Namen „Seit der Schöpfung wurde gehämmert an deinem Haus“ und das Buch TAO „Der Sinn des Lebens", neu gedruckt wurden und durch die Buchhandlung Dr. Lichtenstein, Tel Aviv, Schenkinstr. 12, zu beziehen sind. WIR KONPUL1EREN Herrn Dr. Kleiner, Tel Aviv, Adam Hakohen 20, zum Hinscheiden seiner Gattin. Familien Wolff, Haifa, R. A. Kaatz, Pardes Chana Megged, zum Hinscheiden des Gatten und Vaters Adolf Ascher Wolff. (In No 27 findet man eine Würdigung seiner Persönlichkeit zum 90. Geburtstage.) Familie Dror (früher Freier), Jerusalem, anlässlich des Ablebens ihrer Tochter Tamar Dror, die am Tischa be’aw in Ramat Magschimim unter den Opfern des Minenattentats war. Familie Ginsberg, Kwutzat Jawne, anlässlich des Ablebens ihres Sohnes Asarjah, der auch unter den 5 Opfern in Magschimim gewesen ist. Sowie wir alle 5 Opfer aufs schwerste beklagen gilt unsere Teilnahme insbesondere den Letztgenannten Beiden. Der Vater von Tamar Dror ist Schlomoh Freier, Sohn des in dieser Zeitung erwähnten 1. jüdischen Lehrer der Breslauer jüd. Volksschule Baruch Freier s.A . Frau Ginsberg ist eine geborene Levy aus Breslau. Der Familie und den Freunden zum Ableben von Frau Trude Grütz, Kirjath Bialik. Frau Margarethe (Margalith) Fischer, Ramat Gan, Schilostr. 7 und der Schwiegertochter Frau Fischer zu dem Heimgang ihres Sohnes und Ehemannes Hans Jochanan Fischer sA., der in jungen Jahren so plötzlich verschied. Hans Fischer war Leiter des bekannten Hotels in Cäsarea und als Mensch und Chef anerkannt und beliebt. Herrn Jizchak Wiesenfeld und seinen Kindern der Familie Israel zum Ableben der Ehefrau und Mutter Fanny Wiesenfeld, geb. STERNLIEB, die schon in Breslau durch ihr liebes Wesen, ihre aufopfernde zionistische Tätigkeit, sich viele Freunde geschaffen hat. Hilfreich und gut war sie beliebt bei allen, die sie kannten. Sie gehörte zum zionistischen Herzl Club, der s. Zt. von Frau Dr. Lachmann geleitet wurde. ★ den Familien Otto und Robert Lux zum Ableben ihrer hochgeachteten Mutter Frau ELSA LUX, geb. Bildhauer, Gattin des in zionistischen Kreisen und in der Gemeinde Breslau sehr geschätzten Dr. Walter Lux s.A., der auch hier in Israel neben seiner Anwaltspraxis in Schnellkursen Rechtsanwälte aus Mitteleuropa für ihr Examen in Iwrith und in der neuen Rechtskunde ausbildete, ein einmaliges Geschehen von einem Anwalt, der selbst erst hier all das Neue erlernen musste. Mrs. Becker, London N W 10,405, Willesden High St. zum Tode ihres Mannes, Dr. Fritz Becker, der im Ostjudenverband in Breslau ein wichtiges Amt innehatte, sehr vielen Ostjuden mit Rat und Tat zur Seite stand, als Herausgeber der „jüdischen Zeitung für Ostdeutschland“ die zionistische Idee verbreitete und in seiner besonderen Art überall beliebt war. Sein Wunsch nochmals Israel zu besuchen ist leider nicht in Erfüllung gegangen. Dr. Fritz Becker sA. gehört mit zu der Geschichte der Breslauer Gemeinde. Herrn Herbert Jaskulski, seinen Kindern und Frau Ilse Lehman zum Hinscheiden von FRAU LOTTE LEA JASKULSKI, geborene HEILBORN, Tochter des bekannten Augenarztes Sanitätsrats Dr. Franz Heilborn und seiner Ehefrau Hedwig, geb. Rosenthal. VON BRESLAU NACH SPENNYMOOR Ich bin am 7. Juni 1909 in Breslau geboren, besuchte das Johannesgymnasium (Johanneum), studierte an der Breslauer Universität Medizin und beendete mein Staatexamen im Januar 1933. Mein praktisches Jahr verbrachte ich erst am Wenzel-Hanke Krankenhaus und später (durch Hitler) im jüdischen Krankenhaus in Breslau. Als Jude erhielt ich jedoch weder Doktordiplom noch Approbation, obwohl ich die Vorbedingungen für beide erfüllt hatte. Ich ging daraufhin im April 1934 nach England, um in Schotland Nachexamen zu machen. Da ich dazu das deutsche Doktordiplom benötigte, kehrte ich im August 1934 nochmals nach Breslau zurück, wo ich nach Verzicht auf die Approbation das Doktordiplom ausgehändigt bekam. Im März 1936 bestand ich das Staatsexamen in Edinburg und anschliessend hatte ich Assistenarztposten in englischen Krankenhäusern. Im Dezember 1938 wurde mein Vater ins Konzentrationslager Buchenwald eingeliefert, aber es gelang mir durch Nachweisung, dass ich ein ausreichendes Einkommen hatte, um meine Eltern in England zu unterhalten, Ende Dezember 1938 meinen Vater aus Buchenwald herauszubekommen und beide Eltern nach England zu bringen. Im April 1939 liess ich mich hier in Spennymoor (18400 Einwohner, 33 km südlich von Newcastle on Tyne) nieder, wurde aber im Mai auf vier Monate interniert, da Spennymoor nur 24 km von der Nordseeküste entfernt war, und die Deutschen Holland und Belgien besetzt hatten. Durch Nachweis, dass ich ein Freund Englands war und weil in England um diese Zeit eine grosse Ärzteknappheit herrschte, wurde ich im September 1940 wieder in meine Praxis zurückgeschickt und habe diese imunterbrochen bis 30. Juni 1970 weitergeführt. Seit 1. September 1970 bekleide ich einen Schularztposten, den ich bis 1974 zu behalten hoffe. Dann werde ich mein Pensionsalter 65 Jahre erreichen. Der Grund dafür war, dass ich im Dezember 1969 meine Frau (geborene Steinfeld) verloren habe, dass meine beiden Kinder erwachsen sind und nicht mehr in Spennymoor leben, und ausserdem ist es schwer, eine allgemeine Praxis ohne die Hilfe einer zuverlässigen Frau, wie meine Gattin, durchzuführen. Ausser meiner Tätigkeit als Arzt bin ich seit 18 Jahren als Stadtverordneter tätig und bin augenblicklich Stadtverordneten-Vorsitzender (Bürgermeister) und war voriges Jahr Bezirksvorsitzender der British Medical Association, ein Zeichen, dass man in England keinen Unterschied macht zwischen Juden und Nichtjuden, da ich niemals mein Judentum verleugnen würde. Dr. Emst Brauer, 27 King Street, Spennymoor c/o. Durham (England). PERSÖHNLICHES Der Verfasser des Artikels „Florida und Israel“, „JÜDISCHES LEBEN IN MIAMI BEACH“ ist im Dezember 1881 in Lublinitz O/S geboren, besuchte die Schule in Lublinitz und Kreuzburg O/S, war im Metallhandel tätig und von 1904 Direktor eines grossen Unternehmens Zinkhütten und Metallhütten. 1939 über London nach Amerika ausgewandert, ist er auch dort führend im Metallhandel tätig gewesen. Seit 1962 in Miami Beach, ist Salo Translateur SEIT 1898 zionistisch tätig, von 1917 in den Bne Brith Logen, darunter viele Jahre im Beamtenrat. Translateur hat viel Aufsätze über Zionismus, jüdisches Leben und andere aktuelle Themen geschrieben. Seiner Feder merken wir die 89 Jahre nicht an. Wir hoffen ihm s.G.w. zum 90. gratulieren zu können. Die Redaktion 20

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