Yediʿot shel Irgun ʿOle Breslau be-Yiśraʾel
- Journal
- Yediʿot shel Irgun ʿOle Breslau be-Yiśraʾel
- Volume
- 1970
- Issue
- No. 27 (April 1970)
- Date
- 1970-04-01
- Page
- Seite 14 (sequence 14)
- Language
- German
- Belongs to
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Margarethe Friedlaender geb. Calvary s.A. In Haifa, wo sie vor einigen Monaten bei ihren Kindern über Wochenend weilte, verstarb ganz plötzlich die sowohl in Breslau wie auch in Israel bekannte Frau Margarethe Friedländer, Witwe des bekannten Schuhfabrikanten Friedländer in Breslau. Aus der geachteten Familie Calvary stammend, die im jüdischen Leben ein Begriff ist, hat sie durch ihre ausserordentliche Lebenskraft, ihre bewundere werte Energie, ihr starkes Gerechtigkeitsgefühl alles überwunden, was an Schweren in diesem Leben einem Menschen, G’tt verhüte, zustossen kann. Ihr Prinzip: Keinen Menschen zur Last zu fallen hat sie bis zum letzten Atemzuge durchgeführt. Eine besondere Verbundenheit war zwischen Kindern und Geschwistern, ihrem Bruder Aron Calvary ad mea weesrim und ihrer einige Monate im Tode vorausgegangenen Schwester Bertha Gabriel, die durch ihre grosse Güte, Hilfsbereitschaft und Menschenliebe, ihre ausserordentliche Bescheidenheit und dem feinen Humor sich unzählige Freunde erwarb. Wir trauern mit den Kindern, dem Bruder und der weiteren Familie um diese beiden guten Menschen, die im Leben und nun auch im Tode vereint sind. Sie bueiben uns unvergessen. E. L. Bei Drucklegung unserer Zeitung erfahren wir von dem plötzlichen Ableben unseres Mitgliedes Dr. Kurt Wachsner, Ramot Haschawim und sprechen der Familie unsere innigste Teilnahme aus. Wir behalten uns vor, in unserer kommenden Verbandszeitung eine Würdigung seiner Persönlichkeit zu geben. Charlotte Freund s.A. Hier wollen wir einer Frau einige Zeilen widmen, die bis in ihre letzten Tage unserem Verbände mit grossen Interesse angehörte. Als Witwe des bekannten Siegmund Freund, Fachmann für Strick und Wirkwaren, war sie ihm zeit seines Lebens eine treue Helferin in allen Lagen des Erdendaseins. Beide waren ausgezeichnet durch ihre besondere kulturelle Persönlichkeit, hochgebildet feinfühlend und edel. Als ausgesprochener Pazifist hat Sigmund Freund sich bemüht, den 1. Weltkrieg möglichst ohne Gewehr mitzumachen. Seine besondere Liebe galt dem “Esperanto”, das er, seine Gattin und seine beiden Söhne vollkommen beherrschen. So war sein Haus immer Mittelpunkt von Esperantisten der ganzen Welt. Nach der unglücklichen Patria-Landung kamen die Eheleute nach Ramoth Haschawim, wo sie schwer arbeiteten und jede Landarbeit annahmen. Später wurde Herr Freund Mitbegründer und Einkäufer der “Zorchania” (Einkaufsgenossenschaft) des Dorfes und seine Gattin arbeitete als Weissnäherin, Köchin etc. Niemals hat Freund sich auf die grossen Erfolge, die er im Geschäftslebens Europa errang, berufen. Man fing ein neues Leben an. Nur aus den Gesprächen mit ihm fühlte man die grosse Klugheit, die besondere Intelligenz und den feinen Charakter. Dasselbe galt für seine Frau Charlotte Freund, die noch schöne Jahre im Elternheim “Beth Jolles” in Haifa verleben durfte, geachtet und geliebt von allen. Das sei den Kindern, Geschwistern und Enkelkindern sowie den Freunden ein Trost. Gerhard Schnell s.A. Ramat Jischai — Bad Nauheim Viele unserer Mitglieder und Freunde, die diese Zeitung unseres Verbandes lesen werden, erfahren erst jetzt, dass unser lieber Gerhard Schnell bereits vor einem halben Jahr ganz plötzlich verstarb. Wir Freunde aus Breslau vom religiösen Jugendbund “Esra” trauern mit seiner Gattin um diesen schweren Verlust. Aus ganz assimiliertem Hause stammend, hat er sich unter dem starken Einfluss unseres unvergesslichen Rabbiners Dr. Simonsohn s.A. zu einem starken Charakter im thoratreuen Sinne gewandelt. Er hat in Israel in einem Dorfe gewohnt, wo er ganz fern von dem Element, in dem er aufgewachsen war, sich durch grossen, Fleiss mit seiner Gattin ein kleines Kaufhaus errichtete, das beide Tag und Nacht in Anspruch nahm und sich durch Ehrlichkeit in der fremden Umgebung durchgesetzt. Schicksalschläge sind der Familie nicht erspart geblieben und so ist er mit seiner Gattin zur Wiederherstellung seiner Gesundheit auf Anraten seines Arztes nach Bad Nauheim gegangen ohne aber seinen Wohnsitz in Israel aufzugeben. Dort war er bei allen Bewohnern der Stadt bald beliebt und bekannt. Er verzichtete nicht auf seinen gewohnten Schiur und war körperlich und geistig rege bis zum letzten Moment. Seine Gattin, die er verwöhnte, vergalt es ihm durch echte Kameradschaft. Sein offenes liebes Wesen bleibt bei uns lebendig. Dr. Markus Freund s.A. Vor einigen Monaten ist unser Mitglied des Aktionskomittees Dr. Markus Freund nach kurzer Krankheit heimgegangen. So still wie er gelebt hat, immer darauf bedacht nicht aufzufallen sondern in treuer Pflichterfüllung seinen Beruf auszuüben so hat er uns verlassen. In jungen Jahren durch Einfluss seiner Umgebung zum streng überlieferten Judentum sich bekennend, hat er als Arzt in Breslau und als Mensch einen glänzenden Ruf genossen. Verheiratet mit Frau Dr. Julie Freund geborene Waldstein, Tochter des Gemeindeältesten der Synagogengemeinde Breslau, der vieles für die Gemeinde getan hat, ist er seiner Gattin nach wenigen Jahren gefolgt. War Dr. Markus Freund in Breslau beliebt durch seine besondere Art, wie er mit seinen Patienten umging, so war er nicht mindergeachtet im “Esra”, wo er als Führer der Jugendbewegung, sich durch gute Kameradschaft auszeichnete und immer verstand, sich Freunde zu erwerben. Hier in Israel arbeitete er schwer in den ersten Jahren in seiner Hühnerfarm mit seiner Gattin und der Familie Brann aus Breslau, die er durch Fähigkeit und Fleiss mit Unterstützung aller Mitarbeiter zu einer bekannten Musterfarm machte. Aber es zog ihn zu seinem alten Beruf und diesen führte er dann viele viele Jahre nach Auflösung der Farm in “Kfar Saba” fort. Wen man auch nach Dr. Markus Freund fragte, der hatte nur Achtung und Lob für ihn. Der Verfasser dieses Nachrufes hatte die Freude, ihn bei seiner Bar Mitzwah in einem kleinen Marktflecken der Provinz Posen zu sehen, um das Minjan an diesem Schabbath gesichert zu haben. Seine Kinder sind in bedeutenden Stellungen in Israel sowohl in der Wirtschaft des Landes als auch im ärztlichen Beruf. Einer seiner Söhne ist ein bekannter Augenarzt im Krankenhaus “Beth Meir” in Kfar Saba. Wir werden diesen feinen Menschen und Arzt nicht vergessen. E. L. Dr. Eli Schachtel s.A., Haifa Es fällt uns schwer diese Zeilen zum Andenken eines Mannes zu schreiben, der schon mit der Muttermilch zionistische Ideale eingesogen hat. Als Sohn des bekannten Breslauer Zionisten Dr. Hugo Schachtel sA.. ging er nach erfolgtem Abitur im Johennesgymnasium in Breslau auf Hachscharah und bereits nach zweijähriger landwirtschaftlicher Ausbildung vor ca. 45 Jahren nach Palästina. Hier arbeitete er schwer als landwirtschaftlicher Arbeiter und musste des Klimas wegen zurück nach Europa, lernte in Breslau und Bonn Zahnheilkunde und liess sich dann in Zfat und später in Haifa als Zahnarzt nieder. Von beiden Plätzen aus besuchte er ständig Kibbutzim, wo er als Zahnarzt arbeitete. Sein einziger Sohn Rüben — Chemie Ingenieur —, der Mitglied des Kibbutz “Dwir” war kam bei einem Ausflug in Eyn Gedi ums Leben. Eli Schachtel war in der “Blau Weiss” Bewegung ein Begriff. Sein Wort und seine Entscheidung waren massgebend. Unsere Teilnahme gilt der schwergeprüften Gattin, den Geschwistern und der Familie. Mit ihm ist ein Stück des Breslauer Zionismus, wie wir ihn aus Tagen des Kampfes innerhalb der Gemeinde kennen, dahingegangen. Möge ihm die Erde “Israels” leicht sein. DURCH BRIEFMARKENTAUSCH ZUM ERFOLG BEI DEN SUCHLISTEN Nachdem ich seit Jahrzehnten zu den Briefmarkensammlern gehöre, fand ich bei einer kürzlichen Durchsicht eine Anzahl alte Marken mit Breslauer bezw. Schlesischen Abstempelungen! Was damit machen? Nach einigem Überlegen wandte ich mich an die in Recklinghausen erscheinenden “Schlesischen Nachrichten” mit der Beilage “Breslauer Zeitung” mit der Bitte um Veröffentlichung, dass ich bereit bin, diese Marken gegen andere einzutauschen. Neben zahlreichen anderen Anfragen erhielt ich auch ein Schreiben von einem Herrn Wassenberg, dass er zwar auch Briefmarken sammle, aber in der Hauptsache, die Anfrage, ob uns als dem Verband ehern. Breslauer etwas bekannt sei über den Verbleib der Elektro Firma Unikower in Breslau und Farn. Justizrat Mendelsohn bezw. dessen verheiratetem Sohn. Er selbst war bei der Fa. Unikower als Lehrling tätig gewesen, während seine Mutter bei Herrn Mendelsohn jun. gearbeitet hatte. Unser Vermisstengesuch (S. No. 25 unserer Mitteilungen vom April 1969, Seite 11) führte tatsächlich zum Erfolg. Herr Wassenberg, jetzt in Duisburg wohnhaft, teilte mir nach einiger Zeit mit, dass er Verbindung mit Verwandten der Farn. Unikower auf genommen hat und schrieb mir am 29. Dezember 1969, u.a. wörtlich: “Ich hatte vor kurzem auch nochmals die Anschrift von Frau Lotte Mendelsohn bekommen von einer Frau aus Chile! Ich bin erstaunt, wie gut Ihr Suchdienst funktioniert! Er ist weltumspannend!” Mit freundlichen Grüssen (gez.) Unterschrift Rudolf Wassenberg. Chanoch Heinrich Cohn, Ramat-Gan * SCHALLPLATTEN Haben Sie noch irgendwo alte Schallplatten? Ich suche Gesangsplatten der guten alten Zeit und nicht bloss schaffen Sie sich Platz sondern für einige interessante Platten können Sie wieder etwas Neues anschaffen. Zuschriften an Bruno Brattmann, Giwatajim Hajadid Str. 7 (Israel). 14