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Yediʿot shel Irgun ʿOle Breslau be-Yiśraʾel · 1968-09-01 · No. 24 (September 1968) · p. Seite 13

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Journal
Yediʿot shel Irgun ʿOle Breslau be-Yiśraʾel
Volume
1968
Issue
No. 24 (September 1968)
Date
1968-09-01
Page
Seite 13 (sequence 2726)
Language
German
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Alter Jischuw und neue Alijah Aus mehreren Gründen, die dem kundigen Leser nicht erst genannt zu werden brauchen, bemüht sich Israel um eine möglichst grosse Alijah. Solange Russland und Polen ihre Tore nicht öffnen, kann eine zahlreiche Einwanderung nur aus den beiden Amerika und aus Südafrika kommen, in bescheidenem Masse auch aus Europa. In diesen Ländern leben die Juden unverfolgt, wenn auch in einem Teil von ihnen ab und zu durch antisemitische Angriffe beleidigt. Fast alle haben sie einen Lebensstandard, den wir, an unseren Verhältnissen gemessen, als gehobenen bürgerlichen Wohlstand bezeichnen müssen. Die Menschen, die wir in unser Land ziehen möchten, sind also weder Flüchtlinge noch Habenichtse. Es gehört ein tüchtiger Schuss Idealismus dazu, in solcher Lebensposition seine Zelte abzubrechen und nach Israel zu ziehen, wo einem ja unter allen Umständen ein mehr oder weniger langer und beschwerlicher Weg zum Aufbau einer neuen Existenz bevorsteht. Die Regierung bemüht sich, einen vorhandenen Idealismus nicht noch mit der Hypothek zu belasten, dass die Einwanderer in kärglichen Unterkünften aufgefangen werden und ihr Hab und Gut hohen Zöllen unterworfen wird. Der Staat kann (Wohnungen zur Verfügung stellen, die im Einwanderer nicht das Gefühl der Trostlosigkeit aufkommen lassen. Er kann Zoll- und Steuererleichterungen gewähren, damit der Einwanderer das Gefühl hat, gern und freundlich aufgenommen zu werden und nicht, ausser allem, was er hinter sich aufgegeben hat und an Schwierigkeiten vor sich sieht, noch ein Eintrittsbillett in bar bezahlen zu müssen. Der Staat kann endlicn Ulpanlm zur Verfügung stellen, die dem Einwanderer den ersten und notdürftigsten Kontakt mit der Landessprache verschaffen. Mehr kann er nicht tun; nur in seltenen Fällen wird er dem Ankömmling eine Existenz zu (bieten liaben. <1 i Mit allen diesen Vergünstigungen bringt der Staat den Einwanderer nicht entfernt auf den Status quo ante, er bringt ihn vielleicht auf ein Viertel des Anstiegs; die restlichen drei Viertel muss der Oleh mit eigenen Kräften erklimmen. Wie aber reagiert vielfach der alte Jischuw auf diese Vergünstigungen für Neu-Einwanderer? Mit unverhohlenem Neid. “Wir sind durch Sand gewatet und haben die Strassen gebaut, auf denen Ihr jetzt mit Euren zollfreien Autos fahren werdet; wir erhielten keinen Sprachunterricht, und wie wir gewohnt haben, ist gar nicht zu beschreiben”. So stand es vor einigen Wochen in einer hiesigen deutschen Zeitung zu lesen, von der nur zu hoffen bleibt, dass sie Einwanderungswilligen nicht vor die Augen gekommen ist. Der alte Jischuw sollte nicht nur an die oben beschriebene, völlig andere Ausgangsposition der Neu-Einwanderer denken, sondern auch daran, dass diese in dem L and, in das sie damals flüchteten und aus dem sie heute zu uns kommen wollen, vielleicht nicht durch Sand, aber dann eben durch Lehm gewatet sind, dass sie dort auch nicht gleich gutsituierte Kaufleute wurden und dass sie sich von allem Anfang an mit einer fremden Sprache abquälen mussten, während wir hier immerhin kompakte Landsmannschaften vorgefunden haben und mit unserer Muttersprache und ein bisschen Schulenglisch sehr gut im Milieu waren. Hier liegt die erste Aufgabe des alten Jischuw: nicht scheel zu blicken auf die Vergünstigungen, die der neuen Alijah geboten werden, sondern sie als etwas Selbsverständliches und Notwendiges zu betrachten. Der Oleh, der zu uns will, wird, wie oben gesagt, sein Streben hierher zu 75% zu bezahlen haben. Warum sollten wir, die wir ihn hierher haben wollen, nicht 25% beitragen? Oder liegt es etwa so, dass wir nur mit jugendlicher Alijah rechnen, mit Jugend, die mit leichtem Gepäck einherkommt und bei der die Frage der Unterbringung keine so fühlbare Rolle spielt? Auch diese Jugend kommt aus Wohlstandsländern, auch sie bedarf eines idealistischen Impulses, um nach Israel “emporzusteigen”. Es liegt auf der Hand, dass einer Jugend, die solcher Begeisterung fähig ist, auch andere schätzenswerte Empfindungen nicht fehlen, zum Beispiel die Liebe zu ihren Eltern. Reduzieren wir unsere Alijah-Wünsche auf diejenige begeisterungsfähige Jugend, die ausser dem Abstieg auf ein niedrigeres Lebnesniveau auch noch die Entfernung und damit die Entfremdung von ihren Eltern auf sich nimmt, so engen wir das Rinnsal der Alijah bedeutend ein. Aus diesem Grunde müssen wir auch auf die Eltern, die Aelteren Bedacht nehmen. Jugend ist aufnahmefähiger und freier von Hemmungen als das Alter. Junge Menschen werden nach einem halben Jahr Unterricht im Ulpan sich der Landessprache bedienen, gehe es, wie es geht, und auf diese Weise relativ schnell ins Berufsleben und damit in eine neue Existenz hineinwachsen. Nicht so die Aelteren, die mit ihrer Berufserfahrung der Jugend voraus sind und unserem Lande nützlich sein könnten, die aber schon im Ulpan ins Hintertreffen geraten, weil ihnen die Jugend plappernd davonstürmt, und nachher mit ihren paar Sprachbrocken ziemlich hilflos dastehen. Man rät ihnen: “Geht in einen Betrieb, von dem Ihr etwas versteht und in dem Ihr gezwungen seid, iwrith zu sprechen. Bezahlung könnt Ihr nicht erwarten, aber in ein paar Wochen werdet Ihr das können, war Ihr zur Ausübung Eures Berufs braucht.” Ein guter Rat, wenn der alte Jischuw mithilft. Wo sind die Berufstätigen des alten Jischuws, die es auf sich nehmen, einen Neu-Einwanderer anzuleiten, ihn in ihrem Betrieb — meinetwegen ohne Bezahlung — arbeiten zu lasen und ihm das, war er in Iwrith nicht versteht, in der beiden gemeinsamen Sprache zu erklären? Zu soll eher unendlich wertvoller Hilfe wird der alte Jischuw hiermit aufgerufen. Ernesto Eisner Petach Tikva Wir gratulieren: Frau Sara Kempinsky, Beth Awoth, Haifa Carmel Achusa zum 85. Witwe des Israel Kempinsky, Stahlimporteur früher Praschka -Breslau Viel Freude an Kindern, Enkeln und Urenkeln. Frau Frieda Kaiser, Tel Aviv, Gordonstr. 3 alles Gute, zum 90. Frau Paula Levy, Tel Aviv( Melchettstr. 4 a (Witwe des bekannten Zahnarzstes und alten Zionisten Dr. Georg Levy s.A.) zum 85. Recht baldige Genesung. Frau Martha Schembeck, Bat Jam, Herzlstr. 88 zum 80. Alles gute und weiter körperliche u. geistige Frische. Wir gratulieren Frau SARA FASS, Tel-Aviv, sowie Familie KEMPINSKI, Naharija zur Geburt der Enkelin und Urenkelin. Herrn ELIESER RÖMER und Frau zur Hochzeit ihres Sohnes Schlomoh. Jahrzeitsstiftungen und Eintragungen In unser “GOLDENES BUCH” erfolgten seit Erscheinen unserer letzten Mitteilungen folgende Eintragungen auf die Namen: DANIEL KLEIN deportiert nach Kloster Grüssau gestorben ungefähr Mai 1943 FRIEDA KLEIN, geb. Kalischer deportiert nach Kloster Grüssau gestorben ungefähr Mai 1943 eingetragen von ihrer Enkelin Rosi Arblb , Nave Magen. JAQUES KOHN (JACK KNOX) geb.: 20 August 1895 gest.: 7. März 1963 in London (12. Adar 5723) GERTRUD (TRAUTE) KOHN geb. Klein geb.: 28. Dezember 1898 gest.: ungefähr 3. Mai 1943 deportiert nach Auschwitz, eingetragen von ihrer Tochter Rosi Arbib, Nave Magen. EVA KOHN geb.: 17. Mai 1925 gest.: ungefähr 3. Mai 1943 deportiert nach Auschwitz. FRITZ GABRIEL KOHN geb.: 28. Februar 1938 gest.: ungefänr 3. Mai 1943 deportiert nach Auschwitz, eingetragen von ihrer Schwester Rosi Arbib, Nave Magen. RUTH USCHI WOHL geb. Berg geb.: 21.11. 1911 gest.: 13.3.1968, eingetragen von Ihrem Ehemann Kurt Wohl und Schwester Gerda Huppert, geb. Berg. Melbourne (Australien). MINNA u. LOUIS KREUZWIRTH deportiert im Jahre 1942 WALTER KREUWIRTH gest: 29. Juli 1966 — 12. Aw 5726 SCHIMON SCHUFFTAN gefallen im Befreiungskriege am 1. März 1948 20. Adar 1 5708 eingetragen von Bianka Gerlich u. Erna Scheyer — Tel Aviv Der Vorstand des Verbandes ehemaliger Breslauer in Israel wünscht allen seine Mitgliedern und Freunden in Israel und in allen Teilen der Welt ein gutes, gesundes Jahr des Friedens und des Aufbaues. 13

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