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Yediʿot shel Irgun ʿOle Breslau be-Yiśraʾel · 1967-10-01 · No. 22 (October 1967) · p. Seite 11

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Journal
Yediʿot shel Irgun ʿOle Breslau be-Yiśraʾel
Volume
1967
Issue
No. 22 (October 1967)
Date
1967-10-01
Page
Seite 11 (sequence 11)
Language
German
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Dr. Manfred Rosenthal >3fM (geb. 2, Juni 1904 in Raibor OS, gesf. 16. Nov. 1966 i. Frankfurt a.M.) Mein Freund Manfred Rosenthal gehörte zu den schlesischen Juden, die von ihrer Jugend an ihre Tätigkeit der jüdischen Gemeinschaft gewidmet haben. Er stammte aus dem kleinen oberschlesischen Städtchen Ratibor, und liess sich später in Breslau nieder, wo er gemeinsam mit RA. Dr. Schottländer in der Schweidnitzerstrasse eine Anwaltspraxis eröffnete. Als Anwalt zeichnete er sich durch seine hervorragenden juristischen Fähigkeiten, sowie durch seine Verbindlichkeit und Ausgeglichenheit aus. Daneben galt sein besonderes Interesse dem Zionismus, für den er sich bereits seit seiner Jugend und Studentenzeit eingesetzt hatte. Von den Zionisten bezw. der Jüdischen Volkspartei wurde er 1936 in die Gemeindevertretung berufen und zum Vorsteher der Gemeindevertretung gewählt. In diesem Amt verblieb er bis zu seiner Auswanderung im Jahre 1938. Als Mitglied der Bibliothekskommission hatte er auch mit dem Gemeindearchiv zu tun, in dem ich arbeitete. Ich lernte dabei sein Interesse und Verständnis für die jüdische Wissenschaft sowie speziell für meine historischen Forschungen kennen, zumal er über ein grosse Wissen verfügte und sehr gebildet war. Aus diesen Begegnungen und Unterhaltungen über meine archivalischen Arbeiten, die ihn besonders interessierten, entwickelte sich unsere Freundschaft. Im August 1938 wanderte er, da er seinen Beruf infolge der NS-Gesetzgebung nicht mehr ausüben konnte, über Poprad/CSR (die Heimat seiner Frau) nach Palästina aus. Wir trafen beide (er in Haifa, ich in Tel Aviv) am gleichen Tage im März 1939 dort ein und sahen uns zu unserer grossen Freude in Tel Aviv wieder. Leider konnte er seinen Beruf als Rechtsanwalt dort nicht ausüben. Er war gezwungen, trotz seiner nicht sehr festen Gesundheit für den Unterhalt seiner Familie durch Annahme berufsfremder Tätigkeiten (in einer Fabrik, bei den englischen Behörden, im Versicherungsgeschäft) zu sorgen. Schliesslich gelang es ihm auch hier eine Anerkennung seiner Fähigkeiten zu finden und eine Stellung in dem Irgun Oie Merkas Europa zu erhalten. Er wurde schliesslich der Redakteur des “MB”, das er mit Fleiss und Hingebung bis zu seiner Versetzung nach Deutschland redigierte. 1952 wurde er von der Jewish Agency nach Deutschland geschickt, wo er zuerst in München, später in Köln und zuletzt in Frankfurt a.M. als Vertreter der Jewish Agency in Deutschland amtierte. Dank seiner Verbindlichkeit und seiner Kenntnisse u. des Eifers für Israel wurde er sowohl den den deutschen Behörden als auch v. den jüdischen Institutionen in Deutschland sehr geschätzt. Seine Energie und sein Wille Hessen das Gefühl nicht aufkommen, dass er in Wirklichkeit schweikrank war. So arbeitete er unermüdlich bis zu dem Augenblick, da ihn ein plötzlicher Tod ereilte. In Deutschland setzten wir unsere alte Freundschaft fort, die wir bis dahin brieflich aufrechterhalten hatte. Er war mir in allen Dingen sehr behilflich und blieb trotz seiner starken Inanspruchnahme durch seine wichtigen Aufgaben stets an meinen Arbeiten interessiert- Ein Zusammensein mit ihm war immer anregend und ein geistiges Vergnügen. Die unvermutete Nachricht von seinem plötzUchen Tode hat meine Frau und mich sehr erschüttert. Mit seiner Familie und seinen Angehörigen trauern wir um einen guten und treuen Freund, der sein ganzes Leben dem Judentum gewidmet hat. B. Brilling (Münster) Eugenio Liebes a,M| Wie wir erst dieser Tage erfahren haben, ist ein alter Breslauer aus San Salvador in New York verschieden. Es ist uns ein inneres Bedürfnis, dieses Mannes zu gedenken, der zwar in jungen Jahren Breslau verlassen hat, aber mit allen Fasern seines Herzens an der Stadt und dem Kreis gehangen hat, in der er seine Jugend verlebte. Aus der Korrespondenz mit dem Gründer unserer Vereinigung, Dr. Wilhelm Freyhan s.A. haben wir ersehen, welche Bindungen der Heimgegangene bis ins späteste Alter mit seinen Jugendfreunden gehabt hat. Ein Mann lauteren Charakters, ein Kaufmann von Format, Inhaber grosser Kaffeeplantagen, der mit der ganzen Welt geschäftlich in Verbindung stand, hat allezeit durch aussergewöhnlich grosse Spenden nicht nur unserer Vereinigung sondern vielen Organisationen sozialen Charakters sein juedisches Herz bewiesen. Die grosse Liebe zu seiner Gattin, zu Kindern, Enkeln und Urenkeln und der weiteren Verwandtschaft hat sich auch auf Freunde und Bekannte übertragen. Wir sprechen von dieser Stelle aus der Gattin und der Familie unser tief empfundenes Beileid aus. Schmuel Bar-Ilan - Brilling s.A. 10 Jahre sind es her, seitdem der Vater unseres langjährigen Mitarbeiters Obercustos Rabb. Dr. Bernhard Brilling, Münster, in Tel-Aviv verschieden ist. Ein Mann von ausserordentlicher Pünktlichkeit, war er als Chasan, Baal Kriah, Lehrer und alles, was am Anfang des Ichud später Ichud Schiwath Zion gefordert wurde tätig. Er war ihr Mitbegründer und der Typ des jüdischen Beamten beliebt durch sein Wissen, sein jüdisches Herz und seine ausseordentliche Treue. Wir werden ihn nicht vergessen. Siegfried Jonas ist am 28. April 1967 von uns gegangen. Er war viele Jahre Redakteur des Duisburger Generalanzeigers und als Mensch und JournaHst allseitig beliebt. Seine Gattin, Frau Hilde Jonas, der wir unsere Teilnahme aussprechen, arbeitete an der Bibliothek der Muenchener Universitaet und sprach regelmaessig im Bayerischen Rundfunk. Wir wollen ihr in dieser schweren Stunde zurufen, dass sie Kraft schoepfen moege im Andenken an die erfolgreiche Taetigkeit ihres Mannes. Erna Mährenstein i"» Haifa, Newe Shaanan, Hatichon Nr. 57, ist vor einiger Zeit in gesegnetem Alter entschlafen. Unsere Teilmahme gilt ihren Kindern, Lotte und Hans Golschiener, Haifa. Heldentaten Raw Seren Kochaw, Sohn von Ruth und Michael aus Kerkur (früher Ejn Iron), Sohn Breslauer Eltern, ist seit 10 Jahren bei unserer Luftwaffe tätig. Aus grosser Bescheidenheit verzichten die Eltern auf Nennung des Familiennamens. Kochaw hat einen Flieger, der aus einem getroffenen Flugzeug über Jordanien absprang, gesund zurück gebracht. Als der Helikopter mit demlezten Tropfen Benzin am Flughafen ankam, war das Flugzeug von vielen Kugeln durchlöchert, und eine Kugel zerschlag sogar den Benzintank, zum Glück JOSEF JECHESKEL JOCHIMEK -i-n Ein Held im wahrsten Sinne des Wortes ist bei der Befreiung der Altstadt gefallen. 28-jährig, Sohn von Nathan Jochimek und seiner Ehefrau, die aus Polen kommend, viele Jahre in Breslau gelebt haben. Der Vater ging in Breslau zur Schule und war mit seinen Eltern und der grossen Familie vollkommen mit Breslau verwachsen. Die Einladungskarte zur Hochzeit von Josef Jochimek, die am Donnerstag den 8. Juni in Jerusalem stattfinden sollte, war bereits gedruckt. Am Schabbat den 3. Juni, also 2 Tage vor Kriegsbeginn als höchste Spannung herrschte, hat man dem Chatan in seiner Einheit den traditionellen Kiddusch gemacht u. das “Aufrufen”. Der amtierende Arzt hörte davon und befahl dem Chatan sofort auf Urlaub zu gehen, was er wegen der Heiligkeit des Schabbats ablehnte. Er können heute nicht nach Hause fahren. Montag Nacht telephonierte er an seine Schwiegereltern und sie baten ihn sehr, jetzt Urlaub zu nehmen, da die Hochzeit am Donnerstag nicht verschoben werden sollte. Seine Antwort war kurz und bündig; Jetzt gehöre ich meinem Volke und werde nicht eher ruhen, bis die Altstadt in unseren Händen sein wird. Dieser Junge Mensch von der Volksschule her unter grössten wirtschaftlichen Schwierigkeiten sich fortbildend, bekam das Lehrerdiplom und war aus der Jugendbewegung “Esra” hervorgegangen. Lehrer und ausgezeichneter Jugendführer, beliebt bei allen, die mit ihm Kontakt hatten, helfend wo er konnte, verstand er sich die Herzen der Kinder und Erwachsenen zu erwerben. Lange Zeit verbrachte er im Kibbuz “Schalabim”, wo Jecheskiel auftrat, im Kindergarten oder im Jugendheim. Überall war Humor und Freude. Nach Absolvierung der Jeschivat Hadarom ging er sich weiterbildend zur Universität und hörte Botanik, Genetik und Biologie. In den Freistunden half er seiner kranken Mutter im Haushalt ohne davon Aufsehen zu machen. Seine Name Josef Jecheskel ist genannt, erstens Jecheskel nach einem guten Bekannten Jecheskiel Landau, der im Jahre 1939 unter grösster Gefahr bei Verteilung von Lebensmitteln an die abgesperrte Bevölkerung Jeruschalaims von arabischen Kugeln getötet wurde. Sein zweiter Name Josef ist gennant nach seinem Onkel, der bereits vor 9 Jahren von der Medinat Israel einen Auftrag hatte, nach dem Ausland zu gehen, aber sich weigerte, seinen Posten auf dem Skopusberg zu verlassen. Er wurde bei einem heimtückischen Angriff getroffen. So schliesst sich der Ring dieser tragischen Familienschicksale. Josef Jecheskiel war Sanitäter bei den Fallschirmspringern und als seine Einheit den Weg durch das Mandelbaumtor zum Tempelplatz öffnen wollte, traf ihn eine jordanische Granate so schwer, dass er nach wenigen Minuten mit dem Ausruf “Schma’ Israel” gefallen ist. Dieses Zeugnis legten seine Kameraden ab. Auch wir wollen, so weit es möglich ist, in diesen Zeilen unsere Teilnahme der Familie Jochimek und unsere Achtung dem so beliebten Josef Jecheskel zum Ausdruck bringen. :in es Fliegers oberhalb des Benzins. Am 6. Juni sollte er zwölf Verwundete von der Front heimholen, es war Nachts und er wusste nicht, ob das Dunkel unten Bäume, Araber oder unsere Soldaten sind. Wieder hatte er Glück, fand die Verwundeten und konnte sie schnellstens im Krankenhaus abHefem. Er hat damit vielen das Leben gerettet- Am Erew Schawuoth brachte er den militärischen Oberrabbiner Goren auf den Sinai, wo er die israelische Fahne hisste, während Raw Goren Schofar blies und anfing eine Thorarolle zu schreiben. 11

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