Yediʿot shel Irgun ʿOle Breslau be-Yiśraʾel
- Journal
- Yediʿot shel Irgun ʿOle Breslau be-Yiśraʾel
- Volume
- 1967
- Issue
- No. 22 (October 1967)
- Date
- 1967-10-01
- Page
- Seite 9 (sequence 9)
- Language
- German
- Belongs to
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Die Jubilarin Kaeie Ephraim-Markus Kate Ephraim-Markus, eine geborene Breslauerin, Witwe des Oberregierungsrats Dt. Joseph Markus, feierte in diesen Tagen in Israel einen wichtigen Geburtstag, angeblich den 75., aber wer glaubt das? — Schon in Düsseldorf und Breslau, wo ihr Gatte hervorragende Stellungen bei den Oberpräsidien innehatte, war sie als Malerin und Skulpteurin bekannt. Immer bot die Künstlerin vielseitig das Gebiet der Landschaftsmalerei dar, immer waren die Sujets sehenswert und künstlerisch grossformatig. Es dominieren typische Tönungen von repräsentativer Gestaltung, andrerseits empfindet man bei jedem Bild auch die Freude am Modell. Die Künstlerin hat einen klaren Blick für das, was wert ist, in Farben festgehalten zu werden. Und ihre Farben sind ihre speziellen Akzente. Hier im Lande, wo schon mehrere Ausstellungen ihren Namen noch weiter bekannt "machten, finden wir starke Eindrücke ebenfalls in reizvoll eingefangenen Motiven. Die israelische Landschaft von Tiberias, Zfat und anderen Orten gibt einen entscheidenden Eindruck der jeweiligen Atmosphäre. Wieder sind die Farben überzeugend, man hat den Eindruck, dass die Künstlerin vom Sehen fasziniert ist, so gelungen sind Menschen und Landschaften. Kaethe Ephraim-Markus malt nicht nur mit dem Auge, auch mit dem Herzen und die Bilder dokumentieren die Tatsache, wie sie das Land liebt und seine Schönheit. Kein Wunder, die Atmosphäre ihres Hauses war bekanntlich von echt zionistischem Geist erfüllt! Der unvergessene Gatte, Dr. Josef Markus, war Gründer des “Blau- Weiss” und die Kinder sind mit dem Lande eng verbunden. Auch die Skulpturen zeigen eine hochkünstlerische Hand, die versteht, mit sprödem Material leicht umzugehen und Hochwertiges zu schaffen. Bei den reichhaltigen Ausstellungen, die öfters standfanden, entdeckt man viel künstlerisch Sehenswertes. — Von allen diesen Tatsachen liegt auch ein Buch über die Meisterin vor (Massada- Verlag). So hoffen wir, dass uns Kaethe Ephraim-Markus noch lange Jahre reiche Anregung auf dem Gebiet der schönen Künste geben wird. Mit diesem Wunsch schliessen wir uns dem grossen Kreis der Gratulanten aus vollem Herzen an. Ad mea we’essrim. Julius Sachs -★- Rechtsanwalt Max Jacobsohn, ein Achtzigjähriger Anlaesslich seines Geburtstages, der vor einiger Zeit im Rahmen der Familie sicherich gefeiert worden ist, haben wir vom Verband aus dem Jubilar in iwrith unsere Glueckwuensche uebermittelt. Das ist die Sprache, in der Jacobsohn lebt und denkt und wir haben von ihm herzliche Dankesworte empfangen. Es ist an der Zeit, diesem äusserst bescheidenem Manne, der die zion. Arbeit an erster Stelle in Breslu geleistet hat, dessen Haus Mittelpunkt des Zionismus war in einer Zeit, wo diese Bewegung staerksten Anfeindungen ausgesetzt war, zu wuerdigen. Gegen alle Hindernisse hat er auf verschiedensten Gebieten mit Hingabe und ohne jeden Aufwand Grosses geleistet. Sei es die Errichtung der juedischen Schule, bei der er mitgewirkt hat, sei es die positive Einstellung zu den “Ostjuden”, die er propagiert hat, sei es die Eroberung der Gemeindestube oder die Erlernung der hebraeischen Sprache, die er mit Hartnaeckigkeit in einer Zeit erlernte, wo andere noch nicht davon getraeumt haben. Es ist uns unmoeglich, die Verschiedenartigkeit seiner Arbeit hier aufzuzeichnen. Jacobsohn ist hier im Lande in die Moschawa gegangen und hat viele Jahre schwer gearbeitet. Wir wuenschen ihm einen geruhsamen Lebensabend und noch viele Jahre weiteren geistigen Schaffens. E. L. Die Diseuse Lilianette z.Zt. in Wien Lassen Sie mich Ihnen heute eine Landsmännin vorstellen, die vielen noch nicht bekannt ist. Sie war schon dreimal in Israel (mit 36 ausverkauften Vorstellungen das erste Mal, innerhalb 6 Wochen!) und sie gastiert zur Zeit in Wien. Wie gesagt, stammt sie auch aus Breslau, wie ich. Sie musste aus den bekannten Gründen emigrieren und ging mit ihren Eltern nach Chile, wo sie “Theater” studierte. Alles spielte sie in Südamerika: Operette, Musical und Komödie, in deutsch und spanisch. Lieselotte hiess sie in Breslau, LI¬ LIANETTE heisst sie jetzt. Von 1960 an begann sie mit dem Genre “One-Woman-Show” eine Art literarisches Kabarett, mit dem sie viele Länder höchst erfolgreich bereiste. Sie spricht ihre Chansons, es ist Wort-Musik, was sie bringt, sie ist eine Diseuse ganz eigener Art. Und spielen kann sie — vollendet charmant, sprühend, geistvoll und vergnügt. Gegenwärtig ist sie in Wien, im “Simpl”. Lampenfieber hat sie auch immer, das gehört dazu. Sie ist verknallt, verliebt in diese Art Kabarett. Und — feiert geradezu Triumphe. Sie singt Sachen von Günther Neumann, sie bringt eine überwältigende Szene Berliner Luft als Zille-Type, nur von mir hat sie bisher noch nichts gebracht. Jedenfalls hält sie es wie damals die Franzosen 1805 und 1809: Sie hat Wien erobert und völlig eingenommen! 1968 kommt sie wieder nach Israel, worüber sich alle Jeckes (die Einwanderer aus Deutschland) besonders freuen: denn sie tritt in der ihnen geläufigeren Fremdsprache auf. Stellen Sie sich vor: man versteht Jedes Wort, was sich im hebräischen Theater nicht so “ganz von selbst versteht!” Hier nur einige Wiener Kritiken: “...Und dann hat dies Programm ausser und neben dem Chef wieder einen echten Star: LILIA¬ NETTE. Die internationale Chansonniere aus Chile fügt sich erstens ausgezeichnet ins Ensemble (im umwerfenden “Kurpfuscher”) und brilliert zweitens mit zwei verwegenen Neumann-Chansons. Drittens aber, mit einem Zille-Couplet, räumt sie geradezu ab”. “...Als grosser Gewinn sei die charmant-kesse Berliner “Göre” LILIANETTE genannt, die mit einem hinreissenden Solo aus dem Zille — “Mill- Jöh” das Publikum im Sturm erobert”. “..Dafür ist von einer neuen Chansonette zu berichten, die einen echten Gewinn für den Simpl bedeutet: LILIANETTE aus Südamerika, aber gebürtig aus Breslau, berlinerisch eingefärbt. Sie fügt eines der gelungensten Gemälde ins Farkas- Museum “Zille und sein Milljöh”, ein unverkennbares Berliner Gör und interpretiert glanzvoll humoristische Chansons”. “...Zur Sonderklasse muss man LILIANETTE zählen, eine vorzügliche Diseuse aus norddeutschen Gefilden, vom Typ “kesse Biene“ aus dem Zille- Milieu. Ein Hauch vom Berliner Literaturkabarett zieht mit ihr in der Wollzeile ein. Man muss sich an ihre Art erst gewöhnen, doch man gewöhnt sich sehr rasch”... (R. L.). J. 8. Karl Ludnowski zu seiner Es ist an der Zeit, einmal einem Mann aus dem Volke, einem “Breslauer”, einige Zeilen zu widmen. Gerade Menschen, die in Bescheidenheit ihren Weg gehen und vieles leisten, ihnen gehört Anerkennung. Trotz stärkster Inanspruchnahme als Vertreter grosser Fabriken, die ihn körperlich und geistig im Bann hielt, hat Karl Ludnowski immer Zeit gehabt, sich dem Zibur zur Verfügung zu stellen. Seine Gattin, die ihm, immer zur Seite stand und der wir eine baldige Genesung wünschen, hat nie versagt. Ob Ludnowski als Chasan ehrenamtlich in verschiedensten Synagogen Breslaus vorgebetet hat, ob er im Verein “Gemiluth Chessed Umischan Awilim”, zu dessen Gründern er gehörte, tätig war, immer hat er sein Amt als heilige Aufgabe betrachtet. Nach einem reichen Arbeitstag war er zur Stelle, um Kranke zu besuchen, Trauernde zu trösten und Jüdischkeit im wahrsten Sinne des Wortes zu verbreiten. Im Jahre 1933 ins Land gekommen, hat er schwere Einwanderungsjahre durch körperliche Arbeit im Pardess und anderen landwirtschaftlichen Zweigen durchgemacht. Auch da hat er es sich nicht nehmen lassen, Gemeindearbeit zu leisten, Kinder zur Barmizwah vorzubereiten, und er stand immer mit seiner besonders lieblichen Stimme am Vorbeterpult in Megged und in Pardess Chana vor einem ansehnlichen Kahal. Bis ins höchste Alter ist er Rechnungsführer der Korporative und auch heute noch überwacht er von Haifa aus die Geschäfts- Ubersiedlung nach Haifa gebahren seines Wirkungskreises. Auch in Haifa im “Beth Joles”, Altersheim der holländischen Einwanderer oder auch sonst wo man ihn ruft, ist er als Vorbeter zur Stelle. Darüber hinaus ist sein Wesen liebenswert und er findet sofort Kontakt zu Menschen. Mit besonderer Liebe umgibt er seine leider erkrankte Frau und hilft all denen, die ihn ansuchen oder von denen er annimmt, dass sie Hilfe bedürfen. Wir wünschen ihm und seiner Gattin noch viele viele Jahre in Frieden. Insbesondere soll die Vitalität von Karl Ludnowski ihm erhalten bleiben. Auch wir wollen von dieser Stelle aus Frau KLARA NEUMANN geb. Blasse zu ihrem achzigsten Geburtstag herzlichst gratulieren. Sie ist die Frau eines der Mitnihaber des bekannten Kaufhauses S. BLASSE, Breslau, Graupen Str., das durch die Tüchtigkeit der Inhaber beider Brüder Neumann zu einem allseitig bekannten und beliebten Geschäft geworden war. Wir wünschen ihr einen gesunden Lebensabend mit ihren lieben Kindern, Betti und Erich Schöngut. Bei dieser Gelegenheit wollen wir Herrn Erich Schöngut. dem Vorsitzenden des Vereins der Ober- Schlesier eine baldige vollkommene Genesung wünschen. Welt der Musik Die schöne Schallplatte — Interessante Neuerscheinungen — Grösste Auswahl — W. H. ROBERT (früher Breslau) RADIO UNION 116 DIZENGOFF STR. TEL-AVIV Tel.: 248526. na io navy DR. BRILLING “In der letzten Nummer unserer Mitteilungen haben wir einen Auszug aus der Arbeit von B. Brilling “Zur Geschichte der Juden in Breslau” gebracht, die in dem “Jahrbuch der Schlesischen- Friedrich-Wilhelms-Universität zu Breslau” 1967 Band XII (Holzner-Verlag, Würzburg) auf S. 126- 143 erschienen ist. Dort sind auch die Breslauer Judenlisten aus den Jahren 1673-1707 mit Anmerkungen abgedruckt. Wir weisen diejenigen, die an dieser Arbeit interessiert sind, ausdrücklich hierauf hin”.