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Yediʿot shel Irgun ʿOle Breslau be-Yiśraʾel · 1981-01-01 · No. 48-49 (1981), Nachtrag · p. Seite 60

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Journal
Yediʿot shel Irgun ʿOle Breslau be-Yiśraʾel
Volume
1981
Issue
No. 48-49 (1981), Nachtrag
Date
1981-01-01
Page
Seite 60 (sequence 2607)
Language
German
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CENTRA In Anbetracht der Grösse unseres Verbandes hat die Centra („Dachverband Mitteleuropäischer Landsmannschaften) als 2 Vorsitzenden den Vertreter ehemalige Breslauer, Herr Erich Lewin, der zugleich der Protokollführer der Vereinigung ist, ernannt. Eine rege Tätigkeit auf kulturellem und sozialem Gebiet zeichnet sich in mindestens 2 mal im Monat stattfindenden Vorträgen ab. Es ist uns gelungen, durch bekannte Redner z.T. Mitglieder der Knesseth, hohe Beamte im Minisetrium, Dozenten an den Universitäten, das Niveau zu halten und zu heben. Seit einigen Monaten ist der Präsident der Centra RA. Dr. Akiba Hoffmann, zugleich Vorsitzender der ehemaligen Frankfurter, der in Jeder Weise versteht, nach innen und aussen den Kontakt zu erreichen, der nötig ist, um erfolgreiche Arbeit zu leisten. Am 13.7.1980 fand die General-Versammlung mit Neuwahlen statt. Es sind 13 Vorstandsmitglieder gewählt, ihnen zur Seite steht eine Executive von 18 Personen, die von Zeit zu Zeit Zusammentritt, um die Arbeit festzulegen. Als neue Gruppen wären die Dortmunder und Hamburger zu nennen. Wir haben Gruppen aus Frankfurt a/Maln, Kassel, Koeln, Mannheim und vielen anderen Städten empfangen und ein Austausch von Jugendgruppen findet ständig statt. Das Volkstheater aus Frankfurt a/Main gastiert von Zeit zu Zeit in Israel. So wird in Kürze ein Kindergarten auf dem Namen der Stadt Frankfurt a/Main in der Nähe von Tel Aviv errichtet werden. Der 9. November wird alljährlich zum Andenken an die zerstörten Synagogen in würdiger Weise begangen. Landestagung am „Lag be Omer“, etwa im Monat Mai, Feiern zu den vorschiedensten Festen. Alle Veranstaltungen sind stark besucht. Wir hoffen, unsere Arbeit noch zu intensivieren. Wir haben aus der Praxis gesehen, dass gerade den Älteren durch unsere Kultur-Nachmittage viel Rückhalt, oft in ihrer Einsamkeit, gegeben wird. NACHBARHILFE Frau Ruth Ruebner, Ramat Gan, Alumimstr. 21, Telefon 717132 steht weiterhin Allen zur Verfügung, die Besuche oder Hilfe brauchen. Sie wird sich bemühen soweit wie möglich, zur Stelle zu sein oder ihren Rat zu geben. Freiwillige Mitarbeiter melden sich bitte bei Frau Ruth Ruebner. Der Verband ehemaliger Breslauer in Israel hat sich mit dem Scheruth Naschim Sozial! (dem sozialen Frauenverband), der von Frau Paula Barth s.A. gegründet wurde, zusammengetan um im Zentrum von Tel Aviv, in der Zwi Graetz Strasse 13, ein Tagesheim auf den Namen und zum Gedenken an die: Jüdische Gemeinde in Breslau zu eröffenen. Im selben Hause befindet sich ein Wohnheim für ca. 100 Leute. Ein grosser Saal, der viele Jahre leer stand, ist mit grossen Kosten auf schöne Art in Stand gesetzt worden. Dort wird täglich ein schmackhaftes Mittagessen von 12 bis 2 Uhr gegen mässige Bezahlung von dem Frauenverband verabreicht. Wir Breslauer werden s.G.w. bald das Tagesheim eröffnen. Wir haben die Absicht, dieses täglich von 4 bis 7 Uhr Nachmittags den Älteren zur Verfügung zu stellen. Spiele, Zeitungen und verschiedene andere Dinge sollen den Teilnehmern eine angenehme Atmosphäre bieten. Es wird dort Tee, Kaffee und Kuchen zu massigen Preisen verabreicht. Ausserdem sollen dort OBERSCHLESISCHE ECKE Liebe Freunde! Nach den grossen Ferien und den Hohen Feiertagen, begann auch in unseren Reihen wieder die Winterarbeit. Zunächst im Rahmen der „CENTRA“, wo auch stets Mitglieder unseres Verbandes dabei sind. Wir beteiligten uns auch an der alljährig stattfindenden Gedenkfeier der „CENTRA“ anlässl. d. 41. Wiederkehr der Zerstörung aller Synagogen in Deutschland, darunter auch den bekannt schönen Bethäusern Oberschlesiens. Der Vors. d. Centra R.A. Dr. Akiba Hoffmann hielt die Gedenkrede. An den Vorbereitungen der „Centra-Chanukka- Feier“ waren Mitglieder unseres Verbandes führend tätig. An diesem Abend hatte ich die Ehre die in grosser Anzahl erschienenen Gäste zu begrüssen. — Jedoch lange vorher befasste sich ein Kommitee mit Vorbereitungen für die gr. Feier anlässl. des 25jährigen Bestehens unseres Verbandes. Es wurden Einladungen herausgeschickt und man rechnete mit einer Beteiligung von T00—120 Personen, doch wie gross war die Überraschung, als es am 24.12. dann ca. 190 waren, die aus allen Teilen des Landes kamen, u. wobei sich, manche seit den 50er Jahren nicht mehr sahen, um so grösser war die Wiedersehensfreude. Unser Vorstandsmitglied Erich Lewin, der Herausgeber dieser Zeitung, bei deren Erstehung wir übrigens auch hilfreich tätig sind, hielt die Festrede. Nachstehend ein Bericht aus seiner Feder, welche in den „Israel Nachrichten“ erschien: Am 24. Dez. 1980 fand unter gr. Beteiligung der Mitglieder u. Freunde des Verbandes ehmlg. Oberschlesier das Bestehen dieses Verbandes statt. Heinz Kornfeld, der Generalsekretär des Verbandes begrüsste in einem ausgezeichneten, selbstverfassten Prolog die Gäste und gab darin eine Übersicht über den Werdegang und die Arbeit des Verbandes. Erich Lewin, Vorstandsmitglied hielt ein Referat, in dem er, vom historischen Hintergrund ausgehend, die besondere Lage Oberschlesiens und seiner jüd. Bevölkerung aufzeigte. Insbesondere betonte er die Stadt Kattowitz, in der bereits 1884 die Chowewe Zion-Bewegung unter Rav Mohliwer und Leon Pinsker mit hunderten von Teilnehmern in Richtung auf Erez Israel entstand. Im Jahre 1912 fand die erste Versammlung der Agudat Israel mit 300 Delegierten unter Vorsitz von Jacob Rosenheim dort statt. Der augenblickliche Vorstand besteht aus: Leo Rottenberg (Vorsitzender) TA. (Kattowitz); Vertreter: Hans Freund, Kfar Saba (fr. Tarnowitz), Heinz Getz, TA. (Kattowitz), Beisitzer: Lotte Meyer, T.A. (Hindenburg), Salo Veranstaltungen der' Centra (Dachverband dei mitteleuropäischen Landsmannschaften) wie Vorträge, Lichtbilder, musikalische Abende etc. stattfinden. Der Initiator dieser Dinge ist der Verband ehemaliger Breslauer in Israel. Ein Schild im Saai im Blickfang wird Jeden Eintretenden an die einst blühende Gemeinde Breslau erinnern. Wir hoffen, dieses Vorhaben mit Hilfe freiwilliger Männer und Frauen durchsetzen zu können. Unser Verband hat zu diesem Objekt eine grössere Geldsumme gespendet. Sie werden alle verstehen, dass der Unterhalt eines solchen Unternehmens grosse finanzielle Anforderungen stellt. Wir bitten unsere Leser um Spenden an unsere bekannte Adresse unter dem Motto: „Tagesheim". Das einkommende Geld für das Tagesheim wird gesondert geführt, damit wir den Unterhalt bestreiten können. Sie alle werden verstehen, dass dies ein lebendiges Denkmal an unsere einst blühende Gemeinde ist. Wir verlassen uns auf das Verständnis und die Opferbereitschaft unserer Mitglieder. Karliner, TA (Kattowitz), Erich Wieland, Bne- Brak/Hindenburg, Erich Lewin, Ramat Gan, fr. Rosenberg O/S und Heinz Kornfeld, T.A. fr. Beuthen O/S, als Generalsekretär. — Der Redner dankte insbesondere Heinz Kornfeld u. seinen Mitarbeitern f. die exakte Vorbereitung dieses Abends. Salo Karliner hat mit Hilfe seines Bruders Ernst u.a. die Ausschmückung des Saales übernommen. Auch seine Parodie des „Obersteiger Sefflik“ war gelungen. Mit einer „Original-Grubenkappe“ auf dem Kopf und einer Karbidlampe in der linken Hand, schritt er durch den Saal rechtshändig ein Schildtragend auf dem folgender Text stand: Werr sucht wem — fragen beim K o m i t ä! Heinz Kornfeld, summte durchs Mikrofon die Melodie vom bekannten Lied „Glück- Auf“ und das Publikum ging mit den Händen taktschlagend begeistert mit. Eine wirklich gelungene nostalgische Erscheinung, die viel Stimmung brachte. — Eine besondere Freude war die Anwesenheit des Alters-Präsidenten Jacob Karliner, Nathania, der in der Gründungszeit in Haifa eine rührige Orstgruppe aufstellte, die jedoch später wegen Überalterung aufgelöst werden musste. — Im Referat wurden die grossen Gemeindeführer und Rabbiner der Gemeinden Kattowitz, Beuthen, Gleiwitz, Hindenburg, Oppeln, und auch die der vielen kl. Gemeinden erwähnt. Das lebendige jüd. Leben in den Städten u. Dörfern zog noch einmal an unserem geistigen Auge vorüber. R.A. Dr. Georg Weissmann, die Justizräte Kochmann u. Immerwahr, Bruno Altmann, unser Ehrenprotektor Nobel-Preisträger f. Medizin Prof. Dr. Konrad Bloch, Neisse, sowie der Friedenskünder Max Tau, Beuthen, der den ersten vom Börsenverein des deutschen Buchhandels verliehenen Friedenspreis erhielt, wurden genannt. Man erfuhr von dem regen, jüdischen Leben, dem grossen Einfluss, den die oberschlesischen Juden im Handel, in der Industrie und in den verschiedenen akademischen Berufen ausübten. — Auch die Anbringung einer Gedenktafel auf dem Berg Zion, für die Opfer unserer Mitglieder während der Schoa, wurde erwähnt. — RA. Dr. Hoffmann, als Präsident der Centra überbrachte die Grüsse u. Glückwünsche des Verbandes. — Ein ausserordentlich gelungener Abend, der zu neuer Arbeit anspornte. Mit dem Wunsch sich bald wieder zu treffen ging diese schöne Feier gegen 23.90 Uhr zu Ende. DR. ELI GANIEL (KOENIGSHOEFER) sA. In Tel Aviv verstarb nach wochenlangem Leiden der Obengenannte, der als Arzt beliebt, geachtet und von seinen Patienten verehrt wurde, weil er neben grossen Kenntnissen ein besonders feines Eifühlungsvermögen besass. Er entstammt dre bekannten Familie Koenigshoefer, die von Frankfurt a/Main nach Breslau übersiedelte, da der Vater des Heimgegangenen in die bekannte Metallfirma Josef Kober als Prokurist berufen wurde. Seine Gattin ist Frau Dr. Mirjam Ganiel, geb. Lewin, deren Vater ein bekannter Arzt in Neukirch bei Breslau war. Sie selbst ist Ärztin, hat den Beruf aber nicht ausgeübt. Sie stand ihrem Manne in jeder Weise zur Seite. Der Verstorbene nahm seinen Beruf sehr ernst und stand immer, Tag und Nacht, seinen Patienten hilfreich bei Die ganze Familie steht auf geistig sehr hoher Stufe. Unser Beileid gilt der Gattin, den Kindern, den Enkeln und den Geschwistern. Der Sekretär unseres Verbandes verabschiedete sich von dem Heimgegangenen mit warmen Worten und zeichnete in Kürze seine erfolgreiche Tätigkeit. Hunderte begleiteten ihn auf seinem letzten Wege. Ein teurer Mensch ist in die Ewigkeit abberufen worden. Verband ehemaliger Breslauer in Israel EROEFFNUNG EINES TAGESHEIMS FUER SENIOREN 60

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