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Yediʿot shel Irgun ʿOle Breslau be-Yiśraʾel · 1980-05-01 · No. 46-47 (Mai 1980), Fortsetzung · p. Seite 38

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Journal
Yediʿot shel Irgun ʿOle Breslau be-Yiśraʾel
Volume
1980
Issue
No. 46-47 (Mai 1980), Fortsetzung
Date
1980-05-01
Page
Seite 38 (sequence 2506)
Language
German
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I I -J I I BÜCHERECKE Shlomo Erel: AUS DEM TAGEBUCH EINES KIBBUZ SEKRETÄRS während der Gründerzeit (von 1945 bis 1947) Bleicher Verlag, Gerlingen Der Verfasser ist Abiturient (1935) des Johannes-Gymnasium in Breslau. Damals hiess er S. Ehrlich, u. sicher kennen ihn viele der Leser. E. war jahrelang im isr. Staatsdienst und ist auch Verfasser d. Buches „Öl-Panik im Schatten der Bohrtürme”. Die deutschsprachige Literatur über das Leben in Israel und Besonders über das Leben „damals“ im Kibbuz, ist wohl nicht gross und so ist es besonders erfreulich, dass der Autor uns vieles darüber wieder in Erinnerung bringt — über die Zeit, als es noch nicht alles gab und da noch nicht alles selbstverständlich war. über die Zeit als von Jedem grosse Anstrengungen gemacht wurden und als mit Freude geschaffen wurde. — In seiner neusten Veröffentlichung beschreibt Erel 2 Jahre aus seinem Leben als Sekretär des Kibbuz Galed (gegründet von Mitgliedern der deutschjüdischen Jugendbewegung „Habonim“), ebenso aber die Probleme denen sich der Kibbuz und seine Einwohner gegenübergestellt sahen. Auch die persönliche Auffassung Erels vom Kibbuz als solchen und der damit verbundenen Lebensform ist interessant dargelegt. Vom ersten Kapitel an, das „Steine, Steine...“ betitelt ist bis zur Abbildung d. modernen Maschinen für die Baumwollernte u. d. schönen Wohnhäuser beschreibt der Verfasser zielsicher u. treffend die Lichtseiten u. Erfolge, aber auch die Schwierigkeiten u. Probleme (auch des Gemeinschaftslebens), mit denen man damals konfrontiert war (und die vielfach anderer Art waren als Heutige). Es ist ein bunt schillerndes Bild, das er da aufrollt. Aus einem Land voller Steine wurde fruchtbarer Boden und auch die vielen schönen Fotographien von E. Goldwein, mit denen das Buch ausgestattet ist, legen Zeugnis davon ab. ★ ALICE SCHWARZ-GARDOS: FRAUEN IN ISRAEL Die Emanzipation hat viele Gesichter Ein Bericht in Lebensläufen Verlag Herder, Freiburg im Breisgau 1979 Seit Jahrhunderten hatte die Frau ihren Wirkungsbereich in der Familie. Sie hatte ein grosses Tätigkeitsfeld als Gattin und Mutter. Sie befasste sich hauptsächlich mit Familienangelegenheiten und Erziehungsfragen, allenfalls noch mit Krankenpflege. Seit neuerer Zeit hat sie diese Fesseln jedoch gesprengt, sie geht in andere Berufe, oft in typisch “männliche” und sie steht dabei durchaus ihren Mann. Sie weiss sich klug mit der neuen Linie derEmanzipation der Frau abzufinden In der Herder-Bücherei Freiburg i.B., setzt sich Alice Schwarz-Gardos mit diesem wichtigen Frauentyp auseinander. Sie berichtet in divergierndsten Lebensläufen über Frauen in Israel, in modernen Berufen, die es zu grossen Erfolgen gebracht haben. — Sie unterscheidet hierbei 3 Arten: die „Prominenten“, die „Karrierefrauen“ und die „unbesungenen Alltagsfrauen”. Golda Meir ist zu be- Von JULIUS SACHS kannt, als dass der Berichterstatter sie in ihrem Beruf als Politikerin hier im einzelnen analysieren müsste. Mit Vergnügen liest man auch von der sehr schlagfertigen „besseren Hälfte“ des Staatsgründers Ben Gurion. Drei hochinteressante lesenswerte Kapitel folgen über unbesungene Heldinnen des Alltags. Dann wird in über 10 Kapiteln der Werdegang und die Tätigkeit einer Anzahl von Erfolgsfrauen geschildert, die auf den Gebieten der Justiz, der Presse, der Polizei als Politikerinnen, beim Militär, als Künstlerin,- Komponistin oder Universitätslehrerin tätig sind. Auch die Verfasserin des Buches gehört dazu. Doch mag es besser sein, ihr Erfolgsbuch, in dem sie auch enthalten ist, zu lesen, da man es nicht ausführlich genug in diesem beschränkten Rahmen schildern kann. Es ist meisterlich geschrieben und so Mancher könnte sich die Verfasserin betreffs massgebender Beurteilung der verschiedenartigsten Themen, und Treffsicherheit als Vorbild nehmen. Die Verfasserin weist der modernen Frau eine wichtige Rolle zu und schildert ihre Tüchtigkeit. * Klaus Ullmann: SCHLESIEN - LEXIKON Adam Kraft Verlag, Mannheim Ein bezauberndes Erinnerungswerk ist das Schlesien - Lexikon. Es zeigt die Geburtsheimat auf mit Kunstdenkmälern, Naturschönheiten, Städtebildern, Kulturzentren und Bauten wie Schlösser, Burgen, Stadteile, altertümliche Strassen u. dergl. Von Agnetendorf bis Zuelz, von Kurt Adler bis Arnold Zweig findet der Leser so viel Interessantes und Wissenswertes in dem Lexikon, dass es schwer fällt das Buch aus der Hand zu legen. Die Geschichte und Entwicklung der Städte und auch der kleinsten Orte finden wir darin ebenso natürlich Kurzbiographien bekannter schlesischer Persönlichkeiten und solcher, die mit Schlesien Verbindung hatten. (Sogar ein Rezept für „Straeselkucha“ ist nicht vergessen). Vorausgeschickt ist eine kurze Geschichte Schlesiens seit der frühesten Zeit. 325 Abbildungen, darunter viele Zeichnungen von Elisabeth Kobbe — von Kennel zieren das Buch — so wird dem Leser, beim Anblick der Bilder so Manches auch wieder Plastisch in Erinnerung gebracht. Klaus Ullmann hat das Buch mit viel Wissen und Liebe zur Sache zusammengestellt. -¥■ DAS MATTIASGYMNASIUM IN BRESLAU Herausgegeben von Wolfgang Schwarz Konrad Theiss Verlag, Stuttgart und Aalen Zu dem Literaturmaterial, das über dieses berühmte Breslauer Gymnasium vorhanden ist, gesellt sich diese Festschrift (wie darin gesagt wird, vorweggenommen d. 350. Jahrestag der Gründung), herausgegeben von Wolf gang Schwarz. Er selbst, mit vielen Kapiteln beteiligt, hat eine grosse Anzahl Mitarbeiter aus den Reihen ehemaliger Schüler gefunden und dazu angeregt, das Gymnasium nach allen Richtungen hin zu beleuchten und sich zu erinnern, was es für das spätere Leben bedeutete und was diese Schule auf den späteren Lebensweg mitgab. Es sind sehr wertvolle Erinnerungen darunter. Es ist von Angelus Silesius die Rede, von Eichendorff, von Lassalle, Bleiseh, Niekrawietz und vielen Anderen. Man liest über einstige Direktoren, Professoren und Schüler. Im Geist sieht man sie Alle sich in den Klassenzimmern mit schwierigen Problemen beschäftigen, Lehrvorträge halten, und die Abiturienten sich voller Stolz über die bestandenen Examina freuen. Auch aus dem späteren Leben einstiger Schüler wird Interessantes berichtet. Zur Geschichte unserer Geburtstadt, in der einst unsere Eitern und Ahnen lebten, ist dieses sehr eingehende und ausschlussreiche Werk ein beachtenswerte Beitrag, ebenso zur Geschichte des Breslauer Schulwesens. So seien diese Zeilen eine Einladung das Buch zu besitzen und zu lesen. Aus allen Kapiteln weht Breslauer Luft, wie wir sie alle einmal einatmeten. Tilla Durieux: MEINE ERSTEN 90 JAHRE Verlag F.A. Herbig, Muenchen Ausführlich gibt die grosse Darstellerin Tilla Durieux einen Gesamtüberblick über ihre Laufbahn und sie ist überzeugend und aggressiv, witzig und manchmal subjektiv. Das Buch mutet den Leser wie ein Teil der Geschichte des deutschen Theaters an. Man erfährt viel von vor und hinter den Kulissen. Aber nicht nur das. Es ist ebenso ein Abbild des kulturellen und geistigen Lebens' seit der Jahrhundertwende, im Besonderen in Berlin. Sie begann blutjung in Olmuetz, ging über Breslau zu Reinhardt und hatte wohl ihre grössten Erfolge und Triumphe in Berlin, aber auch in Muenchen und in allen Gastspiel Städten, wo man avantgardistisches Theater ebenso liebte wie die Klassiker. Sie spielte wichtige Rollen, half jungen Autoren - Talenten zum Durchbruch, war also eine mutige Kämpferin für die Kunst des Theaters. Noch ehe Richard Strauss die „Salome" in Musik setzte, spielte sie diese Rolle in Berlin als Gastspiel Breslauer Künstler. Sie spielte die Judith (Hebbel), Eboli>ie war Partnerin von Steinrück, sie spielte Fulda, Shaw, Shakespeare, Gorki, Schiller, Ibsen und war eine fulminante Lady Macbeth, bei Strindberg und Hauptmann war sie führend. Sie spielte auch in der Josefslegende die Frau des Potiphar. Im Theater ihrer Ehe waren der Kunstliebende Cassirer, vorher der Maler Spiro und nachher Katzenellenbogen ihre Mitspieler. — Joachim Werner Preuss, der bekannte Theaterjournalist, hat Tillas leben ab 1952, nach ihren Aufzeichnungen nacherzählt, und erweist sich dieser Aufgabe würdig. Tilla Durieux war eine ganz Grosse und ist nicht vergessen. Das Buch ist mit vielen Rollen - Bildern geschmückt und wunderschön ausgestattet. 38

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