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Yediʿot shel Irgun ʿOle Breslau be-Yiśraʾel · 1979-04-01 · No. 45 (April-Mai 1979) · p. Seite 40

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Journal
Yediʿot shel Irgun ʿOle Breslau be-Yiśraʾel
Volume
1979
Issue
No. 45 (April-Mai 1979)
Date
1979-04-01
Page
Seite 40 (sequence 40)
Language
German
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Dr. S. Hadda s.A. Siegmund Hadda verstarb im Dezember 1978 in New York im patriachalischen Alter von 96 Jahren. Des hohen Ansehens gedenkt man, das der Verewigte in Breslau genoss. In dieser Stadt, die voll von namhaften Gelehrten u. Wissenschaftlern war, hatte er bereits einen Namen. Von Geburt Oberschlesier, studierte er in Breslau u. wurde bald als führender Chirurg bekannt, er war an Krebsforschungen beteiligt u. leistete wichtige Aktivität an der Begründung einer Tuberkulose- Fürsorgestelle chirurgischer Art. 1943—45 wirkte er als Arzt u. Chirurg in Theresienstadt. Als Chefarzt u. Direktor des jüdischen Krankenhauses in Breslau fungierte er vorher gleichfalls in erfolgreicher Tätigkeit. In USA praktizierte er weiter erfolgreich bis 1960. Hadda war nicht nur Arzt, er war seinen Patienten ein seelischer Doktor, der sie aufrichtete, liebevoll u. überzeugt von seiner Heilmethode, wie viele bestätigten. Er hinterliess auch eine Anzahl fachwissenschaftlicher Schriften. Mit seinem Tod ging einer der letzten grossen Breslauer Mediziner dahin. 3. S. SUCHANZEIGEN: Wer weiss die Adresse von: Hilde Singer, geb. 1910, Schülerin der Cecilienschule in Breslau von 1916 —1929. Sie war die Tochter des Friedhofsinspektors in Cosel und von: Mirjam Hamburger, Tochter des Rabbiners Dr. Hamburger. Sie war etwa gleichaltrig und auf der selben Schule. Beide sind. s.Zt. wahrscheinlich nach England ausgewandert. Wer weiss die Adresse von Herrn Helmuth Preuss, Mann der verstorbenen Steffi Preuss. Er lebt wahrscheinlich in Amerika. Auskünfte an: Gerda Levy, 34737, Haifa, Schickmastr. 6. * Wer weiss die Adresse von: Eva Cohn, früher Breslau, Ohlauer Stadtgraben. Sie soll nach Israel ausgewandert sein. Ihre Schwester hiess verheiratet Meerlaender. Der Bruder hies Joseph. Und von: Frau Hanne Aber geb. Leipziger. Sie soll nach USA gegangen sein. Zuschriften an Frau Eva de Meyer geb. Ritter, Santa Fee 5089 4 — 9, Buenos Aires, Argentinien. * Wer kannte Ingenieur Jacob Fraenkel (früher Breslau, Kuerassierstr. 27) und weiss, dass er die Filiale von Bruno Runge, Zentralheizunzen und sanitöreA nlagen, Stettin, in Breslau geleitet hat. Ferner wird gesucht Edith Kierski .evtl. Brasilien). Die Eltern hatten auf der Carlstr. das Geschäft Kierski u. Gruenbaum. Zuschriften an Mira Just, 32163, Haifa, Derech Newe Schaanan 63. * Margot (Friedlander) ehemals Müller, Tochter des Adolf Müller, 17 Freiburger Str. Breslau, sucht ehemalige Breslauer, die ihre Familie kannten und bei Wiedergutmachung behilflich sein können. Zuschriften an: Verband Ehemaliger Breslauer in Israel c/o Lewin, 27 Mazadastr., Ramat-Gan, Israel. 4M? üv MB9 MMf m wtr mwtr mtm mam «mwr «*** wtm Redakteur: ERICH LEWIN Druck.: “OT”, Tel-Aviv, Wolfson Str. 48 Tel. 82 67 84 Max Hirsch s.A. Im Anschluss an den Aufsatz von Prof. Ernst jokl zum 80jährigen Jubiläum des Bar Kochba — Erinnerungen in Nr. 44 unseres Blattes, wollen wir mit diesen Zeilen einem alten Bar Kochbaner, der leider schon im Jahre 1956 in Israel heimgegangen ist, diese Zeilen widmen. Der Vorgenannte ist am 18. Mai 1884 in Schildberg (Prov. Posen), geboren, kam nach Breslau in das bekannte Elisabeth Gymnasium, hat in dem bekannten Leinenhaus Bielschowski gearbeitet. Nach Arisierung dieses bekannten Betriebes kam er zur Ausbildung mit seiner Gattin zu dem unvergessenen Turnbruder Rudolf Loewi, der zugleich Leiter des Bar Kochba, Breslau, war. Im Jahre 1936 wanderte die Familie Hisch nach dem damaligen Palästina, aus. Im 1. Weltkrieg, den er volle 4 Jahre mitmachte, erhielt er das EK 1. u. 2. Klasse. Ausserdem war er im Freikorps Schlesien und erhielt den schles. Adler 1. u 2. Klasse. Paradoxer Weise wurde ihm das Kriegsverdienstkreuz nach dem damaligen Palästina nachgesandt. Sein ganzes Leben hat er neben seiner grossen Berufsarbeit dem jüdischen Sport gewidmet. Viele Freunde hat er sich durch sein ausserordentlich freundliches Wesen erworben ua. den kürzlich verstorbenen, unvergessenen Kurt Seidemann u. seine Frau Lizzi geb. Freund (bis 120). Jahrelang war er Leiter u. Vorturner der Frauenabteilung, war auf Fahrt zu Sportkämpfen, die meistens mit grossem Erfolg absolviert wurden. Den grössten Erfolg hatte er duch sein Training mit Aron Hochhaeuser, dem jüngeren Bruder von Max Hochhaeuser, den er für die 2. Makkabiade 1935 Sn Palästina, vorbereitete. Dort ist er als Sieger im Turnen hervorgegangen. Er gehörte zu den ältesten Turnern u. seine Gattin ebenfalls. Von Wanderungen u. Ausflügen wollen wir folgendes festhalten: Landestreffen in Hamburg, Sellin, Helgoland, Westerland usw. Seine Gattin, der wir diese Aufzeichnungen zu verdanken haben, ist Rosemarie Hirsch geb. Kohn und ist am 1.5.1904 in Briesen, West-Preussen, geboren. Nach Absolvierung der Schulen in Liegnitz u. Gleiwitz kam die Familie Kohn — der Vater war Ingenieur für Hoch- und Tiefbau bzw. Wasserversorgung, nach Breslau, und besuchte sie die bekannte Augustaschule bis zur obersten Klasse. In deren Turnhalle hat der Bar Kochba, Breslau, ständig geturnt. Wir haben absichtlich all die Einzelheiten erwähnt, um den noch lebenden Bar-Kochbanern noch einmal diese schönen Zeiten ins Gedächtnis zu rufen. In Kirjath Bialik hat der unvergessene Rudolf Loewi zusamen mit Max Hirsch einen Platz erworben, damit die Bar Kochbaner nicht nötig haben, nach Haifa zu fahren. Dort wurde fleissig geturnt und Fussball etc. gespielt. Rosemarie Hirsch war die einzige Frau in der Männer Mannschaft, die im Wettkampf sehr oft siegreich war. Wir sind sicher, dass diese Aufzeichnungen sehr Vielen unserer Leser, die im Rahmen des jüdischen Sports tätig waren, und vielleicht noch sind, Interessantes geboten haben. Wenn dies der Fall ist, so hat der Artikel seinen Zweck erfüllt. Verband ehemaliger Breslauer in Israel. NB. Unseren lb. Max Kochmann in Haifa wollen wir von dieser Stelle aus besonders nennen, da er immer als alter Bar Kochbaner mit Erfolg aufgetreten ist. Aber auch Willy Lewin im Kibbutz Dowrat bei Afula steht in derselben Rangstufe. Ebenfalls Max Lopatka, sowie Josef Stark, beide aus Tel Awiw, sind alte Sportler. Unsere Leser werden verstehen, dass es uns unmöglich ist, alle Namen alter Bar Kochbaner hier vorzubringen. Wir sind gerne bereit, in der nächsten Nummer unseres Blattes die uns zugehenden Namen u. Adressen aus Israel und aus der ganzen Welt, zu veröffentlichen. Franz Crzellifzer s.A. Ein schwerer Verlust hat die Musikwelt Israels und die vielen Freunde getroffen. Am 27. Januar 1979 verstarb der Komponist und Musiker Franz Crzellitzer. Mit ihm ging eine begabte Persönlichkeit von dieser Welt, die auf vielen Gebieten der holden Kunst zu Hause war. Als Chordirektor, Korrepetitor und Dirigent wirkte der aus einem hochkultivierten Hause stammende, in Berlin geborene, zunächst am Theater in Mecklenburg - Strelitz. In Israel eingewandert, beschäftigte er sich zuerst als Lehrer, ging aber bald zur Musik über. Erst spielte er Unterhaltungsmusik, improvisierte am Klavier bei Ballett-Gruppen, war als sehr verlässlicher Konzertbegleiter tätig und schrieb Klavierbegleitungen zu Melodien Anderer. Als Autodidakt instrumentierte er geschickt. Alle diese Beschäftigungen füllten ihn nicht aus und so beschäftigte er sich dann viele Jahre nur noch mit Komposition. Viele seiner Werke (für Orchester, Kammermusik und Soloinstrumente) wurden im Radio Jerusalem, Rias Berlin, in Schweden und verschiedentlich in Deutschland aufgeführt. Auch das Israel Philharmonie Orchestra und das Haifaer Orchester brachten seine Werke. Sein Ballett: „Der Rattenfänger von Hameln“ war öfters erfolgreich. Sein Lebensweg wurde geprägt, von hochstehendem Menschentum. Er kannte nur Gradheit, Offenheit, Wahrheitsliebe und Hilfsbereitschaft. Er trug die Musik stets im Herzen und zu seinem Lebensinhalt gehörte der charakterliche Anstand, dessen leidenschaftlicher Anwalt er war. Mit seiner Gattin Sima lebte er in vorbildlicher Ehe. Ihr gilt unsere Teilnahme. Franz Crzeilizter wird stets in unser aller Gedächtnis bleiben. J. S. Ernst Sfössl zum Gedenken Der Name Stössi hat im Theaterleben von jeher einen besonderen Klang. Ludwig Stössi war in Breslau an der führenden Operettenbühne der grosse Komiker. Er ging von Breslau zu Reinhardt, später nach USA. In Tel-Aviv war sein Neffe, Ernst Stössi, auch aus dem Burgenland stammend, Mitbegründer der deutschsprachigen Theatergruppe „Hagescher“ gewesen, die jahrelang trotz grösster Schwierigkeiten den Einwanderern aus Deutschland, die noch nicht die Landessprache beherrschten, Kultur in Form von Theatervorstellungen gab. Wenn man ein Porträt dieses theaterfreudigen Menschen aufzeigen will, so sei hervorgehoben, dass bei ihm das Komödiantische hervorstach. Es kommt nicht auf einzelne Rollen an, dominierend zeigte er in seinen vielen Auftritten Wandlungsfähigkeit, Karikaturbegabung in heiteren Stücken, plastisch echte Vaterrollen, und die Hauptfigur jeweils ins Zentrum rückend. Auch in der Regie wusste er jedem Stück Leben und Wirkung einzuträufeln, die Mitspieler sehenswert herauszustellen, Sprache, Bewegung und Beleuchtung wirksam teilnehmen zu lassen. Ernst Stössi und auch die Hagescher-Gruppe ist auch oft in Elternheimen und Erholungsstätten gratis aufgetreten und hat mit seiner Kunst vielen der älteren Generationen, die nicht Iwrit verstanden, etwas und Vieles gegeben. Nicht vergessen sei auch seine rührige Tätigkeit in der Gesellschaft Israel-Österreich. Voriges Jahr wurde er auch mit dem Bundesverdienstkreuz der BRD ausgezeichnet — eine würdige Anerkennung seiner jahrzehntelangen Leistungen auf kulturellem Gebiet. Dem Mimen flicht die Nachwelt keine Kränze — leider ist dieser Künstler, wie wir hören, kürzlich auf einer Reise in Mexico plötzlich verschieden. Er sei nicht vergessen. J. S. 40

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