Yediʿot shel Irgun ʿOle Breslau be-Yiśraʾel
- Journal
- Yediʿot shel Irgun ʿOle Breslau be-Yiśraʾel
- Volume
- 1978
- Issue
- No. 44 (Oktober 1978)
- Date
- 1978-10-01
- Page
- Seite 35 (sequence 2404)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
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Rabb. Dr. Harry Zvi Levi yi Der Kreis derer, di£ einstmals noch in Deutschland als Rabbiner gewirkt hatten, ist wieder kleiner geworden. Am 1. Tag nan unin tran wurde Rabbiner Dr. Harry Levy y,. zu Grabe getragen. Mit ihm ist eine bemerkenswerte Persönlichkeit von uns gegangen. Im Jahre 1893 wurde er in Posen geboren, wo er auch das Gymnasium besuchte. Er unterbrach sein anschliessendes Studium in Berlin, um als Kriegsfreiwilliger in Belgien zu kämpfen, von wo er nach seiner Verwundung zunächst Militärzensor im Kriegsgefangenenlager Wünsdorf bei Zossen war, und später als jüdischer Feldgeistlicher zur Disposition stand. Nach Beendigung seiner Studien, in Berlin und Würzburg, erhielt er im Jahr- 1920 vom Hildesheimer’schen Rabbinerseminar in Berlin das Rabbinatsdiplom, und 2 Jahre später von der Universität Würzburg den Dr. phil. An seine Lehrjahre schloss sich eine wechselvolle berufliche Tätigkeit an. Er war Schuldirektor, in Teltsch (Litauen), wo er sich auch der dortigen bekannten Jeschiwah anschloss, später Generalsekretär der Berliner Israelitischen Union und des Zentraleuropäischen Büros des “Misrachi”, sowie Redakteur des Jüdischen Wochenblatts “Achdut”. Daneben war er Religionslehrer an der Adass- Schule in der Gipsstr. und bei der Grossen jüdischen Gemeinde Berlin, bei der er auch als Prediger angestellt war. Anschliessend war er Landesrabbiner von Oberpfalz und Niederbayern mit dem Sitz in Regensburg, und wiederum später war er bis zu seiner Auswanderung aus Deutschland im März 1939 Rabbiner bei der Synagogengemeinde “Ahawas-Zion” in Berlin. Wer Rabb. Dr. Levy s.A. noch nicht in Deutschland gekannt hatte, lernte ihn in Tel-Aviv kennen. Hier gab er im Rahmen von Ichud- Schiwat-Zion mehrfach in der Woche Gemarah- Schiurim (die er nur während seiner 2jährigen Tätigkeit von 52—54 als Landesrabbiner von Hessen mit dem Sitz in Frankfurt/M. unterbrach), und er hielt Lehrvorträge, die ein interessierendes Publikum fanden. Er hatte eine eindringliche Art des Vortrags, die ln Erinnerung blieb. Seine Artikel in den Schiwat-Zion-Mitteilungsblättern, die oft Erinnerungen an vergangene Zeiten brachten, waren stets interessant. Mit Liebe erwähnte er seinen Lehrer, Raw Kaplan, der zu seiner Zeit “der” Possek des Berliner Rabbinerseminars gewesen war und der nach seinem frühen Tod von Rabb. Dr. J. Weinberg sel.A., dem letzten Rektor des Seminars, abgelöst wurde. Rabbiner Dr. Harry Zwi Levy s.A. gehörte zur letzten Rabbiner-Generation in Deutschland, die im rabbinischen und organisatorischen Sinn viel für das torahtreue Judentum geleistet hat. Sein Andenken sei zum Segen. n"3xjn Rabb. Dr. E. Scheftelowitz Tel Aviv Das Buch von Annie Löwenstein-Priebatsch: “Länder und Leute” ist zum Preis von IL. 18.— plus Mehrwertsteuer in folgenden Geschäften zu haben: in Tel Aviv: Buchhandlung Landsberger, Ben Jehuda 7 Buchhandlung ABC, Allenbystr. Freyhan, Ben Jehuda Str. 60 Dr. Lichtenstein, Scheinkinstr. 12 in Ramat Gan: Ilse Blumenfeld in Jerusalem: Ludwig Mayer, Schlomzion Hamalkastr. Heatid, Chawazelethstr. Friedmann, Ben Jehuda 1. Zum fünfundzwamigsfen Todestag von Rabbiner MeirBieler Kav/Gimel beElul jährt sich zum fünfundzwanzigsten Male der Todestag des letzten Danziger Rabbiners, Dr. Meir Bieler. 1906 in Tarnopol geboren, besuchte der äusserst begabte Junge seit seinem 4. Lebensjahr den Cheder; die traditionelle Ausbildung wurde auch dann fortgesetzt, als das Pensum der allgemeinen Schulausbildung und später des polnischen Gymnasiums ln Tarnopol bewältigit werden ■ musste. Dazu kam noch, dass infolge der wirtschaftlichen Lage der Eltern der kaum fünfzehnjährige bereits teilweise seinen Unterhalt bestreiten musste. Ohne finanzielle Hilfe und Unterstützung gelang es Meir Bieler auch, das Rabbinerseminer in Breslau mit Erfolg zu absolvieren und an der Universität Würzburg 1932 mit Magna cum laude über den Gottesgedanken bei Ibn Gabirol zu promovieren. 1932 trat er seine erste Rabbinerstelle in Forst an der Lausitz an, von dort wurde er ein paar Jahre später nach Danzig berufen. Das Zeitgeschehen brachte es mit sich, dass Dr. Bieler auch der letzte Rabbiner der Stadt Danzig war. 1940 verliess er als Rabbiner und Leiter des letzten Auswanderungstransports der Danziger Juden die Stadt, und teilte auch das Schicksal der Gruppe, gemeinsam mit einem österreichischen und tschechischen Transport wegen illegaler Einwanderung in Palästina nach Mauritius deportiert zu werden. Trotz seiner angegriffenen Gesundheit, die durch die klimatischen Verhältnisse und Internierungsbedingungen noch weiter geschwächt wurde, übte er in den Jahren 1940 bis 1945 seine Tätigkeit als Rabbiner und Lagerleiter unermüdlich aus. In Palästina, nach der erlaubten legalen Rückkehr 1945, wirkte er als Lehrer und Erzieher und war einer der ersten, der sich dieser Aufgabe in den damals gerade gegründeten Ulpanim widmete. Die Nachwirkung der mehrjährigen Inhaftierung in Mauritius führte zu dem schweren Leiden, dem er 1953 in Jerusalem erlag. Die Verquickung von ostjüdischem Wisen und Mentalität mit westeuropäischer Bildung kam in der Denkschärfe und geistigen Agilität zum Ausdruck, die das Wesen Dr. Bielers prägte. Er gehörte zu den deutschen Rabbinern, deren Intellekt und Einsicht, gepaart mit Urteilskraft und Sinn für Humor, sie zu den führenden Positionen in- und ausserhalb ihrer Gemeinden prädestinierte. Seit seiner Jugend in der zionistischen Bewegung tätig, hatte Dr. Bieler es nichtdestoweniger abgelehnt, seine Gemeinde zu verlassen und verlockende Angebote in der ‘freien Welt’ anzunehmen. Sein früher Tod nahm uns eine Persönlichkeit, deren sprühender Geist allen, die ihn kannten unvergesslich ist und in deren Andenken Meir Bieler weiterlebt. Dr. Margarita Pazi BERICHTIGUNG In dem Aufsatz “Erinnerung an Martin Buber” in Nr. 43 unserer Zeitung legt Herr Dr. Walter Goldstein, der Verfasser dieses Artikels Wert darauf, dass in diesem ein unangenehmer Druckfehler entstanden ist. Man hat ihm aus Versehen eine Lungenerkrankung zugeschoben, jedoch war es G.s.D. nur ein Augenleiden, das längstens behoben worden ist. Wir bitten den Vorgenannten um Entsehuligung für dieses Versehen. Elijahu Boss s.A. Mit grossem Schmerz schreiben wir diese Zeilen zum Andenken an den oben Genannten, der verhältnismässig jung von uns gegangen ist. Er war ein Sohn unseres unvergesslichen Breslauer Urologen u. Chirurgen, Dr. William Boss, s.A. der ein eifriger Mitarbeiter unserer Verbandszeitung war. Das Haus Dr. Boss war in Breslau Mittelpunkt zionistisch u. jüdischen Lebens. Es ist uns unmöglich, in diesem Rahmen die Persönlichkeit von Elijahu Boss zu zeichnen. Im jüdisch-zionistisch-traditionellem Sinne erzogen, hat er in der Landwirtschaftsschule Mikwe Israel seine Ausbildung erfahren, ist dann in führenden Posten in den verschiedensten Zweigen tätig gewesen. Als Führer der Jugendbewegung der religiösen Pfadfinder (Zofim datiim) hat er unzählige Jugendliche zu beeinflussen verstanden. Sein Haus, das er im Jahre 1942 mit einer ausgezeichneten Frau errichtete, die Lehrerin u. Vorstandsmitglied des Waad Halaschon (des Instituts für Festlegung der hebräischen Sprache) ist, und ihm in seiner vielfachen Tätigkeit bis zur letzten Minute hingebungsvoll zur Seite stand, war immer ein Treffpunkt von kultivierten u. musikliebenden Menschen. Seine Plattensammlung überschreitet bei weitem das gewöhnliche Niveau. Im philharmonischen Orchester ist sein Wort immer gehört worden. Seine Tochter hat im akademischen Beruf stehend wichtige Posten inne. Sein Sohn, der das absolute Gehör besitzt, ist verantwortlich im Radio u. der Television in Israel für die musikalischen Programme u. komponiert selbst. Sowohl bei seiner Bestattung, als auch bei der Steinsetzung am 30. Tage war ein grosser Kreis von Freunden u. Bekannten anwesend. Der General-Sekretär des Verbandes ehemaliger Breslauer hat ihm bei beiden Gelegenheiten herzliche Abschiedsworte im Namen Aller gesagt. Elijahu Werner Boss bleibt bei uns in gutem Andenken. Verband ehemaliger Breslauer in Israel Ester Tennenbaum s.A. Die Obengenannte ist am 25.9.1978 in Ramat Gan gestorben und stammt aus einem frommen Haus aus Praschka, der Grenzstadt, die in der Nähe von Landsberg O/S sich befindet. Sie hat bis zu ihrer Auswanderung nach Palästina im Jahre 1935 in Breslau gelebt. Die Tradition der Frömmigkeit hat die Verstorbene bis zu ihrem Ende gehütet. Die grosse Bar Mizwa, die das Ehepaar Tennenbaum ihrem ältesten Sohne Schmuei — Sigi, in der Glogauer Schul gefeiert hat, wo der bekannte Rabbiner Dr. Hamburger — der letzte Rabb. der Breslauer jüdischen Gemeinde mit seiner Gattin deportiert, — fungierte. Der grosse Kiddusch ln der Wohnung Clausewitzstr., wo alle Gemeindemitglieder eingeladen waren, bleibt unvergesslich. Unser tiefes Mitgefühl gilt den Kindern der teuren Heimgegangenen, sowie den beiden Brüdern Jakob Abrahami (Skoruppa) u. Noach Skoruppa. Bei der Bestattung der oben Genannten haben sich viele Freunde u. Verwandte und insbesondere die noch am Leben gebliebenen u. Geretteten der einst blühenden Gemeine Praschka, eingefunden. Erich Lewin, der letzte Prediger der Gemeinde Rosenberg O/S hat in seiner Gedenkrede diese Gemeinde noch einmal in all ihren Schattierungen, aufleben lassen. Zum Ableben der unvergessl. Mutter und Schwester, Ester Tennenbaum geb. Skoruppa, aus Praschka, später Breslau, ist von den Söhnen Schmuei u. Simcha Oren, sowie der Tochter Schoschana Tene eine grosse Spende eingegangen, wofür wir von dieser Stelle aus nochmals danken. 35