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Yediʿot shel Irgun ʿOle Breslau be-Yiśraʾel · 1978-04-01 · No. 43 (April 1978) · p. Seite 8

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Journal
Yediʿot shel Irgun ʿOle Breslau be-Yiśraʾel
Volume
1978
Issue
No. 43 (April 1978)
Date
1978-04-01
Page
Seite 8 (sequence 8)
Language
German
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Beiträge zur Geschichte der Juden Kosel. Eine unbestätigte Quelle erwähnt Juden hier bereits Im Jahre 1373. In der Oppeln Ratiborischen Landesordnung vom Jahre 1561 war im Artikel 54 festgesetzt: Kein Herr, Praelat oder Ritter darf ohne Kaiserliche Bewilligung Juden aufnehmen, Unterthanen dürfen ohne Erlaubnis ihres Grundherrn von ihnen kein Geld leihen. Aus diesen Bestimmungen dürfte zu entnehmen sein, dass einzelne Juden sich hier doch schon damals besetzt hatten. Laut Journal der Breslauer Kammer hatten im Jahre 1656 die Juden allein in &Oberschlesien 100 Branntweinurbare in Pacht, v. denen vermutlich eins sich hier befand. Unter den 11. Toleranzämtern Oberschlesiens, zuerst in 1713 erwähnt, war auch eins in Kosel für Stadt und Kreis. Jeder Jude musste eine jährliche Abgabe als Toleranzgeld zahlen, wofür er einen Legimationsschein erhielt. Die allgemeine , Erlaubnis im Lande zu hausieren bezog sich unter anderen Städten nicht auf Kosel, wo das Hausieren bei Confiscation der Waren verboten war. Im Jahre 1750 waren hier Marcus und Salomon Baruch Handelsleute und Samuel Hirschei Branntweinpächter. Für das Branntweinbrennen im Dorfe Klodnitz bei Kosel zahlte Simon Abraham eine jährliche Pacht von 100 Thalern. Im Jahre 1770 hatten die Brüder Jakob und Ludwig Hirschei den Branntwein auf 6 Jahre gepachtet. Nach dem 7jährigen Kriege bis zum Ende des Jahrhunderts wuchs die Zahl der Juden ständig. Im Jahre 1766 waren es 30 Seelen, 1777: 86, 1782, von welchem Jahre sich auch eine Designation von ihnen findet, 112, 1791: 44 männliche und 54 weibliche, 1802: 97, 1804: 61, 1808: 64, 1836: 96, Ende 1843/44: 160 Juden oder 28 Familien, 1855: 180, 1858: 183, 1861 181, 1864: 196. Durch das Edikt von 11. März 1803 konnten sie Inländer und Preussische Statsbiirger werden, wie z.B. Moritz Hirschei Lewy, der in Wiekschuetz, Kreis Kosel wohnte, auch Grundstücke erwerben, jedoch waren die ständischen Rechte nicht mit Grundbesitz verbunden. Im Jahre 1821 war Eliason ein besoldeter Ratsmann. Am 3. Sept. 1796 wurde eine Gebäude als Bethaus gekauft, am 11. Nov. 1814 der Friedhof angelegt (für Beerdigungen und Gräber auf diesem siehe Breslauer Jüd. Gemeindebl. 1934 (?) Nummer 23, Seite 14). Am 25. April 1820 wurde das Jos. Matulasche Haus für die Einrichtung einer Mikwah erworben. Am 21. März 1825 kaufte die Gemeinde das Haus Kasernenstrasse 28 als Synagoge. In dieser wurde am 19. Juli 1840 eine Totenfeier für König Friedrich Wilhelm III. von Freussen gehalten, bei der Moses Ring die Gedächtnisrede hielt. Der Betrag, der durch den Verkauf dieser in Breslau in demselben Jahre gedruckten Rede erzielt wurde, wurde zum Ankauf von Brennmaterial für die Armen der Stadt verwendet. Eine jüdische Elementarschule bestand seit dem 1. August 1822. Ein Kind der Gemeinde war Daniel b. Isachar Baer Bloch, der seit 1786 in Dyhernfurth, Schlesien als Drucker arbeitete, wo sein Name in den folgenden Drucken erschien: Hidduschei Maharam Barbi in 1786; Seder Birchas ha-Mosaun in 1794; Seliches in 1798; Mögen Awrohom in 1800; Machsor Jom Kippur und Schewues in 1806 Siddur, Druckjahr nicht erwähnt. Pränummeranten von hier, wie z.B. Feibel Steinitz, werden als Subskribenten für die Pentateuchübersetzungen von Joel Bril, Breslau 1797 ff., von Mendelsohns Sefer Semiraus Jisroel, Psalmen, Breslau, 1820 und von hebr. Predigten Menachem Zewi, Breslau, 1843 erwähnt. Die Gemeindeakten befanden sich s.Zt. im Gesamtarchiv d. deutsch. Jud. in Berlin. Kopien von Dokumenten aus Breslauer Archiven enthalten auch die Handschriften Louis Lewin, Num- Von Rabbiner I>r. LOUIS LEWIN (vgl. diese Mitteilungen Nummern 36, 39). mern 184, 376. In dieser Sammlung befinden sich auch unter Nr. 429 im Mohelbuch des Kantor Muschel, Breslau, Listen der Beschneidungen schles. Gemeinden 1883—1929, darunter auch solche in Kosel. Hugo Sonnenfeld, bekannter Jurist und Jüd. Gemeinde-Politiker wurde hier im Jahre 1863 geboren. Er war viele Jahre Berliner Stadtverordneter, Verteidiger des Angeklagten im Konitzer Ritualmordprozess, upd 1. Präsident der Landesversammlung des Preuss. Landesverbandes Jüd. Gemeinden. Er starb in Berlin in 1927. Literatur: Nietsche, Gesch. d. Stadt Gleiwitz, Gleiw., 1886, S. 599, Anm., R. Welzel, Gesch. d. Stadt, Herrschaft und Festung Cosel, Berlin, 1866, passim, A. Klibansky, Materialien z. Jüd. Familienforsch. in Breslau, Bresl., 1929, Nr. 26, Der Orient, 1844, S. 20, Staatsbürger-Verzeichnis, Breslau, 1812, s.v., Schles. Provinzialblätter, Breslau, 1821, Bd. 74, S. 265, Literaturbl. d. Orient, 1842, S. 597, vgl. Benjakob Ozar, Ches Nr. 372, Mem, Nr. 1481, Mitt. d. Gesamtarch. VI, 116, Jüd. Lexicon V, 436, für 1762, vgl. Bresl. Gemeindebl., 1934, Nr. 14, S. 15, für 1796, 1825, 1882 siehe Der Oberschlesier 1931, S. 67, vgl. noch Brann, Gesch. d. Jud. i. Schlesien I, 24, 26, V, 183, 1, 2, 184. Landsberg. O/S Die 1. Erwähnung von Juden hier scheint in das Jahr 1678 zu fallen. Von 1817— 1849 war Baruch Oelsner (Eisner) Rabbiner. Er empfing von R. Simchah Rehfisch, Kempen, Posen, Resp. Nr. 28 in dessen Sammlung Schaarei Simchah II, Bilgorai, 1911. Er subskribierte auf Machsor Krotoschin, 1838 (siehe Sukkot II) und Chumasch Or Le-Jisroel. Krotoschin, _ 1839, unter anderen Subskribenten, einer von welchen war Baruch Markuse, der auf Joel Bril’s Pentateuchübersetzung, Breslau 1797 subskribierte. Später fungierte als Rabbiner Abraham Jakob Lewin (Levin), früher möglicherweise in Wongrowitz, Posen. Er könnte identisch sein mit A. M. Levin, der, wie alle oberschlesischen Rabbiner der Zeit, ein Parteigänger von Rabbiner Salomon Tiktin in Breslau in seinem heftigen Streit mit Araham Geiger war. Er war der Verfasser von “Das altgläubige Judentum in Beziehung auf die christliche Religion und auf den Staat“, Berlin 1858. Der 2. Titel lautete “Petition an ein hohes Herrenhaus namens der altgläubigen Juden u. in Vollmacht ihrer angesehensten Rabbiner betr. die Revision u. Aufhebung des Judengesetzes vom 23. Juli 1843“. Er trat für die Einsetzung eines “altgläubigen“ Consistoriums ein. Damals wohnte er in Berlin. Er figurierte auch als Verfasser eines Artikels in der “Neue Preussische Zeitung“ vom 15. Febr. 1858, Beilage, betitelt “Die Reform-Juden u. Israel”. Ausserdem schrieb er noch ein Schriftchen betreffend Kirche u. Staat, genannt “ganz gehorsamste Berichtung...“, Graetz 1860, die den “Kammern“ überreicht wurde. Die Obige Petition wurde von Julius Landsberger (vergl. Handschrift L. Lewin, Nr. 234) in seiner “Beleuchtung...“, Berlin 1858 angegriffen. Die Reformer nannten ihn “einen nicht im Gerüche der Heiligkeit stehenden Schächter, kaum Rabbiner, der weder (Deutsch) lesen noch schreiben konnte, und den die Männer, auf die er sich beruft, desavuiren“. Der wahre Verfasser des obigen Artikels wird als “verkappter Kreutzzeitungsritter“ bezeichnet. M. Steinschneider vermutete, dass “hinter Levin noch eine Partei steckte“. Er pränummerierte auf Rotz-Le-Mischnah, Breslau 1857. Er korrespondierte * mit dem obigen Simchah Rehfisch, der ihm d.d. 47. Tag der Sefirah 1857 schrieb. Uber ihn siehe noch Hain Oberschlesien magid, Lyck 1858, S. 61. Sein Sohn war anscheinend Moritz Levin, geb. in Wongrowitz im Jahre 1843, studierte an der Berliner Universität und wurde für eine rabbinische Karriere von privaten Lehrern vorbereitet. Für kurze Zeit war er Rabbiner in Zuerich, von 1872—84 in Nuernberg, dann Prediger der Reform-Gemeinde Berlin. Er veröffentlichte: “Gott und Seele nach jüd. Lehre“, Zürich 1871, ein 2 bündiges “Israelitisches Gebetbuch“, “Lehrbücher der Biblischen u. Jüd. Gesch. u. Literatur“, “Die Israelitische Religionslehre“, und “die Reform des Judentums“. Ende 1843 wohnten in Landsberg 112 Juden, 1863 wurde für den Synagogenbau gesammelt. Der Tempel wurde 1864/65 erbaut und am 14/9, 1865 eingeweiht. 1928 war die Gemeinde so zusammengeschmolzen, dass sie in der Presse einen Hilfsruf veröffentlichte, um die Kosten für die Entstandsetzungsarbeiten der verfallenen Synagoge zu bestreiten. Dokumente zur Gemeindegeschichte enthält die Handschriftensammlung L. Lewin Nr. 88, 184, 355 (Mohelbuch des Jecheskel Elieser Landsberg, Listen von Beschneidungen auch aus Landsberg), 376. Für 1798 s. Mitteilungen aus dem Gesamtarch. d. deut. Jud. V, 178. Aus Landsberg stammte Dr. Samuel Muehsam, geb. in 1831, Rabbiner in Posteiberg, Boehmen und Maehrischen Gemeinden, auch eine zeitlang Lehrer für Französisch an der Realschule in Znaim und seit 1877 in Graetz, Steiermark, auch möglicherweise Moses Migger Landsberger, Rabbinatsverwesser in Rosenberg O/S. (s. diese Mitteilungen Nr. 36). Nachbemerkung: Vorstehenden Artikel verdanken wir Rabbi Dr. Daniel Lewin aus Kanada, der uns schon des öfteren mit historisch wertvollen Beiträgen seines unvergesslichen Vaters, des Herrn Rabbiners, Dr. Louis Lewin, s.A. bedacht hat. Rabb. Dr. Louis Lewin war als Historiker bekannt und hatte die Rabbinate in Kempen in Posen, sowie in Kattowitz O/S, inne. Er war dann später in Breslau als Historiker und Lehrer bekannt. Es gelang ihm noch nach Palästina einzuwandern, wo er in hohem Alter in Bne Berak heimging. Es ist unmöglich, in diesem Rahmen die umfangreichen Studien und historischen Aufsätze zu Papier zu bringen. Wir danken nochmals seinem Sohne, dass er sich bemüht, die Arbeit seines Vaters wachzuhalten. WIR GRATULIEREN Herrn Dan Kami, Ashkelon, Havradimstr. 33 zu seinem 60ten Geburtstag. Als Peter Kornicker am 14.12.17 in Breslau geboren, ist er der Sohn von Georg und Hertha Kornicker geb. Cohn. Georg Kornicker war Rechtsanwalt und Notar und hatte seine Kanzlei auf der Nicolaistr. 7, gegenüber von Bielschowsky. Bis Ende 1933 ging er zur Schule aufs Johanneum, ging dann in die Lehre bei Möbel-Hirsch bis zu deren “Arisierung“ und danach zu Hecht, Matthias & Co. am Ring. 1936 ging er auf Hachscharah in Magdeburg und Holland, von wo er 1939 “illegal“ ins Land kam. Von 1941 bis 1946 diente er bei der Jüdischen Brigade, wurde am 15.5.48 zu Zahal eingezogen, wo er Ende 1968 als Berufssoldat diente. Seit 1971 bei der Stadtverwaltung von Ashkelon tätig ist er für die zivilen Sicherheitsdienste (Melach) zuständig. Wir wünschen ihm zu seinem 60ten Geburtstag alles gute für die Zukunft, ausserdem gratulieren wir zur Geburt der zweiten Enkelin (als 8te in der Enkelschaar). Verband ehemaliger Breslauer in Israel 8

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