Yediʿot shel Irgun ʿOle Breslau be-Yiśraʾel
- Journal
- Yediʿot shel Irgun ʿOle Breslau be-Yiśraʾel
- Volume
- 1977
- Issue
- No. 42 (September 1977)
- Date
- 1977-09-01
- Page
- Seite 31 (sequence 2318)
- Language
- German
- Belongs to
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SCHLOMO RÜLF: LEBENSERINNERUNGEN “STRÖME IM DURREN LAND” (Deutsche Verlagsanstalt, Stuttgart) Zwar ist es kein neues Buch, jedoch ist es wichtig, in heutiger Zeit wieder darauf hinzuweisen. Es handelt von einem Erzieher, Pionier und toleranten Theologen, dessen Sorge um die Familie und das Land den spannenden Inhalt bildet. Der Leser lernt in dem Verfasser eine jugendlich-elastische, aufgeschlossene Persönlichkeit kennen, einen Mann, der alles, was er tut, mit Herz, Liebe und dem Glauben bewerkstelligt, dessen Wesen Güte und Menschenliebe ausstrahlt, der den jüdischen Alltag schildert, im Geburtsland, aber speziell in der Landwirtschaft von Mikweh Israel und im Aufbau von Nahariya. Rülf beschreibt sein mutiges Leben, er zeichnet seine Menschen, seine Freunde und die Jugend ehrlich und liebenswert. Es ist ein aktives. Buch, voller Schicksäle, voller Beobachtung und Schattierungen. Der Verfasser ist gegen jegliche Passivität, er kämpft gegen Ängste und Mutlosigkeit. Bewundernswert, wie er das schwere Leben meistert. Er gibt Positives mit vollem Herzen, er schildert wahre, schöne, aber auch bittere Erkenntnisse. Er war ein meisterlicher Erzieher der Jugend, er war offen in seiner Selbstkritik, nahm manche Rückschläge nicht zu tragisch und überwand sie klug. Am Beispiel dieser einmalig geprägten Gestalt wird unser Land vorwärts schreiten. Das Buch stellt ein wichtiges ausdrucksvolles Dokument hohen Menschentums dar. Ein Jeder sollte es lesen und besitzen. Es berührt persönlich. J. S. WALTER WADEPUHL: HEINRICH HEINE Sein Leben, seine Werke (Wilh. Heyne Verlag, Münschen, 1977) Der Münchner Verlag Wilhelm Heyne bringt in seiner Biographien-Reihe auch obiges Werk über den genialen Dichtergeist Heinrich Heine heraus. Das war ein schwieriges Beginnen. Denn über diesen Dichter existiert bereits eine grosse Anzahl analysierender Lebensbeschreibungen. So ist klar, dass der Verfasser die starke Persönlichkeit Heines auch von einer neuen Seite her beleuchtet. Er will das Bild des oft umstrittenen und vielfach angefochtenen Dichters geraderücken, er will die Widersprüche in der Auffassung seines Lebens, seines Daseins und seiner Werke in Ordnung bringen. Allzuoft ist vieles missverstanden worden, was der Dichter gemeint, gesagt und geschrieben hat. Es entstand ein erfolgreicher Beitrag zu einem Menschenbild, der durch den Reichtum an historischen Fakten und durch wertvolles Quellen-Material ausserordentlich fesselt. Es ist wohl, als ob man Augenzeugenberichte lese, so klar ist dies alles geschildert. Dem Leser wird ein packender, spannender überblick über Heines dichterische Repräsentation geboten. Es sind viele Schriften, Werke, Gedichte, die Theaterstücke, geröntget, der Ablauf seines Lebens, seine Familie, die Freunde, die Wanderungen, die ganze Atmosphäre sonstwo und in Paris ist aufgezeigt. Ein kluger Forscher hat mit dieser Chronik “Chroniken" neu geschaffen. Hier entstand ein Standardwerk der Literatur, hier liest man gut geschildert von dem Gedankenkreis des Dichters. Heine, oft angefeindet und missverstanden, wird dem Leser hier ganz nahe gerückt. Seine Werke werden aufs Neue einmalig! Welche künstlerische Gestaltungskraft besass dieser Mann! Sein Bild, wie der Verfasser es aufs neue entwirft, weicht in so Manchem von demjenigen ab, das bald nach Heines Tod gezeichnet wurde. Wer Heine liebt, der möge diese Lebensbeschreibung kennen lernen. JULIUS SACHS Irene Unter * Als alte Breslauerin ist es mir ein inneres Bedürfnis in dieses Blatt, das stets voller Erinnerungen schwebt, folgendes hinzuzufügen: Irene Tinter ist nicht mehr. Wer sie kannte, weiss, was mit ihr erloschen ist. Für mich wird sie immer meine beste Freundin bleiben; die MUSIK hat uns zusammen geführt, hat uns kaum wiederkehrende schöne Stunden voll Arbeit und Liebe gegeben. Sie hatte einige Jahre mit mir zusammen bei der Breslauer Pianistin Hirsch Kaufmann studiert, hat aber bald den ihr gebührenden Platz nach Berlin zu Prof. Josef Schwarz gemacht, der sie zu seiner “Meisterschülerin“ ernannte und viele Konzerte sowohl in Berlin, als auch in Breslau mit ihr zusammen gab. Hilde Lange s.A. Wieder ist eines der 35 Enkel von Siegmund und Johanna Goldstein, Beuthen O/S, verstorben. Hilde Lange, Tochter von Dr. Salo Friedmann und Ida geb. Goldstein, früher Beuthen O/S, ist nicht mehr. Wir haben sie geliebt, geschätzt, denn sie stand unserem Herzen nahe. Sie war ein edler, feinfühlender, toleranter, kulturell hochstehender Mensch, hilfsbereit und unegoistisch, liebevoll und gütig. Sie hatte in Berlin und München studiert. Sie heiratete, doch fiel ihr erster Mann im I. Weltkrieg. Sie hatte hier im Lande nicht immer ein leichtes Dasein. Doch Sonne fiel auf ihr Leben dank rührender Liebe ihrer Kinder, Schwiegersöhne und Enkel, ebenso eines grossen Freundeskreises, für den sie immer ein offenes Haus hatte. Schwer traf sie der Tod ihrer Tochter Erika. Wie heisst es doch in jenen Versen der Dichterin? “Nur den Tod derer, die mir nahe sind, fürchte ich. Wie soll man leben, wenn sie nicht mehr da sind? Man stirbt nur den eigenen Tod, mit dem der anderen muss man leben“. Sie lebte in Nathanjah, nun ist sie in Jene unbekannte Welt sanft hinübergeschlummert, in die sie der Familie zu früh entrissen wurde. Sie wird vielen fehlen. J. S. WIR KONDOLIEREN: Frau Marga Falkenburg geb. Weiss, Kirjath Chajim Haifa Rechow Moshe Schareth 85, zum Ableben ihres Mannes Paul Falkenburg, der als rühriges Vorstandsmitglied ehemaliger Leipziger aber auch unserem Verbände durch seine Gattin, eine Breslauerin) stark verbunden war. Wir halten seinen letzten Brief an uns gerichtet zu Rosch Haschanah in der Hand und wissen um seine Guete, Hilfsbereitschaft und Feinheit. Mit der Familie trauern viele Bekannten und Freunde um diesen wertvollen Menschen. Herrn ISRAEL JANAI, Bne Brak, Elijahu Hanawi 3, zum Ableben seiner Mutter, deren Frömmigkeit an der Seite ihres Mannes, des in Breslau bekannten Talmudgelehrten Herschel Zwi Janiak, ein echt jüdisches Haus garantierte. Sein Wissen war gepaart mit einer grossen Bescheidenheit und haben oft Rabbanim seine Ansicht eingeholt. Frau RUTH ECKERLING geb. Stark, Tel- Aviv, Kolonymos 11, zum Hinscheiden ihres Gattein Leo Eckerling, dessen Lebensweg Czernowitz, Wien, Breslau ihn nach Tel-Aviv führte. Schon in Breslau arbeitete er an der bekannten Arbeiterzeitung Vorwärts, kämpfte in der jüdischen Brigade und brachte es zum Abteilungsleiter in der Tnuva, wo er durch seine Tüchtigkeit, den Geist echter Kameradschaft, die Wertung der Arbeit seiner Untergebenen sehr beliebt war. Weissenberg Ihr Spiel war aufregend, faszinierend, sodass selbst der damals sehr, sehr scharf schreibende Kritiker Dr. Paul Riesenfeld, nach ihrer Interpretation der “Appasionata“ die Worte schrieb: “Bei Irene Weissenberg kann man Beethovens Worte: “Die Musik muss den Menschen Feuer aus der Seele schlagen“, anwenden. Diese von ihr ausgehende Inspiration verschaffte auch mir d. bleibende Erlebnis bei unserer gemeinsamen Arbeit für das Synagogen-Konzert im Jahre 1933 mit dem Bach-Konzert in C-moll an 2 Klavieren. Danach kam die räumliche Trennung; sie blieb noch in Breslau, hat viel zur Befreiung ihres Mannes aus dem KZ Buchenwald beigetragen und Beide erschienen dann in dem damaligen Palestina und kamen zunächst zu mir. Danach siedelten sie nach Jerusalem über, konnten jedoch in dem damaligen Musikleben den ihnen gebührenden Platz nicht finden. So führte ihr Weg sie nach USA, wo sie das Gülck hatte, für sich und ihren Mann einen Platz zu finden, an dem sie Beide glücklich und zufrieden waren, ausgefüllt mit ihrer Arbeit in der Musik; und sicher hat sie bei Vielen, Vielen die Worte hinterlassen: “Du holde Kunst, ich danke Dir“ — leider zu kurz! Ich werde sie nie vergessen!! LOTTE KALMUS-MARKIEWITZ (früher Breslau). SPENDEN UND BEITRAEGE SPENDEN AUS ISRAEL: Siegbert Mannheim, Kirjat Ono, grosse Sonderspende anlässlich der Schloschim nach seiner Gattin Dorchen Mannheim geb. Mamroth. Arie Ganiel, Kirjat-Schmuel — Haifa, Elfriede Masur - Zalmanowltz, Natania. Georg Nathan, Kfar Schmarjahu, Neve Aviv Club. SPENDEN AUS AMERIKA, UBERSEE: Rosel David geb. Lewkowitz, London, Vera Kaufmann, Chicago, USA., Wolfgang Lesser, Amsterdam, Ilse Ollendorf-Reich, Norwalk, Conn. USA. Eva Jordan, 30 Westcombe Ave, London SW 20. Werner Pusch, Wetzlar, (West Germany). Martin Zucker, San Leandro Cal. (USA). Wir gratulieren Herrn LEOPOLD SALOMON, Bat Jam, Azmauth Ave. 67 zum 80. Geburtstage. Der Jubilar ist immer an allen unseren Bestrebungen stark interessiert, kontaktfreudig, aufgeschlossen und überall beliebt. Wir verbinden unsere Gratulationen mit dem Wunsche baldiger Genesung. DANKSAGUNG Hiermit danken wir Herrn Werner Frey, Rio de Janeiro, rua Almirante Guilhem 234/204 — Leblon, für die Überlassung der herrlichen Bilder aus Breslau, bezw. jetzt Wrozlaw, sowie die Breslauer Milieuschilderungen aus dem vorigen Jahrhundert, die wir uns Vorbehalten, in der nächsten Nummer auszusweise zu bringen. Werner Frey ist der Neffe des bekannten Stadtverordneten Hugo Frey, der anfang 1945 im KZ Gross-Rosen, umkam, sowie der Sohn des bekannten Stadtrats Georg Frey, von 1919 bis 1933 (SPD) der im März 1939 mit seiner Frau nach Rio zu seinen Söhnen auswanderte, und 1946 in Rio verstarb. Am 28.8. ist der Todestag von Georg Frey. Wir sind freudig überrascht, dass Werner Frey uns diese wichtigen Dokumente überlassen hat. 31