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Yediʿot shel Irgun ʿOle Breslau be-Yiśraʾel · 1977-09-01 · No. 42 (September 1977) · p. [Seite]

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Journal
Yediʿot shel Irgun ʿOle Breslau be-Yiśraʾel
Volume
1977
Issue
No. 42 (September 1977)
Date
1977-09-01
Page
[Seite] (sequence 2288)
Language
German
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Gegründet von Dr. Wilhelm (Seev) Freyhan Bitte bewahren Sie die “Mitteilungen” und denken Sie immer wieder an die “Suchanzeigen”. iHiw*2 \Kiv12 >nxi» hain MITTEILLUNGEN Ng DES VERBANDES EHEMALIGER BRESLAUER IN ISRAEL E.V. | CERMAMIA JUDaICA iw my>i> 42 rfbwn mu>n wm September 1 977 UND SCHLESIER Brief adresse: Erich Actions-Comite: Dr. Lilli Berg-Platau, Erich Lewin, Max Lopatka, R. Löwenberg, Dr. Prager, M. Pick, J. Sachs, M. Schmerel-Hofstein. Lewin, Ramat-Gan, Mazadastr. 27. Tel. 749754 DER TAG DER VERSÖHNUNGEN ,nmwn 'n mpD wrn „Führe uns zurück zu Dir, Ewiger; wir wollen zurückkehren; erneuerte unsere Tage, wie einst” — die grossen Worte, meine andächtigen Zuhörer, die unserem Munde soeben entklungen, hat unser Ohr sie vernommen, unser Herz sie in voller Tiefe empfunden? Einst sprach sie der gottbegeisterte Seher, als der jüdische Staat zertrümmert, der Tempel zerstört, das Volk in die Gefangenschaft entführt war. Und nicht das ist sein erstes Gebet, dass Gott uns Staat, Heiligtum, Heimat wiedergebe: „Gib uns uns selber wieder“, so lautet sein erster Ruf; erst dann kann unser Leben sich wahrhaft erneuern. Und so beten auch wir an den heiligsten Tagen des Jahres: zuerst rufen wir: „Unser Vater und König, wir haben gesündigt vor Dir“; dann sprechen wir das Bekenntnis, dass alle Sünde uns doch von Gott nicht scheiden kann: „wir haben keinen König ausser Dir“; dann erst flehen wir, dass Gott „um seinetwillen“ sich unserer erbarme und „ein gutes Jahr“ uns schenke. Wohl lastet auf uns gleich schwer der Druck der Schuld und der Druck des Lebens; aber der hat diesen grossen Tag nicht verstanden, der nur Befreiung von der Bürde des Schicksals von ihm erwartet: erst Versöhnung mit Gott und der Gottesstimme in uns, dann erst Versöhnung mit dem Leben! So wagen wir das dunkle Weisheitswort zu deuten, dass der grösste Tag des Jahres mit Recht nicht „Tag der Versöhnung“, sondern trns'on Dl’ „Tag der Versöhnungen“, heisse. „Die beiden Lichter erstrahlen zusammen; das höhere entzündet das niedere“. Das Licht des Lebenswillens und Lebensdranges entzündet sich an der Flamme des höheren Lichtes, die selbst ein Abglanz des Himmelslichtes ist. So haben unsere frommen Väter Dr. HURWITZ LTD. TRAVEL & TOURS AGENCY NEUE ADRESSE TEl-AVIV, ALLENBY Sfr. 113 (Passage) 614025 6 2 1 3 5 1 Individuelle Beratung für Ihre Reise ins Ausland Predigt gehalten am Versöhnungstage 5683 in der Synagoge des jüdisch-theologischen Seminars zu Breslau von Dr. I. HEINEMANN (Von Freunden der Anstalt dem Druck übergeben.) den Jom Hakippurim erlebt. Und das ist auch heute das Suchen unserer Seele: dass der grosse Gottesbote auch uns aussöhne mit Gott und aus dieser Versöhnung die Aussöhnung finden lasse mit dem Leben. Welches aber ist der Weg zu Gott, den der Versöhnungstag uns weist? „Eine verborgene Stätte ist in himmlischer Höhe. Dort ist die Tiefe, des Brunnens. Von da gehen Bäche und Ströme aus nach allen Selten. Diese Tiefe der Tiefen heisst Busse. Und wer von seinen Sünden rein werden will, muss von hier aus zu Gott rufen. Daher heisst es: aus den Tiefen rief ich zu Gott“. Der Sohar, meine andächtigen Zuhörer, dem wir diese Worte entnehmen, ist für uns kein Buch untrüglicher Wahrheit, wie für so viele unserer Brüder im Osten. Aber allerdings gibt uns manches seiner Worte einen Blick in die Tiefen des Lebens und die Wahrheiten des Judentums. So auch diese Stelle. „Busse heisst die Tiefe der Tiefen“. Gewiss, das Bedauern über einen unbesonnenen Schritt kennt jeder Mensch, auch der oberflächlichste, der das Himmelslicht nur missbraucht, um tierischer als jedes Tier zu sein. Aber vom Brunnen der Busse sieht jene gedankenlose Flachheit nur die Oberfläche. Und auch diejenigen schöpfen nicht aus letzter Tiefe, die nur Verstösse gegen das Sittengesetz zu bedauern vermögen. Erst wenn dies Sittengesetz von uns als Willen der Gottheit empfunden, das Unrecht als Abfall von unserer göttlichen Bestimmung, unserem gottgegebenen Wesenskern erfasst wird, erst dann erscheint uns die verfehlte Tat als Sünde, erst dann kommt es zu dem furchtbaren Bekenntnis: „unser Vater, unser König, wir haben gesündigt vor Deinem Angesicht". Und wenn bequeme Lebensklugheit die Stimme des Gottesboten übertönen, der Sünde ihren „Stachel" nehmen will durch den Gedanken, dass wir im Grunde nicht schlechter waren als die andern, so erinnert uns der furchtbare Tag des Selbstgerichtes an unsere eigene Bitte: “lass uns zurückkehren zu Dir, o Ewiger“ — nicht nur so weit, wie die andern halten, sondern bis zum letzten Ideal, bis zur restlosen Erfüllung dessen, was Gott von uns verlangt. Dann erst senken wir den Eimer in die letzte Brunnentiefe. Dann wird uns deutlich, wie weit wir uns von der Aufgabe entfernt haben, die unser besseres Ich uns vorzeichnete; wie häufig wir um des Tandes kleiner Ehren willen unser Bestes aufs Spiel gesetzt, aus Missgunst den Nächsten gekränkt, aus Härte und Gewinngier, weit über den Bedarf unseres Daseins hinaus, des Lebensrechtes unserer Mitmenschen gespottet haben. So haben wir als Menschen gesündigt — und als Juden? Haben wir den Königsmantel göttlicher Sendung mit dankbarer Treue getragen — nie hochmütig mit ihm geprunkt, nie kleinmütig ihn zu verstecken und zu verleugnen gesucht? Und haben wir nie zu jenen gehört, die durch Unsau- (Fartsetzung Seite 2) Liebe Mitglieder und Freunde Auch diese Nr. 42 kann erst mit erheblicher Verspätung herausgegeben werden, da arbeitstechnische Dinge immer wieder cintrcten, die eine solche Verzögerung veranlassen. Wir haben das Prinzip, unser Blatt auf einem guten Niveau zu halten und bemühen uns, durch präzise Kleinarbeit alles dem Leser gefällig zu machen. Leider ist durch ein Versehen einer untergeordneten Frau ein Paket mit Briefen und Schecks verbrannt worden, so dass wir nicht die Möglichkeit haben, diese zu bestätigen. Wir wissen auch nicht, wer die Einsender gewesen sind. Wer von Ihnen keine Quittung in der letzten Zeit erhalten hat, muss damit rechnen, dass sein Scheck verbrannt wurde. Aus diesem Grunde ist eine Einlösung dieses Schecks unmöglich. Wir bitten unsere Leser, die uns in der fraglichen Zeit, ca. Juli—August, Zahlungen gesandt haben, und keine Quittungen erhalten haben, dies bei Ihrer Bank zu kontrollieren. Sie können ohne jeden Vorbehalt Ihre Zahlung nochmals leisten, da die erste nicht realisierbar geworden ist. Wir hoffen, dass auch dieses Blatt Ihr volles Interesse findet und bitten zu berücksichtigen, dass die Kosten der Herausgabe immens hoch sind. Zahlungen in Israel jährlich IL. 25.— bzw. im Ausland 10.— .$ Unser Bankkonto ist weiter: 24195 American- Isracl Bank, Tel Aviv, Rothschild BIvd. 11, z.G. Irgun Joze Breslau, bzw. Postscheine, baar, oder Schecks an den Verband ehemaliger Breslauer, Ramat Gan, Mazadastr. 27 (Erich Lewin) Israel. Bitte, genauen Absender des Einzahlers anzugeben, da ln der letzten Zeit Widder Beträge ohne Namen eingegangen sind. Das “Goldene Buch“ auf den Namen unseres Gründers, Dr. Wilhelm Seew Freyhan, steht Ihnen ständig zur Verfügung. Bitte, vergessen Sie es nicht. Wir wünschen Ihnen nachträglich, aber nicht minder herzlich, ein gesundes und zufriedenes Jahr. Verband ehemaliger Breslauer u. Schlesier in Israel

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