Yediʿot shel Irgun ʿOle Breslau be-Yiśraʾel
- Journal
- Yediʿot shel Irgun ʿOle Breslau be-Yiśraʾel
- Volume
- 1977
- Issue
- No. 41 (April 1977)
- Date
- 1977-04-01
- Page
- Seite 30 (sequence 30)
- Language
- German
- Belongs to
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SUCHANZEIGEN ■rafaHMamMVMarwai MALIES NATHAN, Tochter von Leo und Meta Nathan, Fa. Wachsmann, Herren-Artikel, nach Neu Seeland ausgewandert, soll aber sich hier in Lande befinden. Zuschriften an Irgun Jozej Breslau, Ramat-Gan, Mazadastr. 27. (Erich Lewin). Nachkommen von ROBERT OLLENDORF, geb. in Rawitsch, 1823, gest. in Breslau 1876, und seiner Ehefrau Seraphine geb. Bandmann, werden gebeten sich in der Nachlassangelegenheit Dr. Kaete Becher, mit den Anwälten: Goodwin und Knipe, 204 Portobello Road, London W 11 in Verbindung zu setzen. Wir bitten um Nachricht: Klasse O Ia (Frl. Zucker) Abiturjahrgang 1931, Caecilienschule, Breslau. Zuschriften an: Lotte Peter geb. Jaekel, Gaensauweg 3, 6504 Oppenheim, oder Kaethe Hoffmann, geb. Hoheisel, Jenischstr. 3, 7140 Ludwigsburg, beides West Germany. Wir wollen Kontakte mit den jüdischen früheren Mitschülerinnen aufnehmen. Wer kann Auskunft geben über: LOUIS GRÜNBERGER, der in Breslau Versicherungs- Agent und Häusermakler war. Wann hat Herr Grünberger sein Geschäft aufgeben müssen, bezw. wann ist er nach Israel ausgewandert? Zuschriften an: Frau Gerda Jucker, New York, 150 Westend Ave. Apt. 25 a., N.Y. 10023, USA. WILLI MALUCHA, 35 Kassel, Obere Königstrasse 53, i. Fa. Boediker-Moden K.G. sucht von der Fa. Gurassa, Oppeln, die Herren: Dr. Lewinski, Leschziner und Cohn aus Gross Stein. HILDE KAUFMANN, 75 Eastend Ave. New- York, N.Y. 10028 sucht Zeugen, dass sie als Hilde Warschauer in den Jahren 1923—1924 ln der Fa. C. Lewin, in Breslau, bezw. Filiale Frankfurt am Main, unter der Leitung von Walter Bodländer gearbeitet hat. GEORG RAHMER, Tirschenreuterring 79,1000 Berlin 48, West Germany sucht die 4 Kinder seiner Schwester, deren Namen folgen: Heinz, Willy, Felicitas und Eva Manneberg, früher Breslau. Wer stammt aus TARNO WITZ O/S? Wer kann über Judenschaft Tarnowitz etwas aussagen? Es handelt sich um eine historische Forschung. Zuschriften an Frau Dr. Lotte Weissmann, Haifa- Achusa, Solomenskistr. 26. Wer weiss etwas über das Schicksal von Frau HULDA KAIM, früher im jüd. Frauen-Verein, Breslau, tätig? Für jeden Hinweis sind wir dankbar. Zuschriften an: Rabb. Dr. B. Brilling, 44 Münster, Hollenbeckerstr. 23, West Germany. Wer ist von dem Transport der Juden aus BRESLAU, der am 21. November 1941 abging, zurückgekommen? Für jeden Hinweis bin ich sehr dankbar. Zuschriften an: Erika, Hadassa Fromme, geb. Halpert, Kwuzath Tirat Zwi, Doar na Emek Beth Schean, Israel. * Wer kannte WOLF und ROSA GUTTMANN geb. Kozminer, wohnhaft in Krotochin i.d. Provinz Posen? Alle Angaben bitte zu richten an Hilde Sandelowsky, 30 Eastbrok Drive, River Edge, New Jersey, 07661, USA. Wer erinnert sich an R.A. Dr. S. UNGER, Notar am Amts und Landgericht, Breslau, Wohnung Kleinburgstrasse 15, oder an seine Nachkommen? Zuschriften erbittet: Prof. Dr. jur. Hans Thieme, D-78, Freiburg-Guenterstal, Rehhagweg 19, West Germany. Wer hat Rechtsanwalt Dr. ALBERT BATTEL in Breslau Eichendorstr. 56 gekannt? Der Besagte war im 2. Weltkrieg Ober-Leutnant und hat lt. genauen Eintragungen im Informationsbüro in Ludwigsburg im Jahre 1942 seine Truppe gegen die SS. und die Polizei unter Waffendrohung zum Rückzug veranlasst, als diese einige Tausend Juden aus seinem Wehrmachtsbezirk zwecks Vernichtung aussiedeln wollte. Himmler hat entschieden, dass Dr. Battel nach dem Kriege verhaftet werden sollte. Sein kühner Widerstand hat höchste Empörung ausgelöst. Dr. Battel ist am 21.1.1891 in Klein-Pramsen, geboren und verstarb am 17.3.1952 in Hattersheim bei Frankfurt a/Main. Er hat sich nie nach Kriegsende auf seine Tat berufen und blieb diese unbekannt und auch ungewürdigt. Erst durch den Unterzeichneten erfuhr Jad Waschern davon und auch Unterlagen aus Ludwigsburg wurden vorgelegt. Vielleicht gibt es Breslauer, die Informationen über diesen heldenhaften Mann geben können. Ferner werden Juden gesucht, die im Oktober 1939 in Kattowitz waren und über die Verschickung von Juden in das Lager Nisko berichten können. In beiden Angelegenheiten bitte sich an Dr. Leo Goschen, Kirjat Blalik, Rechow Habroschim 15 (Israel) zu wenden. Tel Aviv ist heute nicht mehr das Zentrum des israelischen Theaterlebens — es gibt Theater auch in Haifa, Berscheba sowie das Khantheater in Jerusalem. Aber ohne Zweifel stand die Wiege des israelischen Theaterlebens am Anfang dieses Jahrhunderts in Tel Aviv. Vor kurzer Zeit wurde unter dem Protektorat der Stadt Tel Aviv — Abteilung Kultur und Sport — ein Theater- Museum eröffnet, und zwar in der Wohnung der Witwe des Dichters Bialik, in der Melchett Str. 3. Der Leiter dieses Museums ist Jehuda Gabbai, ein Schauspieler des ehemaligen Ohel (Arbeiter) Theaters, der durch sein Hobby den Grundstein zu diesen Theatersammlungen gelegt hat. Wir müssen 50 Jahre in seine russische Heimat zurückgehen, als er als junger Mensch jedes kleinste Papier vom jüdischen und hebräischen Theater sammelte. Als er nach Palästina kam, setzte er hier sein Hobby fort; obwohl er schwer arbeitete, winde er ausserdem von Mosche Halevy, Direktor des Ohel Theaters, in seinem Studio am Strand im “kleinen Tel Aviv“ als Schauspieler ausgebildet. Als er dann ans Ohel Theater engagiert wurde, begann er gleichzeitig dort ein Archiv anzulegen. Und so wurde das Ohel das einzige Theater in Palästina, das ein Archiv und einen Achivar besass. Jehuda Gabbai setzte jedoch privat seine eigenen Sammlungen fort, in denen er Material von verstorbenen Dichtern, Schauspielern und Regisseuren übernahm. Nach dem zweiten Weltkrieg fuhr er nach Europa, um sich Dokumentationszentren anzusehen, damals bereits mit dem Gedanken, ein eigenes Zentrum zu eröffnen. Ausserdem suchte er nach Material der in Lagern Verschwundenen. Es war bekannt geworden, dass dort Schauspielergruppen gearbeitet hatten — sogar in Auschwitz hatte es ein Untergrundtheater gegeben, überlebende brachten handgeschriebene Plakate, Programme und Textbücher mit, die man in der Nacht bei selbstgefertigten Öllampen geschrieben hatte. Es gibt eine komplette Dokumentation mit Photos einer Vorstellung, die in Bergen-Belsen WIR KONDOLIEREN: Frau Kaete Tal geb. Plessner, Ramat-Gan, Gerschomstrasse 7, zum Ableben ihres Gatten, SCHIMON TAL. Wenn auch der Heimgegangene nicht aus Breslau stammte, so war er als Persönlichkeit ersten Ranges ein Mann, dem diese Zeilen gebühren. 1897 in Amsterdam gebqren, entstammend einer Familie, die viele Jahrhunderte in Holland ansässig war, hat er bereits vor 60 Jahren Iwrit in Wort und Schrift beherrscht, war Leiter und Initiator der jüdischen, religiösen, zionistischen Jugendbewegung und hat viele veranlasst, seinerzeit nach Palästina einzuwandern. Auch er vollzog seine Alijah in frühester Jugend. Im Rahmen der bekannten Anglo Palästine Bank hatte er eine massgebende Stelle inne und sein Rat wurde überall gehört. Mit den grossen Industriellen, wie Heinrich Margolius und Schenkar, und vielen anderen, war er in ständigem Kontakt und sein Rat wurde überall gehört. Ein umfassendes jüdisches und allgemeines Wissen haben ihn zu einer Persönlichkeit geformt. Seine Liebe zu den hergebrachten Melodien aus Holland haben ihn veranlasst, viele viele Jahre zu den hohen Feiertagen in Amsterdam ehrenamtlich als Vorbeter zu wirken. Seine Gattin Kaete Tal geb. Plessner kam bereits 1924 als Chaluzah ins Land, arbeitete sehr schwer und dank ihrer Intelligenz war sie Sekretärin des bekannten Dr. von Weisl, sowie anderer führender Persönlichkeiten des Jischuw. Sie ist die Tochter von Issak Plessner s.A. der in Breslau und auch in Israel, im jüdischen Leben eine markante Figur gewesen ist. Ihr Bruder, der leider vor einigen Jahren starb, war Prof. Dr. Martin Plessner, Jerusalem. nach der Befreiung durch die Alliierten stattfand. Sie hiess “Die Sonim von Zepickenish". Das Plakat ist in Jiddish — aber mit lateinischen Buchstaben gedruckt, weil keine hebräischen vorhanden waren. Die Schauspieler sind in Kostümen, darunter einer im gestreiften Pyjama der Lagerinsassen. Als Jehuda Gabbai glaubte, dass die Zeit gekommen sei seine Sammlungen offiziell zu zeigen, wandte er sich an die Tel-Aviver Stadtverwaltung um Ausstellungsräume und Budget. Es dauerte zwei Administrationen, bis jetzt, durch Bürgermeister Lahat, der Bitte stattgegeben wurde und das Museum unter dem Kurator Jehuda Gabbai eröffnet wurde. Am Eingang des Museums ist ein grosses Photo des berühmten Photographen Soskin, der Anfang des Jahrhunderts “klein Tel Aviv“ zu seinem Hauptthema erkoren hatte. Das Photo zeigt die Herzlstrasse, damals eine breite Avenue mit einstöckigen Häusern im orientalischen Stil, d.h. mit Veranden und bogenförmigen Fenstern mit buntem Glas. Etwa zwei Dutzend Leute spazieren in die Kamera und so verewigt Soskin die erste Amateurvorstellung — der anbei gezeigte Artikel beschreibt in blumigen Worten der damaligen Zeit die Aufführung und “die Massen“ Publikum, die zu diesem Ereignis kamen. Die jetzt gezeigte Ausstellung läuft unter dem Titel “Die Anfänge des jüdischen Theaters“. Aber sie ist nur ein Bruchteil von all den Millionen Items, die in Kisten noch verpackt sind. Dazu vermerkte Jehuda Gabbai: “Das Museum soll lebendig, anziehend und dynamisch sein und wir werden in abwechselnden Ausstellungen unser ganzes Material' zeigen, ausserdem besitzen wir Hunderte Dias in schwarz-weiss und einen Projektor, so dass das Museum ein Zentrum für Vorträge mit Beispielen und anschliessenden Diskussionen werden kann. Themen gibt es genug, wie z.B. Drama, Spiel, Regie, Dekoration, Kostümlehre usw.“. Friedei Schwartz-Engelbert Ein Theater-Museum in Tel-Aviv 30