Yediʿot shel Irgun ʿOle Breslau be-Yiśraʾel
- Journal
- Yediʿot shel Irgun ʿOle Breslau be-Yiśraʾel
- Volume
- 1976
- Issue
- No. 39 (April 1976)
- Date
- 1976-04-01
- Page
- Seite 32 (sequence 32)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
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W. S. MATSDORF: ERNST HORNIG: NO TIME TO GROW THE STORY OF THE GROSS-BREESENERS IN AUSTRALIA Der Verfasser, der unter obigem Titel in englischer Sprache erschienenen Studie hat es dankenswerterweise unternommen, uns ein Werk in Erinnerung zu bringen, dessen Wichtigkeit nicht genug hervorgehoben werden kann — dem Landwirtschaftlichen Vorbereitungszentrum Gross-Breesen (nördlich von Breslau) bei Obernigk. Vorausgeschickt sei, dass er sich nicht nur mit den Gross-Breesenern in Australien beschäftigt, sondern auch viele Probleme der damaligen Zeit berührt. Gross-Breesen war ein von einer jüdischen Auswandererfamilie der “Reichsvertretung” zur Verfügung gestelltes früheres Rittergut in dem von 1936—39 jüdische Jugendliche für die Auswanderung nach Übersee und späterer landwirtschaftlicher Ansiedlung vorbereitet wurden. Das Ziel dieser späteren gemeinsamen Ansiedlung war nicht Palästina. Gross-Breesen beschäftigte sich aber nicht nur mit der beruflichen Ausbildung, sondern legte, unter der berufenen Leitung von Prof. Bondi besonderen Wert auf die Erziehung des Menschen für’s zukünftige Leben und zum wertvollen Mitglied der menschlichen Gemeinschaft. Höchster ethischer und moralischer Standrad waren das Ziel. Matsdorf hebt all dies besonders hervor, wenn er Gross-Breesen und die Arbeit dort beschreibt, er streift auch die Auswanderung im Allgemeinen, bringt uns das Kimberley Projekt in West Australien in Erinnerung, beschreibt damalige innerjüdische Differenzen im Bezug auf dieses Projekt und im Allgemeinen, gibt einen überblick über Probleme der jüdischen Jugend in den 30-iger Jahren in Deutschland schreibt über die jüdische Bevölkerung in Australien und ihre Geschichte und gibt besonders auch Auffassungen Prof. Kurt Bondis breiten Raum. Selbstverständlich bildet einen sehr grossen Teil der Studie das Leben der nach Australien gewanderten Gross-Breesener, das er einerseits selbst beschreibt, andererseits aber auch viele Auszüge aus an ihn gerichteten Briefen widergibt, in denen die Schreiber ihre Gedanken darlegen. Es ist Matsdorf zu danken, dass er in diesem Band dem Projekt Gross-Breesen seinem Geist und seinen Idealen ein bleibendes Denkmal gesetzt hat. .1, Der Verfasser, Herr W.S. Matsdorf, steht seit Langem im öffentlichen Leben, ist auch als Mitarbeiter vieler Fachblätter und durch eigene Veröffentlichungen sowie durch Vorträge, besonders auch auf dem Gebiet der Sozialarbeit, und " Problemen der Kriminologie, bekannt. Nur einige Stationen seines Lebensweges sollen hier genannt werden. M. studierte in Freiburg, Berlin und Breslau und bis zu seiner Übersiedlung nach Australien fungierte er auch als Berater für Auswanderer aus Deutschland. In Australien war er zunächst in der “Australian Jewish Welfare Society” tätig, diente im Krieg in der australischen Armee, studierte wiederum in Sydney, war jahrelang “Senior Parole Officer and Social Worker in the Department of Corrective Services” und bekleidete andere öffentliche Aemter. Er ist u.a. Mitglied der “Australian Association of Social Workers”, des “Australian Institute of Political Science”, der “Australian Association for Mental Health”, des “Australian & New Zealand Institute of Criminology”, des "Australian Crime Preventian, Correction and Afer-care Council”, der "World Federation for Mental Health’ und verschiedener jüdischer Organisationen. M war “Honorary secretary, Australian National Association for Mental Health”, Vice-President der “New South Wales-Association for Mental Health”, Justice of the Peace, New South Wales, Mitglied der australischen Delegation zum "Third United Nations Congress onthe Prevention of Crime and Treatment of Offenders”, Stockholm, und bei anderen Internat. Tagungen, sowie Lektor bei verschiedenen Austr. und Internationalen Seminaren und dergleichen. 1970 übersiedelte Matsdorf nach Jerusalem, Hier war er u.a. Präsident der Albert Einstein- Loge (Bnei Brith), ist Chairmann Council of Engüsh spaking Bnei Brith Lodges in Israel, Editor, Israel-Bnei Brith Bulletin (eng.), Federal Liason in Israel of the Australian Federation of Jewish Ex-Service Associations. Wie gesagt, nur Einiges konnte hier genannt werden. J. S. KURT PAHLEN: JOHANN STRAUSS / DIE WALZERDYNASTIE (Wilhelm Heyne - Verlag München, 1975) Manche Schriftsteller und Musikschriftsteller haben nur für Geistesbevorzugte geschrieben und geschaffen. Kurt Pahlen, der bekannte Musikologe und Dirigent, ein besonders Berufener auf dem Musikgebiet, legte zum 150. Geburtstag des Walzerkönigs eine Biographie der Strauss-Familie vor. Sie ist durchaus volkstümlich gehalten, wobei sie aber doch besonders viel Fachwissen erkennen lässt. Lebendig ist die Darstellung. So wie die Fledermausmusik und die Strauss-Walzer die glücklichste Eingebung eines von der Muse Heissgeküssten darstellen, wo alles perlt und sprüht und schäumt, so hüllt auch Pahlens Buch alles in einen leuchtenden Klang. Einige ganz wenige unerquickliche Szenen sind zwar gestreift, aber im ganzen strahlt das Buch viel Sonenschein, Walzerseligkeit und Lebenslust aus, von Anfang an lernt man die Straussdynastie kennen. Die Urahnen, die Wiener “Welt von gestern”, das Elternhaus, die Jugend, die Brüder, die Gattinnen, die Lehrzeit. Man liest weiter voller Spannung von den Tanzorchestern, wo sich Vater und Sohn Strauss künstlerische Konkurrenz boten, man sieht und hört den Sohn in den Sophiensälen zum Tanz aufspielen. Seine später unsterblichen Walzer geigt er der begeisterten Menge der Tänzer, die unaufhörlich da-capo rufen. So schildert es Pahlens Buch, aber auch als Offenbach dem Strauss-Sohn riet, doch Operetten zu schreiben, lesen wir voller Spannung von den geglückten Rhythmen seiner Bühnenwerke. Deren 16 schuf der Meister der “Fledermaus”, des “Zigeunerbarons” und anderen Operetten und Ballets, und so wie die “Fledermaus”, die Königin der Operetten, ein herrlicher Spass wurde, die Menschen beglückt, so gaukeln die Figuren dieses Buches in wirbelndem Rythmus des Wiener Walzers durcheinander. Als Gleichnis der Freude und glückhaften Lachens. Welch wertvolle Schrift hat Pahlen da geschaffen. Im Anhang finden sich Zeittafel, Stammtafel, Werkverzeichnis und zeitgemässe Bilder. Eine Kulturgeschichte des 3/4-Taktes entstand hier, der Dominantakkord ertönt und dann gleitet Pahlen in die Rundung des Walzers. Man liest Höhepunkte. JULIUS SACHS Breslau 1945 ERLEBNISSE IN DER EINGESCHLOSSENEN STADT (Bergstadtverlag Wilh. Gottl. Korn, München 1975) Hier liegt ein Buch über die Festungszeit Breslaus (Januar-Mai 1945) in allen ihren schauerlichen Phasen vor. 30 Jahre danach hat einer, der diese Zeit miterlebte, aus eigener Erinnerung und mit Hilfe von Augenzeugenberichten, Tagebüchern, Aufsätzen, gesammelten Briefen usw. einen umfangreichen Bericht über die Geschehnisse, hauptsächlich soweit sie die Geschicke der Zivilbevölkerung betreffen, niedergelegt. Der Verfasser, Pfarrer der Bekennenden Kirhe, und später Bischof von Schlesien, schildert chronologisch den Ablauf der Ereignisse, das Leben der noch in der eingeschlossenen Festung verbliebenen Menschen, die Tätigkeit der Aerzteschaft und Geistlicher, das Schicksal von Kulturgut, viele andere Probleme jener Tage, und besonders auch die aufopfernde Arbeit der Schwestern ln Lazaretten und Helmen. Wie in einem Dokumentarfilm erlebt man das Schicksal der Stadt, in der wir geboren, in der wir gelernt und studiert hatten. Gegen eine vielfache Übermacht kämpfte man einen aussichtslosen Kampf. Kaum blieb etwas heil, eine Hölle waren die Ostertage, und es war ein Wunder, wer überlebte. Schliesslich berichtet Hornig auch über den, unter den damals obwaltenden Verhältnissen, mutigen Beschluss der Geistlichen, an dem er selbst führend beteiligt war, den Festungskommandanten zur Übergabe der Stadt zu beeinflussen. Aus historischen Gründen ist die Veröffentlichung wichtig. Das Buch stellt ein Dokument über jene Tage dar, wird der jetzigen und den kommenden Generationen Vieles kundtun, was sie nicht selbst erlebten und wissen, und fordert den Leser bestimmt zum Nachdenken über Kriege und Gewaltherrschaft im Allgemeinen auf. J. S. \ Liebe Mitglieder j und Freunde! j Durch Krankheit des Hauptredakteurs ist das zu Pessach gedachte Blatt erst Jetzt herausgekommen und bitten wir unsere Leser um Entschuldigung. Wir haben uns bemüht, es wieder vielseitig zu gehalten. Wir hoffen, es wird Ihnen gefallen, und Sie werden viel Interessantes darin finden. Der Jahresbeitrag beträgt in Israel Jetzt 25 IL, im Ausland 10.— $. Unsere Bank hat ihren Namen geändert und ist das Konto weiter 24195 American Israel Bank, Tel-Aviv, Rothschild Blvd. 11 z. G. Irgun Jozei Breslau oder per Scheck oder Postscheinen an den Verband ehemaliger Breslauer, Ramat Gan, Mazadastr. 27 (Israel), Erich Lewin. Wir freuen uns Ihnen mitteüen zu können, dass die Auflage erhöht wurde, da die Nachfrage ausserordentlich gross ist. Das “Goldene Buch” auf den Namen unseres Gründers Dr. Wilhelm Seew Freyhan findet überall Interesse, und auch Sie sollten bei Ihren Spenden daran denken. Wir wünschen Ihnen Allen von Herzen alles Gute. VERBAND EHEMALIGER BRESLAUER IN ISRAEL Redakteur: ERICH LEWIN Druck.: “OT”, Tel-Aviv, Wolfson Str 4:i Tel. 82 67 84 Mitgliedsbeiträge jährlich: 25.— IL in Israel 10 £ in> Ausland 32