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Yediʿot shel Irgun ʿOle Breslau be-Yiśraʾel · 1975-09-01 · No. 38 (September 1975) · p. Seite 27

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Journal
Yediʿot shel Irgun ʿOle Breslau be-Yiśraʾel
Volume
1975
Issue
No. 38 (September 1975)
Date
1975-09-01
Page
Seite 27 (sequence 2207)
Language
German
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WIR KONDOLIEREN Schlesien bewahrte. Es wurde von allen folgenden Kaisern bestätigt und musste allerdings wiederholt mit grösseren Geldzahlungen von neuem erkauft werden. Aber bei deren Aufbringung wurden die Zülzer stets von auswärtigen Glaubensgenossen bereitwillig unterstützt, namentlich von den Pragern, aber auch von vielen anderen Gemeinden in Böhmen, Mähren und Polen, — ein Beweis für die oft und mit Recht gerühmte Solidarität der Juden, und zugleich für die besondere Bedeutung, die der Erhaltung der angesehenen Zülzer Gemeinde allgemein beigelegt wurde. In Schlesien und den Nachbarländern hiess damals die Stadt Zülz nicht anders als “Mokaum Zedek”, d.h. Wohnung der Gerechtigkeit. Im 17. und 18. Jahrhundert diente dieser Name den Juden zur Bezeichnung des eigentlich kaum fassbaren Wunders, dass es einen Ort in Deutschland gab, an dem sie damals Duldsamkeit und menschenwürdige Behandlung fanden. Dem Geschäftssinn ihres duldsamen Grundherrn verdankten die Zülzer nicht nur das Wohnrecht, sondern auch die Möglichkeit, ihr Handelsgewerbe einigermassen ungestört zu betreiben. Da grundsätzlich die schlesischen Märkte nach dem Vorbild der Stadt Breslau den jüdischen Händlern verschlossen waren oder erdrückende Abgaben von ihnen erhoben, so hätten die Zülzer ohne ein besonderes Handelsprivileg weder ihr eigenes Dasein fristen noch den Steuersäckel des Grundherrn füllen können. Auf dem Papier bestand das Handels- Privileg eigentlich für alle in Schlesien wohnenden Juden. Seit dem dreissigjährigen Kriege besassen sie das allgemeine Markt- und Handelsrecht; denn sie hatten es in diesen Notzeiten vom Kaiser Ferdinand II (1619—1637) für viel Geld erkauft und waren dadurch den Prager Juden, die das Privileg von jeher unbestritten genossen, ausdrücklich gleichgestellt worden. Aber die feindseligen Marktobrikeiten kehrten sich einfach nicht daran; mit Prozessen kamen die Juden nicht weiter, und der Kaiser war fern! Erst lange nach dem grossen Krieg erlangten die Zülzer Kaufleute vom Kaiser Leopold I (1658—1705) ein wirksames Recht, nämlich ein “auff sie eigentlich gerichtetes Privilegium”. Der Proskauer Reichsgraf war es auch diesmal, der — durch jüdisches Geld und eigene gute Worte — die Zustimmung der Obrigkeiten erwirkte, die bei der Erteilung eines solchen Privilegs mitzureden hatten. Mit diesem Handelsprivileg haben sich die Zülzer, oft genug unter persönlicher Berufung auf den hochmögenden Herrn von Proskau, schliesslich auf den schlesischen Märkten als gleichberechtigte Händler durchgesetzt, vor allem auf dem wichtigsten Markt des deutschen Ostens, der Breslauer Messe, — trotz des empörten Einspruchs der Aeltesten der Kaufmannschaft. Aus den noch vorhandenen Breslauer Verzollungslisten kennen wir auch die Warenarten, mit denen unsere Zülzer Ahnen auf der Messe handelten: es waren namentlich die Erzeugnisse des heimischen Gewerbeflelsses, wie Spitzen und Schleier, ferner schlesische Wolle, Leinen, Seidenzeuge; aus Polen, Ungarn und den türkischen Ländern lieferten sie Leder, Wachs, Honig, Tabak, Salz und Mehl, Pfeffer und andere indische Gewürze. Das kostbare Handelsprivileg schützte die Zülzer nicht nur vor dem Hungerelend, sondern auch vor geistiger Verkümmerung, — ja, es setzte sie in Stand, eine Bildungsaufgabe zu erfüllen. Ihre Geschäftsverbindungen reichten nach Krakau und Ofen (Budapest), nach Venedig und nach den Städten der Levante. Dort lebten überall Glaubensgenossen, verlässliche und nötigenfalls hilfsbereite Freunde, fest miteinander verbunden als Brüder der internationalen jüdischen Gemeinschaft, die nicht nur den Warenaustausch, sondern auch Verbreitung geistiger Güte pflegte. Jeder Jüdische Kaufmann war auch ein gründlicher Tal- Famüie BORINSKI, Sde Warburg, zum Ableben ihres teuren MAX MORDECHAI BORINS¬ KI, der zu den Gründern von Sde Warburg gehörte. Sein grosser Fleiss, sein ruhiges feines Wesen, seine tiefe Frömmigkeit haben ihn zu einem beliebten Chawer Sde Warburgs gemacht. Der Redakteur dieses Blattes hat 9 Jahre in Sde Warburg an den hohen Feiertagen amtiert und den Heimgegangenen aus nächster Nähe kennengelernt und sehr geschätzt. Frau PAULA ADIR (Adler) geb. Branis, Kirjath Bialik, Derech Akko 6 und deren FamUie zum Ableben des ausgezeichneten Mannes JITZCHAK ADIR, der schon in Breslau an allen Sparten Jüdischen Lebens regen Anteil nahm und einen grossen Freundeskreis fand. Im Jahre 1934 kam er nach Kirjath Bialik und hat durch seine Genügsamkeit und seinen grossen Fleiss sich eine würdige Position geschaffen. Seine Frau und seine Kinder, sowie die Enkel haben ihn mit Liebe umgeben. Auf seinem Grabstein steht: G“ttesfürchtig, bescheiden und arbeitsam. Frau TONI ROSENGARTEN 440 n. Visda Street, Los Angeles, Calif. 90036 und der weiteren Familie zum Hinscheiden von Frau CECILIE BURGHEIM geb. Charig, früher Breslau, Naschmarkt-Apotheke, die im Alter von 98 Jahren verschieden ist. Die Verstorbene war unter der Obhut ihrer Kinder bis zum letzten Atemzug geliebt und geehrt. FamUie DANI BARUTH, Haifa, Rechow Caspi 4, und allen Angehörigen zum Ableben von ADOLF ELIESER BARUTH, Sohn des Philipp Baruth aus Breslau, der bekannten und beliebten FamUie, die eine Kartonagen-Fabrik, Breslau, Sonnenstr. hatte. Frau ERNA SCHEYER, Tel-Aviv, Aronowitz Str. 2, zum Hinscheiden ihrer Schwester, BLANKE GERLICH, der feinen, gebildeten, hüfsbereiten und beliebten Frau. Die ausserordentlich grosse Beteiligung bei ihrer Bestattung zeugte von der Beliebtheit der Heimgegangenen. Den Angehörigen von KLARA MANNHEIMER geb. SUberstein, Stockton, USA, die an der Arbeit unseres Verbandes reges Interesse zeigte und ihrem Gatten, nach kurzer Zeit folgte. mundkenner u. oft genug führte die Ehefrau das Geschäft, damit der Mann sich dem Studium der heüigen Bücher widmen konnte. Der Geschäftsfreund in Venedig pflegte seinen Sendungen öfters eine Ausgabe der neuen Talmud-Drucke aus den berühmten Buchdruckereien der Lagunenstadt beizulegen, und auf den Handelswegen der Levante kamen die Bücher der Kabbala mit den erläuternden Schriften der Gelehrten von Safed in Galiläa auch nach Zülz. Von dort wurden sie über die schlesische Gemeinde verbreitet; vor allem fanden sie Verwendung in der Zülzer "Je’schiba ”, der von der Gemeinde unterhaltenen höheren Lehranstalt, die als Büdungsstätte für Gelehrte und Rabbiner einen weithin reichenden Ruf genoss und der "Wohnung Weisheit” einbrachte. Unter der Bevölkerung der Stadt Zülz bildeten die Juden, wie fast in allen Orten, bis zum Anfang des 19. Jahrhunderts eine räumlich und sozial geschiedene Sondergemeinde. Sie lebten zwar nicht in einem ummauerten Ghetto, wie die Juden von Frankfurt am Main, aber doch, wie die Prager, ln einem eigenen Wohnviertel. (Fortsetzung folgt) Der FamUie SIEGBERT MANNHEIM, und seiner Frau DORCHEN geb. Mamroth, Kirjath Ono, sowie den verschiedenen FamUien zum Ableben von PAUL BARUCH, Montreal, Canada, der seiner Gattin nach einigen Monaten im Tode folgte. Die überaus innige Verbundenheit der ganzen Familie ist vorbildlich. Herrn FRANZ ROSENBAUM, Tel-Aviv, POB 37092, sowie der übrigen Familie, zum Ableben von ABRAHAM WALTER ROSENBAUM, insbesondere dem Sohn, Heinz Baruch Rosenbaum, 1106 W. Colombia Ave. Chicago 60626. Der Heimgegangene hat in der Damen-Konfektion bei Louis Lewy In Breslau, Ring, sowie bei Martin Aufrichtig, Junkernstr. sowie bei der Fa. R. G. Leuchtag gearbeitet. Später war er in der Möbelbranche bei der Fa. Gebr. Rawitsch, Breslau, Klosterstr. Er war stimmlich hoch begabt und sang im Chor der Grossen Synagoge Am Anger, als Tenor unter dem Oberkantor Selmar Cerini und Wartenberger. Wir verbinden uns mit den Angehörigen im stillen Gedenken an den geliebten Heimgegangenen. Frau FRAENZE ZIMELS geb. Wislicki, London, NW. 11 30 Ravenscroft Ave. zu dem tragischen Tod ihres Gatten, Rabb. Dr. ZWI JAKOB ZI¬ MELS, der leider durch einen Verkehrsunfall ums Leben kam. Die grossen Verdienste dieses ausgezeichneten Mannes sind in der Jüdischen Presse bereits gewürdigt worden. Dr. Zimels war von 1929/1933 Dozent des Jüdischen, theologischen Seminars in Breslau. Ob er in Wien, oder in London auftrat, sein grosses Wissen, seine faszinierende Erscheinung, sein sofortiger Kontakt mit seinen Hörern, zeigte eine grosse Persönlichkeit. Den Familien ORMIANER, WIENER und der weiteren Familie zum Ableben von Frau SARA ORMIANER geb. Rosenberg. Der Vater der Heimgegangenen kam bereits 1912 aus Polen nach Breslau und fiel durch seine schöne Erscheinung mit wallendem Bart besonders auf. Die Sack-Grosshandlung Rosenberg und später Ormianer, war ln Breslau und dann in Tel-Aviv, ein Begriff. Wir haben in unserem Blatt vor einigen Jahren dem Gatten Zwi Ormianer, dem beliebten und tief religiösen Menschen ehrende ZeUen gewidmet. Wir verbinden uns im Gedenken mit den Familien. Den Familien ELIESER PINCZOWER, Prof. URBACH, Jerusalem, Prof. MATITJAHU TSEVAT (Theo Pinczower) Cincinnati, USA, sowie Familie MAX KISCHONI (Kaber), Kirjat Bialik, Familie Dr. BLUMENTHAL und Frau geb. Kober, Tivon, zum Ableben von Frau LOTTE PINCZOWER geb. Kober, Jerusalem. Die Heimgegangene war eine ausgezeichnete Persönlichkeit, Tochter des bekannten Wilhelm Kober aus Breslau, belesen, hilfsbereit und von freundlichem Wesen. Sie arbeitete jahrelang in der Bibliothek des Jüdisch theologischen Seminars in Breslau und war aufgeschlossen für alles Jüdische. Ihr Gatte, Dr. Adolf Pinczower, war der bekannte Hautarzt in Breslau und das Haus war Mittelpunkt Jüdischen und zionistischen Lebens. Lotte Pinczower gehört in die Geschichte der Gemeinde Breslaus. Redakteur: ERICH LEWIN Druck.: “OT”, Tel-Aviv, Wolfson Str. 43 Tel. 82 67 84 Mitgliedsbeiträge jährlich: 18.— EL in Israel « $ im Ausland 27

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