Mannheim
Compact Memory

Yediʿot shel Irgun ʿOle Breslau be-Yiśraʾel · 1975-04-01 · No. 37 (April 1975) · p. Seite 22

Scan of the page
Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Yediʿot shel Irgun ʿOle Breslau be-Yiśraʾel
Volume
1975
Issue
No. 37 (April 1975)
Date
1975-04-01
Page
Seite 22 (sequence 22)
Language
German
Belongs to
journal issue
OCR quality
90% known words query
IRI
…/7411685-7412437-7493592--0535-7412459
Visual Library
page viewer of the UB Frankfurt

Mentioned entities

OCR text

12 entity mentions

BERNDT W. WESSLING: An der Quelle sass der Knabe../ (Heilbrunnen in Schlesien, in und um Breslau) Von dem GAB1TZER SAUERBRUNNEN ist schon mehrfach geschrieben worden. Es lässt sich wohl nicht mehr ermitteln, welche Heilkraft ihm Innewohnte. Einem “on dit” zufolge war auch das vor TREBNITZ gelegene SKARSINE vor vielen, vielen Jahren als Quellbad anzusprechen und hatte Kurbetrieb. TREBNITZ selbst, und auch OBERNICK hatten im Ort, in ihrer ruhigen, idyllischen Lage Möglichkeiten für Heilzwecke. In Obernigk sei an “FELICIENQUELL” erinnert. Heilende Mineralwässer sowohl für Bäder als auch für Brunnenkuren gab es bekanntlich in allen schlesischen Badeorten. Unerschöpflich drängten sich dort die Heilwässer ans Licht. Das sprudelnde Nass wurde von reizenden Brunr.ennymphen in schlesischer Tracht liebevoll kredenzt. Wer von den Kurgästen in SALZBRUNN, WARMBRUNN, ALTHEIDE u.s.w. erinnert sich nicht an die bunten Brunrengläser mit den Röhrchen, aus denen das köstlich moussierende Getränk, vor dem Frühstück, nüchtern, geschlürft wurde. Die Kurmusik gab dazu ihr Morgenkonzert und der Brunnenkuchen durfte ebenfalls nicht fehlen. Der Brunnenversand überall hin und besonders nach Breslau war auch ziemlich bedeutend. Für Nachkuren, für Vorbeugungskuren und Hauskuren war regelmässiger Gebrauch von Mineralwässern unerlässlich. Daher gab es in Breslau mehrere Geschäfte, die sich mit dem Brunnenvertrieb in Flaschen befassten. Ich erinnere mich besonders an die Firma Hermann Straka am Ring, Nordseite und — nomen est omen — an die Firma Giesser in der Junkernstrasse. Alle namhafte Brunnen aus schlesischer Erde stammend, waren hier einzeln und in jedem gewünschten Flaschenquantum zu haben. Jeder Brunnen hatte sein eigenes Etikette, mit Angabe wofür dienlich, wogegen wirksam, und auch die chemische Zusammensetzung war auf dem Flaschenzettel vermerkt. Wieviel "alkalische Säuerlinge” dieses Wasser enthielt und was sonst den Kenner interessierte mochte an Wohlgeschmack und Bekömmlichkeit, das alles war auf den “flaschengrünen” Flaschen zu lesen. Viele Mineralwässer wurden als erfrischende Tafelgetränke benützt und waren in den Kreisen von Naturfreunden, Vegetariern, Reformköstlern, besonders beliebt. Neben den Quellen schlesischer Bäder hielten die genannten Firmen auch andere Brunnen aus benachbarten Gebirgen als Tischgetränk vorrätig: BILINER SAUERBRUNN, APOLLINARIS und GIESHÜB- LER sind uns allen in Erinnerung. Nebenbei: Auch ein besonders erfrischendes, alkoholfreies Obstgetränk führten die beiden genannten Brunnengeschäfte. Das waren die Erzeugnisse der DEUTSCHEN FRADA-GESELL- SCHAFT in Mainz, die auch im Generalkommando bei der Frau Erbprinzessin von Sachsen-Meiningen ständig kredenzt wurden. Es war ein sehr gesundes Getränk ohne künstliche Zusätze. Es gab Weichselkirschen-Frada, Erdbeer-Frada, Pfirsich- und Himbeer-Frada. (Existiert die Firma wohl noch?) — Mein Vater ein bekannter Breslauer Arzt, der der Naturheilkunde nahestand (Priesnitz, Kneip-Kuren) verordnete eifrig viele schlesische Brunnen. Als Leiter u. Besitzer einer Breslauer Wasserheilanstalt bezog er auch die naturkräftigen Heilmittel, wie Badesalze etc. aus den oben erwähnten Geschäften. In seiner Heilanstalt wurden ferner Mineral-, Jod-, Kohlensäurebäder, Fangopackungen als wirksame Kurmittel verabreicht, ebenso Schwefel- und Moorbäder. JULIUS SACHS, Tel-Aviv Gustav Mahler - Ein Verlag Hoffmann & Campe, Hamburg (1.-7. Tausend. 368 Seiten mit 16 Seiten Abbildungen. 14,5 x 22 cm. Lw. DM 29.50) Gustav Mahler ist 27 Jahre hindurch als Operndirigent am Musiktheater tätig gewesen. Anschliessend fungierte er als Konzertdiriger.t. Weltbekannt als Orchesterleiter, war er eine echte Musiknatur, meisterhaft als Komponist und speziell als Instrumentator. In vielen seiner Biographien sind wesentliche Fragen nicht recht geklärt. Dies hatte seinen Grund darin, dass wohl die meisten Biographien die Zeugnisse von Mahlers Witwe Alma zum Anlass ihrer Analysen und Theorien nahmen, und letztere waren früher oft recht einseitig abgefasst. Auch B. W. Wessling greift in seinem Buche auf deren Ausführungen zurück. Diese Tor.banddialoge nehmen in der neuen Lebensbeschreibung einen wichtigen Platz ein, aber sie kontrastieren mit Almas einstigen Kommentaren. Jedenfalls ist die Wessling’sche Biographie von hoher objektiver Qualität, umfasst sie doch wesentliches Material über Tatsachen und Ereignisse. Es ist ein dramatisches Werk über Mahler, den letzten grossen Symphoniker, entstanden, nach neuesten Quellen und Forschungen. Der Autor vermittelt dem Leser unerwartete Einblicke in das Genie Mahler. Literaturangaben, Zeittafel, Werkverzeichnis und Diskographie geben weitere Informationen über einen grossen und genialen Musiker der Moderne. Das Buch beweist Mahlers tiefes feuriges Empfinden, das unser Gefühl an sich reisst, wenn wir an den Kämpfer Mahler denken, an dieses Genie, ewiger Konflikte, das eine starke Seele in sich trug und wie ein Titan rang, um Merschenherzen zu erobern. Erst jetzt ist ihm dies gelungen. Man möchte von dem wohlfundierten Inhalt des Buches nichts weiter vorwegnehmen, jedoch auf einiges Wichtige hinweisen. Wirkungsvoll ist die Allgemeinverständlichkeit gelungen. Unter Berücksichtigung der Zeitatmosphäre wird Mahler dem Leser erneut nahegebracht. Es sind Aufzeichnungen resp. Bandaufnahmen gegeben, die in sorgsamer Auswahl das Schaffen eines der Väter der neuen Musik, wie ihn viele nennen, in den Mittelpunkt stellen. Querschnittmässig erfährt man von seinen Kontakten zu Bruckner, Schopenhauer, Roller und zu den Modernen seiner Zeit. Wie viele seiner Kritiker beurteilten ihn damals abfällig. Er liess sich nicht beirren “Mei- WIR KONDOLIEREN: (Fortsetzung von Seite 21) Den Familien Dr. M. Mannheim, Kirjat Bialik und dessen Angehoerigen zum Heimgang von Frau Selma (Sara) PLAUT geb. Mannheim. Diese hat viele Jahre in Breslau bei der FIRMA KO¬ BER gearbeitet und war die Tochter des bekannten und ausserordentlich geschaetzten Predigers Mannheim aus Osterode, der in den juedischen Gemeinden Deutschlands, im Vorstand' des jued. Lehrer-und Kantorenverbandes eine Persoenlichkeit ersten Ranges war. Auch in Kirjat Bialik, wo er in gesegnetem Alter starb, war er sehr beliebt. Der Angehödigen von ERIC SCHIFTAN, Bresiau-Schanghai-New York, zum Ableben Ihres Vaters. prophetisches Leben ne Zelt wird kommen”, das pflegte er prophetisch darauf zu äussern — und sie kam. Denn unsere Epoche bewertet ihn als einen der letzten grossen Symphoniker. Sie hat ihn inzwischen verstanden, sie hat zu ihm gefunden, spät, aber doch. Wesslings Buch führt geraden Wegs zu ihm, es ist ein Mittler zum Verständnis dieses prophetischen Lebens, wie der Untertitel des Werkes lautet. Der Prophet mit seiner vorausgeschauten Musik gilt jetzt nicht nur im eigenen Lande, nein überall in der Welt. Es darf erwähnt werden, dass auch Max Brod der Weise von Tel-Aviv, Anteil daran hatte, dass dieses Buch erschien. Nach Anhören der Tonbänder mit Alma Mahler, der Witwe, riet Brod dringend dazu, das Buch im Sinne dieser Interviews erscheinen zu lassen. JULIUS SACHS BEITRAGE UND SPENDEN AUS AMERIKA, UBERSEE und EUROPA (Fortsetzung von Seite 20) Werner Pusch, Wetzlar (West Germany), Hertha Pinczower geb. Wreschner, New York, Alfred u. Ilse Paczyr.a, San Francisco, USA., Vernon Pearce, Bruessel (Belgien). ELLY PLOTKE geb. Rawicz, Basel (Schweiz). R Mor u. Toni Rosengarten geb. Burgheim, Los Angeles, USA, George Rothstein, Buenos Aires (Argentinien), Dr. Paul Rosten (Rosenstein), London. S M. Schlamm, Hamsterley near Bishop Aucland (England) Dr. Max Salzberger, Montevideo (Uruguay) Sonderspende anlaessl. seines 90. Geburtstages, Max Striemer, San Francisco, USA., Dr. Carl Sachs, Plainfield, N.Y. USA, Society of Friends from Breslau, New York, Sonderspende anlaessl. der Aufloesung des Verbandes. U Felicia Unger, Sao Paulo (Brasilien). W Claire Werner geb. Braun, London, Sonderspende, Peter Wachsmann, Buenos Aires (Argentinien) Gertrude Weissenberg, Sao Paulo, (Brasilien), Claire Warschauer, New York, Lotte Wimmer geb. Rosenthal, Long Island City, New York, U.S.A., Sonderspende z. And. an ihren Gatten Erwin Wimmer. Z Frank H. Youngmar.n, Honolulu. USA. SONDERSPENDE Jacob Karliner, Nathanja. Adolfo Ebstein, Santiago de Chile JOM HATZMAUT Am Mittwoch, den 16. April 1975 (5 Ijar) feiern wir in diesem Jahre den Jom Atzmauth (Unabhängigkeitstag). Wir wünschen dem Staate Israel, in dem wir leben, dass dieser Tag ein Wendepunkt sein möge zum friedlichen weiteren Aufbau des Landes und das wir die Kraft finden, die schweren Aufgaben zu bewältigen, die sich ergeben. Möge die Welt einsehen, dass wir in wirklichem Frieden auch weiterhin die Wüste in blühendes Land verwandeln können. Das ist unser innigster Wunsch an diesem Tage. Redakteur: ERICH LEWIN Druck.: “OT”, Tel-Aviv, Wolfson Str. 48 Tel. 82 67 84 Mitglieds bei träte jährlich: 18.— IL in Israel lb $ im Ausland 22

Text as recognised by OCR (ABBYY FineReader), without corrections. Entity mentions: TagMe (2021); their positions were matched to this text again.