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Yediʿot shel Irgun ʿOle Breslau be-Yiśraʾel · 1975-04-01 · No. 37 (April 1975) · p. Seite 19

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Journal
Yediʿot shel Irgun ʿOle Breslau be-Yiśraʾel
Volume
1975
Issue
No. 37 (April 1975)
Date
1975-04-01
Page
Seite 19 (sequence 19)
Language
German
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ELISHEWA SHEPHAZY s. A. Voller Mitgefuehl muessen wir an dieser Stelle auch einer bekannten Geigerin gedenken, die uns vor kurzem verlassen hat. Die Kuenstlerln, am 13. August 1894 in der Tschecho-Slowakei geboren (in dem Teil, der szt. ungarisch war), studierte 1918 bis 1922 an der Koenigl. Musik-Hochschule in Budapest. Sie heiratete nach Breslau und wirkte hier bis 1938 als Paedagogin (Violine). Gleichzeitig betaetigte sie sich solistisch auf dem Gebiet der Kammermusik und gruendete zusammen mit der Pianistin Lotte Schoets-Rogosinski (jetzt in Cambridge lebend), sowie mit Miriam Lewin, jetzt Sydney (Australien) ein Damen-Trio. Im letzten Jahre ihres Breslauer Aufenthaltes spielte sie im dortigen Kulturbund-Orchester. Sie trat in Synagogen-Konzerten auf und musizierte in der ganzen Provinz Schlesien. Nach illegaler Alijah kam sie September 1939 ins Land und hatte in der ersten Zeit mit den damals ueblichen Einwanderungs-Schwierigkeiten zu kaempfen. Spaeter wurde sie Mitglied der damaligen Opera Amamit (Volksoper) unter Georg Singer, wirkte im Orchester des Tel Aviver Mozarteums mit und uebte vor allem eine Musik-paedagogische Taetigkeit aus. 1956 uebersiedelte sie nach Natania, wo sie als Violinlehrerin am Konservatorium JUVAL taetig war, das auch heute noch unter der Leitung ihrer Tochter, CHANA BARNEA steht, die ebenfalls die Anfaenge ihrer Ausbildung ihrer Mutter verdankte. Elishewa ist am 4. Oktober 1974 gestorben. Die Künstlerin besass eine grosse Befähigung für ihr Instrument. Ihr Spiel, ihre Tongebung war voller Waerme, gefuehlsbetont und ihr auch technisch einwandfreies Spiel begründete ihren Namen. Dieser Nachruf waere nicht vollstaendig, wuerde man nicht ihre hohen menschlichen Qualitaeten hervorheben, die sie auszeichneten. Sie war eine Persoenlichkeit von liebenswerten Eigenschaften, voller Guete und Hilfsbereitschaft Bekannten und Freunden gegenueber. Ein wertvoller Mensch ist mit ihr dahingegangen, dem die Musik Inhalt und Erfuellung war. Julius Sachs, Tel-Aviv, Mazestr. 51 HEINZ MASUR s.A. Breslau-Stockholm Im 54. Lebensjahr wurde Herr Heinz Masur, Sohn von Benno Masur (Kaufhaus Nothenberg, Breslau) Opfer eines Verkehrsunfalles in Stockholm. Herr Masur ist unseren Mitgliedern bekannt, die vor einigen Jahren einen Reisebericht (mit Lichtbildern) einer Fahrt von Schweden nach Wrozlaw (Breslau) von Herrn Masur in Tel-Aviv gehört hatten. Als “self-made-man” hat Herr M. sich nach seiner Hachschara im Rahmen des HE- CHALUTZ erst landwirtschaftlich in Ellguth, später u.a. ganz allein im schwedischen Wald bewährt, im 2. Weltkrieg sich als Bau-Ingenieur in Stockholm fortgebildet, nachdem er bei Fa. Kaliski in Breslau vor seiner Auswanderung als Zimmermann gearbeitet hatte. Herr M. hat von Schweden aus öfters Reisen nach Israel und anderen Ländern — auch beruflich — unternommen. Wir haben einen guten Freund verloren; seine Schwester, Frau Betty Wilhelm, Holon, trauert mit der Familie um den zu früh Heimgegangenen. RABBINER NAFTALI ZWI FRAENKEL s.A. Das erste Exemplar unserer Verbandszeitung erhielt der Heimgegangene, da er als Nachbar unserer Redaktion wohnte und mit grossem Interesse all unsere Arbeit verfolgte. Deshalb halten wir es fuer unsere Pflicht, diesem Manne, diese Zeilen zu widmen. Der Heimgegangene kam als ganz junger Mann aus Polen, einer angesehenen Rabbinerfamilie entstammend, nach Frankfurt a/Main, um an der Jeschiwa (Talmud-Hochschule) von dem bekannten Rabbiner Dr. Breuer s.A. zu lernen und spaeter zu lehren. Ausgestattet mit gruendlichem juedischen Wissen, hat er sich weltliches und profanes Wissen in reichem Masse angeeignet. Er heiratete nach Koeln, Rebekka Schlesinger, die Tochter des bekannten Weinhaendlers M. J. Schlesinger, in dessen Geschaeft er eintrat. In den Jahren der Nazi-Herrschaft ging die Familie Fraenkel nach Palaestina und hatte schwere Einwanderungsjahre. Rabb. Fraenkel ging dann nach den USA und hat als Vertreter cler Jeschiwa University, New York, die Vereinigten Staaten, Canada etc. bereist und so die Verbindung geistiger und finanzieller Art in der ganzen Welt, hergestellt. Auch Europa war sein Wirkungsfeld. Dadurch hat er sich eine grosse Kenntnis im Umgang mit Menschen erworben. Wie wir im Rahmen der Gedaechtnisfeier zu den Schloschim aus berufenem Munde hoerten, war sein Auftreten in den juedischen Gemeinden der Welt ein ausserordentlich erfolgreiches. Ueberall war er beliebt und angesehen. Seine Liebe zu Israel zog ihn und seine Familie ins Land zurueck und hier entfaltete er im Rahmen der Rambam-Bibliothek, Tel Aviv, durch intensive Arbeit, Forschung und Lehre, eine besonders segensreiche Taetigkeit. Studenten NELLY SCHIFTAN Geb. Branis, Kirjat Bialik, s.A. Mit diesen Zeilen gedenken wir einer schlichten und gutmuetigen Frau, die weit ueber den Durchschnitt in allen Sparten der Hilfe und der Liebe am Nebenmenschen den Inhalt ihres Lebens sah. Als treue Gattin, die ihren Mann Hans Schiftan (bis 120) bereits von Kempen i. Posen als Kind kannte, und mit dem sie fast 5 Jahrzehnte verheiratet war, hat sie in ihrem Elternhaus die Liebe und Waerme empfangen, die sie Zeit ihres Lebens betaetigte. Ihr Vater war in Kempen und in Breslau in allen sozialen Institutionen und In der Chewra Kadischa mit grosser Liebe taetig. Nelly Schiftan war ueber 20 Jahre ehrenamtlich bis zu dem Tage ihrer schweren Erkrankung, in Kirjat Blalik taetig, Vorsitzende der Schwestem-Vereinigung der Sevulun Loge vom Bne Brith, hat sie die soziale Arbeit geleitet. Hunderte von Soldatenmuetzen wurden unter ihrer Fühlung gestrickt und dem Waad lemaan Hachajal zugefuehrt. Im Andenken an den leider so frueh verstorbenen Sohn stellte sie sich der Organisation “AKIM” (fuer koerperlich behinderte Kinder) zur Verfuegung. Ihr Mann ist ebenfalls in der oeffentlichen Arbeit bekannt und beliebt. Zum Beispiel als Vorsteher der Synagogue in Kirjat Bialik. Das Haus Schiftan zaehlt zu den guten juedischen Haeusern, die traditionsgebunden mit Kindern und Geschwistern in der heute so materiellen Zeit ein Vorbild sind. Ihr Andenken wird uns imvergessen bleiben. und Talmud Hochschueler haben seinen Rat und seine Kenntnisse der Quellen eingeholt. Diese Arbeit gab ihm ausserordentliche Befriedigung. Seine Gattin stand ihm in allen Lebenslagen helfend zur Seite. Sein Sohn Dr. Philosophie Efraim. Fraenkel, Atlanta, ist in letzter Zeit von dem beruehmten Rabbiner Soloweitchik ausgezeichnet worden. Seine Tochter, Schulamit Goldhaber mit ihrer Familie, wohnt in Brooklyn, N.Y. Sein Sohn, Dr. Jacob Fraenkel ist Rektor der Psychologischen Fakultät an der Bar Ilan Universität und vor kurzem erhielt er die Professur. Der Unterzeichnete hatte Gelegenheit, an jedem Freitag Abend mit ihm den Heimweg von der Synagoge anzutreten, und war es ihm immer eine Freude, Belehrendes von ihm zu erfahren. Auch die Grosse Synagoge in Ramat Chen wurde durch seine Vortraege bereichert. Die juedische Welt hat in ihm einen guten und feinen Menschen von Format verloren. Wir verbinden uns mit der Gattin, den Kindern und Enkeln in Gedanken an ihn. Er war uns Wegweiser fuer unsere s.G.w. bessere Zukunft. Erich Lewin, Ramat Gan Mazadastr. 27 GOLDENES BUCH Dr. NATHAN HOFFMANN Nathan Naftali ben Haraw Jehuda Mosche Hoffman, gestorben am 25. Februar 1973 — 23. Adar Beth 5733 eingetragen von seiner Gattin Bella Hoffmann geb. Lorch, Haifa. EDMUND (Mondy) BETTER MOSCHE BEN CHAIM gestorben 16. August 1974 — 28. Aw 5734 eingetragen von seiner Ehefrau Resi Better, geb. Freund, New York. Rabbiner Dr. JIZCHAK BINETTER Haraw JIZCHAK BEN DAVID gestorben 4. Februar 1954 — 1. Adar 5714 eingetragen von seiner Tochter Judith Binetter, Tel-Aviv. Dr. FRITZ FISCHER geboren am 23. Januar 1890 gestorben 29. April 1974 — 7. Ijar 5734 eingetragen von seiner Ehefrau Grete Fischer, geb. Wendriner, San Francisco, USA. Die Familie NOTHMANN aus Langendorf O/S., und die Beziehungen zu Breslau und Schlesien. Uns wurde von der Familie NOTHMANN ein grosser, historisch wertvoller Artikel uebergeben, der eine Broschüre sein koennte. Wir haben ihn erbeten, aber muessen die Essenz aus diesem grossen Aufsatz herausnehmen und werden diese s.G.w. in unserer Rosch Haschana Nr. zum Abdruck bringen. Wir bitten die Familie Nothmann um Entschuldigung. ZUR VORMERKUNG: Der beruehmte Roman von Georg Herrman “Jettchen Gebert”, die Geschichte einer Berliner jüdischen Familie, — Bestseller zu Zeiten unserer Eltern — ist in Neuauflage bei Langen-Mueller- Herbig, Muenchen, erschienen. Durch Jede gute Buchhandlung zu beziehen. 19

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