Yediʿot shel Irgun ʿOle Breslau be-Yiśraʾel
- Journal
- Yediʿot shel Irgun ʿOle Breslau be-Yiśraʾel
- Volume
- 1975
- Issue
- No. 37 (April 1975)
- Date
- 1975-04-01
- Page
- [Seite] (sequence 1)
- Language
- German
- Belongs to
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Gegründet von Dr. Wilhelm (Seev) Freyhan Bitte bewahren Sie die “ Mitteilungen ” und denken Sie immer wieder an die “ Suchanzeigen” Vmvni iHbvu >nxi> imN b\y MITTEILUNGEN No 37 DES VERBANDES EHEMALIGER BRESLAUER UND IN ISRAEL E.V. m y m > n’^nyn nua April 1975 SCHLESIER Actions-Comite: Dr. T.jlH Berg-Platau, Benno Cohn. Erich Lewin, Max Lopatka, R. Löwenberg. Dr. Prager, M. Pick, J. Sachs, M. Schmerel-Hofstein. Briefadresse: Erich Lewin, Ramat-Gan, Mazadastr. 27. TeL 749754 Vorsitzender ERNST TAUBER PESSACH-EINHEITS ISRAELS Kürzlich fiel ein Buch in meine Hand, das mich fesselte. Nicht deswegen, weil sein Inhalt spannend war. Es ist von einem der überlebenden des Konzentrationslagers Auschwitz geschrieben worden, von Dr. Viktor E. Frankl, einem Psychiater. Der englische Titel des Buches ist: Man’s search for meaning. Er geht der Frage nach dem Sinn des menschlichen Daseins vom psychiatrischen Standpunkt nach. Voran geht eine Beschreibung seiner Erlebnisse im Konzentrationslager vom Gesichtspunkt des Seelenarztes. Darin fand ich zwei Zitate aus dem Werk von Nietzsche. Sie riefen Erinnerungen an eine längst verklungene Vergangenheit zurück. Dr. Frankl liebt es zu zitieren: “Hab’ ich mein wofür des Lebens, dann vertrage ich mich mit jedem wie.” Und in den Erinnerungen an seine Leiden im Lager wird zitiert: “Was mich nicht umbringt, macht mich stärker”. Diese beiden Nietzscheworte erinnerten mich an einen Seder im Jahre 1937 im Logenheim der B’ne Brith in Krummhübel, den der unvergessene Gelehrte und Lehrer Prof. Dr. Isaac Heinemann s_A., leitete. Schon damals wurden diese beiden Nietzscheworte als Motto zitiert. Seitdem sind 38 Jähre vergangen. Aber beide Worte haben nichts an Aktualität verloren. In jenen tragischen Jahren der physischen und geistigen Bedrohung unseres Volkes wurde damit um Ausdruck gebracht, worauf es ankommt: die innere Freiheit. Wer die Geschichte Israels kennt weiss, dass Pessach das Fest der inneren Freiheit ist. Auch in den schwersten Epochen wussten Juden, worauf es in Zeiten der Bedrohung ankommt. Sklaverei wurde nicht nur im Sinne des Verlustes physischer Freiheit verstanden. Frei ist nicht nur derjenige, dem materieller Reichtum offen steht. Wenn der Jude von "Seman Cherutenu — der Zeit unserer Frei- Dr. HUKWITZ LTD. TRAVEL & TOURS AGENCY NEUE ADRESSE TEL-AVIV, Allenby Sfr. 113 (Passage) 6 1 4 0 2 5 6 2 1 3 5 1 Individuelle Beratung für Ihre Reise ins Ausland von Rabbiner ISRAEL EGON LÖWENSTEIN, JERUSALEM heit” spricht, dann erfüllt ihn nicht nur die Sehnsucht nach einem Leben des Genusses. Worauf es ankommt, ist, die Möglichkeit zu haben, sein Dasein nach seinem Willen gestalten zu können. Das ist das, was die beiden Gelehrten — Isaak Heinemann s.A. u. Viktor E. Frankl — jeder in seiner Zeit in schwerer Stunde zum Ausdruck bringen wollten, als sie das Nietzsche wort zitierten. Sie wollten frei sein und sich nicht dem Diktat des Feindes beugen. Wir sind in unserer Generation begnadet worden, uns diese Freiheit zu erkämpfen. Aber jetzt wird uns noch .aihr bewusst. Die Stunde des Auszugs aus der Knechtschaft in die Freiheit setzt noch keinen Schlusspunkt um das Ringen. Auch nach Jeziat Mizrajim, nach dem Auszug aus Aegypthen, fiel die Freiheit nicht wie eine reife Frucht in den Schoss Israels. Wir sehen die Kohorten des Pharao, die dem ausziehenden Volk nachjagen. Wir hören von den Gefahren der gnadenlosen Wüste. Dem von der Knechtschaft geschwächten Volk wird der Kampf mit Amalek auferlegt. Um die Freiheit muss ständig gerungen werden. Mehr noch: dieses Ringen macht uns stärker. Pessach lehrt uns, nicht nur an die Freude zu denken, die jenes Geschlecht in der Stunde der Mitternacht des Auszuges erfüllte als es die Ketten der äusseren Knechtschaft abwarf und “mit erhobener Hand” in die Wüste zog. Aber der Freiheitsgedanke, der mit Pessach verbunden ist, fordert noch mehr. Wir leben im Zeitalter des Spezialistentums. Menschliches Wissen ist so umfangreich geworden, dass die meisten Wissenschaftler nur noch ein Spezialgebiet beherrschen können. Aehnliches kennen wir auch aus unserer eigenen Geschichte. Unter den Weisen Israels gab es fromme Männer, die sich darüberhinaus auf einem ethischen Gebiet spezialisierten. Einer sprach niemals ein böses Wort, laschon hara, über andere Menschen. Dann gab es Fromme, die sich vor allem durch Wohltätigkeit im Geheimen auszeichneten oder durch Gastfreundlichkeit gegenüber armen Personen. Vom Gerer Rebben, Jizchak Alter, wird berichtet, dass er gefragt wurde, welche ethische Mizwa er in unserer Zeit für besonders wichtig halte. Seine Antwort war: Ahawat Israel, die Liebe zu Israel, und jedem Einzelnen aus Israel. Dieses Wort muss unsere Generation in seinem ganzen Umfang verstehen. Wir mussten gemeinsam um das physische Überleben ringen. Wir erleben erneut den Weg in die Freiheit. Wir sind bedroht von einer Welt von Feinden. In dieser Geschichtsstunde muss die wichtigste Mizwa Ahawat Israel sein. Die Einheit des jüdischen Volkes ist die Voraussetzung für die Verwirklichung des Ideals der Freiheit. Nach einer Erklärung wird dies in der Tora selbst angedeutet. Noch während Israel sich in Ägypthen befand, wurde ihm das Opfer des Pessachlamms geboten. Es sollte nicht nur die körperliche Knechtschaft von sich abschütteln, sondern sich auch von den heidnischen geistigen Einflüssen befreien. Unter den damit verbundenen Vorschriften, wird unterstrichen, dass das Fleisch des Lamms in der Familie ganz gegessen werden sollte. Was übrig blieb, wurde verbrannt. Aber die Knochen durften nicht zerbrochen werden. (Fortsetzung auf Seite 2) I Liebe Mitglieder und Freundei In einer schweren Zeit fuer Israel, aber auch fuer die ganze Welt, in der leider Terror, Faustrecht, Egoismus und kalter Krieg sich ausbreiten, wollen wird nicht verzagen und ueberreichen Ihnen unsere Zeitung Nr. 37. Die grosse Teuerung, die überall herrscht, insbesondere auf dem Gebiet der Papiererzeugung, hat uns nicht abgehalten, die wesentlich verteuerte Zeitung herauszubringen. Wir haben den Mitgliedsbeitrag nicht erhöht, erwarten aber Verständnis unserer Mitglieder und Freunde fuer unsere Arbeit. Beltraege und Spenden sind zahlbar in Israel durch Scheck, oder Postscheine an den Verband ehemaliger Breslauer in Israel, Ramat Gan, Mazadastr. 27 (Erich Lewin), fuer das Ausland per Check an dieselbe Adresse, oder an die Bank Japhet, Tel Aviv, Rothschild Blvd. Nr. 11, Konto Nr. 24 195, z. Gunsten des Irgun Joze Breslau. Wir bitten, bei Ueberweisungen um deutliche Namen d. Absenders. Bedenken Sie unser "GOLDE¬ NES BUCH” auf den Namen unseres unvergesslichen Gruenders, Dr. Wilhelm Seew FREYHAN. Artikel und Manuscripte werden immer von uas dankend entgegengenommen. Diese aber bitten wir deutlich, moeglichst mit Schreibmaschine, uns zuzusenden. Wir wuenschen all unseren Lesern von Herzen alles Gute hoffen, dass unsere naechste Ausgabe zu Rosch Haschana s.G.w. in wirklich ruhigen Zeiten erfolgen kann. Verband ehemaliger Breslauer in Israel.