Mannheim
Compact Memory

Yediʿot shel Irgun ʿOle Breslau be-Yiśraʾel · 1974-09-01 · No. 36 (September 1974) · p. [Seite]

Scan of the page
Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Yediʿot shel Irgun ʿOle Breslau be-Yiśraʾel
Volume
1974
Issue
No. 36 (September 1974)
Date
1974-09-01
Page
[Seite] (sequence 2129)
Language
German
Belongs to
journal issue
OCR quality
96% known words query
IRI
…/7411685-7412391-7412412--0488-7412413
Visual Library
page viewer of the UB Frankfurt

Mentioned entities

OCR text

1 entity mentions

Gegründet von Dr. Wilhelm (Seev) Freyhan yi Bitte bewahren Sie die "Mitteilungen” und denken Sie immer wieder an die “Suchanzeigen”. , "MANIA lJ1 VAICA *7 H1VS y 2 lN*7n2 »NXVMinN W MITTEILUNGEN No. 36 DES VERBANDES EHEMALIGER BRESLAUER UND IN ISRAEL E.V. m y>*r> rr^n mwn u>nh September 1974 SCHLESIER Actions-Comite: Dr. Lilli Berg-Platau, Benno Cohn, Erich Lewin. Max Lopatka, R. Löwenberg, Dr. Prager, M. Pick, J. Sachs, M. Schmerel-Hofstein. Briefadresse: Erich Lewin, Kamat-Gan, Mazadastr. 27. Tel. 749754 - Vorsitzender ERNST TAUBER Zeitwende, Schicksalswende... (“Zu neuen Ufern lockt lockt ein neuer Tag” Goethe-Faust) Rosch-haschana 5735, bedeutet es nur eine Zeitenwende oder ist wirklich auch eine Schicksalswen de für Israel und die übrige Weltjudenheit im Anzug? In Hoffnung und Bängnis zugleich stellt sich jeder Einzelne von unsr'stellen wir uns gegenseitig diese schicksalsvolle Frage. Wer wäre nicht versucht, zum Beginn eines neuen Jahres trotz allem Schweren, was das eben abgelaufene für unser Volk und Land mit sich brachte, trotz der verschiedenartigsten Prüfungen, mit denen jeder von uns auf die eine oder andere Weise plötzlich konfrontiert wurde — wer wäre nicht dennoch psychologisch bereit, an eine bessere kommende Zeit zu glauben und sich in diesen Tagen der Wende zwar den allgemeinen, aber auch ganz den persönlichen Wünschen, Sehnsüchten und Vorstellungen hinzugeben, weil ja eben — menschlich mehr als verständlich — immer wieder “ein neuer Tag zu neuen Ufern lockt”... Goethe formulierte es so, aber unsere Weisen, die vor langer Zeit unsere unvergänglichen “Brachot” formulierten, sagten es anders, tiefer und wahrer! Sie sprachen nicht davon, was morgen kommen wird, sondern sie dankten nur “heute” für das bisher Erreichte: Unser kurzer prägnanter Segensspruch als erster Beginn jedes Ruhe- oder Festtages, unser “Schehechejanu”, das Israel durch Jahrhunderte und Jahrtausende begleitet, ebenso in seinen von freudigem Dank wie von unsäglicher Trauer (man denke nur einen Augenblick an die Vernichtungslager zurück!) erfüllten Situationen — abgesehen von den leider immer wiederkehrenden kriegerischen Geschehnissen in und um Israel in unserer Zeit — besagt alles; wir danken wieder I Dr. HURWITZ LTD. I « TRAVEL & TOURS AGENCY » | TEL-AVIV, Yehuda Halevi Str. 43 1 6 1 4 0 2 5 6 2 1 3 5 1 K Individuelle Beratung » für Ihre Reise ins >> 1( Ausland <> i!UIÜ ÜJW | “dem König der Welt, der uns Leben und Erhaltung gegeben und uns diese Zeit hat erreichen lassen.” Und wie haben wir zu danken! Wir brauchen uns nur erneut aufmerksam in die wundersame Erzählung zu vertiefen, die zu Rosch-Haschana in allen jüdischen Bet-Häusern und Stätten zur Vorlesung gelangt. Vom Erzvater Abraham wurde das Schwerste verlangt, seinen geliebten Sohn VERSÖHNUNG Ich barg das Gesicht in den Händen Im sinkenden Abendlicht Nach tiefem Verfehlen und Irren Sang Reue ihr leises Gedicht. Doch kaum treffen irdische Worte Die Feier, die es beging, Ein Fest allerhöchster Versöhnung, Die freudig die Seele empfing. Wie klingende Wasser im Frühling Ein Sang von erneuter Huld, Wie schneeweisse Blütengirlanden Ein Bild von vergebner Schuld. Dr. ELSE MEIDNER London, St. Gabriels Road 77 zu opfern, weder Vater noch Sohn wagten es, sich dem höchsten Befehl zu widersetzen. Dieser Bereitschaft, wir wissen es, folgte die ans Wunder grenzende Aufhebung des Verhängnisses in letzter Minute, Jizchak war gerettet. — Indessen könne wir Heutigen in Israel nicht jetzt und nicht später vergessen, wie unendlich viele der geliebten Söhne Im unseligen vorjährigen Jom-Kippurkrieg geopfert werden mussten, wie viele Mütter und Väter mit ihren Familien zurückblieben, der Verzweiflung nahe. Und was jedem einen von uns geschieht, geschieht uns allen, es gibt keine “direkten” oder "indirekten” Opfer, jeder von uns ist mitbetroffen wie seit eh und je in Israel Brauch und Sitte, das_Mitfühlen, Mitleiden und Mittrauern war und bleibt eines der grossen Kriterien des jüdischen Volkes. — — Und ein weiteres, nicht minder grosses bleibt unser weiter und weiter andauerndes Ver- und Zutrauen in die Zukunft, unser Bitten, Beten und Hoffen, dass ganz besonders in diesem jetzt beginnenden Jahre endlich zumindest ein Kriegsende abzusehen sein möge, dass nicht weiter unser kostbarstes Gut, unsere Jugend sich in immer erneuter Gefahr zu bewähren habe. Möge das Schicksal des Vaters Abraham auch den jüdischen Vätern dieser Zeit beschieden sein — so dass Einsatz- und Opferbereitschaft stets nur Errettung aus drohenden Gefahren bedeuten mögen! Und wir glauben, Grund zu diesen Hoffnungen zu haben, einmal deshalb, weil doch infolge politischer Vorgänge nun — dem Schicksal sei’s gedankt! — seit einigen Monaten an unseren Grenzen die Kanonen schweigen und einmal einfach deshalb, weil uns besonders zu diesem Neujahrsfest das “Sechor brit” auf ganz neue und doch uralte Art beseelt und bewegt. — Wir wissen es ja, dass wir uns nur etappenweise, Schritt für Schritt, in Geduld und gläubigem Vertrauen den grossen jüdischen Zielen nähern können; immer bleibt nur (Fortsetzung Seite 4) Liebe Mitglieder { und Freunde! Wir freuen uns Ihnen mitteilen zu können, dass unser Rundschreiben in Israel und im Auslande von unseren Leserkreis freundlichst aufgenommen worden ist. Ein schweres Jahr der Erschütterung in Israel und in der ganzen Welt liegt hinter uns. Wir hoffen und wünschen, dass das Beginnende besser und zufriedener sein wird. Wir wollen gleich nach den Feiertagen in einer Generalversammlung den Vorstand verjüngen und sind bereits Menschen bereit, mitzuarbeiten. Wir hoffen, dass diese Zeitung Ihr Gefallen finden wird. Wir haben trotz der grossen Teuerung in der Welt bisher die Beiträge nicht erhöht, trotzdem die Herausgabe des Blattes um das Doppelte gestiegen ist. Wir erwarten aber, dass unsere Mitglieder und Freunde ihre Beiträge und Spenden pünktlich und grosszügig bezahlen. Beiträge jährlich in Israel: IL 18.—, zahlbar durch Scheck, oder Postscheine an den Verband ehemaliger Breslauer in Israel, Ramat-Gan, Mazadastr. 27 (Erich Lewin), für das Ausland: $10.— an die Bank Japhet, Tel-Aviv, Rothschild Blvd. No. 11. Konto 24195, z.G. des Irgun Jozei Breslau. Wir bitten um ihr Verständnis für unsere Bemühungen und sind Ihnen Allen für Anregungen, Anfragen, Artikel etc. dankbar. Unser “GOLDENES BUCH” auf den Namen unseres unvergesslichen Gründers, Dr. Wilhelm Seew FREYHAN, bitten wir mit Ihren Spenden zu bedenken. Wir hoffen und wünschen, dass das beginnende Jahr der Anfang einer besseren Zeit für uns alle sein wird. VERBAND EHEMALIGER BRESLAUER IN ISRAEL

Text as recognised by OCR (ABBYY FineReader), without corrections. Entity mentions: TagMe (2021); their positions were matched to this text again.