Yediʿot shel Irgun ʿOle Breslau be-Yiśraʾel
- Journal
- Yediʿot shel Irgun ʿOle Breslau be-Yiśraʾel
- Volume
- 1972
- Issue
- No. 32 (September 1972)
- Date
- 1972-09-01
- Page
- Seite 25 (sequence 2043)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
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Neujahrsgruss an Max Tau GLÜCKWÜNSCHE AUS AMERIKA ÜBERSEE UND EUROPA (NACHTRAG) ALICE FEILCHENFELD geb. DANIEL 1267, 50the Street Brooklyn, N.Y. 11219, USA. P. u. E. FRIEDLAND, 44 Princes Court Shoot up Hill, London NW 2. HERMANN GOLDSTEIN und Familie, 2584-38the Ave. San Francisco, 94116, USA, Calif. ERNST HULDSCHINSKY und Frau, Essen (Ruhr) Steelerstr. 101, West Germany. ERNA HAHN geb. Preuss, 590 Fiatbush Ave. Apt. 7 G. Brooklyn, N.Y. 11225. PAULA HERZ, Luis Meyer, C. Pellegiri 1065, Acassuso, Buenos Aires, Argentinien. Dr. HEIN Z. HERZ und Frau JUDITH geb. Kassvan, 200 Haeven Ave. New York, 10033, USA. CARL und FRIEDA HOFFMANN, 400 Avila Drive, Nr. 5, San Francisco, Calif. 94123. WALTER und HERMINE JACOBOWITZ, 5242 S.O. Hydepark Blvd. Apt. 213, Chicago. III. 60615 USA. HERTA KALISKI 38 Warrington Cresz., London W. 9. KAETE KRUSE-SCHLESINGER, Baden-Baden, Zeppelirstr. 4, West Germany. Dr. MAX KOEHLER und Dr. ANA MARIA DE KOEHLER, Cochabamba, Casilla 1521 (Bolivien). MARKUS LUBASZ, Quito, Cassila 3220, Ecuador. (Sued Amerika). Dr. ARTHUR LOWENSTAMM und Frau GERDA, 1408 South Barry Ave. Los Angeles, Calif. 90025, USA. bodo TANGER und Frau, Hermann Cortes 3143 Casa 5 Nunova, Santiago de Chile, Sued Amerika. LILLI LIEGNER, Palisades Gardens, Oak. Tree Road, Palisades, N.Y. 10969, USA. Rev. MARTIN MILOSLAWER und Frau geb. Lewin 5 Park View Olive Road, London NW 2. GEORGE MILNER früher Myslowitzer, Münsterberg-Schlesien, Breslau und Hanna geb. Preuss. Kattowitz-Breslau, 148-28-88te Ave. 8 Apt. 2 K, Jamaica,-N.Y. 11435, USA. MARGOT ROTH, 134 Aldershot Rd. Guildford (Surr.) England. Dr. FRED und ILSE SINGER, 598 West, 191. Street, New York, N.Y. 10040 USA. ELSIE STEPHANY, 32 Eton Place, Eton College Road, London NW 3, England. HILDE SELINGER, 108 Elizabeth Bay Road 10/4, Elizabeth Bay, N.S.W. 2011, Australien. Dr. ERNEST SILBERBERG und Frau ILSE 5701 Sheridan Road, Chicago. III. 60626. JAKOB SALOMON und Frau 493/28the Ave. San Francisco, Calif. 94121, USA. KURT SEIDEMANN u. Frau LIZZI geb. Freund, 67-50, Thornton Place, Apt. 3, Forrest-Hills, N.Y. 11S75, USA. SALO TRANSLATEUR und ‘ Frau MAGARET, Belle Plaza Apt. 712, 20 Island Ave. Miami Beach, Fa. 33139. Dr. FRANZ und URSULA UNIKOWER 607 Langen-Oberlinden Hessen Anemonenweg 21 Deutsche Bundes-Republik. “Man kann nie dankbar genug sein für das Leben”! Hier wurde ein Motto zur Überschrift: Mit diesen Worten überschrieb der jüdische Dichter und Autor Max Tau (Oslo) seine Gesamtbiographie, in die er drei seiner Bücher zusammenfasste, nämlich “Das Land, das ich verlassen musste” (61), “Ein Flüchtling findet sein Land” (63), ”Auf dem Weg zur Versöhnung” (68). Und um es vorwegzunehmen, zu welchem anderen Datum als gerade zum Neubeginn eines jeden einen noch in Dunkel gehüllten Jahres könnte jeder für sich ergriffener diese Worte nach und aussprechen? Hoffen wir nicht alle ohne Ausnahme, heute, am Erev-Rosch-haschanah als dem Auftakt zu den “Jamim noraim”, zur Besinnlichkeit des individuellen “Cheschbonnefesch”, dass wir mit göttlichem Beistand nicht nur das ungewisse “Heute”, sondern auch das noch ungewisse “Morgen” u. “Übermorgen” erleben werden dürfen, dies besonders hier, in der ewig umstrittenen und umkämpften kleinen jüdischen Heimat, der einzigen in der Welt? Über den in Beuthen geborenen und in jüdischer Tradition aufgewachsenen Max Tau ist im Laufe der Jahrzehnte in vielen Sprachen geschrieben, gesprochen und kommentiert wurden. Auch an Ehrungen und Würdigungen hatte und hat es ihm nie gefehlt. Dominierend aber schienen mir immer seine markanten Aussprüche, von denen wir vor einigen Monaten, als er seinen “Fünfundsiebzigsten” mit seinen Geschwistern, Verwandten und Freunden in unserem schönen Nathania beging (eine seiner grossen Lieben!), wiederum einige hören durften: Israel ist für ihn, so sagte er, “die wahre Heimat jedes jüdischen Menschen”, bedeutet für ihn ein fach das innere “Seelenklima” des modernen Juden, wenn auch praktisch gesehen, natürlich nicht jeder jüdische Mensch und damit die jüdischen Massen nicht in ihrer Gesamtheit (allein räumlich nicht) hier existieren könnte oder könnten. “Israel” ist ja als Begriff viel mehr als ein Lands ist — auch in Tau’scher Auffassungder Inbegriff des heutigen Judesseins überhaupt... Lothar Stiehm gab 1968 in seinem Heidelberger Eigenverlag ein interessantes und für kommende Bibliographien sehr informatives Buch heraus, “MAX TAU — Bildner. Erwecker. Warner.”, dessen Exemplare längst vergriffen sind; freundlicherweise hat der hier lebende Bruder, Herr Fritz Tau, in seiner als äusserst hifsbereiten bekannten Weise den ihm gehörenden Band der Verfasserin dieser Zeilen leihweise überlassen, wofür ihm aller Dank gebührt! Im Vorwort bekennt Lothar Stiehm, dass er, als er zu Max Taus 70. Geburtstag 1967 in der Deutschen Buchhändlerschule in Frankfurt a.M. die “Laudatio” hielt, anschliessend, von jungen Hörern nach deren Manuskript befragt, überrascht blieb, “besass ich doch nicht einmal ein Manuskript”. — Und aus dieser Laudatio entstand ein Buch, auf dessen Umschlagseite eine Devisce Albert Schweitzers gleichsam als Kriterium der Persönlichkeit Max Taus dominiert; sie lautet “Kraft macht keinen Lärm”, sie ist da und wirkt, bemerkt Stiehm dazu. (Als jüdischer und israelischer Mensch dieser Zeit fühlt man sich durch diesen Ausspruch direkt hingewiesen auf die bekannte Stelle bei Secharia (4/6), immer und ewig wird der “Geist” und nicht der “Lärm” regieren, unsere Propheten wussten es viel früher). Albert Schweitzer, dem Max Tau begegnete, war und blieb für diesen ein ungeheures Beispiel menschlicher Grösse. — “Bildner. Erwecker. Warner" sind Worte, die nach Stiehms Ausführungen “von Tau selbst” stammen. “Als Kurt Wolff”, so heisst es weiter, “uns 1963 so plötzlich durch den Tod entrissen wurde, da schrieb Tau im Errinnern an diesen noblen Verleger, der Mut und Haltung besass wie wenige: “Er war für meine Generation zum Bildner geworden, zum Erwecker und zum Warner.“ In der Freundschaft mit Max Tau habe ich ein Gleiches erlebt. Ich stehe mit solcher Erfahrung nicht allein, und darum, denke ich, trägt dieses Buch seinen Titel zu Recht. In ihm schwingt Dank und Ansporn zugleich.“ Ja, das tut es hundertprozentig, das sei erlaubt, auch hier bei dieser Gelegenheit zu sagen. Es geht ja hier nicht um eine Buchrezension, sondern um die Würdigung auch “unseres” Max Tau, der noch gerade vor Toresschluss zu norwegischen Freunden nach Oslo vor den Nazis flüchten konnte, es von dort aus aber dann doch noch nach Stockholm tun musste, dann aber 1946 schon als norwegischer Staatsbürger in die Wahlheimat Oslo zurückkehren konnte, der er bis heute treu geblieben ist. Als er 1950 den ersten Friedenspreis des deutschen Buchhandels erhielt, war dies nur der Beginn einer Reihe verschiedener Ehrungen: Gerade hatte er seinen Roman “ Glaube an den Menschen” geschrieben. Schon 1962 wurde er ordentliches Mitglied der Deutschen Akademie für Sprache und Dichtung (Darmstadt), seit 1965 ist er Ehrenbürger der Universität Kiel, an der er einst promovierte. 1965 erhält er den Nelly Sachs-Preis der Stadt Dortmund — war er doch der erste Entdecker der grossen jüdischen Dichterin und späteren Nobelpreisträgerin. 1970 wird ihm der dänische Sonningpreis, die höchste literarische Auszeichnung der skancunaviscnen uanaer zugesprochen! Anschliessend an die zu den verschiedenen Tau-Jubiläen bereits in deutsch und norwegisch erschienenen Festschriften gab in diesem Jahr der bekannte Dr. Philip Houm eine zusammenfassende Arbeit zur Tau’schen erwähnten dreibändigen Gesamtbiographie heraus. Es wäre noch manches zu sagen, vor allem zur von Tau gegründeten “Friedensbücherei”, in der auf seine Initiative neben vielen anderen jüdischen Autoren der Gegenwart und jüngsten Vergangenheit auch die “Hebräer” Agnon und Buber (übersetzt) dem nordischen Leserkreis nahe gebracht wurden. Tau als Humanist par excellence — so sieht ihn die Welt, so kennt man ihn in Oslo, wo er bei seiner Rückkehr von diesem vorerst letzten Besuch in Israel, gleichsam als Geburtstagsgeschenk, den höchsten norwegischen Orden "Ritter des St. Olaf“ vom König persönlich in Empfang nehmen durfte. Wir alle freuen uns mit dieser Ehre, gilt sie doch einem von uns! Den guten Wünschen sind niemals Grenzen gesetzt. So entbieten auch wir von hier aus unserem verehrten Autor und Humanisten ein sehr herzliches “Schanah tova”, ein gutes neues Jahr voller Erfolg und Gesundheit, dem noch ungezählte schöne Jahre folgen mögen! Über Länder und Meere hinweg eilt unser Neujahrsgruss zu seinem Adressaten, zu dessen Ehren der Heidelberger Verlag die Friedenstaube als Emblem erkor. Möge ihre Botschaft in diesem neuen Jahr auch uns, unser Land und Volk inclusive seiner Nachbarn endlich erreichen — darin gipfelt unser aller Wunsch und sicher ganz besonders auch derjenige von Max Tau! Schanah tova u’mevurechet!! FRIEDA H EBEL 25