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Yediʿot shel Irgun ʿOle Breslau be-Yiśraʾel · 1972-09-01 · No. 32 (September 1972) · p. Seite 24

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Yediʿot shel Irgun ʿOle Breslau be-Yiśraʾel
Volume
1972
Issue
No. 32 (September 1972)
Date
1972-09-01
Page
Seite 24 (sequence 2042)
Language
German
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So betete man in der Alt-Neu (oder „Al T‘nai“) Synagoge in Prag Ich habe nicht die Absicht, eine Beschreibung der berühmten, ältesten Synagoge Mitteleuropas zu geben, oder ihre Geschichte und die damit verbundenen Legenden zu schildern, über diese Themen sind zahlreiche Veröffentlichungen, vorhanden, zum Teil auch illustrierte. Unter den Lesern dieser Zeilen wird es wohl viele geben, die dieses eindrucksvolle Gebäude gesehen haben. Andererseits wird es wohl nicht vielen unter uns vergönnt gewesen sein, diese Synagoge im Laufe mehrerer Jahre am Wochentag, Schabbat und an den Feiertagen besucht zu haben. Aus diesem Grunde möchte ich es auf mich nehmen', einige Gebetsgebräuche (Minhagim) zu schildern, wie sie in der “Alt-Neu Schul" beobachtet wurden. Zu Beginn des Wochentag-Gebetes wurde der 30. Psalm “Mismor Schir Chanukkat Habaylth” nicht gesagt, sondern das dem Tage entsprechende "Schir Hayichud”. Auch der anderswo übliche Tagesplan “schir schel Yom” wurde nicht gesagt. Das Kaddisch der Hinterbliebenen durfte nur ein Betender sagen, und dieser hatte zu diesem Zwekke an das Vorbeterpult heranzutreten. Waren andere Trauernde anwesend, so wurden Psalmkapitel gesagt, um auch ihnen das Kaddischsagen zu ermöglichen. Am Freitag-Abend Gottesdienst (Kabbalath Schabbat) stand der Vorbeter, mit Zylinder, aber ohne Tallith, auf dem Almemor, bis “Borchu”. Dann legte er den Zylinder in eine Schachtel, bedeckte das Haupt mit einer barrett ähnlichen Kappe und legte das Tallit an. So sagte der nun vor der Heiligen Lade den Psalm 92 “Mismor Schir” lejom Haschabbat” und 93 “Hashem Malsch G’euth Lavesh” zum wiederholten Male, und zwar war mit diesem seltsamen Minhag eine interessante Erzählung aus der Vergangenheit verknüpft: Als der berühmte Prager Rabbiner Rabbi Jehuda Loeb ben Bezalel (der “Maharal” oder “Hohe Rabbi Loeb”) den Golem geschaffen hatte, beschäftigte er ihn während der Woche mit Holzhacken, Wasserschöpfen und ähnlichen Handlangungen, jedoch für den Schabbat mischte der Rabbi Mohn mit Sand, und der Golem hatte den Mohn auszulesen. Es geschah aber, so erzählte man, dass an einem Freitag der Rabbi dies vergass, und in die Synagoge ging. Eben hatte man den Schabbatpsalm (No. 92) angestimmt, als aufgeregte Beter kamen und berichteten, der Golem habe, anscheinend, um nicht müssig zu gehen, begonnen einige Häuser einzureissen, dabei auch einige ausserhalb des Ghettos. Darauf verliess der grosse Rabbi eilends das Gebetshaus, das Schabbatgebet wurde unterbrochen, der Rabbi nahm dem Golem den heiligen Namen aus dem Munde, worauf dieser leblos zu Boden sank. Als der Rabbi zurück zur Synagoge kam, sagte man den Schabbatpsalm nochmals, um gewissermassen kundzutun, der Schabbat habe erst jetzt begonnen, und sei nicht etwa entweiht worden. Seitdem wurde dieser Gebrauch beibehalten. In der Alt-Neu Synagoge gab es 52 Vorhänge (“Parochet) für den Thoraschrank (Aron Hakodesch). Sie waren von grosser Pracht und Schönheit, und an jedem Schabbat des Jahres wurde ein anderer aufgehängt. Die Kohanimsegnung (Duchen) wurde an jedem Feiertag vorgenommen, auch wenn dieser auf einen Schabbat fiel. Die Leviten begossen die Hände der Kohanim vor der Segnung erst in dem Augenblick wenn der Vorbeter an der Stelle “Kohanim le avodatam” angekommen war, und die Zeremonie wurde nicht, wie anderswo üblich, aus- Von Dr. JAKOV RAMON, Ramat-Chen — Ramat-Gan serhalb, sondern in der Synagoge vorgenommen, und dazu ein silberner Krug und eine silberne Schale benützt. Im Gegensatz zu dem anderswo üblichen Minhag, wurde am Rosch aschana, vor dem Ausheben' der Thorarollen, das Gebet “Hashem El Rachum wechanun” auch gesagt, wenn an diesem Tage Schabbat war. Die im Machsor vorgeschriebenen Psalmverse, beginnend mit “Min Hamezar”, NACHTRAG ZU SPENDEN UND BEITRÄGEN S. Irmgard Salzbrunn, Wertheim a/Main, West Germany, Jacob Salomon, San Francisco, USA, Society of Friends from Breslau, New York, N.Y. Hedel Schwarz-Wasser, Rockaway, N.Y. USA. Rechtsanwalt Schroetter, Essen, West Germany, Dr. Fred und Else Singer, New York, USA, Lotte Sandberg, San Francisco, USA, Dr. Max Salzberger, Montevideo, Uruguay, Sued-America, Elsie Stephany, London, Hilde Selinger. Elizabeth Bay, Australien, Kurt Seidemann, Forest-Hills, N.Y. USA, Dr. Ernst Silberberg, Chicago USA. T. Salo Translateur, Miami Beach, USA. Y. Frank H. Youngmann, Seatlle, USA. Walter L. Bermann, Sydney, Australien. * Max und Minna Ehrlich geb. Friedmann, Natanja, Henriette Nothmann, Jerusalem. Josef Wiener, Nazareth Ilith (Obemazareth). Irma Rau, Tel-Aviv. Schoschara Ursel Prilutzki geb. Falk u. Familie Tel-Aviv. Schimschon Fränkel, Jerusalem. GLCKWÜNSCHE AUS ISRAEL (NACHTRAG) HENRIETTE NOTHMANN, Jerusalem, Bustenai No. 33. IRMA RAU geb. Horwitz, Tel-Aviv, Zeitlinstr. 5. ISRAEL JAN AI (Janiak), und Frau LEA geb. Jutkowski, Bne Brak, Rechow Elijahu Hanawi 3. SCHIMSCHON und ESTHER FRAENKEL, Jerusalem, Bait Wegan, Chidastr. 8. I[ UNSEREN FREUNDEN UND LANDSLEU- » [ TEN IN ALLER WELT WÜNSCHEN WIR | ( EIN GESUNDES UND FRIEDLICHES « i NEUES JAHR « i Society of Friends from Breslau « t New York. Dr. Singer, President » vor dem Schofarblasen, sagte man in der Alt- Neu Schul nicht, und das Gebet des Vorbeters vor der Mussaf-Amida “Hinni He’oni Mima’ass” sagte er leise nur für sich. Am Jom Kippur wurde der Vorhang vor der Heiligen Lade viermal gewechselt, jemals zu Schachrith, Mussaf mincha und Ne’ila. Es gab in diesem ehrwürdigen Gotteshause noch andere schöne und interessante Minhagim. Was ich hier aus dem Gedächtnis niederschrieb, und vor 45 Jahren miterlebte, sind einige von diesen Gebräuchen, die man in anderen Gemeinden nicht beobachten konnte. GENESIS (BERESCHIT) Dem Zug der Wolke und der Nebelflocke gleich — zog erste Kunde wundersam dahin — da in der Gnadenstunde Wasser rauschten vom Geborenwerden — nur Wolk’ und Nebel lauschten dem fremden Klang, dem ersten Lied auf Erden — — einsamer Sang, der das Verhüllte preist — in Trauer bang — — hoch über Wassern schwebet Schöpfers Geist. FRIEDA HEBEL (aus ihrem Gedichtband “Gesang des Lebens”) Dr. SIEGMUND HADDA 90 (New York) Während des Drucks unserer Zeitung erfahren wir vom 90. Geburtstage unseres hochverehrten Dr. Siegmund Hadda. Wir gratulieren dem so bekannten Chirurgen aus Breslau aus vollem Herzen und behalten uns vor in unserer Pessach Ausgabe eine ausführliche Würdigung zu bringen. MITTEILUNG Unser Verbandsbüro, Ramat Gan, Mazadastr. 27, bleibt vom 4. September bis 12. Oktober 1972 geschlossen. Verband ehemaliger Breslauer Redakteur: ERICH LEWIN Druck.: “OT”, Tel-Aviv, Wolfson Str. 48 Tel. 82 67 84 Mitgliedsbeiträge jährlich: 18.— IL in Israel 10 $ in Ausland 24

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