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Yediʿot shel Irgun ʿOle Breslau be-Yiśraʾel · 1972-04-01 · No. 31 (März 1972) · p. [Seite]

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Journal
Yediʿot shel Irgun ʿOle Breslau be-Yiśraʾel
Volume
1972
Issue
No. 31 (März 1972)
Date
1972-04-01
Page
[Seite] (sequence 1)
Language
German
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CK'VtN'IA IUDAK A Gegründet von Dr. Wilhelm (Seev) Freyhan Bitte bewahren Sie die “Mitteilungen” und denken Sie immer wieder an die “Suchanzeigen”. \Hbvi2 >N*i> pnN iw n\y*i* MITTEILUNGEN No. 31 DES VERBANDES EHEMALIGER BRESLAUER UND SCHLESIER IN ISRAEL E.V. Actions-Comite: Dr. LiUi Berg-Platau, Dr. William Boss, Benno Cohn, M.d.K. Heinrich H. Cohn, N. Heimann, Erich Lewin, Max Lopatka, R. Löwenberg, Dr. Prager, M. Pick, J. Sachs, M. Schmerel-Hofstein. Briefadresse: Erich Lewin, Ramat-Gan, Mazadastr. 27. Tel. 749754 Vorsitzender ERNST TAUBER Freiheit als Herausforderung Wir haben Pessach niemals nur als Erinnerungsfest gefeiert. Unser Blick ist nicht nur in die Vergangenheit gerichtet. Wir bewahren unsere Erinnerungen, weil sie eine Botschaft für die Gegenwart enthalten und die Zukunft gestalten. Auch die Mizwot haben eine sich ständig erneuernde Bedeutung für jede Gegenwart, obwohl eine vergangene Generation Mizwot und Zeremonien gleichsetzte. Eine Vielfalt der Deutungen wurde Pessach gewidmet. Aber ein Grundgedanke begleitete die Generationen. Sie vertrauten darauf, dass die Befreiung aus der Knechtschaft sich noch einmal in unserer Geschichte vollziehen werde. Knechtschaft und Freiheit sind vieldeutige Begriffe. Die Annalen der Geschichte der Menschheit beweisen, dass physische Ketten zerbrochen werden können. Die schwersten Fesseln sind jene, die den Geist und die Seele des Menschen versklaven. Im Ringen um die Befreiung von physischer Knechtschaft ist in tragischer Geschichtsstunde Israel wiedererstanden. Aber haben wir damit schon unsere vollkommene Freiheit wiedererlangt? Die Geschichte wiederholt sich. Das Geschlecht derer, die aus Aegypten auszogen, wurde körperlich frei. Aber noch lange litten sie an den Wunden, die die Knechtschaft ihnen geschlagen hat. Der Prozess der geistigen Befreiung der B’ne Jisrael füllt noch viele Seiten unserer Geschichte. Dieselbe Generation, die das Wunder des Auszugs erlebt hat, betet das “Goldene Kalb” an. Dasselbe Geschlecht, das am Sinai stand, sehnt sich nach den Fleischtöpfen Aegyptens. Menschen können äusserlich frei und innerlich versklavt sein. Sie können sich nicht von ihrer Dr. HURWI1Z LTD. 1 iji TRAVEL & TOURS AGENCY | TEL-AVIV, Yehuda Halevi Sfr. A3 1 | 614025 1 621351 1 Individuelle Beratung x für Ihre Reise ins X; Ausland |j Rabbiner ISRAEL LÖWENSTEIN .Jerusalem * Umgebung oder von materiellen Werten trennen. Aber wir hören in unserer Geschichte auch von äusserer Knechtschaft und innerer Freiheit. Die Galut Israels kennt viele Beispiele von Generationen, die innerlich frei blieben — trotz äusserer Unfreiheit-, weil die Hoffnung auf das Pessach L’Atid — das Pessach der Zukunft — sie zu Herren ihrer geistigen Bestimmung werden liess. Darum ist Pessach nicht nur ein schönes Familienfest mit erinnerungsreichem Brauchtum. Wir danken in diesen Tagen allen jenen Generationen, die das Licht der inneren Freiheit in der Dunkelheit leuchten liessen. Auch noch in unserer Zeit erleben wir mit Staunen, das Ringen vieler Söhne Israels um die Befreiung von äusserer Knechtschaft. Wir erleben ihr Bemühen, sich in innerer Freiheit von ihren Fesseln zu lösen, um den Weg nach Israel zu finden. Aber wir sollten uns bewusst sein, dass wir erst am Anfang der Erlösung der Atchalta d’Geula-stehen. Unsere Weisen verstanden die Befreiung aus Aegypten nicht als einen einmaligen Vorgang. Sie sprechen von den vier Ausdrücken der Erlösung, die den vier Becher Wein entsprechen, die den Rahmen des Seder bilden und wir verpflichtet sind, zu trinken. “W’hozeti” ich nehme Euch aus Aegypten heraus. Das ist die physische Befreiung aus dem Lande der Knechtschaft. Wir sind Zeugen dieser ersten Etappe. Aber die physische Freiheit ist nicht alles. Der Mensch kann körperlich frei sein und dennoch ein Sklave im materiellen Sinne des Wortes. Wenn man nicht in der Lage ist, seine Familie wirtschaftlich selbstständig zu erhalten, hat die Freiheit ihren Sinn verloren. Um diese Freiheit ringt ein sehr grosser Teil unserer Menschheit. Sie ist das Problem unserer Zeit. So ist die zweite Etappe: “Vehizalti — ich werde Euch von der Knechtschaft retten”. Ihr werdet nicht mehr von anderen wirtschaftlich abhängig sein. Aber physische und wirtschaftliche Freiheit sind noch nicht die Erfüllung. W’gaalti — ich werde Euch erlösen”, ich werde Euch von der mentalen Knechtschaft befreien, die Ihr durch das Galut Mizraim — oder jegliche Galut — erlitten habt. Wir stehen in diesem Ringen. Jahrhunderte haben wir inmitten einer Welt gelebt, die uns-trotz aller Dankbarkeit, die wir ihr schuldig — geistig fremd war. Viele können sich von ihr trotz aller äusseren Freiheit nicht lösen. Sie ziehen die innere Knechtschaft vor. Die Freiheit, in der wir leben, fordert uns heraus, zu den Quellen des Judentums zurückzufinden. Wir sollen und wollen wieder normal werden, aber geformt in den Normen des Judentums. Dann steht vor uns die vierte Stufe. Auch wer physisch, materiell und intelektuel frei ist, kann noch immer ein Sklave seiner Passionen sein. Darum ist die letzte Stufe: W’lakachti li (Forts. Seite 4) Liebe Mitglieder j und Freundei IN ISRAEL UND IN ALLEN TEILEN DER WELT Wir überreichen Ihnen heute No. 31 unseres Verbandsblattes und hoffen, dass dies auch wieder Ihre Zustimmung finden wird. Unsere Arbeit geht weiter vorwärts und erhält durch den Dachverband “Centra” neuen Auftrieb. Aber jede Landsmannschaft setzt nebenher in ihrem Kreis ihre eigene Arbeit fort. Wir haben weiter Anfragen aus aller Welt, führen eine grosse Correspondenz und sind jederzeit bereit, unseren Mitgliedern und Freunden in Israel und überall mit Rat und Tat zur Seite zu stehen. Wir machen darauf aufmerksam, dass wir in diesem Jahr Rundschreiben ins Ausland nicht versenden werden, da bereits am 9. September 72 die “Hohen Feiertage” beginnen und die Zeit der Rundschreiben nicht ausreicht, um sie rechtzeitig in Ihren Besitz zu bringen. Wir bitten hiermit sich vorzumerken: Aufsätze, Artikel, Suchanzeigen, Glückwunschablösungen sind bis zum 10. August 1972 spätestens abzusenden. Für später eingehende Briefe etc. können wir leider keine Garantie übernehmen. Da diese Zeit in die Ferienzeit fällt, bitten wir dies so rechtzeitig wie möglich zu erledigen. Wir danken Ihnen Allen weiter für Ihr grosses Interesse. Mitgliedäbeiträge weiter 18.— IL jährlich in Israel, 10 $ im Ausland; Glückwunschablösungen in Israel 7.— IL; 5 $ im Ausland. Bitte genaue Adresse des Absenders anzugeben. Bankkonto Japhet, Tel-Aviv, Rotschild BIv. 11 Konto No. 24195 oder in Schecks bezw. Postanweisungen an Irgun Jozei Breslau, Ramat Gan, Mazadastrasse 27 (Erich Lewin). Wir wünschen Ihnen Allen weiter alles Gute, Gesundheit und Frieden in der Welt. Verband ehemaliger Breslauer Emst Tauber, 1. Vorsitzender

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