Yediʿot shel Irgun ʿOle Breslau be-Yiśraʾel
- Journal
- Yediʿot shel Irgun ʿOle Breslau be-Yiśraʾel
- Volume
- 1971
- Issue
- No. 29 (April 1971)
- Date
- 1971-04-01
- Page
- Seite 3 (sequence 3)
- Language
- German
- Belongs to
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Mentioned entities
- Lothar Rothschild 5× ep/1013144
- Wrocław 2× ep/1002369
- Bernhard Brilling 1× ep/1028364
- Ernst Ehrlich 1× ep/1004420
- Florence Guggenheim-Grünberg 1× ep/1018609
- Frederick William III of Prussia 1× ep/1025017
- Guido Kisch 1× ep/1026184
- Jakob Josef Petuchowski 1× ep/1027211
- Krotoszyn 1× ep/1047664
- Schalom Ben-Chorin 1× ep/1009295
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Bri 11 ing (Forts, v. S. 2) ln späterer Zeit der Name bei den Wanderungen vornehmlich nach Süden, aber auch nach Osten und Norden ausgebreitet. In eine (auch räumlich) ganz andere Richtung weist eine Studie, die Brilling in der von dem genannten Lothar Rothschild herausgegebenen Zeitschrift “Tradition und Erneuerung” im Mai 1970, Heft 29, veröffentlicht hat. Unter dem Titel: "Streit um die deutsche Beschriftung jüdischer Grabsteine” zeigt er, wie zunächst in Königsberg, in Breslau, Krotoschin und Myslowitz um die Mitte des vorigen Jahrhunderts ausser der üblichen hebräischen Beschriftung auch Inschriften in deutscher Sprache und neben dem hebräischen Sterbedatum das Datum nach der bürgerlichen Zeitrechnung geschrieben wurden. Neben radikalen Verboten Orthodoxer Rabbiner und (wie bezeichnend!) des reaktionären Königs Friedrich Wilhelm III. sind auch elastischere Entscheidungen, die ausser der hebräischen Beschriftung auf der anderen Seite des Grabstein die deutsche Beschriftung und ausser dem hebräischen auch das bürgerliche (bisweilen christlich genannte) Sterbedatum gestatten. Die Zeit ist darüber hinweggegangen; Im folgenden Jahrhundert hat sich die Beschriftung des bürgerlichen Datums und auch ein deutscher Text durchgesetzt (in Posen sah ich sogar 1929 einen polnischen Text). Rabbiner Dr. Neufeld ★ FORSCHUNG AM JUDENTUM Unter dem Titel: "Forschung am Judentum” haben vierzehn Forscher gemeinsam eine Festschrift veröffentlicht, die weit mehr hält, als man bei diesem Titel vermuten dürfte. Sie ist als Festschrift zum 60. Geburtstag von Rabbiner Dr. Dr. h.c. Lothar Rothschild in St. Gallen von der Vereinigung für religiös-liberales Judentum in der Schweiz mit einem Geleitwort ihres Vorsitzenden Victor Loeb in Bern (Herbert Lang u.Co. Bern 1970. 159 S.) herausgegeben worden. Es ist im allgemeinen nicht üblich, schon zum 60. Geburtstag Festschriften herauszugeben, dem leider, inzwischen gestorbenen Frankfurter Rabbiner Dr. Lichtigfeld wurde diese Ehre zum 70, Geburtstag zu teil, Dr. Leo Boeck sogar erst zum 80. In der Schweiz ist überhaupt erst ein einziges Mal eine Festschrift einem Juden gewidmet worden, dem Baseler Professor Karl Joel, der übrigens Sohn eines Rabbiners aus Hischberg ist, und diese Schrift ist nicht von jüdischer Seite, sondern von der Universität Basel herausgegeben worden. Auch dem weitbekannteren Züricher Rabbiner Dr. Martin Littmann, der über achtzig Jahre wurde, ist diese Ehre nicht zu Teil geworden, obwohl er als Rabbiner in Zürich die centrale Persönlichkeit war und das “Israelitische Wochenblatt für die Schweiz” (in der Schweiz als “Blättli” bezeichnet) gegründet und mehr als vier Jahrzehnte geleitet hat. Aber es hat doch einen besonderen Grund, dass Lothar Rothschild so frühzeitig geehrt winde. Herausgeber ist die Vereinigung für religiös-liberales Judentum in der Schweiz, und Lothar Rothschild ist deren treibende Kraft und redigiert ihre Zeitschrift: “Tradition und Erneuerung”. Die Juden der Schweiz stehen zur Religion nicht anders als in anderen Ländern, es gibt nur wenig Orthodoze, aber die Orthodoxie hat es, wie in Israel und neuerdings auch in Frankreich, verstanden, den Liberalen und den Gleichgültigen ihren Willen aufzuzwingen. Die Liberalen führen, wie in Israel, im ständigen Kampf ein bescheidenes Leben. In Zürich hat man sogar nach der Pensionierung des allseits beliebten Dr. Littmann die Orgel abgeschafft. So bestehen liberale Gottesdienste nur in ganz wenigen Orten. Neuerdings ist eine private Vereinigung in Lugano hinzugekommen, deren Existenz wohl nur durch die zahlreichen Touristen möglich ist. Lothar Rothschild ist die treibende Kraft der liberalen Bewegung in der Schweiz. Neben seinen vielen und vielseitigen wissenschaftlichen und literarischen Verpflichtungen regt er die Verbreitung des liberalen Gedankens in der Schweiz an. Darum haben sich 14 Gelehrte, die zumeist dem liberalen Gedanken nahestehen, zusammengetan, um den Jubilar zu ehren. Jeder hat von seinen Forschungen berichtet, und so kann der bescheidene Titel "Forschung am Judentum” vielleicht als zutreffend bezeichnet werden. Drei Professoren des Hebrew Union College in Cincinnati, dessen Ehrendoktorrat im vorigen Jahr Lothar Rothschild verliehen wurde, haben grundsätzliche Aufsätze geschrieben. Einer von ihnen, Jakob Petuchowski, ist Enkelsohn des orthodoxen Berliner Gemeinderabbiners Dr. Marcus Petuchowski. Zwei Vorkämpfer des libera- Der ehemalige Kronprinz hatte sich verpflichtet, in seinem prächtigen Piastenschloss in Oels Wohnsitz zu nehmen, nachdem er in den zwanziger Jahren aus der Internierung auf der holländischen Insel Wieringen entlassen worden war. Er hatte versprochen, den Wohnsitz in Oels nicht aufzugeben und sich jeder politischen Tätigkeit zu enthalten. Eines Abends kam er mit der Kronprinzessin in seinem Mercedes von Breslau nach Hause nach Oels. Der Zufall wollte es, dass grade das republikanische Reichsbanner vor dem Tor in Oels zu einer Übung ausgerückt war. Ob der Kronprinz herankommend rechtzeitig abgeblendet hat oder nicht, steht nicht fest. Aus den Reihen der Reichbannerleute ertönten Rufe: “Blend ab, Du Etappenschwein, Du Hurenbock!” Das kronprinzliche Ehepaar war darüber aufs tiefste empört, und es wurde in der Stadt verlautbart, dass sie versuchen wollten, Oels zu verlassen. Das wäre von erheblichem wirtschaftslichem Nachteil für die Stadt gewesen, diese Hofhaltung zu verlieren. Deshalb begaben sich die Vertreter der Innungen — Schneider, Bäcker, Schuster etc. etc. — aufs Schloss, um den Kronprinzen zu bitten, in Oels zu bleiben. Auch die Vereinigung für Kunst und Wissenschaft sandte eine prominente Deputation aufs Schloss zu diesem Zwecke. Ich war Mitglied dieser Vereinigung und, als ich davon hörte, erklärte ich meinen Austritt aus ihr mit etwa folgendem Schreiben: “Ohne zu den Vorgängen vor dem Tor Stellung zu nehmen .stelle ich fest, dass ich der Vereinigung für Kunst und Wissenschaft keine Vollmacht gegeben habe, in dieser Angelegenheit auf dem Schloss vorstellig zu werden. Diese Handlungsweise liegt völlig ausserhalb ihres Aufgabenkreises und ist auch unvereinbar mit republikanischer Gesinnung. Ich erkläre deswegen meinen Austritt aus der Vereinigung.” Dieses Schreiben sandte-ich an beide Oelser Zeitungen; die konservative brachte es nicht, die sozialistische an prominenter Stelle. Meine Aktion hatte eine Wirkung, die ich weiss G”tt nicht vorausgesehen hatte. Wir hatten in Oels eine Eisenbahnreparaturwerkstatt mit einer Belegschaft von etwa 1000 Mann. Ihr Gewerkschaftsführer suchte mich kurz darauf auf und machte mir den Vorschlag, in einer neue zu billen Judentums in Israel, Rabbi Zaoul und der besonders exponierte und oft scharf angegriffene Schalom Ben Chorin haben noch deutlicher geschrieben. Der Jurist Ernst I. Cohn schreibt Uber Eheschliessung in englischen nicht orthodoxen Synagogen. Die übrigen Artikel sind zumeist historischen Inhalts wie* der von Professor Guido Kisch über Juden in Basel und von Frau Florence Guggenheim-Grünberg über Bern. Die Arbeit von Bernhard Brilling: “Der Name Maram, Marum” soll ln anderm Zusammenhang ausführlich besprochen werden. Ernst Ludwig Ehrlich schreibt Uber das Jahr 1912 ln der Geschichte der Juden in Deutschland und zeigt, wie hundert Jahre nach der Emanzipation die Mehrzahl der Juden damals nicht sahen oder nicht sehen wollten, wie unsicher ihre Situation trotz formeller Gleichberechtigung war. Auch wer den liberalen Gedanken ablehnt, wird manche Anregungen aus diesem Sammelwerk empfangen und aus dem historischen, nicht weltanschaulich bedingten Teil Vieles lernen. Rabbiner Dr. Neufeld denden Vereinigung der Arbeiter für Kunst, Theater und Kultur die künstlerische Leitung zu übernehmen. Er selbst würde als Präsident, der Vereinigung funktionieren. Ich sagte zu und habe noch einige Jahre bis 1933 mein Amt, wie ich glaube, zur Zufriedenheit des Publikums durchgeführt. Mehrere Vorstellungen des Schlesischen Landestheaters sind mir noch in Erinnerung. Der Umschwung 1933 machte nicht bloss dieser künstlerischen Arbeit, sondern überhaupt jeder politischen Betätigung der Arbeiterschaft ein Ende. Vielleicht darf ich in diesem Zusammenhang erwähnen, dass sich die Arbeiter mit ihren Spargroschen ein bescheidenes Volkshaus geschaffen hatten, wobei ich die notariellen Verträge geschaffen hatte. Dieses Volkshaus “beschlagnahmten” d.h. stahlen die Nazis und errichteten dort Femegerichte, 33 Sozialisten wurden dort brutal misshandelt, darunter der Kreistagsabgeordnete Lehrer Gonschorek so roh, dass ihm eine Niere zerschmettert wurde. Er ist dieser Verletzung wenige Tage nachher erlegen. So endete die Republik in Oels. Melodien die Freude bereifen KLASSISCHE UND MODERNSTE SCHALLPLATTEN in grosser Auswahl warten auf Sie RADIO - UNION H. W. ROBERT (früher Breslau) Tel-Aviv, Dizengoff Str. 116, Tel. 248526 BÜCHER in sorgsamer und reicher Auswahl, hebräisch, englisch und deutsch, neu und antiquarisch LANDSBERGER Inh. I. S. Parnes TEL-AVIV, BEN JEHUDA STR. 9. Tel. 56330 Republikanisches Oels bis 1933 ERINNERUNGEN VON DR. ERNST WARSCHAUER, FR. RECHTSANWALT UND NOTAR IN OELS. 3