Yediʿot shel Irgun ʿOle Breslau be-Yiśraʾel
- Journal
- Yediʿot shel Irgun ʿOle Breslau be-Yiśraʾel
- Volume
- 1993
- Issue
- No. 57 (1993)
- Date
- 1993-01-01
- Page
- [Seite] (sequence 1)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
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Gegründet von Dr. Wilhelm (Seev) Freyhan b'T •jnhd’3 lNlcrn ’Nsr |inN inj nun’ MITTEILUNGEN No. 57 1993 A'jum DES VERBANDES EHEMALIGER BRESLAUER IN ISRAEL E. V. VORSTAND: Mosche Goldstern (Vorsitzender), Chaja Bar-Or, Edith Benda, Arie Gradenwitz, LoMie Lewaid, Max Lopatka P.O B. 3591; 61035 Tel-Aviv WAS WIRD MIT FRIEDHOF KOSEL? Bis zum 2. Weltkrieg existierten in Breslau 3 Friedhöfe. 1) Der Friedhof auf der Cfaaeeenstrasse, welcher schon lange geschlossen war. Dort waren bedeutende jüdische Gelehrte aus den vergangenen Jahrhunderten begraben. Im Jahre 1905 war der bekannte hebräische Schriftsteller Micha Josef Berdyczewski (Bin-Gurion), weicher damals in Breslau liebte, mit dem Entziffern von Namen auf alten Grabsteinen auf diesem Friedhof beschäftigt. 2) Der Friedhof auf der Loheistrasse, auf welchem bekannte Persönlichkeiten, wie z.B. Heinrich Gratz, Ferdinand Lassalle u-a. beigesetzt wurden. Dieser Friedhof ist, wie uns wiederholt berichtet wurde, im einem zufriedenstellenden Zustand, dank der unermüdlichen Arbeit von Herrn Lag’iewski und der finanziellen Unterstützung der Friedrich Ebert Stiftung, welche an der Restauration dieses Friedhofs auf dem der ehemalige Sozialistenführer Lassalfe beerdigt wurde, interessiert ist. 3) Anders ist der Zustand des Koseier Friedhofs. An unserem Verband der ehemaligen Breslauer in Israel, werden dauernd erschütternde Briefe von ehemaligen Breslauern (aus Israel, U.S.A. und anderen Ländern) geschickt, welche die Gräber ihrer Angehörigem auf dem Friedhof Kosel besuchen wollten- Dieser heiliget Ort, auf dem in den zwanziger und dreißiger Jahren, die meisten Toten der Breslauer Gemeinde beerdigt wurden, und auf dem bis heute noch die Verstorbenen der kleinen, eingeschrumpften Gemeinde beigesetzt werden, ist der völligen Verwahrlosung prei'sgelgeben. Wir bringen hier nur ein Zitat aus einem der vielem Briefe: „Nicht genug, dass fast alle unsere Angehörigen ermordet und vergast wurden, müssen wir jetzt erfahren, dass auch die Gräber von denen, die noch begraben wurden, geschändet w erden”. Hier sei darauf hingewiesen, dass auf dem Friedhof in Kosel ein Gedenlkpavillion für die im 1. Weltkrieg gefallenen jüdischen Soldaten steht. Eine Ergänzung vom Jahre 1963 zum Grundgesetz der Bundesrepublik Deutschland besagt, das,s die Zuständigkeit für Kriielgsgräberfürsorge auf die Gräber und Gedenkstätten der Opfer der Gewalt und der Verfolgung erweitert wurde. Dieses bezieht sich auf die ehemaligen Ostblockländer. Gerade in diesen Ländern wurden die Hauptverbrechen der NS-Machthaber begangen. Daraus folgt, dass nicht nur Kriegsgräber sondern auch Gräber und Gedenkstätten der Opfer der Gewalt gepflegt und in einen würdigen Zustand versetzt werden müssen. Alle Schreiben und Bitten unseres Verbandes an die amtlichen Stellen und Behörden waren bisher erfolglos. Vor einigen Tagen traf sich der Vorstand des Verbandes ehemaliger Breslauer mit dem Botschafter der Bundesrepublik Deutschland, Herr Otto von der Gablenz, in dieser Angelegenheit. Die Vorstandsmitglieder brachten ihre Erschütterung über die Verwahrlosung des Friedhofs Kose'l zum Ausdruck- Sie forderten vom dem Botschafter ihre Geifühle an die zuständigen Instanzen weiter zu leiten und der Botschafter seinerseits versicherte seine Unterstützung in dieser so wichtigen Angelegenheit. Es ist die Pflicht der Bundesrepublik Deutschlands, das obenlgenannte Gesetz in die Tat umzusetzen und so den Heimgegangenen auf dem1 Friedhof Kosel die letzte Ehre zu erweisen. - D.R. I I 1 I I I I I I I I I I I I I AN UNSERE MITGLIEDER UND FREUNDE! 1) Der jährliche Mitgliedsbeitrag für das Jahr 1993 beträgt wieder, wie im vergangenen Jahr, 50.— NS. 2) Zur Verewigung des Andenkens Ihrer Eltern und Ihrer Lieben steht das "GOLDENE GEDENKBUCH DER EHEMALIGEN BRESLAUER” zu Ihrer Verfügung. Die Kosten für eine Seite sind 300.— NS. (Teilzahlung möglich). Spenden für unseren Sozialfond! sind immer erwünscht und1 werden mit Dank entgegengenommen. 1 AN UNSERER LESER IM AUSLAND! Wie wir in der letzten Nummer mitteilten, werden unsere ”Mitteilungiem" nur noch an diejenigen versandt, welche uns mitteilten, da'ss sie daran interessiert sind. Wir bitten uns von jedem Adressenwechsel in Kenntnis zu setzen, um jede eventuelle Rücksendung zu vermeiden. Ebenso bitten wir, uns von Adressen ehemaliger Breslauer, welche an unseren "Mitteilungen" interessiert sind, in Kenntnis zu setzen. Der Beitrag für unsere Leser im Ausland für das Jahr 1993, beträgt wie vergangenen Jahr, $ US 25.— I I 8 8 I I I I