Yediʿot shel Irgun ʿOle Breslau be-Yiśraʾel
- Journal
- Yediʿot shel Irgun ʿOle Breslau be-Yiśraʾel
- Volume
- 1992
- Issue
- No. 56 (1992)
- Date
- 1992-01-01
- Page
- Seite 24 (sequence 25)
- Language
- German
- Belongs to
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Der Landwirt vom Berge Zion Die Beschreibungen, die Reisende von ihren Erlebnissen und Eindrücken geben, die vor fast hundertfünfzig Jahren das Land besucht haben, werfen ein Bild auf die Verhältnisse und Zustände, die sie angetroffen haben. Ludwig August Frankl besucht im Jahre 1856 Jerusalem, im Aufträge einer Stiftung, um eine „moderne“ Schule einzurichten, die „Lämeischule“. Frankl reist über Konstantinopel. Im Ottomanischen Reich besucht er verschiedene Gemeinden bis er nach Jerusalem kommt. Für die Haupstadt gibt er eine Aufstellung der Berufe der Juden. Auf der Liste erscheinen neben Maurern, Seidenschnüredrehern, Schönfärbern, Mehlspeisekochern, Gewicht- und Massverfertiger, ein Ingenieur aber 500 Ärzte, 40 Wundärzte, wie 500 Musikanten und 10 Seiltänzer- Für Jerusalem beziffert er die Zahl der jüdischen Einwohner auf 5700, ein Drittel der damaligen Bevölkerung. Auf unseren Reisenden hinterlassen sie keinen guten Eindruck. Die wenigsten arbeiten oder üben eine Beschäftigung aus. Er bringt 239 auf seine Liste, Handwerker und Händler, 40 Melamdim (Kleinkinderlehrer), 5 Schreiber, 2 Musikanten, einige Krämer und Wechsler, 10 bis 12 Hausierer, die anderen sind „müssig und erwerbslos“, sie leben von der Chalucka, von den aus Europa kommenden Geldern, den Almosen. Zur Verteilung dieser Gelder haben sich Dutzende Gemenschaften gebildet. Die aschkenasischen Juden haben nicht einmal ein geistiges Oberhaupt, wie es die Sepharden haben. Die Vorsteher der vielen Gemeinden werden in Europa bestimmt. „Eine höhere Lehranstalt für die Jugend haben die Aschkenasim niemals besessen“. Er erzählt von jüdischen 'Handwerkern, mit der Min iftna Tnro ‘‘^rferaxhi ~3u4gni>nruj>pa, JfvesiavL. :atxo; jf nrpurimfeier a/72 Jonnabend; d. ■ 3. Marß \ dßds <3k im großen Saal der £esiinQ-ü>ge, Agnesstr. 5. ßcttung des Abends £ttdmia Joteenberxr, — c2er~godmte .%ctHertrag-t»ird drrAZ/Zalujgrtippc der AHsraePt- 7uqendgruppe Jjresiau jugtfußri. Absicht eingewandert, hier zu arbeiten, aber bald ihren Beruf aufgeben. * Unter den angenehmen Erlebnissen wird ein Besuch auf dem Berge Zion geschildert. Dort lebt zu seiner Zeit ein jüdischer Landwirt, Don Jose Perez. Mit der Einladung erhärt Frankl eine Kostprobe selbstangebauter Kartoffeln, die unseren Reisenden in Verzückung versetzen: „Trefflich schmeckende Erdäpfel. Erdäpfel von Zion“. Das Gut erreicht man über das Zionstor, man musste durch „wüste, verödete Schutthaufen abwärtssteigen“. Nach den Enttäuschungen in Jerusalem begeistert ihn bei dem Landwirt alles, was er sieht. „Sorgfältig bebaute Beete, Gurken und Melonen, Blumen und Erdäpfel blühten und trugen Früchte“. „Warum sendet Europa Geld und Geld, das hier in den Abgrund sinkt“, fragt Don Perez. Bei seinem zweiten Besucn wird Frankl von einem Künstler begleitet, Reb Moscne Schnitzer, so genannt „weil er die kunstreichen Gegenstände aus Holz schnitzt, aus Marmor und Sandstein meisselt, und aus dem schwarzen Harz vom Toten Meer formt“. Dieser Künstler oder Kunsthandwerker hilft Frankl, der auch als Sekretär der Wiener jüdischen Gemeinde fungiert, einen Stein vom Har Zion zu brechen, als „Grundstein für den neuen Tempel in Wien“. Der Kalksteinblock wird von Reb Mosche zu einem „sargophagähnlichen Kästchen“ geformt, den 'Deckel' zieren erhaben das Wappen Dawids und Weintrauben, die Symbole der Fruchtbarkeit. hwg-n i- . AN UNSERE MITGLIEDER UND FREUNDE! 1 1) Der jährliche Mitgliedsbeitrag für das Jahr 1992 beträgt wieder 50.— NS. 2) Zur Verewigung des Andenkens Ihrer Eltern und Ihrer Lieben steht das „GOLDENE GEDENKBUCH DER EHEMALIGEN BRESLAUER“ zu Ihrer Verfügung. „{w Jfo/y des JcÜm'gs J/xuivris Mi.'/ . ../üu. $.+</■ -W.y.V* .'Irttr/lO. . .Zlci*ch£ach wircf kommen., auu.- J.j Auf dem UtViner/oJ ,/Afar?** .. . $«■***__ ■ .rÜAtjst /ItAfP { .' tWf JiÄUySf/i*' l £. . 4-y Quttt ‘t.J ftilä/ttfialieei ^Cninv tr . ■ £-) C/tasen of Schd&foi ) 7/ ■' y&t* c/ 3er Suijrntann '• J -*'»*- •n Comtoir der 7» Ai\nian & Jonis/joftri. . 7iAft/»n’ t ‘ | t. /rpp*>a>rmii l I %*tn£tifr>rienA.Atttxjtr * ___________ &züse (*+ 20 PJ’nuun) ■ ■ - _ ßijeunertan i. M *.$***+$5«^-, tA»'» 37y*» T»3127Tty'aergLax# Lhttrvtnnr..] i 'tye/mu -• Jj Q> x Qi, cha.cba-.cb4.. Qi rrtfu. ■ ■ s/ti ‘falästinäBild. ..-.v..;'' #>/■ y\■ 5.) . _?■ ■ 'tu*.' I >■ Teilen Sie uns bitte Ihre Adresse und andere Einzelheiten mit. .'t/Ariny+e fr***"-4er,..y. ’ ö y3e. Ui+%fre- .-•••y-.VA -SCT. Arden/Sf m>iWs/rr/t 1 ’ Einladung zur Purimfeier der Misrachi Jugendgruppe, Breslau. 24 T*““ AN UNSERE LESER IM AUSLAND! Diese Nummer wird noch auf Grund unserer Verbandslisten gesandt. Wir bitten jedoch alle Empfänger im Ausland, die an der weiteren Zustellung dieses Mitteilungsblattes interessiert sind, uns davon baldigst in Kenntnis zu setzen, zusammen mit einer Spende im Betrag von US .'$25.— als Mindestbeitrag. Vereinigung ehemaliger Breslauer n ■thiJ&Cl: ,HA ’JD/A CA K.'lh Ä - MASSENMORD UND TIERLIEBE IM 2. WELTKRIEG (Siehe auch Artikel „50 Jahre Wannsee“ auf Seite 1) Die sogenannte „Machtübernahme“ vor nunmehr 60 Jahren war kein Geschichtswunder. Die N.S.D.A.P. war keineswegs eine vom Himmel gefallene Neuschöpfung überirdischer Gestalten. Die Partei wuchs zutiefst geankert in deutscher Geschichte. Und in ihrer Verwurzelung, ihrer Ausdrucksmöglichkeit auf Deutschlands Strassen, wurde die Nazi- Moral während der Zeit des Entsetzens die öffentlich geduldete und meist auch gepriesene Art deutschen Denkens und Fühlens. Deutsche Hunde und Katzen, deutsche Kanarienvögel und Papageien, deutsche Goldfische und Meerschweinschen — in von Juden besetzten Häusern und Wohnungen? 1942 hielten wir bei den allerletzten Abschiebungen nach dem „Osten“. Deutsche Juden, meist die bereits gealterten Zurückgelassenen, vor aller Welt wie Herden in die Bahnhöfe getrieben, und von dort in die Viehwagen der deutschen Reichsbahn — zur „geheimen Reichssache“: AUSCHWITZ. Tage vor diesen letzten Transporten kam dann auch die letzte Judenverordnung der Reichsregierung zur Veröffentlichung und sofortigen Durchführung: alle jüdischen Besitzer von Haustieren jeder Art haben diese sofort beim nächsten Polizeirevier abzugeben. Wie es dort heisst, kann diesen Lebewesen es nicht „zugemutet“ werden eine Existenz in jüdischen Häusern weiterhin zu führen. Die deutsche Reichsregierung durfte sich darauf verlassen, das man in deutschen Gewissenskreisen den zwingenden Unterschied zwischen Menschenmord der jüdischen Rassenangehörigen und der dringenden Rettung armer Haustiere ohne Weiteres zumindest verstehen werde. Das waren die letzten Stunden, in denen so mancher Besitzer des einzigen noch lebenden Freundes im Haus den Gasthan öffnete — um dann wenige Stunden später auf Kosten der Ortsgemeinde auf dem jüdischen Friedhof die erlösende Ruhestätte zu finden. J. B. Druck „OT”, Tel Aviv, Wolfson 48