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Yediʿot shel Irgun ʿOle Breslau be-Yiśraʾel · 1991-01-01 · No. 55 (1991) · p. Seite 5

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Journal
Yediʿot shel Irgun ʿOle Breslau be-Yiśraʾel
Volume
1991
Issue
No. 55 (1991)
Date
1991-01-01
Page
Seite 5 (sequence 5)
Language
German
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Die Jüdische Schule - Eine Notwendigkeit! ln Fortsetzung des Artikels „Die Jüdische Schule — eine Notwendigkeit?“ (Jüdisch liberale Zeitung, 1920), welchen wir in unserer letzten Nummer veröffentlichten, bringen wir nachstehend einen Vortrag, welcher am 26. September 1929 im Rahmen einer Arbeitsgemeinschaft unter Leitung von Frau Cr. Ester Else Rabin s.A. in der Freien Jüdischen Volkshochschule in Breslau gehalten wurde und der sich mit den Problemen der jüdischen Erziehung befasst. Dieser interessante Artikel wurde uns von Prof. Joseph Walk zur Veröffentlichung überlassen. Wir haben soeben Einiges über orthodoxe und nationale Erziehung gehört und ich glaube, dass man sich die Frage stellen muss, ob es hier nicht einen Mittelweg gibt. Wenn ich also versuchen werde, diesen Mittelweg kurz zu charakterisieren, so will ich, um beim Praktischen zu bleiben, die Erziehungsgrundsä.ze der Jüdischen Schule zeigen. Die Jüdische Schule geht von 2 Grundsätzen aus: 1. von der nationalen Gemeinschaft und 2. von der konservativen Lebensführung. Ich gehe selbstverständlich von der Erwägung aus, dass uns allen ausnahmslos die Erhaltung des Judentums am Herzen liegt. Ich möchte gleich hier auf einen Artikel im Israelitischen Familienblatt Jahrgang 1928, Nr. 49, von W. Bacher hinweisen, der einen Beitrag zur Überlegung „Jüdische oder christliche Schule“ bringt. Er weist u.a. darauf hin, dass selbst Nichtjuden zugestehen, dass ein jüdisches Kind in der nichtjüdischen Schule immer etwas vereinsamt dastehen wird. — Ich möchte meine Darlegungen in 3 Teile gliedern und will zuerst über die Einstellung der jüdischen Schule zu den Eltern sprechen. Wir wissen ja alle, dass der Autoritätswechsel beim Kinde eine wesentliche Rolle spielt. Die jüdische Schule versucht nun, den Gegensatz Eltern und Lehrer zu überbrücken. In keiner Schule besteht ein solch freundschaftliches Verhältnis zwischen Lehrern und Eltern, wie gerade in der jüdischen Schule und das Kind gewinnt dadurch den Eindruck, dass 2 Kräfte sich nicht entgegenwirken, sondern Hand in Hand gehen. Diese Schwierigkeit wäre also leicht behoben. Der 2. Punkt meiner Ausführungen betrifft die Klassengemeinschaft. Erfahrungsgemäss hat es sich gezeigt, dass ein jüdisches Kind sich nur schwer andersgläubigen Kameraden anschliesst und wenn dies schon geschieht, so wird es meist nur so lange dauern, bis das nichtjüdische Kind zu der Erkenntnis gekommen ist, dass es mit einem Juden verkehrt. Die Freundschaft geht dann in das Brüche und das jüdische Kind erlebt dann eine Tragödie, die die Erwachsenen meist nicht verstehen. Sie stehen solchen Vorkommnissen gleichgültig gegenüber, weil das tägliche Leben sie nur zu oft vor solche Feindseligkeiten stellt. Ausnahmen bestätigen natürlich die Regel. Anders in der Jüdischen Schule. Hier stösst das Kind auf Verständnis, denn der Lehrer unterstützt das Freundschaftsverhältnis der Schüler. Man wirft der Jüdischen Schule dafür oft vor, dass das Kind später seinen christlichen Nebenmenschen fremd gegenübersteht und Angriffe der Gegner nicht abzuwehren versteht. Nun, Ich würde den Gegnern der Jüdischen Schule einmal raten, den dortigen Religionsunterricht zu besuchen und ich glaube, sie würden alle reuig ihren Irrtum einsehen. Der Religionsunterricht in der Jüdischen Schule ist nämlich gar kein Religionsunterricht in dem uns geläufigen Sinne, da er alles erschöpfend behandelt, was das Jüdische Volk an religiösen und nationalen Werten hervorgebracht hat. Aber nicht nur im Religionsunterricht, sondern auch im Deutsch- und Geschichtsunterricht empfängt das Kind wertvolle Anregungen. Auch hier wird alles vom jüdischen Standpunkt betrachtet und was gerade die Jüdische Schule für den Frieden geleistet hat, kann sich der leicht vorstellen, der sich überlegt, welche Sieges- und Kriegspsychose dem Kind auch noch heute in den nichtjüdischen Schulen eingeimpft wird. Unser Schrifttum hat ja immer den Frieden gepredigt. Das Schrifttum führt zur lebendigen hebräischen Sprache und damit zum jüdischen Volkstum selbst hin. Dieser Weg wird bewusst in der jüdische Schule gegangen. Wenn das Kind später ins Leben tritt, ist es gewappnet gegen Angriffe, da es durch seine Kenntnisse, diese •abzuwehren versteht. Es steht selbstbewusst als Jude da und wird es allerdings auch verstehen, national-deutschen Annäherungsversuchen von jüdischer Seite aus mit dem Hinweis auf die Untrennbarkeit des Begriffes Religion und Volk entgegenzuwirken. Die Erziehung durch die Jüdische Schule hat also erreicht was sie wollte: Einen selbstbewussten Juden, der auf die Vergangenheit seines Volkes mit Stolz zurückblickt, aber auch an die Zukunft des Judentums glaubt. Der letzte Erziehungsfaktor endlich, die Innehaltung der jüdischen Gebote ist vielleicht das wesentlichste Erziehungsmoment, denn das Judentum hat sich durch die Jahrtausende nur durch sein Gesetz erhalten. Hierbei verbindet auch das Gesetz Eltern und Kinder. So (Fortsetzung auf Seite 8) ISX Höhere Jüdische Schule für Knaben und Mädchen Mittwoch, den 21. November 1928, nachmittags 5 Uhr pünktlich in der Aula der Anguslasohnle, Schwerinstrasse 3 — 7 SCHUBERT-FEIER iiinutfimii lUtillHMIHMMHHUl SKHSSÄÜSBSS IINIHINNNHIIMiHHMHIil JIMIIM<IMMMIMI<I<II anlässlich des 100. Todestages Franz Schuberts Leitung: David Tichauer VORTRAGSFOLGE 1. a) Heilig ist der Herr (Chor) b) Psalm 23: Gott ist mein Hirt (Chor) (Am Klavier: Hanne Juliusburg O Ul) 2. Schuberts Leben und Wirken (Rahel Jutkowski U II) 3. a) Moment musical op. 94 Nr. 3. (Thea Friedmann O IU) b) Scherzo (b-dur) (Fanny Hoffmann U II) J) Streichquartett Id-moll) op. poslh.: Andante con moto (Der Tod und das Mädchen' bj Streichquartett (cs-dui) up. 123 Nr. 1: Adagio (Theo Pinczower, Gcthard Gluskinos, John Jedwab, Salo Lcwin U 5. Der Gondelfahrer (Chor) (Am Klavier: Thea Friedmann O ID) II) PAUSE SS=r- 6. a) Marsch und Chor aus der Oper „Der häusliche Krieg“: „Vorüber ist die Zeit!“ b) Sonatine op. 137 Nr. 1 (Allegro molto -Andante) ITheo Pinczower, Ruth Steif U H) 7. a) Walzer (Paula Kempe, Irene Gluskinos VI) b) Ständchen (Susi Schneller, Hanne Goldstein V) c) Marche militaire op. 51 Nr. 1 (Jda Frcyhan, Rosa Goldstein 0 III) 8. a) Verklärung b) Heidenröslein c) Liebhaber in allen Gestalten (Konzertsängerin Ruth Adler, am Klavier: Ruth Steif U II) 9. Impromptu op. 90 Nr. 4 (as-dur) (Ruth Steif U II) 10. Die Nacht (Chor) KONZ ERT'FLUCsIX Pianofortc-Magazin »onintfunn «us di Louis Seliger & Sohn Die Vortragsfolgc berechtigt zum Eintritt 02013 5

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