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Yediʿot shel Irgun ʿOle Breslau be-Yiśraʾel · 2001-01-01 · No. 71 (2001) · p. Seite 20

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Journal
Yediʿot shel Irgun ʿOle Breslau be-Yiśraʾel
Volume
2001
Issue
No. 71 (2001)
Date
2001-01-01
Page
Seite 20 (sequence 1661)
Language
German
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IBM UND DER HOLOCAUST Sucht man in der Fachliteratur einschließlich der Lexika über den Holocaust Hinweise auf die Beteiligung des Computerriesen IBM am Völkermord, wird man fast nichts finden. Dennoch steht im Holocaust Museum in Washington eine alte Hollerith-Maschine von IBM. Aufklärung über diesen Widerspruch scheint nun der amerikanische Journalist Edwin Black mit seinem soeben erschienenen Buch "IBM und der Holocaust" zu liefern. Zusätzliche ' Informationen könnte das Bundesbezirksgericht des New Yorker Stadtteils Brooklyn beisteuern. Kurz bevor Blacks Buch auf den Markt kam, ging bei diesem Gericht nämlich eine Sammelklage gegen IBM ein. Fünf Holocaustüberlebende werfen - vertreten durch den New Yorker Anwalt Michael Hausfeld - IBM vor, mitverantwortlich für den Völkermord in der NS-Zeit zu sein. Die IBM-Maschinen hätten den Nazis geholfen, rasch einen genauen Überblick über die Zahl und den Wohnort der Juden und anderer Verfolgter zu erlangen und sie zu verschleppen. Damit sei eine wichtige Voraussetzung für deren Ermordung geschaffen worden. Ob dem tatsächlich so ist, dürfte sich bald zeigen. Völlig neu sind die Vorwürfe gegen IBM allerdings nicht. In ihrer Dokumentation "Die restlose Erfassung" hatten Götz Aly und Karl Heinz Roth schon vor Jahren darauf verwiesen, wie wichtig Maschinen für die lückenlose Registrierung in der NS-Zeit waren. Das in der berühmten "Schwarzen Reihe" des Fischer Verlags erschienene Buch hatte zwar eine angemessene Beachtung gefunden, dieser Aspekt war aber übersehen worden. Das dürfle daran gelegen haben, dass die Zeitgeschichtsforschung lange Zeit die Technik weitgehend übersehen hat. "An den Unis ist die Technikgeschichte bisher gern als Exotenfach belächelt worden“, sagte jüngst der Direktor des Berliner Instituts für Antisemitismusforschung, Prof. Wolfgang Benz, der "Süddeutschen Zeitung" (SZ). Wie zahlreiche ausländische Firmen hatte auch IBM jahrzehntelang behauptet, spätestens nach Hitlers Kriegserklärung an die USA im Dezember 1941 jegliche Beziehungen mit Deutschland abgebrochen zu haben. Meistens erwiesen sich solche Beteuerungen als Schutzbehauptungen. Hausfeld zieht in seiner Klage eine interessante Linie: Die in Deutschland eingesetzten IBM-Maschinen seien nur gemietet gewesen. IBM-Techniker hätten sie regelmäßig gewartet und darüber Berichte gefertigt. So habe die Mutterfirma in den USA zwangsläufig Einzelheiten über die Konzentrations - und Vernichtungslager erfahren. Das kann, muss aber nicht zutreffen. Die Berichte können auch bei der deutschen IBM-Vertretung verblieben sein. Für das KZ Dachau sollen 24 Hollerith-Maschinen nachweisbar sein. Auch in Auschwitz sollen sie verwendet worden sein. Das freilich ist eher unwahrscheinlich - und das aus zwei Gründen. Erstens findet sich in der kaum noch überschaubaren Auschwitz-Literatur dafür bisher kein Hinweis und zweitens wären solche Zählmaschinen überflüssig gewesen, weil die Opfer bereits hinter den elektrischen Zäunen oder vor den Gaskammern dahinvegetierten, also gar nicht mehr "erfasst" werden mussten. Zweifel an Blacks Thesen äußert auch der Senior der internationalen Holocaustforschung, Raul Hilberg. In einem Gespräch mit der "Frankfurter Rundschau" (FR) sagte der amerikanische Historiker zur Verwendung der Hollerith-Maschinen, sie seien nicht in der Absicht verwendet worden, "die Juden zu selektieren und zu vernichten. Es ging ganz einfach darum, eine statistische Übersicht über die Bevölkerung zu bekommen." Bei Hilberg muss freilich bedacht werden, dass sein grundlegendes Werk über "Die Vernichtung der europäischen Juden" zum ersten Mal bereits 1961 erschienen ist. Seit dem sind ungezählte neue Forschungsergebnisse erzielt worden. Dennoch bereitet sich IBM auf Enthüllungen durch Black vor. Sollte, so hat der Konzern kürzlich seinen Mitarbeitern geschrieben, "IBM und der Holocaust" Neues bringen, "wird IBM die Informationen prüfen und verlangen, dass Wissenschaftler und Historiker Gleiches tun." Obwohl die neue Sammelklage die von der Stiftungsinitiative der deutschen Wirtschaft verlangte Rechtssicherheit für deutsche Firmen in der USA keineswegs zwangsläufig verzögern muss, - wie die MdBs Volker Beck (Grüne) und Max Stadler (F.D.P.) ausdrücklich betonen, - hat der Sprecher der Initiative, Wolfgang Gibowski, die Gelegenheit benutzt, genau dies an die Wand zu malen, um den längst überfälligen Beginn der Auszahlungen hinauszuschieben. Lothar Evers vom Bundesverband Information und Beratung für NS-Verfolgte reagierte wohl zutreffend mit der Feststellung: "Wir hatten schon genug Ausreden, jetzt gibt es eine neue". Vorsorglich sei allerdings darauf verwiesen, dass Black sich selbst bereits vor Erscheinen seines Buches im Internet gepriesen hat als "am besten bekannt für seinen kontroversen internationalen Bestseller, IBM und der Holocaust"1. Heiner Lichtenstein "Die Mahnung" 1.5.2001 |Da habe ich geweint * Ich glaube, ich höre nicht richtig. Da wurde der J kleine Josef mit 6 Jahren möglicherweise von * Neonazis umgebracht. Die Gerichtsbehörden jf sagen einfach, es wäre ja ein Unfall. * * * Meine Verfolgungsgeschichte begann auch mit * dem 8. Lebensjahr. Obwohl den Berliner * Gerichten durch meinen Rechtsanwalt G. * *■ Rosenthal - das ist der Sohn von Hänschen * * Rosenthal - alles sachlich erklärt wurde, wurde * * ich in einer Minute abgeschmettert, sowohl vor * dem Amts- und dem Landgericht. Dies wurde * ganz groß in der Zeitung gebracht mit dem * Hinweis, wie vertraulich unsere Richter sind. * x- J Das sagt doch alles. Und dieses spielte sich J noch im Jahr 1990 ab. Da sind mir doch die J Tränen gelaufen und das mit fast 69 Jahren. * * J Da hat man Deutschland mit aufgebaut und J wurde abgefertigt wie das Letzte. So schwindet 3das Vertrauen in den Rechtsstaat und seine ■)L * Demokratie. Die über uns urteilten, haben die jL- * NS-Zeit gar nicht kennengelernt, genauso wie - *■ die Neonazis. Man will nicht mit Gleichem * vorgehen wie in der Nazizeit; aber es wäre 4- + nicht schlecht, wenn solche Richter und * Neonazis auch eine böse Erfahrung machen * wie einst wir Kinder. Das wäre wahrscheinlich * * heilsam, und man könnte ruhig und sicher auf *• der Straße sowie in der U- und S- Bahn fahren. * * So weit sind wir jetzt gekommen, dass der * Zeitzeuge seine Bewachung bekommt, bei mir J in Halle war das der Fall. * * J Halle war einst die Stadt der Kommunisten, J jetzt aber der Neonazis. All diese Geschehnisse J werden vom Ausland gesehen. Noch schweigt J man darüber. Aber leider ist unsere Regierung * zu langsam, richtige Entscheidungen zu treffen, jL doch sie tanzen in das Glück hinein. Sie sind * ja die Repräsentanten der Bundesrepublik. * * * Ich danke unseren Bürgern, die bei der * Demonstration ein klares Nein zu den Neonazis *- *■ gesagt haben. Ich denke, die Besserwisser * sollten sich daran ein Beispiel nehmen. * * * Bleibt an unserer Seite! * * Muscha * "Mahnung"1.Januas 2001 + x-

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