Yediʿot shel Irgun ʿOle Breslau be-Yiśraʾel
- Journal
- Yediʿot shel Irgun ʿOle Breslau be-Yiśraʾel
- Volume
- 2001
- Issue
- No. 71 (2001)
- Date
- 2001-01-01
- Page
- Seite 17 (sequence 1658)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
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17! J Kalonymos ben Jehuda vollendet 5050 in Esslingen einen Machsor (Fortsetzung von Seite 16) Überlieferung sind diese Vorfahren Israels durch ihren unerschütterlichen Glauben an den einen Gott Fundamente der Welt und zugleich Fürsprecher im Gericht. Da es keinen Tempeldienst '•** mehr gibt, hofft Israel, dass seine Gebete und der Klang des Schofars Versöhnung herbeiführen. Israel bittet Gott seinen Zorn zu vergessen und sucht Begnadigung, auf dass es aus der Quelle, Gott selber, leben kann. Der Esslinger Machsor ist, wie der Jerusalemer Kodikologe Malachi Beit- Arie gezeigt hat, die älteste datierte und lokalisierte aschkenasische Handschrift. Grundlage für Alter- und Ortsbestimmung ist das hier abgebildete, auf der vorletzten Seite des zweiten Bandes befindliche Kolophon: Ich, Kalonymos, Sohn des R. Jehuda - möge er noch lange Tage leben - schrieb mit dem Federkiel [hebr. kulmos] - Lob und Dank dem, der für immer lebt - diesen Machsor für R. [...] Sohn des Herrn [...]. Es sei der Wille dessen, der im Himmel wohnt, dass er ihn als Erbteil seinen Söhnen geben kann, seine Söhne ihren Söhnen und deren Söhne ihren Söhnen und wieder deren Söhne dem nachfolgenden Geschlecht bis zum Ende aller Geschlechter. Amen Amen Amen Selah. Ich vollendete ihn in der Stadt Esslingen am 28. Tag des Monats Tevet im Jahre 5050, sei stark, werde gestärkt. Kalonymos, der Schreiber, er möge nicht zu Schaden kommen, weder heute noch in Ewigkeit noch eines der Kinder Israels, eher steige ein Kamel eine Leiter hinab. Amen. doch einige Aspekte faszinieren immer wieder, so die Frage, für wen dieser Machsor eigentlich geschrieben wurde? Die Namen des Geheimschrift - hat Emile Schrijver vorgestellt. Aus den in Germania Judaica (Bd. 11,1,227ff.) zusammengestellten Quellen erfahren wir einiges über die iw r* 'TOTQ'ZTC? rt MHM Ml**** ******** ■ *7» tkwä? M wäwi < wtwä? M * rnrrrra tro i? w ttt? uro'. i V rsTOTrrorwTt7PT»< W 'twfi vs\'üV"ivr’c^ rra täte tr?! ft - r mt v Mf tfp w iwon wtPstTp pinrw mri w ü *-At*f* r* rer «iv* i rv iy; <**»r Mt * ''&$7&TVVyp * * 1 1 ¥ TE» /*> 'SiTD A % "-Sh* »Iftv '*»rp nsuy K :-.V > ** ‘ Juden in Esslingen. Doch diese Handschrift zeugt vom großen Wissen und Talent des Schreibers Kalonymos ben Jehuda - und es ist sehr gut möglich, dass dort mehrere Schreiber tätig waren - und lässt so das geistige und kulturelle Niveau der jüdischen Gemeinde zu Esslingen erkennen. Weitere Forschungen werden vielleicht klären können, ob dieser Kalonymos ben Jehuda auch eben derjenige ist, der am 17. November 13 0 1 im süddeutschen Renchen zu Tode gefoltert wurde, nachdem er . zusammen mit drei 1 anderen Juden des Mordes an einem f christlichen Kind beschuldigt worden j war (Germania J j Judaica, Bd. 11,2,603). i Was Kalonymos ben \ Jehuda und / i nachfolgende 1 Generationen : überliefert haben, ist 'ein überaus Schon oft haben wir dieses Kolophon betrachtet, Auftraggebers wurden aus dem Kolophon gestrichen, selbst unter ultraviolettem Licht lässt sich nichts mehr erkennen. Noch dazu erschwert der geringe Platz, den die fehlenden Namen einnehmen, die Rekonstruktion. Die verschiedenen Texte auf der Kolophonseite - einschließlich einer Aufzeichnung in eindrucksvolles Werk, dessen Text und Marginalien aber noch kaum untersucht worden sind. F. J. Hoogewoud, Amsterdam Kalonymos, 3. Jhrg. 2000 Heft 3