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Yediʿot shel Irgun ʿOle Breslau be-Yiśraʾel · 2000-01-01 · No. 69 (2000) · p. Seite 20

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Journal
Yediʿot shel Irgun ʿOle Breslau be-Yiśraʾel
Volume
2000
Issue
No. 69 (2000)
Date
2000-01-01
Page
Seite 20 (sequence 1615)
Language
German
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20 (Rebekka Göpfert (Hrsg.) "Ich kam allein". Die Rettung von 10.000 jüdischen Kindern nach England 1938/39, dtv München, 1997) Am 2. Dezember 1938 erreichte eine Fähre aus Deutschland die englische Küste bei Harwich. 196 jüdische Kinder, mit ganz spärlichem Gepäck versehen und nur von wenigen Betreuern begleitet, verließen in England das Schiff. Zwischen Dezember 1938 und September 1939, dem Ausbruch des Zweiten Weltkrieges, der dieser Hilfsaktion ein abruptes Ende setzte (nach Kriegsbeginn erreichte nur noch ein Kindertransport im Mai 1940 England), konnten ca. zehntausend jüdische Kinder - alle ohne ihre Eltern - aus Deutschland, Österreich, der Tschechoslowakei und Polen nach England emigrieren. Vor allen Dingen die schrecklichen Nachrichten über das nationalsozialistische Pogrom gegen die jüdischen Bürgerinnen und Bürger in Deutschland in der Nacht vom 9. auf den 10. November 1938 waren der Anlaß für eine englische Kabinettssitzung unter der Leitung von Neville Chamberlain am 16. November 1938, auf der beschlossen wurde, eine unbestimmte Anzahl von verfolgten Kindern aus Deutschland einreisen zu lassen. Die ICH KAM ALLEIN einzige Bedingung für die Erteilung eines Visums war eine Garantiesumme von fünfzig Pfund, die von in Großbrittanien lebenden Verwandten oder von einer der mit der Hilfsaktion befaßten Organisationen hinterlegt werden mußte, um eine eventuelle Emigration in ein Drittland zu ermöglichen. Die Kinder wurden in ganz England in P f I e g e f a m i I i e n , in Schullandheimen und Pensionen untergebracht. Die ungewohnte Umgebung (fremde Sprache, unbekannte Sitten und Umgangsformen) bedeutete für die Kinder eine enorme Umstellung, welche sie ohne den vertrauten Beistand ihrer Eltern bewältigen mußten. Mit Ausbruch des Krieges ergaben sich weitere Veränderungen für die Kinder: Diejenigen, die sechzehn Jahre alt waren, wurden umgehend als "enemy alien" (feindliche Ausländer) interniert, meist auf der Isle of Man. Im Dezember 1988 gründete Bertha Leverton, geb. Engelhard, die selbst im Alter von fünfzehn Jahren mit einem Kindertransport aus München geflohen war, die sogenannte "Reunion of the Kindertransport", die in Harwich, dem damaligen Ankunftshafen in England, stattfand. An diesem Treffen nahmen über SSSS3S83S33SSSSS$383S3S8SSS3SSföSSS^S^SS338S3S39eS:^tSG3SS;-äSSS3^SSSS83SSS^i^33S3SSSSeiS3S£SS3S3SSSS3Sg33S tausend ehemalige "Kinder" teil. Viele von ihnen trafen hier nach langen Jahrzehnten zum ersten Mal wieder zusammen und konnten Erinnerungen und Neuigkeiten austauschen. Gerade die "Kinder", die durch das NS-Terrorsystem ihre gesamte Familie verloren hatten, konnten feststellen, daß ihr Schicksal nicht singulär ist und daß es viele andere gibt, die ihre Erfahrungen teilen müssen: Die Flucht aus dem NS- Staat, die Erinnerung an eine zurückgebliebene Familie und die gemeinsame jüdische Tradition schaffen eine spezielle Identität, auf die sie sich alle berufen können. Mittlerweise hat Bertha Leverton ein kleines Büro in London eröffnet, das sich zu einer wichtigen Informationszentrale mit einer regelmäßig erscheinenden Zeitung gewandelt hat. Bertha Leverton ist vielfältig tätig: Sie hilft "Kindern" bei der Suche nach Angehörigen in Deutschland, nach Namen sowie Geburts- und Todesdaten ihrer (ihnen oft fast unbekannten) Eltern. Für ihr großes Engagement wurde Bertha Leverton zu ihrem siebzigsten Geburtstag mit dem Bundesverdienstkreuz ausgezeichnet. Hans-Wilhelm Bobrisch (AVS=lnformationsdienst, Nr. 1, Februar 2000) Masik der Breslauer Synagoge "Musik der Breslauer Synagoge", so hieß das Programm des "Breslauer Synagogenchores" unter der Leitung von Stanislaw Rybarczyk, als er vor kurzem in Niedersachsen gastierte. Dieser ausgezeichnete Chor hatte die Verleihung des Kulturpreises Schlesien des Landes Niedersachsen in der Aula Leopoldina der Breslauer Universität umrahmt, und es gab begeisterten Beifall. In einem Brief aus Hannover heißt es: "Der Breslauer Synagogenchor wurde schriftlich so / angekündigt, und am ganzen Abend wurde stets von Breslau gesprochen und der Name Breslau fiel häufig". (Schlesische Nachrichten, 1. Mai 2000) Dr. Daniel Frankel -100 Jahre alt Am 23. Juni d. J. wurde unser verehrtes Mitglied Dr. Daniel Fränkel 100 Jahre alt. In unseren "Mitteilungen No. 67 brachten wir eine Würdingung seiner Persönlichkeit aus der Feder von Prof. Dr. Joseph Walk. Die Feierlichkeiten zu Ehren von Dr. Fränkel verteilten sich auf einige Tage. Der Höhepunkt war der Schabbat-G"ttesdienst mit einem Kiddusch an dem sich 200 Gemeindemitglieder beteiligten. Der Schluss dieser Feierlichkeiten war ein Empfang des Leo-Baeck-Institutes, wo Dr. Fränkel nach seiner Pensionierung aus der Banktätigkeit noch 15 Jahre arbeitete. Der jetzige Leiter Schlomo Me'ir und der frühere Leiter Prof. Dr. Walk brachten in warmen Worten ihre Glückwünsche zum Ausdruck. Wir wünschen dem Jubilar noch viele Jahre in Gesundheit ind Frische. D.R.

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