Yediʿot shel Irgun ʿOle Breslau be-Yiśraʾel
- Journal
- Yediʿot shel Irgun ʿOle Breslau be-Yiśraʾel
- Volume
- 1999
- Issue
- No. 67 (1999)
- Date
- 1999-01-01
- Page
- Seite 6 (sequence 1554)
- Language
- German
- Belongs to
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6 "Die Schlachtstaettcn geben ihre Geheimnisse preis" Die Ausgrabungen am Belzec Vernichtungslager werden als ein wichtiger Fortschritt in der Erforschung des Nazimordes von 6 Millionen Juden waehrend des “Holocaust" bewertet und bestaetigen die Verfaelschung der Geschichte durch die Kommunisten; laut Bericht von Alan Elsner Eine Gruppe von Archaeologen, die den v e r n a c h I a e s s i g t e n Platz eines Vernichtungslagers in Polen ausgraben, entdecken neue Geheimnisse des "Holocaust". Sie fuehren eine ungewoehnliche Untersuchung des Belzec Lagers in Ost Polen durch, in dem mindestens 600 000 Juden zwischen 1942 und 1943 ermordet wurden. Nach einem Abkommen zwischen der polnischen Regierung und dem Holocaust Museum der Vereinigten Staaten in Washington soll ein neues Denkmal auf dieser Stelle naechstes Jahr aufgestellt werden, das die alte zerbroeckelnde Skulptur ersetzen soll, die die polnischen kommunistischen Behoerden dort aufgestellt hatten, und die die juedischen Besucher anstoessig fanden. Die archaeologische Untersuchung die letzten Oktober und zwischen April und Juni dieses Jahres durchgefuehrt wurde, wurde von Andrzej Kola, dem Direktor der Unterwasser Archaeologie Abteilung der Universitaet von Torun und Mieczyslaw Gora, dem Hauptkurator des Museums fuer Archaeologie und Ethnologie in Lodz geleitet. Holocaust Forscher haben es als einen wichtigen Fortschritt in der Untersuchung des Nazimordes von 6 Millionen Juden waehrend des zweiten Weltkriegs bewertet. "Das war die erste archaeologische Untersuchung von diesem Ausmass, die systematisch nach einem Koordinatensystem ausgefuehrt worden ist, und wir haben viel neues gelernt". So sagt Jacek Nowakowsky, der stellvertretende Direktor des Holocaust Museums, der das Projekt von der amerikanischen Seite aus koordiniert. Michael Tregenza, ein englischer Historiker, der der Untersuchung Hilfe leistet, berichtete, dass die Forschungsgruppe 1600 Bohrloecher in Abstaenden von je 5 Meter gebohrt hat und Erdproben fuers Laboratorium gesammelt hat. Ausgewaehlte Plaetze wurden bis zu einer Tiefe von 6 Metern ausgegraben Belzec war eins der sechs Vernichtungslager, die die Nazis eingerichtet hatten und das erste, das Gaskammern benutzte. Die anderen fuenf waren Treblinka, Sobibor, Maydanek, Auschwitz- Birkenau und Chelmno. Verhaeltnismaessig wenig ist ueber Belzec bekannt, da nur fuenf Juden, die im Lager waren, es ueberlebten. Keiner von ihnen lebt heute noch. Einige Zeugenaussagen wurden bekannt im Laufe eines Prozesses in Deutschland anfang I960 gegen die Naziwaechter. Aber die meisten der Verantwortlichen fuer die Schrecken von Belzec wurden nie identifiziert und nie der Justiz ueberliefert Jedoch eines der eindringlichsten Zeugnisse des Holocaust bezieht sich auf Belzec. Das ist der Hinterlass des SS Lt. Kurt Gerstein, der das Lager im August 1942 besuchte und Zeuge der Ankunft eines Transports von 6700 Juden war, von denen schon 1450 bei der Ankunft tot waren, nachdem sie fuer ein paar Tage in Viehwaggons eingepfercht waren, ohne Nahrung'und Wasser. Gerstein sah, wie die Juden von SS Maennern mit Peitschen in die Gaskammern getrieben wurden. Ein fuenf jaehriges Maedel liess eine Halskette fallen und ein drei jaehriger Bube hob sie auf, als sie in die Gaskammern getrieben wurden. Dort waren die Opfer so dicht zusammen gepfercht, dass sie sich kaum bewegen konnten. Dann wurden die Tueren geschlossen. Gerstein erzaehlte spaeter, wie er draussen mit einer Stoppuhr stand und pruefte, wie lange es dauerte, bis die Leute starben. Er beschrieb wie drei Stunden lang der Diesel Motor, der Kohlenmonooxid in die Kammern pumpen sollte, nicht funktionierte. Danach fing er endlich an zu arbeiten. Bis dahin waren noch Menschen am Leben in den Kammern. Nach weiteren 25 Minuten waren viele tot und nach 28 Minuten waren nur wenige noch am Leben. Endlich nach 32 Minuten waren alle tot und aufrecht wie Basaltsaeulen, da sie keinen Platz zum Umfallen hatten So bezeugte Gerstein. "Man konnte Familien selbst im Tode kennzeichnen. Sie hielten gegenseitig ihre Haende, steif vom Tod, so dass es schwer war, sie auseinander zu reissen, um die Kammern fuer die naechste Ladung frei zu machen." Auf seiner Rueckfahrt nach Deutschland traf Gerstein im Zug einen schwedischen Diplomaten und erzaehlte ihm bruehwarm die ganze Geschichte, fortwaehrend weinte und rauchte er dabei. Der Diplomat erstattete einen Bericht an seine Botschaft, aber nichts wurde diesbezueglich unternommen. Gerstein erzaehlte auch einem protestantischen Bischof und dem paepstlichen Nunzius in Berlin, was er gesehen hatte. Beide ignorierten ihn. Nach dem Krieg geriet er in Franzoesische Gefangenschaft, und nachdem er ihnen berichtet hatte, was er gesehen hatte, beging er im Juli 1945 Selbstmord. Es gab keine Krematorien in Belzec, und so wurden die Opfer in Antitankgraben geworfen. Gegen Ende des Krieges, als es klar war, dass Deutschland der Niederlage entgegen ging, brachten die Nazis Gruppen von juedischen Gefangenen dorthin, um das Beweismaterial zu vernichten. Die Ueberreste wurden zermalmt und verbrannt und die Lagereinrichtungen niedergerissen. Aber die archaeologische Untersuchung zeigt, dass der Beweis fuer den Voelkermord immer noch flach unter der Oberflaeche begraben ist. Gemaess eines Berichtes von Robin O'Neill, ein englischer Forscher, der an der Untersuchung teilgenommen hatte, hat die Forschungsgruppe 33 Massengraeber ausfindig gemacht.. "Die groessten Massengraeber enthielten unverbrannte menschliche Ueberreste (Teile und Stuecke von Schaedeln mit Haut und Haar). Die unterste Schicht der Graeber, enthielt dickes schwarzes Menschenfett. Ein anderes Grab enthielt unzerbrochene Knochen, die so dicht zusammen lagen, dass der Bohrer nicht durchdringen konnte, so berichtet O'Neill. Tragenza schaetzt, dass einige 15000 unverbrannte Leichen noch in der Erde von Belzec liegen. Nowakowski glaubt, dass einige der unverbrannten Leichen, die dieses Jahr entdeckt wurden, wahrscheinlich die Reste der Juden sind, die an diesen Platz gebracht wurden, um die Leichen der Opfer zu verbrenne. "Die Tatsache, dass viel mehr Leute als wir dachten, damit beschaeftigt waren, die Leichen zu verbrennen, laesst annehmen, dass sie viel mehr Leichen zu verbrennen hatten. Unsere Schaetzung der Anzahl der Personen, die in Belzec umkamen, muesste daher moeglicherweise erhoeht werden und das steigert nur die enorme Wichtigkeit dieses Ortes" sagte er.. (Fortsetzung auf Seite 20)