Yediʿot shel Irgun ʿOle Breslau be-Yiśraʾel
- Journal
- Yediʿot shel Irgun ʿOle Breslau be-Yiśraʾel
- Volume
- 1999
- Issue
- No. 66 (1999)
- Date
- 1999-01-01
- Page
- [Seite] (sequence 1)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
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(GERMANIA JUDAICA Gegründet von Dr. Wilhelm (Seev) Freyhan .i.u iNiurn lNloin ’Nsr iuin Iuj nun1 MITTEILUNGEN No. 66 S DES VERBANDES EHEMALIGER BRESLAUER IN ISRAEL E.V. VORSTAND: Mosche Goldstein (Vorsitzender), P.O.B. 3591: 61035 Tel-Aviv Dr. Elijahu Hoffmann, Gabriel Holzer, Lotte Lewald, Rachel Pri-Chen Eine Nachricht an unsere Leser Der Vorstand unserer Organisation hat sich fn letzter Zeit mit der Rueckerstattung bzw. Entschaedigung des juedischen Gemeindeguts in Breslau beschaeftigt. Gemaess hiesiger Zeitungsberichte sind Verhandlungen zwischen der polnischen Regierung, der World Jewish Restitution Organisation und den winzigen juedischen Gemeinden in Polen bezueglich dieses Besitztums,im Gange. Laut Ansicht eines hiesigen Advocaten, der sich in polnischen Entschaedigungsfragen auskennt, haben fruehere (auch juedische) Einwohner der ehemaligen deutschen - jetzt polnischen - Gebiete keinen Anspruch auf Entschaedigungen, da die Bundesregierung in zwei Abkommen mit Polen die neue Grenze anerkannt hat und keine territorialen Forderungen an Polen stellt, d.h. sie hat quasi auf diese Gebiete verzichtet. Die polnische Regierung soll allerdings - nach Zeitungsberichten - eine Gesetzgebung bearbeiten, die es Ueberlebenden der Schoah, Fluechtlingen aus "Polen", ermoeglichen soll, Einnahmen aus juedischem Gemeindegut zu geniessen. Anderseits erhebt sich die Frage, ob nicht die Bundesregierung als verantwortlich fuer Entschaedigung dieses Besitzes angesehen werden sollte, da sie nicht das Recht hatte, auf das von der Naziregierung geraubte juedische Gemeindegut zu verzichten. Der Rechtsanwalt in Deutschland, der Privatforderungen auf Besitztum ehemaliger juedischer Breslauer aufnimmt, (und von dem wir schon in diesem Mitteilungsblatt berichtet haben) konnte zu dieser Sache nicht Stellung nehmen. Wir haben um eine Unterredung mit der hiesigen Vertretung der World Jewish Restitution Organisation angesucht, um all diese Fragen zu klaeren. Wenn einer unserer Leser im Ausland Information und Erfahrungen zu diesem Fragenkomplex hat, waeren wir fuer jede Auskunft die uns zugestellt werden kann dankbar. Dr'. Elijahu Hoffmann Sekretär der Verbandes ehemaliger Breslauer in Israel E.V. AN UNSERE MITGLIEDER UND FREUNDE Wir bitten alle unsere Mitglieder und Empfänger des Mitteilungsblatts den j Mitgliedsbeitrag - 100 Shekel, bzw. 40 Dollar - zu überweisen, damit j wir unsere Tätigkeit auch weiterhin fortführen und auch die Zeitung j weiter zur Zufriedenheit unserer Leser veröffentlichen können. Wir i bitten uns diesen Betrag in der Währung des Landes der Leser (also j aus England in Sterling etc.) in Schecks zu senden. Beiträge und t Spenden für unseren Sozialfond sind höchst willkommen! | Wir sehen uns leider gezwungen, Leser welche ihren Beitrag lange j Zeit nicht gezahlt haben, in Zukunft aus der Liste der Empfänger j unserer Zeitung zu streichen. j WfiS GESCHIEHT MIT DEM VERMÖGEN DER ](1DEN fiüS SCHLESIEN? Angesichts der Enthüllungen der letzten zwei Jahre, nachdem sich die Archive der Banken, Versicherungsgesellschaften und Fabriken, welche Edelmetalle verarbeiten und Gold einschmelzen, öffneten, mußte es der ganzen Welt klar werden, was der jüdischen Bevölkerung in Europa angetan wurde. Mord und Vernichtung in den Todeslagern einerseits und der Raub ihres Vermögens andererseits. Bis jetzt wurden nur die Opfer oder ihre Erben aus der Bundesrepublik Deutschland entschädigt. Nach der Wiedervereinigung Deutschlands sollen auch die Opfer des ehemaligen Ost-Deutschlands zu ihrem Recht kommen. Nur für die ehemals in Schlesien ansässigen Juden gibt es keine Regelung für die Beschlagnahmung ihrer Gelder und Konten auf den damals deutschen Banken, wie "Deutsche Bank", "Dresdner Bank", "Commerz und Privatbank" u.a.m.. Das dort deponierte Geld wurde von den Filialen dieser Banken in Breslau und anderen Orten nach den Zentralen in Deutschland überwiesen. Alle diese Konten sind namentlich angelegt, sodaß man mit Leichtigkeit die Besitzer derselben feststellen kann. Es ist nur recht und billig, daß auch die jüdischen Opfer des Naziregimes aus Schlesien zu ihrem Recht kommen müssen. Daß Schlesien jetzt polnisch ist, ist in diesem Falle nicht ausschlaggebend, da die Gelder nach Deutschland kamen. Die deutsche Regierung ist für die Rückerstattung dieser auf den Banken deponierten Gelder der Juden aus Schlesien verantwortlich. Die wenigen Überlebenden haben schon ein hohes Alter erreicht, und eine baldige Rückerstattung ihres auf brutale Weise enteigneten Vermögens ist die einzige Möglichkeit, das ihnen angefügte Unrecht wenigstens teilweise gutzumachen. D.R. DR. RICHRRD PRfiGER s.fi. Ende Dezember ist unser verehrtes Mitglied und ehemaliger Vorsitzender, Dr. Richard Prager s.A., im gesegneten Alter von 97 Jahren in die Ewigkeit abberufen worden.Der gebürtige Breslauer studierte Jura und nach abgelegten Prüfungen wurde er Syndikus bei der "Commerz und Privatbank" in Breslau. Nachdem die Nazis an die Macht kamen, wurde er seines Amtes enthoben. Im Jahre 1936 kam er nach Erez-Israel, und nach abgelegten Prüfungen im hiesigen Recht, baute er sich eine Praxis als Rechtsanwalt und Notar auf. Mit unserem Verband war er immer eng verbunden und stand ihm stets mit Rat und Tat bei. Viele Jahre war er der Vorsitzende unseres Verbandes, und als solcher erfreute er sich allseitiger Hochachtung. Wir werden sein Andenken stets in Ehren bewahren.