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Yediʿot shel Irgun ʿOle Breslau be-Yiśraʾel · 1998-01-01 · No. 65 (1998) · p. Seite 2

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Journal
Yediʿot shel Irgun ʿOle Breslau be-Yiśraʾel
Volume
1998
Issue
No. 65 (1998)
Date
1998-01-01
Page
Seite 2 (sequence 1500)
Language
German
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2 Jüdisches Leben in Breslau 1938 - 1941 von Mosche Ayalon Beschreibungen des jüdischen Lebens in Deutschland während der nationalsozialistischen Epoche konzentrieren sich normalerweise auf die verschiedenen Aspekte der Verfolgung. Weniger bekannt ist das tägliche Leben und der Kampf um die elementaren Bedürfnisse. Zwischen 1938 und 1941 taten die Breslauer Juden ihr Bestes um eine Art Gemeinwesen, Kultur und Erziehung zu organisieren. Gleichzeitig machten sie verzweifelte Anstrengungen, um auszuwandern. Während die Struktur des normalen Lebens abstarb, bewahrte der einzelne Jude ein Gefühl der Würde. Öffentliche und private Archive haben uns viele Einzelheiten über die Geschichte der Juden im ehemaligen West-Deutschland geliefert, dagegen sind die Ereignisse im ehemaligen Ost-Deutschland und besonders in den von Polen angeeigneten Gebieten weniger bekannt. Die Erfahrungen der Juden in Breslau (heute Wroclaw) mögen - oder mögen auch nicht - typisch sein für andere Lokalitäten in den östlichen Regionen. Sehr interessante Einblicke und Informationen über das jüdische Leben können jedoch erhalten werden, wenn man die düsteren Jahre von 1938 bis zu den systematischen Deportationen in die Ghettos, Konzentrationslager und Vernichtungslager im Osten genauer betrachtet. 1. Das November-Pogrom 1938 in Breslau Während des November-Pogroms im Jahre 1938 wurden in Breslau 2471 Juden verhaftet, einschliesslich sechs der neun Miglieder des Vorstands der jüdischen Gemeinde. Sie wurden durch ein Spalier von neugierigen Zuschauern auf den Frachtbahnhof gebracht und in Viehwagen in das Konzentrationslager Buchenwald verschickt. Die männlichen Mitglieder der Belegschaft des Breslauer jüdischen Krankenhauses wurden am Morgen nach dem Pogrom verhaftet, mit Ausnahme der Ärzte, die man für direkte medizinische Behandlung benötigte. Die Abteilungsleiter wurden zur Gestapo befohlen - unter ihnen Dr. Carl Fried, ein Radiologe, der verhaftet und nach Buchenwald geschickt wurde, weil er wegen Respektlosigkeit angeklagt wurde, da er mit Schutzgläsern auf seinen Augen erschien. Im Januar 1939 wurde er freigelassen. Auf Veranlassung von zwei "arischen" Ärzten wurde auch eine Anzahl von Kranken verhaftet. Die Zöglinge im Hachscharah Zentrum "Eilgut" wurden so verdroschen, dass sie ins Krankenhaus eingeliefert werden mussten. Die neue Synagoge wurde niedergebrannt. Die konservative Synagoge "Zum Weissen Storch" wurde ausgräumt aber nicht niedergebrannt, um die umliegenden Gebäude nicht zu gefährden. Die Torahrollen wurden zerrissen und geschändet, und viele Vorhänge des Torahschreins wurden gestohlen. Synagogen in privaten Institutionen wie die jüdische Schule am Rhedigerplatz und im Beate-Guttmann- Heim, ein Heim für Altere, blieben unberührt. Die Synagoge in der Nähe des Gemeindehauses in der Wallstrasse, die als "Mugdan" Synagoge bekannt war, wurde auch nicht demoliert. Die "Aktion" endete am Abend des 10. November, aber vereinzelte Verhaftungen wurden noch danach vorgenommen. Diejenigen Juden, die übersehen wurden, mussten sich auf Befehl der Polizei oder Gestapo stellen mit der Drohung, dass bei Nichtbefolgen des Befehls ihre Familien in Mitleidenschaft gezogen werden. Willy Cohn, dessen Wohnung übersehen wurde, meldete sich bei der Gestapo und wurde angewiesen nach Hause zu gehen. Ausser den Juden, die sofort getötet wurden, starben viele andere an Folgen von Verletzungen und Folterungen, manchmal lange nach ihrer Entlassung. Die örtliche Radiostation brachte kleine "Kunstwerke" wie "Der Bauer pflügt, der Jude lügt" oder “ Der Maurer baut, der Jude klaut". Die Realität glitt ins Absurde als ein "arischer" Kabarettbesitzer in der Nähe der Synagoge auf Schadenersatz klagte, weil eine Schauspielerin in der Nacht des Pogroms ihre Vorstellung absagte. Alle jüdischen Komitees und Organisationen wurden aufgelöst. Die Büros der jüdischen Gemeinde wurden auf Befehl der Gestapo und unter ihrer Aufsicht am 18 November wieder geöffnet. Die drei zurückgebliebenen Mitglieder des Vorstands wurden als allein-verantwortlich für Gemeindeangelegenheiten eingesetzt unter Androhung schwerer Strafen für irgendwelche unerlaubten Aktivitäten. Es wurde erlaubt, die Synagoge "Zum Weissen Storch" zu reparieren, so dass Gottesdienst dort und in der Rhedigerplatz-Schule abgehalten werden konnte. Die Synagoge des Hospitals durfte lediglich von Kranken benutzt werden. Städtische Zuwendungen für die jüdische Wohlfahrtsabteilung wurden am 1. Januar I939 vollkommen eingestellt. 2. Antisemitismus und diskriminierende Antisemitisches Verhalten verstärkte sich nach dem November Pogrom und besonders nach dem Anfang des Krieges. Antijüdische Gesetzgebung wurde auch beschleunigt, sowohl auf perönlicher als auch auf institutioneller Ebene. Seit Juni 1938 war es Juden schon verboten auf öffentlichen Bänken zu sitzen. Ältere Leute sahen nicht immer diese Warnungen und wurden verhaftet, wenn sie dort sassen. Gegen Ende 1938 wurden jüdische Beamte aus der Krankenversicherung ausgeschlossen - laut Willy Cohn " Wir wurden aus der Beamtenkrankenkasse herausgeschmissen". Kunstgegenstände, die gemäss dem Besitzverbot von Wertmetallen von Juden, abgeliefert wurden, wurden vandalisiert und nur ihr Gold- und Silberwert wurde eingeschätzt. Es wurde Juden verboten, auf der Strasse in Gruppen von mehr als zwei Personen zu erscheinen. Das tägliche Leben wurde schwerer, nachdem der Krieg begann. Juden waren natürlich vom Militärdienst ausgeschlossen. Cohn erwähnte es und beschwerte sich darüber im März 1939 "Juden sind für immer ungeeignet selbst in der Reserve 2 zu dienen". Da waren diejenigen, die behaupteten unehelich geboren zu sein um Verdacht zu verhindern, dass sie Juden sind. Getaufte Juden versuchten ihre jüdischen Vorahnen in die ferne Vergangenheit zu verlegen. Ein jüdischer Arzt erinnerte sich, zum Beispiel, dass seine Grossmutter ein intimes Verhältnis mit einem "Arier" hatte. Das Benutzen von Elektrizität war auf vierzig Kilowattstunden im Monat beschränkt und auf eine 25 Watt Glühlampe per Zimmer. In dieser düsteren Atmosphäre war jeder Grund für Freude und (Fortsetzung auf Seite 3) Gesetzgebung

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