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Yediʿot shel Irgun ʿOle Breslau be-Yiśraʾel · 1997-01-01 · No. 62 (1997) · p. [Seite]

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Journal
Yediʿot shel Irgun ʿOle Breslau be-Yiśraʾel
Volume
1997
Issue
No. 62 (1997)
Date
1997-01-01
Page
[Seite] (sequence 1)
Language
German
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Gegründet von Dr. Wilhelm (Seev) Freyhan bn .1.U imena 'Nsr |u™ 'im mu'T MITTEILUNGEN No 62 s DES VERBANDES EHEMALIGER BRESLAUER IN ISRAEL E.V. VORSTAND: Miosche Goldstiein (Vorsitzender), Dr. Elijahu Hoffmann P.O.B. 3591; 61035 Tel-Aviv Gabriel Holzer, Lotte Lewald, Rachel Pri-Chen Friedhof Cosel Immer noch verwahrlost! in unseren vorigen „Mitteilungen” (61) ersuchten wir unsere Leser uns soviel wie möglich Daten über Verwandte die in Cosel bestattet wurden zukommem zu lassen um diese Information der jüdischen Gemeinde zur Verfügung zu stellen zur Vervollständigung ihrer Dokumentation. Die zahlreichen Briefe die uns daraufhin aus der ganzen Welt erreichten, zeigten uns wieder wie das Problem des entsetzlichen Zustandes des Friedhofs Cosel unsere Leser beschäftigt und aufwühlt. Leider könen wir auch jetzt nicht über Fortschritte berichten. (m Jahre '93 freuten wir uns mit einer Mitteilung von dem deutschen Botschafter in Tel Aviv, der unsere Sorgen mit viel Interesse und Sympathie verfolgte, „Die Bundesregierung begrüsst das Projekt der Friedhofsrestaurierung und wird einen Antrag aus Breslau in der Stiftung positiv behandeln”. Der Antrag wurde gestellt, die positive Behandlung ist bis heute nicht erfüllt. Wir sind weiterhin davon überzeugt dass die Bundesregierung eine weitgehende moralische und auch gesetzliche Verpflichtung trägt. Die Reaktion der deutschen Instanzen und des Auswärtigen Amts, wenn sie überhaupt reagieren, wird immer kühler und distanzierter. Wie wir aus dem Artikel „Alte Synagoge im neuen Gewand” (in dieser Nummer, S.3) erfahren, erhielt die „deutsch-polnische Stiftung” in Warschau von der deutschen Bundesregierung mehrere Millionen DM um historische Plätze in Polen vor dem Verfall zu retten. Aber für den Friedhof in Cosel gibt sie keine Gelder. Trotz allem geben wir unsere Bemühungen nicht auf, aber wir fühlen uns verpflichtet unseren Freunden in der ganzen Welt und auch in Deutschland, über die Lage zu berichten. Zu den bevorstehenden Feiertagen wünschen wir allen Lesern und dem ganzen jüdischen Volk „Leschana Habaah Bi’Jeruschalajim Habenuja”! ■ “'% D. R. Die ^.neutralen" Komplizen der Nazis Wir erinnern uns noch an die Dokumentarfilme, in welchen gezeigt wurde wie die „neutralen” Schweizer vor jüdischen Flüchtlingen aus Deutschland und Östereich die Grenzen schlossen. Wir haben noch nicht vergessen wie die schweizer Behörden den Offizier der Grenzpolizei des Kantons St. Gallen, Paul Gruniger, im Jahre 1940 verhafteten, ihn verurteilten und ihn des Amtes enthoben. Und das wegen seines „grossen Verbrechens” jüdischen Flüchtlingen geholfen zu haben „illegal” in die Schweiz zu flüchten um sich so vor den Nazis und den Vernichtungslagern zu retten. Die Schweiz, in welcher schon in den dreissiger Jahren das rituelle Schächtverbot bestand (was für ein „humanes” Volk), hatte keine Grenzsperre für Gelder (aber ohne ihre Besitzer). Juden aus den von den Nazis beherrschten Gebieten, welche noch Gelder retten und sie auf einer der schweizer Banken deponieren konnten, für den Fall dass es ihnen oder ihren Kinder gelingen sollte in das Ausland zu flüchten und so ihren Lebensunterhalt, irgendwie bestreiten zu können, und dann doch Ofer des Flolocaust wurden — ihre Kinder oder Kindeskinder wurden dann die Opfer der schweizer Banken. 52 Jahre nach Beendigung des. Krieges, konnten diese Sachen erst aufgedeckt werden. Erst jetzt dank der Bemühungen des jüdischen Weltkongresses, der Jewish Agency und amerikanischer Senatoren, wird der Anfang gemacht, die Nachkommen — wenn noch vorhanden — zu entschädigen. Typisch für die Flaltung der Schweizer ist die Entlassung eines Bankbeamten, welcher die Vernichtung von Dokumenten über jüdisches Vermögen durch die Bank in welcher er arbeitete, verhindern wollte. Schweiz und Schweden sind die Länder in welchen die Nazis das von den Juden geraubte Gold deponierten, bzw. in ausländisches Geld, welches sie für ihre Kriegsmaschinerie brauchten, eintauschten. Aus Dokumenten welche im Archiv der schwedischen Eisenbahngesellschaft gefunden wurden, geht hervor, dass Schweden im Krieg der deutschen Kohlengesellschaft 500 Güterwagen lieh, welche aber dann der Reichsbahn für die Verschickung hunderttausender Juden in die Vernichtungslager dienten. Auch in anderen Ländern entdeckte man jetzt Kontoauszüge von jüdischem Vermögen. In Frankreich wurde eine Kommission gebildet welche die Aufgabe hat das von den Nazis und ihren französischen Komplizen geraubte jüdische Vermögen in Frankreich zu schätzen. Laut der Zeitung „Figaro” 5,500 Kisten mit Dokumenten warten auf die Untersuchung dieser Kommission. Noch stellte sich heraus dass 1,955 Kunstwerke von Juden welche beschlagnahmt wurden, sich heute in französischen Museen befinden. Alle geschädigten Opfer der Nazibarbaren und ihrer Komplizen — sie oder ihre Erben — haben entschädigt zu werden! Und sofort!! D. R. AN UNSERE MITGLIEDER UND FREUNDE Die letzte Generalversammlung unseres Vereins am 14.10.96 beschloss, den Mitgliedsbeitrag für 1997 auf 100 Shekel, bzw. 40 Dollar zu erhöhen Wir bitten, alle Emfänger des Mitteilungsblatts uns diesen Beitrag so bald wie mögiich zu überweisen, damit wir unsere Tätigkeit auch weiterhin fortführen und auch die Zeitung weiter zur Zufriedenheit unserer Leser veröffentlichen können. Wir bitten uns diesen Betrag in der Währung des Landes der Leser (also aus England in Sterling etc.) in Schecks zu senden. Beiträge und Spenden für unseren Sozialfond sind höchst willkommen! PROFESSOR SCHMARJAHU TALMON ERHÄLT DIESES JAHR DEN ISRAEL-PREIS I Wie wir bei Redaktionsschluss erfahren, soll unser verehr- ■ tes Mitglied und Freund, Prof. Schmarjahu Talmon (fr. Selmai nowitz) dieses Jahr den Israel-Preis im Fach der Bibelwisseni I schaft erhalten. Professor Talmon, geborener Breslauer und ' Absolvent des jüdischen Gymnasiums am Rhedigerplatz, ist ein weltberühmter Forscher auf dem Gebiet der Wissenschaft des Judentums. Unsere herzlichen Glückwünsche gelten Pro- I fessor Talmon. I

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