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Yediʿot shel Irgun ʿOle Breslau be-Yiśraʾel · 1989-01-01 · No. 53 (1989) · p. Seite 19

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Journal
Yediʿot shel Irgun ʿOle Breslau be-Yiśraʾel
Volume
1989
Issue
No. 53 (1989)
Date
1989-01-01
Page
Seite 19 (sequence 19)
Language
German
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Durch die Strom schwellen des Jordan Von HEINZWERNER GOLDSTEIN Es gehört Mut, Geld und Fingerspitzengefühl! dazu, eine Marktlücke in der Touristenindustrie zu finden. Das haben acht junge Menschen im Galil, im hohen Norden Israels, bewiesen. Welcher junge — und nicht mehr ganz junge Mensch sieht nicht voller Begeisterung die Filme, die zeigen, wie verwegene Abenteurer durch die Stromschnellen des Colorado paddeln, einmal mit dem Boot gleichsam über die Wasserspritzer zu fliegen, oder von ihnen eingedeckt zu werden... In Israel gibt es keinen Colorado. Das Land hat\seinen“ Jordan, mit 250 Kilometern absoluter Länge ein im Weltmassstab kleiner Fluss, der seit historischen Zeiten zum Lande gehört. Aus drei Quellflüssen gebildet, Banias, Hazbani, Dan, fällt er, stürzt er sozusagen vom nördlichen Punkt der Bibel, Dan, im Gebiet des Stammes gleichen Namens gelegen, zum Salzmeer, Jam Flamelach, dem Toten Meer, wie die Welt das Gewässer nennt, dessen Wasserspiegel 400 Meter unterhalb dem der Weltmeere liegt. Der Fluss Jored m’Dan, er geht von Dan herunter, der Jordan, ein Teil des Grabenbruches einer Weltkatastrophe in vorgeschichtlicher Zeit entstanden. Die stärksten Gefälle hat der Fluss zwischen den Resten des grösstenteils trockengelegten Hulegebietes, das einige Meter über den Meeresspiegel liegt, und dem Kineret, dem Tiberiassee. Das Flussbett, oder der Wassergraben fällt in knappen zwanzig Kilometern um 200 Meter. Das tief eingeschnittene Tal, das ‘Canion’, hat reichliche Vegetation, Bäume und dichtes Unterholz. Einige Stellen haben ein nicht sehr starkes Gefälle, andere, die recht gefährlich aussehen, deren Spritzer ein starkes Geräusch abgeben, — durch die wir, um es gleich vorweg zu nehmen, nicht gefahren sind. Die acht Mitglieder der Gruppe, die „Unternehmer“, jung und kräftig, wie unser „Steuermann“ sagt, geprüfte Rettungsschwimmer, haben eine ungefähr fünf Kilometer lange Strecke ausfindig gemacht, die zu durchfahren, oder zu durchpaddeln, eine knappe Stunde dauert, dem eine genau so lange gefährlichere folgt, um hier im Sommer 1988 eine Attraktion oder ein Erlebnis zu vermarkten. Die Gruppe, die sich „Sirot Fla Nahar“, Flussboote, nennt, hat sich vier grosse Schlauchboote angeschafft, einen Stationwagen mit Anhänger Schwimmwesten und Plastikhelme, die klein und gross aufgesetzt bekommen, um den Kopf gegen überhängende Zweige zu schützen, wenn das Boot nahe an das Ufer getrieben wird. Die Boote haben 'drei Zellen, damit sollen sie eine gewisse Sicher heit bieten, falls sie leck schlagen, was immerhin möglich sein kann, da das insbesondere in den Sommermonaten oft nicht sehr tiefe Flussbett voller Basaltgeröll ist. Unsere Gruppe gehört zu den ersten des Tages. Die Boote werden aufgeblasen, mit Hilfe der Mitfahrer auf den Trailer gelegt, angeschnallt. Die zahlenden Gäste, zu unserem Boot gehört ein junger Tourist aus Holland wie die Familie, drei Generationen, müssen die Schwimmwesten anziehen. : Festmachen, die Helme aufsetzen. Das Auto bringt uns zur Abfahrtsstelle. Die Boote werden ins Wasser gelassen. Noch fehlt eine „Schwimmbrücke“ ein Brett über Tonnen. Der Einstieg, “boarding”; über den ausgetretenen,- glitschigen Abhang ist nicht leicht, aber man hilft sich gegenseitig. Neben dem „Steuermann“, in dessen Hand das Geschick, der Mitfahrer liegt, fahren bis zu sechs zahlende Passagiere mit, denen erklärt wird, wie sie sich zu verhalten haben, was zu machen. Vier von ihnen bekommen ein Ruder in die Hand, werden Teil der Bootsmannschaft, die nach den Angaben des Steuermanns handeln müssen, einmal alle vorwärts rudern, oder alle rückwärts, oder nur die auf der linken Seite, oder die auf der rechten. Für die Ruderer ist es Arbeit und Erlebnis. Immer dann, wenn landschaftlich schöne Stellen auftauchen, macht der Fluss eine Biegung, oft stehen Felsen im Wasser, oder eine Stromschnelle, wie gesagt, nur eine verhältnismässig kleine, nehmen die Aufmerksamkeit der Ruderer in Anspruch. So wird an einer Stelle ein Auflaufen auf einen Basaltfelsen verhindert, als einer der Ruderer, geistesgegenwärtig, sein Ruder gegen den Felsen drückt, dass das Boot eine scharfe Wendung zur Mitte des Flusses macht, die der Steuermann ausgleichen muss. Nach einer knappen Stunde „landet“ man an einem stillen Platz, den die Gruppe „Eukalyptus Bucht“ nennt, nach den Bäumen, die dort stehen. Eine Bezeichnung, die — noch — auf keiner Karte zu finden ist. Das Auto bringt die Teilnehmer wie das Boot zur Abfahrtsstelle zurück, nahe der Autostrasse. Bevor wir abfahren, werfen wir noch einen Blick über den Fluss. Gleich nach der stillen „Landungsbucht“, folgen starke Gefälle, Stromschnellen, deren Spritzer hoch gehen. Die Gruppe nennt die längere Fahrt, auf dem man keine Kinder unter 15 Jahren mitnimmt, den „Weg der feuchten Herausforderung", und „Wirkliches Rafting im wilden Fluss“. Der englische Ausdruck “rafting“ ist das einzige fremdsprachliche Wott im hebräischen Prospekt. Für uns, die wir auf der „kleinen Fahrt“ durch den Jordan teilgenommen haben, stellt es ein Erlebnis dar, ein angenehmes, feuchtes, aber schliesslich waren ja die Spritzer Wasser des Jordan... eine Kanufahrt, oder Kajakreise, oder “rafting”, eine Fahrt mit dem raft, oder, wie man die Schlauchboote immer nennen will, im Canion des Jordan. GEDENKSTUNDE DER CENTRA ZUM 50. JAHRESTAG DES NOVEMBERPOGROM 1938—1988 Am 9. November veranstaltete die Centra eine Gedenkstunde zum 50. Jahrestag des Novemberpogrom 1938, in der Ichud Schiwath Zion Synagoge. Der Vorsitzende, Herr Freudenthal, sprach einleitende Worte, in denen er betonte, dass dieses Pogrom schon lange vorbereitet war und warnte vor der Auferstehung von Neofaschistischen Organisationen in Deutschland und in der ganzen Welt. Rabbiner Dr. Carlebach rechnete in seiner Rede mit allen Schichten des deutschen Volkes ab, welche sich alle auf die Seiten der Nazis stellten: Die Ärzte und Richter, die Generäle und das Bürgertum und die Arbeiter, welche die Eisenbahnzüge in die Konzentrationslager (und später in die Todeslager von Auschwitz, Treblinka und andere mehr) abfertigten. Rabbiner Dr. Carlebach betonte auch die Schuld derjenigen Staaten, und besonders der Schweiz und des roten Kreuzes, welche nicht alles, was in ihrer Macht stand, taten, um Juden zu retten. Herr Strauss sagte ein Kapitel Psalmen, betete das El-Male-Rachamlm und alle Anwesenden sagten gemeinsam Kaddisch zum Andenken an die Naziopfer. ASTA, NIMM DEN GEIGER MIT! Es war im Jahre 1946. In Hollywood hat man den Film .Humoresque“ mit Joan Crawford und John Garfiel gedreht, eine traurige Geschichte einer alternden Frau und ihrem Liebhaber, einen Jungen Geiger. Das Ende ist, dass John langsam aber sicher ins Wasser geht. Man konnte ihr noch nicht einmal nachrufen: „Joan, nimmt den Geiger mit, denn der Fiedler war... Isaac Stern. Eine Cousine hat Bergen Belsen überlebt und schrieb mir von Brüssel Franz Waxman aufzusuchen, der gerade in New York war und Ihn zu bitten, für sie und ihren Sohn ein Affidavit zu geben. Franz Waxman, ein weitläufiger Vetter, früher Oppeln, war ein bekanter Musiker ln Berlin. In Hollywood hat er sofort eine Anstellung bei einer grossen Filmgesellschaft bekommen. Er schrieb Musik für Filme. Unter anderen hat er auch eine herrliche Carmen Fantasie für Violine geschrieben. Franz W. war tatsächlich in New York. Ich läutete ihn in seinem Hotel an, stellte mich vor und Franz bat mich, ihn am nächsten Tag zu besuchen. Trotz seiner Erfolge, die er in Hollywood hatte, war er ein einfacher, freundlicher Mensch geblieben. Als ich ihn in seinem Zimmer besuchte, klingelte das Telefon, und er sagte: „Du hast recht, ich habe wirklich an unsere Probe vergessen, Ich habe nämlich Besuch, Du musst sie kennen lernen“. Und herein kam ein blonder, schlanker, sehr junger Mann, Isaac Stern. Zu dritt unterhielten wir uns grossartig, lachten viel, und als ich nach Hause kam, sagte Ich zu meinem Mann: „In der Unterhaltung habe Ich vollkommen vergessen, warum ich zu Franz W. gegangen bin“. Ich läutete Franz Waxman gleich an und bat ihn, sich mit mir noch einmal zu treffen, um Ihm zu sagen, was der Grund meines Besuches war. Am nächsten Tag hatten wir Lunch, und er versprach mir das Affidavit abzusenden. Die Carmen Fantasie wurde auf Schallplatten aufgenommen und Franz gab mir eine Karte für den Zuhörer Raum. Die Karte gab ich meiner Tochter, ich weiss nicht, warum ich dazu nicht gehen konnte. „Na, wie wars denn?“ — fragte Ich meine Tochter. — „Herrlich, aber ganz eingenartig. Franz dirigierte die Carmen Fantasie und als die Musiker fast am Ende waren, rief Franz voller Begeisterung “Good”, sodass das “good” noch aufgenommen wurde. Isaac Stern nebst Orchester mussten die Carmen Fantasie noch einmal spielen. Happy Birthday, Isaac Stern! Erna Schutz, New York Auskunft bezüglich der Familie von Werner Phillip, der in Breslau geboren war und viele Jahren als Künstler in San Francisco lebte: Name, Beruf und Daten seines Vaters, der Mutter, Geschwister. IZu den Zweoken unseres Verbandes gehört auch die Gewährung von Hilfe an notleidende Mitglieder; unsere; finanziellen und persönlichen Möglichkeiten sind leider beschränkt. Anträge in dringenden Fällen erbitten wir an P.O.B. 3591, 61 035 Tel-Av'iv, \ zu richten. DER VERBAND 19

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