Yediʿot shel Irgun ʿOle Breslau be-Yiśraʾel
- Journal
- Yediʿot shel Irgun ʿOle Breslau be-Yiśraʾel
- Volume
- 1989
- Issue
- No. 53 (1989)
- Date
- 1989-01-01
- Page
- [Seite] (sequence 1)
- Language
- German
- Belongs to
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ji n.c, Gegründet von Dr. Wilhelm (Seev) Freyhsn /'i itf-iurn lN'ioin ’Nsr juin im niu’T MITTEILUNGEN No. 53 s DES VERBANDES EHEMALIGER BRESLAUER IN ISRAEL E. V. VORSTAND: Dr. Richard Pragsr (Versitzender), Chaja Bar-Or, Edith Benda, Mosche Goldstein, P.O B. 3591; 61035 Tel-Aviv Arie Gradenwitz, Lotte Lewald, Max Lopatka ALS DIE SYNAGOGEN BRANNTEN... (ZUM 50. JAHRESTAG DES NOVEMBERPOGROMS 1938 1988) Gedenke Herr den Söhnen Edoms den Tag von Jerusalem, als sie sprachen Wühlet, wühlet bis auf den Grund darin. Tochter, Babels, du Unglückselige, wohl dem, der dir vergilt für das was du uns getan. (Psalmen, 137, 7—8} Als am 9. und 10. November 1938 die braunen Horden mit der schweigenden Zustimmung — oder mit dem zustimmenden Schweigen — eines grossen Teils der Bevölkerung, die jüdischen Geschäfte zertrümmerten, die Synagogen in Brand steckten und die Thorarollen und andere heilige Bücher schändeten und 30,000 jüdische Männer in die K.Z. warfen, dann mussten f ’iV«. ms mm $£*83 rV~"?;.o TWJ is?*& Innenansicht der Synagoge des jüdischen Krankenhaus in Breslau. auch diejenigen, die bis dahin noch gezweifelt hatten, einsehen, dass die Epoche des Judentums in Deutschland zu Ende war. Der Antisemitismus in Deutschland war keine neue Erscheinung, die ihren Anfang im Jahre 1933 hatte. Der moderne Antisemitismus, der seine Wurzeln im religiösen, von der Kirche unterstützten, Judenhass hatte, hatte schon im 19. Jahrhundert grossen Einfluss. Und nicht nur auf die breiten Volksmassen, sondern gerade auf die intellektuellen Kreise. Der grosse Philosoph Hermann Cohen, welcher vor dem 1. Weltkrieg, am Anfang des 20. Jahrhunderts, eine Professur an der Universität Marburg hatte, spricht von der antisemitisch verseuchte« Studentenschaft. Deshalb weigerte er sich dann auch sein Schillerkolleg zu lesen, denn (wie er sich aüsdrückte), „Ich kann doch nicht über Schiller sprechen vor diesen Leuten, die mich ansehen: was sagt der Jude?!“ Der Historiker Heinrich von Treitschke, ein Zeitgenosse von Hermann Cohen, prägte schon 60 Jahre vor Hitler den Satz: „Die Juden sind unser Unglück“. Dieser Treitschke war es auoh, der mit seinem Komplizen Otto Glagau, yer- Gedenke Herr was uns geschehen Schaue und sieh unsere Schmach Unser Erbe ist übergegangen an Fremde, unsere Häuser an Barbaren. (Klagelieder — Echa, 5, 1—2.) suchte den Antisemitismus „salonfähig“ zu machen. Dieser Antisemitismus, der „Risches“, wie ihn wohl unsere Eltern und Grosseltern nannten, artete zu einer Barbarei aus, die sich niemand, auch nicht in den schlimmsten Träumen, vorstellen konnte. Von der Verbrennung der Bücher jüdischer und antinazistischer Autoren, bis zur Verbrennung unserer heiligen Stätten, der Synagogen, der Zerstörung jüdischer Geschäfte und Institutionen, der Inhaf tierung tausender jüdischer Menschen in den berüchtigten Konzentrationslagern, und bis zur Vernichtung von 6 Millionen Juden in den Gaskammern von Auschwitz und Treblinka, war nur noch ein Schritt. Die abgefeimte Lüge von einem „spontanen Volkszorn“ wegen der Ermordung von vom Rath, ist längst aufgedeckt worden. Die Pläne für dieses Pogrom waren längst bei den hohen Stellen bereit. Und nachdem die Schreibtischmörder das Zeichen gaben, wurde dieses Pogrom von den braunen Horden mit „deutscher Gründlichkeit“ durchgeführt. Wir alle Überlebende, welche mit Gottes Hilfe diesem Schicksal entronnen sind, gedenken in tiefer Trauer der Opfer dieses bestialischen Regimes. Unsere Aufgabe ist es, die Welt vor einer neuen Schoah zu warnen. Unsere jüdischen Brüder und Schwestern auf der ganzen Welt sollen sich daran erinnern, wie die ganze Welt schwieg, als 6 Millionen von Juden, darunter 1 Million kleiner Kinder, ermordet wurden, und dass es unser heilige Pflicht ist, die jüdische Solidarität zu wahren; nicht zu ruhen und nicht zu schweigen, wo immer auch Juden, wegen ihres Judentums angegriffen werden. Wie unsere Weisen es sagten: —! m1? nr s'sny Ganz Israel, einer muss für den anderen eintreten M. E. Hauschner •« Die von den Nazis zerstörte Synagoge In Beuthen O/S, MP©« JsswtiKI k»rT ^»1