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Yediʿot shel Irgun ʿOle Breslau be-Yiśraʾel · 1988-01-01 · No. 52 (1988) · p. Seite 12

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Journal
Yediʿot shel Irgun ʿOle Breslau be-Yiśraʾel
Volume
1988
Issue
No. 52 (1988)
Date
1988-01-01
Page
Seite 12 (sequence 152)
Language
German
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„DER WEIN ERFREUE DES MENSCHEN HERZ" £= Zu den feierlichen Momenten des Festessens in einer jüdischen Familie gehört der kurze Segensspruch über den Wein, der ,,Kiddusch”. In vielen Kreisen hat sich der Gebrauch erhalten, der Scheidepunkt, der aus dem Alltag ln die feierliche Stimmung und Atmosphäre des Schabbat oder eines Feiertages führt. — Der Kiddusch, der Weinsegen, mit denen viele der aschkenasischen Synagogen den Abendgottesdienst beschliessen, hat es nicht leicht, seinen Stand im religiösen Brauch zu behaupten. Das was wir als Selbstverständlichkeit hinnehmen, beinahe als Fortsetzung der Gebetsfolge, kannte man nicht in biblischen Zeiten, — oder es wurde nicht erwähnt. Es ist eine Gelegenheit, Wein zu trinken, und da er auch Kinder gereicht wird, gehört der Weinsegen zu den Symbolen und Handlungen, die sich einprägen, die Eindruck hinterlassen. In vielen Familien haben sich die oft kunstvoll ausgeführten Becher erhalten, die der Hausherr in stolzer Zufriedenheit erhebt. Mit dieser Geste wird die Arbeitswoche abgeschlossen, dem Wein folgt das festliche Essen. Das Getränk wird nicht nur symbolisch zum Appetitanreger. — Es ist nicht einfach, den Weinsegen In alten Schriften zu finden. In den Büchern der Bibel wird er nicht erwähnt, — dann ist er plötzlich da, und wird wie eine lange Gewohnheit behandelt, ein Minhag, ein Brauch. Niemand kann sich erinnern, wann und wie es angefangen hat. Nach der Zeitenwende, in der Zeit des Talmuds gehört er zum Festmahl. Die Beschreibung des ‘Abendmahls’ im Neuen Testament zeigt, dass der Kiddusch zu den Selbstverständlichkeiten gehörte, mit denen ein Festessen begonnen wurde. In der Mischna wird gefordert, vor dem Schabbatmahl den Weinsegen zu sprechen. Da Gesetze und Vorschriften, die festgelegt und kodifiziert werden, immer auf lange Gewohnheiten aufbauen, muss sich diese Sitte irgendwann in der Zeit des zweiten Tempels eingebürgert haben, vielleicht ln der hellenistischen Periode. Es fehlen alle schriftlichen Hinweise, man muss von Indizien ausgehen. Es waren die Griechen, die nach Alexander, 333 B.C., die hellenistischen Gebräuche in das Gebiet brachten, und die ihrem Gotte Pan, der auch der Gott des Weines war, Heiligtümer im Lande errichteten (wir kennen das in Bet Sche’an). Dieser Pan wurde übermütig, wenn er zuviel von dem Saft der Heben getrunken hat. Eh ist anzunehmen, dass die Sitte, das Festmahl mit einem Umtrunk zu beginnen, sich später durch die Römer eingebürgert hat, die Ursache der Handlung wurde, die wir als Kiddusch, mit dem Segensspruch über den Wein, nicht nur symbolisch ausführen. — MEMOIREN (Fortsetzung von Seite 8) In dem geographischen Raum sind in drei Jahrhunderten drei jüdische Erinnerungsschriften entstanden, die uns helfen, etwas über den Alltag der Juden aufzunehmen. Im ersten Drittel des 17. Jahrhunderts werden sie hebräisch geschrieben, im 18. Jahrh. deutsch, aber noch mit hebräischen Buchstaben, im 19. Jahrhundert in der zu Frankreich gehörenden Provinz, deutsch. Die Lebensberichte geben den Nachfahren ein Bild der Zeit, vom Dreissigjährigen Krieg bis zu den Feldzügen Napoleons. Persönliche Schicksale, aber die historische Betrachtung setzt sich aus Einzelschicksalen zusammen, auch wenn sie nicht immer mit wissenschaftlicher Akribie belastet sind, und vielleicht sogar Erinnerungslücken und/ oder Fehler aufweisen. Der religiöse Brauch fordert keinen Segensspruch zu sagen, ohne die darin gepriesene Handlung ausouführen, also muss man vor dem Mahl den Wein trinken, wie man das Brot essen muss, - über das man die ,,Bracha” gesagt hat. Für fromme Menschen stellt es eine Aufgabe dar, möglichst viele Segenssprüche zu sagen. ★ Der Kiddusch ist immer mit einer Mahlzeit verbunden. Es ist der Vortrunk und so hatte er keinen Platz im öffentlichen Gotteshaus. Irgendwann in der Vergangenheit, als in Europa, unter den Juden Aschkenas, die Betstube Teil der Wohnung des Rabbis darstellte, das Lehrhaus, dem Herberge und Gästezimmer angeschlossen waren, konnte sich der Weinsegen an den Abendgottesdienst anhängen. In den grossen Synagogen wird der Kiddusch oft zum Gipfelpunkt der Chasanut, zum imposanten Abschluss des öffentlichen Gebets, vom Vorbeter laut und betont vorgetragen, der sich umdreht, und mit dem Gesicht zur Gemeinde steht. In vielen Tempeln war es das Paradestück mit Chor und Orgelbegleitung Aber trotzdem wurde kein Essen begonnen, ohne dass der Hausherr den Weinsegen im Familienkreis vorträgt. — In den zweitausend Jahren seitdem man die Sitte des Weinsegens kennt, gab es Zeiten der Area ismassoa a&sss mmw rhbb ■■■ BETH ESCHEL (Fortsetzung von Seite 7) gendliche zu errichten, die in der Industriezone ihre handwerkliche und technische Schulung erwerben sollten. Wiederum wurde die Leitung und die Entwicklung dieses Heimes in die Hände des Ehepaars Meyer gelegt. Aber bereits im Spätherbst 1947 wurde alles wieder in Frage gestellt. Der Beschluss der UNO einen jüdischen Staat zu errichten, hatte zur Folge, dass die Araber einen bewaffneten Aufstand starteten, der dann in einen regelrechten Krieg ausartete. Eine geordnete Arbeit wurde ausserordentlich erschwert, besonders nach dem 17. März 1948. Ein arabischer Sabotage- Convoy mit mehreren Tonnen hochexplosivem Material (TNT) für Haifa Hadar bestimmt, wurde unweit des Heims am Akko-Kwisch von einer Haganah Einheit zur Explosion gebracht. Ein Teil unserer Wohnzrifim wurde schwer mitgenommen. Wie durch ein Wunder entgingen Frau Meyer und der Sohn Michael, sowie andere, die sich da gerade aufhielten, dem Tode, indem sie bei Beginn der Schiessereien (vor der Explosion) in den zum Hause zugehörigen Luftschutz-Shelter flüchteten. Kurze Zeit später wurde das Heim weit über seine Kapazität hinaus mit Kindern aus dem Kibbuz Ramath Jochanan belegt, kaum dass diese Einquartierung zu Ende war, brachte man die Alten von Kwuzath Mazuba zu uns. Trotz allem setzten wir unsere eigentliche Arbeit fort. Es gelang, etwa sieben Jugendliche In Betrieben und Werkstätten unterzubringen. Nach einem von mir aufgestellten Studienplan, welcher u.a. T’nach, Jediath Haarez und mittelschwere hebräische Lesestücke aufwies, erteilte ich in den frühen Abendstunden tagtäglich Unterricht. Aber... es fehlte die Persönlichkeit, welche in den letzten Jahren sichtbar und unsichtbar für „alles” gesorgt hatte. Hans Beyth war Ende Dezember 1947 bei einem Angriff auf einen Bus-Konvoi von Tel-Aviv nach Jerusalem in der Gegend von •Vloza erschossen worden. Georg Landauer wurde kalt gestellt. Diejenigen, die dann die Leitung der Jugendalijah in ihre Hände bekamen, stellten sämtliche Zahlungen ein und mut und Not, und so wurde gestattet, den Segensspruch auch über Brot zu sagen. Die sephardischen Synagogen kennen den Brauch nicht, Kiddusch in der Synagoge zu sagen. In Israel verzichten viele Gemeinden, auch wenn sie nach aschkenasischem Ritus geführt werden, auf den Weinsegen im öffentlichen Gebet, getreu der Tradition, dass der lokale Brauch, der Minhag Ha Makom, verpflichtend ist. — An den Vormittagen der Ruhetage und Feste sagt man, wenn man vom Gottedienst zurückkehrt und vor dem Mittagsmahl, den ‘Grossen Kiddusch’, — niemand welss wie dieser scheinbar ironische Name über einen kurzen Segensspruch sich eingebürgert hat. Für ihn sind stärkere alkoholische Getränke erlaubt, vielleicht um den Appetit für das Essen anzuregen. — Es bestehen wenig Vorschriften über den Kiddusch, aber weh er angenehmes mit religiösen Pflichten verbindet, konnte er sich seinen Platz in der Jüdischen Familie erwerben und erhalten, auch bei denen, die es mit den traditionellen Pflichten nicht so genau nehmen. Nicht ohne Absicht singt der Psalmist und bekennt sich zum Weine, 104/15: ‘Der Wein erfreue des Menschen Herz’, — und die Freude ist es doch, die der Mensch an den Ruhetagen sucht und benötigt,.... Heinzwerner Goldstein so musste Beth Eschel geschlossen werden. Ich musste etwas später als Soldat an der Kampffront im Galil Urlaub nehmen, um mich um meine Familie, die gewissermassen auf der Strasse lag, zu kümmern. Mit Hilfe von David Tanne u. Frau Wolfenstein vom Büro des IOME, Haifa gelang es mir, meine Familie von neuem unterzubringen. Drei lange' Jahre hindurch kämpfte ich vergeblich um die Anerkennung meiner Rechte als Angestellter der Jugendalijah. Ich brachte schliesslich die Angelegenheit vor Jizchak Grünbaum, dem Vorsitzenden eines Schiedsgerichts innerhalb der Sochnuth. Dieser prüfte den gesamten Vorgang, und er stellte die Behauptung seitens der neuen Männer in Jerusalem: „Chanoch Meyer und seine Frau sind zu keiner Zeit beauftragt gewesen, irgendeinen Dienst im Rahmen der Jugendalijah oder der Sochnuth zu tun”, als Unwahrheit fest. Wir erhielten mit einer langjährigen Verspätung dasjenige, was uns die Leitung der Alijath Hanoar schuldig geblieben war. Ein Beth Eschel wurde nicht mehr errichtet. — r-*-—wrt | AN UNSERE MITGLIEDER UND FREUNDE! | | Anlässlich des 50. Jahrestag der Kristall- I w nacht, beabsichtigen wir eine Gedenknum- | I mer zu veröffentlichen. Wir bitten daher £ I unsere Mitglieder, die im Besitz von schrift- I | lichem oder bildlichem Material über die I J Vorgänge und Auswirkungen der Kristallnacht | | in Breslau sind, uns dieses zum Abdruck? I zur Verfügung zustellen. Bilder werden auf | | Wunsch zurückerstattet. Mitglieder und I J Freunde, welche die Kristallnacht und ihre | I Auswirkungen miterlebt haben und bereit J I sind darüber zu berichten, werden gebeten | | sich an den Verband zu wenden. Wir sind | 1 bereit bei der schriftlichen Niederlegung | I behilflich zu sein. R | Anschrift: | 5 Verband ehemaliger Breslauer in Israel | I P.O.B. 3591, 61035 Tel-Aviv. 3 L______,J 12

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