Jahrbuch für Israeliten
- Journal
- Jahrbuch für Israeliten
- Volume
- 16 auf das Jahr 5618 (1858)
- Date
- 1857-01-01
- Page
- Seite 134 (sequence 134)
- Language
- German
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rika rc. verbreitet und einem Umsatz von mehr als 100,000 ft. bewirkt. Herr Seltne, er in Ludwigshafen beschäftigt in seiner Cigarrenfabrik mehrere 100 Arbeiter. Die Fabrikate der Herren Eskeles in Zweibrücken und Stern in Landau wurden in der Pariser Industrieausstellung preisgekrönt. — In Bingen feierte im August d. I. vr. Rcinhold Hirsch in einem Alter von 72 Jahren das seltene Fest feines fünfzigjährigen ärztlichen Wirkens. Derselbe stammt aus einer Familie, welche schon länger als ein Jabrhnndert die Heilkunde ansübt. Sein Großvater Mayer Hirsch erhielt in Folge einer Dissertation <l« Lbolera iiumiäa im Jahre 1751 die mcdicinische Doctorwürde von der Universität Gießen und wirkte als geachteter Arzt in Kreuznach, woselbst auch der Vater unseres Jubilars wegen seiner medicinischcn Kenntnisse sehr geschätzt wurde. Der Jubilar selbst hat das Gluck, seinen Sohn, den practischen Arzt Lr. M. Hirsch, bereits seit 16 Jahren an seiner Seite practicircn zu sehen, vr. Neinhold Hirs ch ist zu Kreuznach 1785 geboren, erhielt von der Universität Heidelberg 1807 die Doktorwürde und ließ sich alsdann in seiner Vaterstadt Kreuznach als praelischer Arzt nieder. 1812 wurde ihm die Bürgcrhospitalarzlstellc in Bingen übertragen, welche derselbe bis zum Tage seines Jubiläums bekleidet hat. Dem im Jahre 1813 zu Bingen errichteten Militärhospitalc stand der Jubilar während der Typhus-Epidemie als alleiniger Arzt vor und 1815 wurde derselbe zum dirigircndcn Arzte für die durch die Alliirtcn in Bingen errichteten zwei bedeutenden Militärhospitälcr ernannt. In allen diesen seinen dienstlichen Steilungen hat sich der greise Jubilar die vollkommenste Zufriedenheit seiner Vorgesetzten zu erwerben und dauernd zu erhalten gewußt. Die schmeichelhafteste Anerkennung ward dem Jubelgreise dadurch zu Theil, daß Seine Königl. Hoheit der Großhcrzog demselben an seinem Feste den Charakter als „Mcdizinalrath" verliehen hat. Auch die Universität Heidelberg, woselbst derselbe vor 50 Jahren promooirle, ehrte ihn bei dieser Gelegenheit in würdiger Weise durch Ucbcrscndung eines Ehrcndiploms und nicht minder wurde er durch ein anerkennendes Gratulationsschreiben Seitens der medizinischen Faeultät der Landeöuniversität Giessen und des Vereins rheinhcssischer Acrzte erfreut. Die Glückwünsche der Stadt Bingen wurden durch den Großherzoglichen Kreisrath dahier, sowie den Bürgermeister dargebracht und dem Jubilar das erbetene Entlassnngsdekret von der Hospitalarzlstellc unter Anerkennung seiner treu geleisteten Dienste überreicht, sowie die bisher bezogenen Emolumente als wohlverdiente Pension znaesichert. In gleicher Weise hat der isr. Männer- und Franen-Kranken-Unterstützungs-Vcrem, deren Arzt Herr vr. H irsch fast ein halbes Jahrhundert hindurch war, durch ein Schreiben seinen innigsten Dank ausgesprochen. Biele der angesehensten Bürger der Stadt, sowie der Umgegend fanden sich zur Beglückwünschung ein und überreichten zahlreiche Ehrengeschenke. September. Die isr. Gemeinde in Mainz hat durch den Tod ihres Sekretärs, des Stage-Advokaten Gustav Pollitz, einen großen Verlust erlitten. Der Verewigte wurde am 18. November 1827 zu Neuß in Rheinpreußen geboren, verbrachte jedoch schon seine früheste Jugend in Mainz, wohin feine Eltern bald nach seiner Geburt übcrsiedeltcn. Er siudirte auf den Universitäten Gießen und Heidelberg, und gab sich mit