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Jahrbuch für Israeliten · 1857-01-01 · 16 auf das Jahr 5618 (1858) · p. Seite 73

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Journal
Jahrbuch für Israeliten
Volume
16 auf das Jahr 5618 (1858)
Date
1857-01-01
Page
Seite 73 (sequence 73)
Language
German
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73 Jahrbuchs die Encyclopädie wohl selten zugänglich ist, und als die Form, in welcher unsre Darlegungen dort erscheinen, sich denn Zwecke jener Sammlung anschließt, die mehr ein streng wissenschaftliches Interesse vorausscht. Wir werden zugleich Einiges berichtigen. Die jetzt immer mehr absterbende jüdisch-deutsche Sprache war viele Jahrhunderte hindurch die gemeinsame Sprache aller Juden, welche im Reiche Schutz fanden und nach und nach sich über die benachbarten Länder weithin verbreiteten, so daß sic in den letzten Jahrhunderten, bei allen eingetrctenen Mundart-Unterschieden, innerhalb der jüdischen Gemeinden die aus Mitteleuropa stammen, in allen Ländern Europas, in Palästina, in Syrien und in Amerika allgemein verstanden ward, in vielen die Muttersprache ausmachte. Indem wir sie auf diese Abstammung beschränken, schließen wir alle aus der pyrenmschen Halbinsel herrührenden Gemeinden, die sich über Italien und die Türkei, so wie über Nordafrika verbreitet haben, aus, so auch alle dem eigentlichen Morgenlande Angehörigen, denn jene sprachen ihr Cadiuo (Latein, d. h. bald spanisch, bald portugiesisch) oder schon arabisch, diese theils arabisch, theils persisch, theils andere Landessprachen, und verkehrten mit dem Abendlande nur mittelst des Hebräischen. Es versteht sich, daß allcsammt auch mehr und minder die Landessprachen benutzten. Wenn es irgend einen Beweis gibt von der Verkehrtheit solcher Gesetzgebungen, welche ganze Massen örtlich oder auch nur geistig absperren und zur Abgeschiedenheit zwingen, so ist es diese Erscheinung, welche unsers Wissens in der Geschichte ihr Gleiches nicht findet. Schon die Scheidungen nach Stamm und Gottesdienst im Mvrgenlandc, wo eigentlich beides von jeher aneinander hing, bis der Islam die Abkunftsnnterschiede immer mehr ausglich, zeigen zur Genüge, wie sich in den kleinern abgesonderten Gemeinheiten eine einseitige Geistesrichtung bildet, welche mit dem Bekenntnisse im Zusammenhänge bleibend, Jahrhunderte, ja Jahrtausende sich fortpflanzt und eine erstaunliche Masse edler Säfte aufzehrt, welche die Volker und Staaten zu ihrer eigeuen Stärkung an sich ziehen konnten. I» weit größeren Maßstabe bewährt sich diese Bemerkung an den Juden, welche nur in sehr wenigen Ländern

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