Jahrbuch für Israeliten
- Journal
- Jahrbuch für Israeliten
- Volume
- 16 auf das Jahr 5618 (1858)
- Date
- 1857-01-01
- Page
- Seite 30 (sequence 30)
- Language
- German
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30 gold und Silber zusammen, gab ihn dem Manne mit der Frage, ob er nicht den Verkauf dieser Dinge, hie er von einer Herrschaft in Commission bekommen zu haben vorgab, übernehmen wolle? Den Preis bestimmte er absichtlich um 800 Gl. weniger, als der wirkliche Werth war, und verlangte die Hälfte vom Gewinn, unter der Bedingung, daß er ehrlich mit ihm umgehe. Wer warfroher als dieser Mann? Er nahm die Sachen und verkaufte sie mit 800 Gl. Gewinn, brachte das Geld Rothschild und sie thcilten den (scheinbaren) Gewinn, ohne daß der Erfreute es wußte, daß ihm Rothschild eigentlich die ^00 Gl. geschenkt hatte. Auf seiner Durchreise durch eine kleine Stadt bemerkte er einen Zulauf von vielen Menschen und hörte das Wehklagen einer weiblichen Stimme. Auf seine Erkundigung theilte man ihm mit, daß daß Haus einer christlichen Frau Schulden halber verkauft werde und daß diese Frau darüber verzweifeln wolle. Sogleich ließ er die Schuldnerin zu sich in den Gasthof nifen und gab ihr die schuldige Summe, ohne daß sie den Namen ihres Retters erfahren konnte. Lin ReWes wie Meier Lmschet fNolhschitd Mohf- Ihätlgkeit Me. Mitgetheilt von (5liaS Ullmann in Frankfurt a. M. In jener Zeit, als Meier Amschel Rothschild sich bestrebte, durch Fleiß und Thätigkeit sich dasjenige zu erwerben, womit edle Menschen im Stande sind, viel des Guten unter ihre Mitmenschen zu verbreiten, lebte in seiner Vaterstadt Frankfurt a. M. ein Jugendfreund von ihm, der gleich ihm auch den Vornamen Meier trug, der aber dem Spiel, Trunk und Müssiggange sehr ergeben war. Hiedurch geriethen dessen Vermögens- Verhältnisse in Verfall und seine Familie würde dem bitteren Mangel preisgegebcn gewesen sein, wäre nicht der edle Jugendfreund als helfender Engel dazwischengetreten. So geschah es unter anderm, daß der leichtsinnige Meier von seiner Ehefrau aufgefordert wurde, sich diejenigen Gelder