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Jahrbuch für Israeliten · 1857-01-01 · 16 auf das Jahr 5618 (1858) · p. Seite 27

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Journal
Jahrbuch für Israeliten
Volume
16 auf das Jahr 5618 (1858)
Date
1857-01-01
Page
Seite 27 (sequence 27)
Language
German
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27 für die Juden eine bessere Zeit an und i« Brasilien gemessen sie völlige Freiheit. Aus dem Orient wird uns gemeldet: I» Jerusalem ist in jüngster Zeit der Grundstein zu einer neuen grossen Synagoge, ein düngendes Bedürfnis! für die dortigen zahlreichen Israeliten, gelegt worden. Bei dieser feierlichen Handlung wurde ein öffentliches Gebet für den König von Prcusscn gesvroche», der durch die Erlaubnis!, eine allgemeine Cvllecle in seinem Staate abznhalten, welche ein überaus reiches Ergebnis! gehabt, den Kau eines würdigen Gotteshauses in der b- Stadt möglich gemacht hat. Der Name des Königs war in den Grundstein eingegraben. DaS Rothschild'schc Hospital zu Jerusalem bat die Aufschrift erhalten: „ü In msinoirs vsueräo <Is dinier Rotlisobilck, sss LIs Lmselisl, 8nlomou, IlntliLv, 61>nrlos et chumss, bnroirs <Ie Rotbseliilll." Der für das Wohl unserer Glaubensgenossen unermüdlich und mit dem glühendsten Eifer wirkende Albert Cohn in Paris bat die zu Alexandrien, Cairo, Jerusalem und Coustantinopcl errichteten israelitischen Schulen in gutem Zustande gefunden. — Die Gleichstellung der Juden in der Türkei ist eine Wahrheit geworden. Die Pforte hat z. B. de» vr. Spitzer zum Geschäftsträger am neapolitanischen Hose ernannt, da ihn die neapolitanische Regierung als Juden nicht zum Vertreter der Pforte aunehmen wollte. — In Constantinopel hat Herr Albert Cohn dem feierlichen Seelcngedächtniss beigewoknl, d.>s das.lbst zu Ehren der israelitische« csoldateu, die i» dem orientalischen Kriege gefallen sind, in der iialienischen Synagoge von Galata stattgefunden bat. Der Seraskier halte zu dieser Ceremonie ein Dctaschement der kaiscrt. Garde abgeordnet. Es war wohl das erste Mai, dass man türkische Soldaten die Waffeis vor dem Vorhänge der heiligen Lade präscntiren sah. — Dem Sultan hat H rr Cvbn persönlich den Dank der Israeliten für die im „Halt-Hümayum" gewährte Gleichstellung Largebracht. Der Sultan crwiederlc: „Ich habe nur meine Schuldigkeit getban." — Der Sultan hat seine Schuldigkeit gethan: Er hielt die bürgerliche Gleichstellung der Juden für einen Akt der Gerechtigkeit; er wollte nicht, dass man sie für einen Akt der Gnade ansehe: und doch verpflichtete ihn kein Vertrag, kein Versprechen, sondern nur s in Gewissen, seine Herrscherlugend. In andern europäischen Staaten ist den Juden die bürgerliche Gleichstellung wiederholt zugesagt, verbrieft und besiegelt; aber erst in wenigen sind sie vollständig emanzipirt. Auch unier diesjähriger Ueberblick bestätigt uns, was wir in dem vorigen wabrnahmen: wo die Juden emanzipirt sind, und wo sie es nickt sind, beweisen sie, dass sie überall emanzipirt zu werden verdienen. Sie erwerben sich allenthalben das Vertrauen der Regierungen und ihrer Milbüiger. und wo sie hier und da von gemeiner Rohheit misshandelt wurden, wie von dem Fanatismus der Wiener Kirchenzeitung, und von der Brutalität betrunkener Handwerker in Guttstadt. da war cS der bessere und eelcre Thcil des Volkes, der für sie in die Schranken trat und die Nichtswürdigkeit benn rechten Namen nannte. Hoffen wir, nicht bloss im Interesse der Israeliten , sondern auch im Interesse der Regierungen, der Völker, im Interesse der Menschheit, daß den Inden überall

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