Jahrbuch für Israeliten
- Journal
- Jahrbuch für Israeliten
- Volume
- 16 auf das Jahr 5618 (1858)
- Date
- 1857-01-01
- Page
- Seite 25 (sequence 25)
- Language
- German
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25 auf, Ketzer uud ketzerische Vergehungen zu dcnuucircn. Den Schluß bildet der Befehl, alle die Verordnungen zu befolgen, welche dem Christen einen näheren Verkehr mit den Juden untersagen, z. B. mit ihnen zusammen ^n schlafen, zu essen, zu spielen, zu tanzen re, Ter „Uuivcrs" erklärt: „em Commissär des hohe» Offiziums habe ans seine eigene Hand ein früheres längst veraltetes Dccrct veröffentlicht, und die hohe Congregation der Inquisition habe das mißbilligt und das Decret annnlln't," — In Ferrara bedarf ein Israelit, der in einen andern Landestbeil reisen will, einen Entlassungsschein von der Inquisition, den er am Orte seiner Bestimmung von dem dortigen Bischof oder Inquisitor muß visircn lassen. — In Sardinien wird die volle Gleichberechtigung der Inden aufrecht erhallen; in der Tnrincr Dcputirtcnkamsitzt ein Israelit, und diese Dcputirtcnkammcr hob bei dem Begräbnis; des Obcrrabbiners, Lclio Cantoni, der im Januar d. I im 5k>. Lebensjahr allgemein betrauert starb, ihre Sitzungen ans. In Rußland eroffnete ein kaiserlicher UkaS de» promovirten Aerzten jüdischer Konfession, wie überhaupt alle» Inden, die llnivcrfitätsstudien gemacht haben, die Aufnahme in den Staatsdienst Ein zweiter Gnadenakt des Kaisers ist für die Juden die Ambebung der AusnahmSlastcn bei der Nckrutirung. Es wurden in einem Jabr aus den Ostprovinzen, in dem andern ans den Westprovinze» Rckrntcn ausgehoben; die Juden aber Ware» jedes Jabr der Nekrulirnng »ntcrworfe» und mußten nach Verhältnis; ihrer Kopfzahl zwei Siebentel mehr stellen, als die Christen. Von jedem männlichen Israeliten mußte Kopfgeld gezahlt werden, selbst für die Verstorbenen bis zur neuen Cvnscription, die je „ach >5 Jahren geschieht, Blieb eine jüdische Gemeinde wegen Armulk mit der Zahlung im Rückstände, so mußte sie für je 600 Süberrubcl eine» Soldaten und für jede» verspäteten Soldaten vier stellen. Man sieht hieraus, weiche Woblthai der Kaiser dnrch die Aufhebung aller Ausnahmslasten den Inden erwiesen hat. - Die Krönung des Kaisers ist von seinen israelitischen Unterlhancn auch durch Gottesdienst und menschenfreundliche Werke gefeiert worden. Der Ghetto in Moskau, wo alle jüdischen Kaufleute eingepfercht wobnen mußten, ist auf allerhöchsten Befehl geöffnet, und den israelitischen Reisenden des In- und Auslandes frei gegeben, ihr Domizil in einem beliebige» Staduheii zu nehmen. Ilebrigeiis müssen Kauücute israelitischen Glaubens in Petersburg Erlaubnis; nachsuchen, wenn sie in Geschäften nach Moskau reife» wollen. Kaiser Nikolaus wollte die Israeliten seines Reiches theilweise dem Commerzc abgewinnen, ohne ihnen jedoch genügenden Ersatz zu bieten. Er verschloß ihnen den größten Lheil des Innern Rußlands, die Ansiedlung auf dem flache» Lande, und erließ sogar einen Ilkas, der ib en das Wohnen in der Nabe der Gränzen in einem Rapo» von öl) Werst untersagte, um sie aus den Ltapelplätzen des Verkehrs zu schieben, eine Maßregel die, Dank der Besonnenheit der russischen Regternng, nie in Ausführung gebracht wurde. Der einzige, doch nicht unwichtige Ersatz, den Kaiser Nikolaus den Juten für die Entziehungen aubvk, war die in Rußland von ihm so sehr protegirte Agricultur. Er gründete jüdische Colonien, dotirte die Priester der Ceres, wie früher in Rußland deutsche und-